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Als Fan des MSV Duisburg muss man wohl Masochist sein

Selten ist mal richtig was los beim MSV in Duisburg. Foto: Daniel Jentsch

Zugegeben, der MSV Duisburg spielt hier bei uns im Blog seit Jahren eine nur untergeordnete Rolle. Doch heute ist es einmal wieder höchste Zeit das traurige Schicksal dieses Ruhrgebiets-Klubs etwas näher zu beleuchten. Denn spätestens seit dem gestrigen 2:2 gegen den Westrivalen Arminia Bielefeld, bei dem der MSV es trotz zwanzigminütiger Überzahl am Ende der Begegnung nicht gelang die dringend erforderlichen drei Punkte einzufahren, ist der abermalige Abstieg der Duisburger aus der zweiten Fußball-Bundesliga wohl kaum noch zu verhindern.

Drei Spiele vor dem Saisonende in der Tabelle des Fußball-Unterhauses nur auf Platz 18 angesiedelt, dabei schier uneinholbare neun Punkte Rückstand auf Tabellenplatz 15 und auch schon deren fünf auf Relegationsrang 16. Da braucht es schon viel Fantasie, wenn der große Traum vom Klassenverbleib weiterhin am Leben erhalten werden soll. Es sieht aktuell alles schwer nach dem nächsten Abstieg der Duisburger Kicker aus.

Ich möchte daher an dieser Stelle hier und heute einmal kurz meine Bewunderung für die Anhänger des MSV ausdrücken.

Als großer Fußballfan verfolge ich im Laufe einer Saison so viele Fußballspiele wie möglich. Mein Interessenschwerpunkt liegt dabei auf der 1. Liga. Doch wenn immer es mir möglich ist, dann schaue ich mir, so wie auch am gestrigen Montag, Zweitligafußball an. Im Laufe der ablaufenden Runde waren da mit Sicherheit auch rund zehn Spiele des MSV in voller Länge mit dabei.

Jetzt gegen Ende der Saison bleibt festzuhalten, dass ich bei diesen Spielen mit Duisburger Beteiligung häufig den schlechtesten Fußball gesehen habe, der in Liga 1 und 2 im Laufe dieser Spielzeit angeboten wurde. Einzelne Ausnahmen wie kürzlich etwa das spektakuläre 4:4 gegen den 1. FC Köln, oder meinetwegen auch das durchaus engagiert geführte Spiel gestern gegen Bielefeld, seien dabei zugestanden.

Aber insgesamt waren die Darbietungen der Duisburger Profis einfach mit das schrecklichste, was mir im Laufe dieser Saison untergekommen ist. Furchtbar langweilige und uninspiriert geführte Begegnungen waren mit MSV-Beteiligung in den vergangenen Monaten zu beobachten. Der wahrscheinliche Abstieg erscheint miralso nur als die logische Konsequenz des Gesehenen.

Natürlich, der MSV ist wirtschaftlich seit Jahren schon in der Zwickmühle, im Ruhrgebiet auch hinter Dortmund, Schalke und Bochum eindeutig nur noch die Nummer vier.

Dass im kleinen Revierderby gegen den VfL jedoch kaum noch 20.000 Zuschauer im Stadion waren, gestern, in einem vom Klub im Vorfeld zum Endspiel ausgerufenen West-Schlager auch gerade einmal gut 13.000 Fans ins Wedaustadion kamen, das ist traurig und spiegelt auch so ein wenig den stetigen Niedergang dieses großen Traditionsvereins wieder.

Längst vergessen scheinen die Zeiten, als in meiner Jugend, vor rund 30 Jahren, an der Wedau noch wirklich legendäre Derbys zum Beispiel zwischen dem BVB und dem MSV stattfanden. Die ‚Schere‘ zwischen den Klubs geht deutlich sichtbar immer weiter, immer dramatischer auseinander.

Duisburg steht nicht nur als Stadt, sondern inzwischen auch einmal mehr mit seinem sportlichen Aushängeschild vor einer ziemlich ungewissen Zukunft. Nicht zum ersten Mal muss aktuell gezittert werden, wie die Zukunft des MSV aussieht. Bekommen die Meidericher überhaupt die Drittligalizenz, oder geht es gleich weiter ’nach unten‘? Niemand vermag das aktuell zu sagen.

