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Schluss mit lustig: Das Rauchverbot kann nur der Anfang sein…

In Glaube, Sitte, Heimat | Am 5 Juli 2010 | Von Stefan Laurin

Eine Koalition von Neospießern hat in Bayern das absolute Kneipenrauchverbot durchgesetzt. Das kann nur der Anfang sein. Auf die Neospießer wartet noch viel Arbeit.

Gut 20 Prozent der Wahlberechtigten in Bayern sind sich sicher, zu wissen, wie man gottgefällig lebt. Angeführt von dem ÖDP-Fremdenführer Sebastian Frankenberger legte sich von Grünen bis zu SPD ein breites Bündnis dafür ins Zeug, dass die rauchende Minderheit nach ihrer Fasson glücklich werden soll. Nach diesem Sieg geht es nicht nur um ein bundesweites Rauchverbot. Weitere Initiativen, die uns den Weg zum puritanischen Leben weisen, müssen nun folgen.

Bodymass-Initiative: Dicke belasten die Gesundheitskassen und beleidigen das ästhetische Empfinden der Schlanken. Und: Dicksein ist ansteckend.

Alkoholverbot: Der Teufel hat den Schnaps gemacht. Es gibt viele gute Gründe, ihm endlich das Handwerk zu legen. Es wird viel zu viel gesoffen in Deutschland. Von Skandinavien lernen heisst siegen lernen.

Absolutes Drogenverbot: Jahrzehnte haben antiautoritär gesonnene Menschen dafür gestritten, zumindest den Umgang mit weichen Drogen zu legalisieren. Damit muss Schluss sein. Von Deutschland aus darf nie wieder ein Joint ausgehen.

Sportpflicht: Mindestens eine Stunde am Tag. Sport ist sowohl physisch als als psychisch gesund. In der Hausgemeinschaft oder am Arbeitsplatz. Überwachen können das die Nachbarn oder die Kollegen. Das geht ganz unbürokratisch.

Meat is Murder: Fleischesser beschleunigen den Klimawandel, töten Mitgeschöpfe und  sorgen dafür, das Nahrungsmittel für Menschen knapp werden, weil auf wertvollen Ackerflächen Futtermittel angebaut werden.

Zu dem Thema: Rauchverbot und Emanzipation, Jungle World



55 Kommentare und 5 Ping(s) zu »Schluss mit lustig: Das Rauchverbot kann nur der Anfang sein…«

  1. #51 | Fred sagt am 5. Juli 2010 um 22:21

    Sagt mal, habt ihr nicht anderes zu tun, als 50 Kommentare über Raucher abzulassen? Mensch geht raus an die kphle Luft – raucht Euch eine. Dann seht ihr vieles gelassener…

  2. #52 | Dirk Haas sagt am 5. Juli 2010 um 22:51

    Dass man das Zeug auch schnupfen kann, wusste bereits Katharina von Medici (-:

    Und die Tabakindustrie beackert schon erfolgreich die “Lebensentwurf” relevanten Milieus:
    http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/20432466

  3. #54 | Bernhard Ludwig sagt am 5. Juli 2010 um 23:08

    Achtung: Rauchen rafft Blogger hinweg!
    Ich bin gegen ein Rauchverbot.

  4. #55 | Wähler sagt am 6. Juli 2010 um 02:21

    wo ist mein Joint, wer hat mein Joint geklaut? alles kleine Spießer und Korintenkacker…

    unGruss

  5. #56 | Pottblog sagt am 6. Juli 2010 um 05:53

    Links anne Ruhr (06.07.2010)…

    Dortmund: Kämmerer will mehr für Kinder in den Kitas kassieren (DerWesten) – Die Elternbeiträge für Kindergärten und Kindertagesstätten in Dortmund sollen steigen. Doch nicht nur in der Politik, sondern auch in der V…

  6. #57 | BesorgterBürger sagt am 6. Juli 2010 um 09:48

    also wenn man als Gegner von Rauchverboten die Befürworter alle als Spießer oder Nannys oder Gesundheitsterroristen oder… benennt,
    vermute ich mal stark, dass diese sich davon nicht überzeugen lassen, bei der Volksabstimmung mit Nein zu stimmen.

