Zelle zu und alle Fragen offen! „Eh‘ Wuàschd“ oder Wie Verlogenheit funktioniert

Uli Hoeneß wird also seine Haft antreten, seine Steuerschulden natürlich in vollem Umfang nachzahlen, todsicher, inkl. Verzugszinsen sind das gut 30 Millionen – die gezahlten 10 Mio. schon abgezogen. Damit ist der designierte Häftling bereits heute designierter Freigänger und kann zudem sicher sein, einen Gutteil seiner Strafe am Tegernsee und anderswo auf Bewährung abbummeln zu dürfen.
Es sei Hoeneß gegönnt, ihm, dem bulligen Mann mit dem angeblich großen Lebenswerk, das vor allem in der Ökonomisierung des deutschen Fußballs bestand, ihm, den der große, der vorbestrafte Karl-Heinz, die „Luxus-Uhr“, Rummenigge in seiner Festrede zum 60. Geburtstag in glücklicheren Tagen den „Vater Teresa vom Tegernsee“ nannte, den „Nelson Mandela von der Säbener Straße“.
Gut g‘launt waren’s halt, die Buam.

Fouls und Instinkt: „Total reines Gewissen“
Die Arbeiter der Nürnberger HoWe-Wurstwaren-KG, die Uli Hoeneß mit seinen Kindern betreibt, kennen ihn und sein Lebenswerk allerdings ganz anders, was eine kleine Meldung aus dem Herbst 2010 belegen mag:
Laut NGG verdienen einige Mitarbeiter bei Hoeneß gerade mal 1380 Euro brutto – und das obwohl sie unter erschwerten Bedingungen bei Nässe und Kälte arbeiten müssen. Zudem setze HoWe auf Zeitarbeiter, was Arbeitnehmer diszipliniere und Gegenwehr unterdrücke.
Lautstark machten am Donnerstag die NGG und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Mittelfranken auf die Probleme bei HoWe aufmerksam: Uli Hoeneß hielt in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nürnberg eine Rede zum Thema ‚Fair-Play und Torinstinkt — Was zeichnet einen erfolgreichen Unternehmer aus?‘. Währenddessen protestierten Arbeiter und Gewerkschafter vor dem Gebäude.
Ein Gespräch mit den Gewerkschaftsvertretern lehnte Uli Hoeneß am Abend ab: ‚Wir brauchen uns doch nicht ans Bein pinkeln zu lassen. Wir haben ein total reines Gewissen. Wer mich kennt, der weiß, ich lasse mir nichts gefallen. Keinen Millimeter weiche ich zurück.‘“

„Ich bin kein Sozialschmarotzer“
Nun allerdings kam alles anders. Hoeneß´ dreiste Selbstinszenierung lief ins Leere, nichts blieb ihm übrig als gleich meilenweit zurückzurudern und dennoch mit König-Uli-Hybris den Staat wissen zu lassen: „Nach Gesprächen mit meiner Familie habe ich mich entschlossen, das Urteil des Landgerichts München II in meiner Steuerangelegenheit anzunehmen.“
Also „Uli gut, alles gut“?
Für Uli vielleicht, im „Fall Hoeneß“ allerdings bleiben wichtige Fragen offen und manche sind nicht einmal gestellt.

Fragen eines Lesers, in dem es arbeitet
– Wieso glaubt man dem (Ex-)Bayern-Boss und HoWe-Wurstwaren-KG-Chef, wieso also kauft überhaupt einer diesem durchaus führenden Rostbratwürstel-Erzeuger ab, dass er ausgerechnet beim privaten Zocken mit Millionen planlos den Finanz- und Verantwortungs-Überblick verloren habe? Ah, geh waida!
Führt(e) er denn so je auch seine HoWe (Mitglied im Schutzverband Nürnberger Bratwürste e.V.) und den FC Bayern München? Weiß er nicht, dass man um des Überblicks willen sogar vor jeder Presse-Recherche und Hausdurchsuchung Steuerberater beauftragen könnte?