Sportlich gruselige Leistungen, wirtschaftliche Nöte, eine unsichere Zukunft. Als Fan des MSV Duisburg muss man wohl eine ausgeprägte masochistische Neigung haben. Alleine dafür gebührt den verbliebenen Anhängern des Teams mein vollster Respekt!

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4 Kommentare zu “Als Fan des MSV Duisburg muss man wohl Masochist sein

  • #1
    thomas weigle

    Naja, was sollen denn die Anhänger von bspw. RWE, SWE, RWO, AA , Westfalia, Hamborn 07, TSV Marl Hüls usw. sagen?Nicht nur, dass ihre Clubs in der vierten Liga oder auch darunter, rumkrebsen, sie müssen dann auch noch erleben, dass letzt das Regionallligaspiel KölnII gegen BVBII live im Fernsehen übertragen wurde. Das auszuhalten, uiuiui. Diese Programmplanung erschließt mir nicht wirklich. Da kannste doch als Fan dieser Mannschaften nur die Krätze kriegen. Der MSV aber gehört auch bei einem Abstieg immer noch zu den 56 besten Klubs der Bundesrepublik. Und der WDR wird sicher gerne öfters in der nächsten Saison samstags um 14 Uhr Gast in der Wedau sein.
    Dass die zweiten Mannschaften, da mittun dürfen, ist ein Skandal, der die Traditionsvereine deutlich benachteiligt. Früher gab es Reserverunde,n tw sogar im Süden Liga übergreifend. Bei den Damen ist es noch absurder. Nach Lage der augenblicklichen Dinge (Stand am letzten Samstag) werden der 3. und der 6. in die erste Liga aufsteigen. Es sei denn auch 2. Mannschaften bekommen ein Aufstiegsrecht.

  • #2
    DEWFan

    #1 Thomas: und in anderen Sportarten dürfen zweite Mannschaften sogar bis in die 2. Bundesliga aufsteigen!

    Alternativ könnte man eine U23 Bundesliga einführen, nach denselben Regularien wie schon bei U19 und U17. Das hätte gleich zwei Vorteile: es wird eine deutsche Meisterschaft ausgespielt und auch kleinere Vereine können sich für die Liga qualifizieren, die mit der ersten Manschaft unterklassig spielen. In Dortmund war das zuletzt Hombruch mit einer U17 Bundesliga-Manschaft (leider wieder abgestiegen).

  • #3
    Gregor Braun

    Zustand der Zebras.
    Seit fast 49 Jahren besuche ich die Spiele der Zebras.
    Wenn es eng wurde, dann wurde zumindest gekämpft bis zum Umfallen.
    Leider hat die jetzige Mannschaft und auch das Umfeld nichts getan, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen.
    Eine Mannschaft, bei der viele Spieler schlechter als in der letzten Saison spielen.
    Ein Trainer, den ich bei der Vorstellung als gute Verpflichtung ansah, steht an der Seitenlinie teilnahmslos herum.
    Ein Sportdirektor Ivo Grlic, der nun zum wiederholten Male eine schlechte Mannschaft zusammenstellte ( siehe Verhoegh, Sukuta-Pasu, Baffoe etc. ).
    Ein Präsident, der Hans Sondermann für seine schonungslose Analyse der Zebras rügt, obwohl dieser riesigen Applaus im Stadion erhielt, weil er die Wahrheit aussprach, der nun zum zweiten Male absteigt und in Zukunft bestimmt wieder zu Durchhalteparolen aufruft, den brauchen wir nicht.
    Sicherlich haben viele jetzige Spieler bereits bei anderen Vereinen unterschrieben.
    Der mit Abstand größte Fehler unserer Vereinsstrategen war die Auflösung der Amateurmannschaft.
    Hier hätten Spieler wie Daschner, Pia, Gembalies etc. Spielpraxis erhalten können.
    Unserem MSV wird es wie anderen Traditionsvereinen auch ergehen – abwärts.
    In der freien Wirtschaft wären Leute wie Grlic, Wald und auch Lieberknecht schon längst gefeuert worden, oder hätten selber den Hut genommen.
    Früher war der MSV eine Institution in der 1.Liga, danach kam die Zeit als Fahrstuhlmannschaft zwischen 1. und 2. Liga und nun geht es schon das 3. Mal, 2 Mal davon aus sportlicher Sicht, runter in Liga 3.
    Was ist nur aus diesem Verein geworden.

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