    Wenn das in Bayern auch so ablief mit der Argumentation haben sicher auch viele aus Trotz mit Ja gestimmt ;-)

    Im übrigens ist es schon unsachlich von einen Rauchverbot zu sprechen. Rauchen ist erlaubt: an der frischen Luft, zu Hause, im Garten, im Auto, auf dem Bahnsteig…

    der Blogeintrag wirft allen Andersdenkenden vor, Spießer zu sein, und impliziert damit, dass der Autor des Eintrags selber ein Spießer ist… denn wer Andersdenken nicht tolerieren kann, ist ein Spießer.

    Wieso liest man so wenig sachliche Beiträge zu dem Thema?
    Es gibt hier für mich weder Schwarz noch Weiß. Beide Seiten hatten gute Argumente. Lasst doch die Bürger abwägen, was für sie nun schwerer wiegt.

    Obwohl ich Nichtraucher bin, hät ich übrigens wahrscheinlich für Nein gestimmt. Aber die Mehrheit der Bürger hat anders abgewogen. Ist zu akzeptieren.

  7. #58 | Helmut Junge sagt am 6. Juli 2010 um 10:55

    @BesorgterBürger

    Nachdem bei mir anfangs noch der Spott über das Ansinnen der
    Gegner des Rauchens überwog (27), meine ich jetzt aus deren Beiträgen und aus den Nachrichten über deren Forderungen, eine gewisse Hysterie erkennen zu können.
    Das hat mich dann doch nachdenklich gemacht, weil ich, auch Nichtraucher, viel gelassener an diese Sache mit dem Nichtraucherschutz herangehe.
    Hysterie ist schlimm. Darauf reagiere ich. Sonst wäre mir die Sache egal.

  8. #59 | Thomas sagt am 6. Juli 2010 um 14:17

    @49, Helmut

    >Dem Verbot des Rauchens in Gaststätten könnte schnell ein generelles Verbot folgen. Für das Rauchen, aber auch für andere Gebiete.

    Genau. Das ist der Claim. Man darf das Rauchverbot nicht durchgehen lassen. Sonst ist’s Essig mit der Toleranz.

    Assoziationskontext.

    Ich war mal dienstlich in Singapur. Absolutes Ordnungsland, das härteste der Welt.

    Als ich im Hotelzimmer rauchen wollte, ging der sensitiv eingestellte Rauchmelder an und der Wachdienst hätte mir beinahe meine Zimmertür eingetreten.

    Dann – ich sach: Jungs, ich geh vors Hotel und dreh mir eine, den Tabak American Spirit hatte ich noch vom Abflug – vor der Hotel:

    Ich zünd mir die Zichte an – drei Wachleute stürzen auf mich zu. Und hätten mich beinahe umgebracht.

    Öffentliches Rauchen ist in Singapore nämlich verboten und wird bei Einheimischen mit Peitschenhieben oder sowas bestraft, die ehemalige britische Kronkolonie steht ja jetzt auf die Prügelstrafe.

    Dann hab ich das deutsche Konsulat angerufen:

    Wo kann ich denn in diesem Scheißland endlich rauchen?

    Der Zuständige: Lach. Gröhl. Sie haben also auch diese Probleme?

    Dann hat der mir nen britischen Pub in der Innenstadt empfohlen, wo die ganzen Expats hingehen, aber man mußte vorm Eingang erstmal das Zauberwort sagen, um reingelassen zu werden – und um dann drinnen beim nem Guinness endlich rauchen zu können.

    Der Laden gilt nämlich rechtlich als Botschaftsgebiet, Diplomatengebiet, ist also extraterritorial. Unterliegt nich dem Gesetz der Republic of Singapore.

    Republic of Singapore.

    http://www.tripadvisor.com/ShowTopic-g294265-i1748-k223381-Cigarettes_smoking_in_Singapore-Singapore.html

    So würd’ ich Neospießer beschreiben.

  9. #60 | Es ist wie eine Sucht. Und zwar im klinischen Sinne | xtranews Nachrichten sagt am 1. September 2010 um 13:31

    [...] Inzwischen verlangt die sog. „Nichtraucherlobby“ ein Qualm-Verbot in ganz Deutschland. Es ist Schluss mit lustig: Das Rauchverbot kann nur der Anfang sein … Denn auf der Agenda steht nicht etwa der Schutz der [...]

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