– Woher genau kamen die ersten Millionen auf dem privaten Zockerkonto Hoeneß´? Nur vom  2009 verstorbenen, wegen illegaler Spielertransfers vorbestraften Ex-Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus? Und durfte ausgerechnet Louis-Dreyfus denn so spendabel handeln? Immerhin ist Adidas Anteilseigner und Sponsor des FC Bayern München
Die Welt schreibt: „Der FC Bayern wird von Adidas ausgestattet, das Unternehmen ist mittlerweile sogar am Klub beteiligt. Der aktuelle Deal läuft bis 2022 und umfasst angeblich 200 Millionen Euro.“
Und nicht zu vergessen: Nach dem Sturz Hoeneß ist Adidas-Boss Herbert Hainer neuer Präsident des Fußballkonzerns.

– Wenn schon mindestens 28 Millionen an Steuern fällig sind, wie hoch ist/war erst das Kapital auf Hoeneß Zockerkonto? Das Handelsblatt schätzte es in der Spitze auf über 150 Mio. Euro. Wohin flossen diese Millionen? Nur in spätere Verluste?

– Wird trotz des Urteils und des Verzichts auf Revision durch den Uli nach Sichtung aller Fakten und Zahlen genau nachgerechnet, welche Steuerschulden Hoeneß nun tatsächlich hat? Und erfährt die Öffentlichkeit von diesen Summen?

Hohes Gericht
Gut, dass zumindest das Gericht auch auf Hoeneß‘ taktisch kurzsichtige und fehlgeschlagene Selbstanzeige plus (unterlassene) Nachlieferungen einging. Die Süddeutsche schreibt dazu:  „Laut Richter Heindl hat Hoeneß die Selbstanzeige ‚nicht aus freien Stücken‘ abgeben. Er fühlte sich gehetzt, weil ein Stern-Journalist seine Schweizer Bank Vontobel kontaktiert und auf Stern.de einen Artikel veröffentlicht hatte, in der Teile seiner geheimen Kontonummer auftauchen. Hoeneß hatte, wie bei ausländischen Kunden von Schweizer Banken üblich, sich keine Unterlagen nach Hause schicken lassen. (…) ‚Mit dem Material hätte keiner eine Selbstanzeige fertigen können‘, sagte Richter Heindl.“

Wohl-oder-Übel-Täter
– Recherchiert eigentlich jemand, wie viel Euro Hoeneß tatsächlich für wohltätige Zwecke etwa dem Tierschutzverein Tegernseer Tal oder der Dominik-Brunner-Stiftung gespendet hat und ob er zumindest diese Spenden durchaus solide steuerlich geltend gemacht hat?
Könnte es sein, dass eine von den Summen her eher karge Charity-Fassade kalkulierter Imagekampagnen-Bestandteil für große Geschäfte im Hintergrund ist – und nicht nur bei Hoeneß? Firmen sprechen da vom erhofften „positiven Image-Transfer“ (Abfärben der guten Sache auf sie selbst) und „Glaubwürdigkeit/und Vertrauen in der Öffentlichkeit erzeugen“. Es geht also nicht um „glaubwürdig sein“, sondern nur ums „Glaubwürdigkeit erzeugen“.

– Wenn man einmal eher nüchtern davon ausgeht, dass Profi-Manager Hoeneß immer ganz genau wusste, was er tat und dass das Verhalten im Umfeld des Zockerkontos vielleicht gar nicht die Ausnahme wäre, sondern die Hoeneß’sche Regel, dann wird’s einem zunehmend auch etwas bang rund um die Geschäfte seiner Wurst- und Torfabriken. Immerhin kontrollieren da auch andere.

