
Der Physik-Nobelpreis 2026 geht an Francis Halzen, den Chefwissenschaftler des internationalen IceCube-Forschungsprojekts. An dem Projekt sind auch die Ruhr-Universität Bochum und die Technische Universität Dortmund beteiligt. Am Mittwoch, 14. Oktober, erklärt der Dortmunder Physiker Christian Glaser im Bochumer Planetarium, wie Wissenschaftler im ewigen Eis nach geheimnisvollen Botschaften aus dem Universum suchen.
Neutrinos gehören zu den rätselhaftesten Teilchen des Universums. Sie durchqueren nahezu ungehindert den Weltraum und können Informationen aus Regionen liefern, die mit herkömmlichen Teleskopen kaum zu beobachten sind. Besonders energiereiche Neutrinos geben den Forschern Hinweise auf Schwarze Löcher, explodierende Sterne und andere extreme Vorgänge im Kosmos.
Um diese Teilchen nachzuweisen, nutzen Wissenschaftler das Eis der Polarregionen. Am Südpol befindet sich das riesige IceCube-Observatorium, dessen Detektoren tief im Eis installiert sind. In Grönland und der Antarktis kommen zudem Radioantennen zum Einsatz, die winzige Signale auffangen sollen, die bei Zusammenstößen von Neutrinos mit Atomen im Eis entstehen.
Eine immer wichtigere Rolle spielt dabei künstliche Intelligenz. Sie hilft, die gewaltigen Datenmengen auszuwerten, Messungen zu verbessern und die Herkunft der kosmischen Teilchen zu rekonstruieren.
Wie das funktioniert, erläutert Professor Christian Glaser von der TU Dortmund am 14. Oktober um 20 Uhr im Bochumer Planetarium. Glaser forscht selbst an neuen Nachweismethoden für hochenergetische Neutrinos und ist an der Entwicklung entsprechender Detektoren beteiligt.
Der Vortrag zeigt, wie sich die Eiswüsten der Erde in gigantische Teleskope verwandeln lassen und welche neuen Möglichkeiten die Verbindung von Astroteilchenphysik und künstlicher Intelligenz eröffnet.
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