– Aber nur mal angenommen, also nur einmal vorgestellt, dass unser aller Uli  – psychisch gesehen –  tatsächlich Spielsüchtiger sein sollte, ein zockender Dr. Jekyll/Mr. Hyde, was lernen wir daraus über das Erfolgssystem, das er repräsentiert(e) und aus dessen Bastionen heraus er dem Medienvolk Moral predigte? Hoeneß laut Focus: „Es habe drei Uli Hoeneß gegeben. Den seriösen Geschäftsmann beim FC Bayern und von der Wurstfabrik, den konservativen Privatmann, der nur klassische Geldanlagen halte (…) – und den dritten Hoeneß, ‚der dem Kick nachjagt, der ins große Risiko ging. Vielleicht steckt dahinter auch die Sehnsucht, die Wirklichkeit zu vergessen, auszubrechen. Das geht an der Börse gut.‘“

Zur Erinnerung: die Gesetzeslage
§ 370 Steuerhinterziehung (Auszug) der Abgabenordnung (AO)

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
1. den Finanzbehörden oder anderen Behörden über steuerlich erhebliche Tatsachen unrichtige oder unvollständige Angaben macht,
2. die Finanzbehörden pflichtwidrig über steuerlich erhebliche Tatsachen in Unkenntnis lässt oder
3. pflichtwidrig die Verwendung von Steuerzeichen oder Steuerstemplern unterlässt und dadurch Steuern verkürzt oder für sich oder einen anderen nicht gerechtfertigte Steuervorteile erlangt.

(2) Der Versuch ist strafbar.
(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter
1. in großem Ausmaß Steuern verkürzt oder nicht gerechtfertigte Steuervorteile erlangt,
2. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger missbraucht,
3. die Mithilfe eines Amtsträgers ausnutzt, der seine Befugnisse oder seine Stellung missbraucht,
4. unter Verwendung nachgemachter oder verfälschter Belege fortgesetzt Steuern verkürzt oder nicht gerechtfertigte Steuervorteile erlangt, oder
5. als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Taten nach Absatz 1 verbunden hat, Umsatz- oder Verbrauchssteuern verkürzt oder nicht gerechtfertigte Umsatz- oder Verbrauchssteuervorteile erlangt.

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18 Kommentare

  1. #1 | abraxasrgb sagt am 15. März 2014 um 19:39 Uhr

    Da hat sich aber einer seine Ressentiments von der Seele geschrieben?

  2. #2 | Andreas Lichte sagt am 15. März 2014 um 20:41 Uhr

    @ #1 | abraxasrgb

    was besseres, schlaueres fällt dir nicht ein?

    irgendein inhalt? irgendwas? ist dein rgb-monitor kaputt?

  3. #3 | Klaus Lohmann sagt am 16. März 2014 um 00:04 Uhr

    1.) Ja, es wird zumindest seitens der Finanzbehörde genau nachgerechnet, um die exakte Steuerschuld zu ermitteln.

    2.) Ja, man kann aus 5 Mios und 15 Mios gebürgter „Reserve“ auf einem Spielgeldkonto vom Ex-Adidas-Chef trotz erheblicher Anfangsgewinne spielend leicht Verluste in dreistelliger Mio-Höhe generieren, wenn man wie Hoeneß unfähig und süchtig ist. Die entsprechenden Tools und „guten Ratschläge von erfolgreichen Insidern“ sind ähnlich wirksam wie blinkebunte Daddelautomaten in Spielhallen.

    3.) Nein, die Höchststrafe von 10 Jahren ist hier trotz der Summe bei weitem nicht angebracht, denn es muss noch Spielraum nach oben für Steuerkriminelle geben, die weder Selbstanzeigen anfertigen noch in irgendeiner Form Rückzahlungen in Aussicht stellen.

  4. #4 | Frank sagt am 16. März 2014 um 08:09 Uhr

    @Gerd Herholz:
    Danke. Bitte wühlen sie weiter bis zur ganzen Wahrheit.

  5. #5 | keineEigenverantwortung sagt am 16. März 2014 um 08:34 Uhr

    Es gibt Gesetze und der Staat ist dazu da, sie zu überwachen. Dies muss er natürlich auch wollen. Hier gibt es erhebliche Defizite. Die Berichte bspw. aus der Fleischindustrie, Entsorgung und vom Arbeiterstrich zeigen, dass hier einiges falsch läuft. Bürger, Gewerkschaften und Politik scheinen sich kaum für fairen Wettbewerb zu interessieren.

    Zum aktuellen Strafvollzug und zu den Urteilen der Gerichte kann man auch versch. Meinungen haben. Insgesamt ist bei mir aber immer wieder die Verwunderung groß, dass insbesondere bei Gewalttaten mit schweren Verletzungen (in Extremfällen sogar mit Todesfolge) und bei Intensivtätern zu oft keine spürbaren Sanktionen erfolgen. Hier ist Bewährung sehr oft der Standard.

    Was das Strafgesetzbuch zum Thema Kinderbilder sagt, haben wir auch erst jetz erfahren.

    Dass man Kindergeld für Kinder bekommen kann, die gar nicht im Land sind, hätte ich auch nicht gedacht.

    Es ist bei so medienwirksamen Fällen sicherlich wichtig, zu erfahren, was im Hintergrund so alles passiert. Hier scheint es erhebliche Abweichungen von der allgemeinen Erwartungshaltung zu geben.

    Deshalb sind solche Fälle auch wichtig, um korrigierend einzugreifen.

    Dass viele Privatpersonen und Organisationen spenden und dafür Ruhm ernten, ist doch bekannt. Komisch wird es immer dann, wenn der Chef eines öffentlichen Unternehmens mit der Spende von ein paar Euros in die Zeitung kommt, während gleichzeitig wieder das Gehalt angepasst wurde.

  6. #6 | SteLu sagt am 16. März 2014 um 09:06 Uhr

    Auch an den gesellschaftlichen Reaktionen auf die Causa Hoeneß kann man wunderbar beobachten, wie Verlogenheit und Heuchelei in diesem Land funktioniert. Da wird behauptet, der Mann habe einen Fehler gemacht (hat er nicht, er hat eine Straftat begangen), da wird in Talkshows nach Gründen für sein Verhalten gesucht, da wird Verständnis gezeigt oder sogar Solidarität mit ihm geäußert.
    Gleichzeitig wird immer wieder Stimmung gegen „Sozialschmarotzer“ und „Sozialbetrüger“ gemacht. Da wird gegen HartzIV-Empfänger und „Armutsflüchtlinge“ gehetzt was das Zeug hält (Wer betrügt der fliegt), da werden Drohkulissen aufgebaut, dass man glauben könnte der Untergang des Großdeutschen Reiches stände bevor. Wenn in der gleichen Intensität, mit der über Hoeneß debattiert wird über die Gründe von Migrationsbewegungen und Flucht nachgedacht würde, wäre die Situation der Flüchtlinge in Deutschland sicherlich besser. Stattdessen fliegen wieder verstärkt Brandsätze in Richtung der Asylbewerberheime. Und in mir wächst der Hass. Deutschland halts Maul!

  7. #7 | OWL-Baron sagt am 16. März 2014 um 09:46 Uhr

    Eigentlich könnte Hoeneß jetzt doch Ehrenmitglied bei der Linken werden, die werden doch auch dauernd von der Presse „verfolgt.“ Wenigstens eine Zweckgemeinschaft. Hoeneß gibt das Geld, die Linke klärt über die verbrecherischen Machenschaften der bürgerlichen Presse auf, entlarvt die üblen Methoden der „Kampfpresse“ #7 Hass war schon immer ein guter Nährboden für ziemlich schreckliche Dinge. Hass auf Konterrevolutionäre, auf Volksfeinde, auf Juden, auf den Klassenfeind usw. Hass ist ein schlechter Ratgeber, er führt in aller Regel auch bei denen zu Hass, die von Hass betroffen sind. Und schon metzelt man sich gegenseitig, zunächst nur verbal………Nix gut!!

  8. #8 | Gerd Herholz sagt am 16. März 2014 um 10:17 Uhr

    # 3: Danke, Klaus Lohmann, für die Infos. Mehr dazu auch unter (ein Tipp, den ich hier bei den Ruhrbaronen gefunden habe):
    https://www.lawblog.de/index.php/archives/2014/03/14/ein-kluger-schritt/

    # 4, Frank: Noch habe ich einen Brotberuf. Schon dieser Blogbeitrag hat mich gestern in der Lektüre, Recherche und sprachlichen Politur ca. 7 Stunden Zeit gekostet. War aber auch ein Vergnügen. Ich denke, die Recherche-Abteilungen der Medien werden da nachhaken. Oft fehlt mir selbst aber das Herstellen von Zusammenhängen allein zwischen den bekannten Fakten. Also habe ich es oben einmal selbst gemacht.

    #5,6: Ja. Ich denke nur, man sollte das Nachdenken über Hoeneß nicht gegen ein Nachdenken über Migration/Flucht aufrechnen. Beim Nachbohren und In-die-Zusammenhänge-Gehen, beim Recherchieren stößt man notwendig immer auf verwandte gesellschaftliche Macht-und-Geld-Zusammenhänge.

  9. #9 | Andreas Lichte sagt am 16. März 2014 um 10:17 Uhr

    @ #7 | OWL-Baron

    Zitat OWL-Baron: „Hass war schon immer ein guter Nährboden für ziemlich schreckliche Dinge.“

    du musst es ja wissen … hier Linken-bashing der dümmsten Sorte zu betreiben, ist entweder blinder Hass oder sau-doof – such’s dir aus

  10. #10 | SteLu sagt am 16. März 2014 um 10:24 Uhr

    #7 Sehr geehrter OWL Baron. ganz sicherlich haben sie Recht, Hass war noch nie ein guter Ratgeber. Zu bemerken, dass der Hass in mir wächst, bedeutet aber nicht, dass ich ihm freien Lauf lasse. Ganz im Gegenteil um ihn zu beschränken, muss man ersteinmal wahrnehmen, dass er da ist. Im Gegensatz zu einigen Menschen aus der bürgerlichen Mitte (die wahren Verfechter des Guten und des Reinen), die ihren Hass und ihre Wut und ihre Destruktivität allerorten verspritzen, mache ich das. Ich bin mir meiner destruktiven Seiten vollauf bewusst – es gilt kreativ damit umzugehen.

  11. #11 | Aquii sagt am 16. März 2014 um 10:26 Uhr

    mir wurde da auch zu schnell der Deckel drauf gemacht, was die Herkunft betrifft

  12. #12 | TuxDerPinguin sagt am 16. März 2014 um 10:36 Uhr

    ich bin erstmal gespannt, ob die Staatsanwaltschaft in Revision geht. Das Urteil wich ja deutlich von ihren Forderungen ab.
    Problematisch wird nur sein, dass die Staatsanwaltschaft nun medial unter Druck steht, nachdem überall zu lesen war, wie anerkennend man es findet, wenn ein Verurteilter das Urteil anerkennt und keine Revision einlegen will. Die Presse wird dann der Staatswanwaltschaft Profilierungssucht vorwerfen etc. An dieser Stelle hat Hoeneß richtig taktiert, während des Prozesses schien seine Verteidigungsstrategie nicht optimal. Mal schauen.

    Offen bleiben die Fragen, woher das Geld kam, ob da Korruption ne Rolle spielte etc.. aber das wären keine Themen, die bei ner Revision auf den Tisch kämen. Da muss unabhängig davon noch ermittelt werden.

  13. #13 | SteLu sagt am 16. März 2014 um 10:41 Uhr

    #8 richtig. Es ging mir auch nicht darum, das Eine gegen das Andere aufzurechnen. Es ging mir darum, wieviel Verständnis und Bereitschaft zur Ursachenforschung existieren kann, wenn der „Delinquent“ zwei Bedingungen erfüllt. Er muss eine „Lebensleistung“ (was soll das sein?) vorweisen können und vor allem muss er doitsch sein.

  14. #14 | Dawa Zangpo sagt am 16. März 2014 um 12:47 Uhr

    Wenn wer Fragen stellt wie Hoeness so tickt und er an die Kohle kam s. folgenden Artikel .Aber ich möchte ja nicht spekulieren ob es Fußball ist oder nur ein Sumpf von Gier und Korruption ist. https://mobil.morgenpost.de/sport/article125801321/Adidas-Chef-Hainer-wird-neuer-Aufsichtsratschef-des-FC-Bayern.html

  15. #15 | Gerd Herholz sagt am 16. März 2014 um 13:52 Uhr

    Nutzte Hoeneß das Vontobel-Konto auch für andere Geschäfte?
    https://www.focus.de/finanzen/steuern/steuerprozess_uli_hoeness/news-ticker-zu-uli-hoeness-ihr-mann-verzichtet-auf-revision-susi-hoeness-es-war-der-einzig-richtige-schritt_id_3690825.html:

    „10.06 Uhr: Banker melden erste Zweifel an Uli Hoeneß Darstellung des Sachverhalts an. Wie ein ehemaliger Revisor und Ex-Banker gegenüber dem Schweizer „Tagesanzeiger“ betonte, ist es unwahrscheinlich, dass Hoeneß lediglich mit Devisengeschäften seine Gewinne einstrich: ‚Für einen Hoeneß ist es in diesem Markt unmöglich, aus 20 Millionen Mark zeitweise 150 Millionen Euro zu machen. Das ist völlig absurd.‘ Devisengeschäfte seien für Laien ein reines Glücksspiel, da es ihnen an Know-how und nötigem Kapital fehlte, um in diesem Markt zu bestehen. ‚Die Geschichte mit den Devisengeschäften könnte eine Schutzbehauptung sein, um anderes zu verdecken.‘, gibt der ehemalige Banker, der namentlich nicht genannt werden will, zu bedenken.“

  16. #16 | Arnold Voss sagt am 16. März 2014 um 15:46 Uhr

    Spieler zu sein ist nicht eine von verschiedenen Rollen die man einnehmen kann sondern eine Charaktereigenschaft, respektive eine Sucht die den ganzen Menschen einnimmt. Hoeneß ist mit Sicherheit kein solcher Spieler. Solche Leute sind außerstande über Jahrzehnte erfolgreiche Unternehmens- oder Vereinsmanager zu sein.

    Das Schweizer Nummerkonto diente deswegen aller Wahrscheinlichkeit nicht der hochriskanten Geldzockerei sondern dem systematischen Steuerbetrug und der sogenannten schnellen Liquidität für geschäftliche und private Sonderfälle. Insofern war es dann wohl doch eine Art Spielgeldkonto.

    Ich denke, dass sich jetzt so viele Journalisten auf die Entstehung und Nutzung dieses Kontos stürzen werden, dass sich über kurz oder lang auch dort die bislang systematisch produzierten Nebelschwaden lichten werden und das nicht unbedingt zum Vorteil von Hoeneß.

  17. #17 | owlbaron sagt am 16. März 2014 um 19:12 Uhr

    @lichte.“ saudoof“, angenehm,ich heiße OWL.Baron. Ich möchte mich von ihnen nicht duzen lassen. Bitte richten sie sich in Zukunft danach!!!

  18. #18 | Gerd Herholz sagt am 17. März 2014 um 12:52 Uhr

    # 16: Lieber Arnold, sehe ich auch so. Man darf auf die Recherche-Ergebnisse der nächsten Wochen gespannt sein.

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