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Die Fußball-WM in Katar wegen Korruption auf der Kippe? Kann man nicht bringen!

Fußball-WM in Katar auf der Kippe: Ex-UEAFA-Chef Michael Platini hat Stress; Foto: Klearchos Kapoutsis

Fußball-WM in Katar auf der Kippe: Ex-UEAFA-Chef Michael Platini hat Stress; Foto: Klearchos Kapoutsis from Paleo Faliro, Greece [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Ex-UEFA-Boss Michael Platini wurde gestern festgenommen. Der Vorwurf der Korruption steht, im Zusammenhang mit der Vergabe des Austragungsortes der nächsten Fußballweltmeisterschaft, im Raum.

Korruption im Zusammenhang mit der Fußball-WM in Katar?

Als ein Mensch, der von „König Fußball“ wirklich keinerlei Ahnung hat. Der bei der Lektüre von Beiträgen, die mein Kollege Robin Patzwaldt verfasst (Beispielsweise im Jahre 2013 zur damaligen „Schnapsidee“, die Fußball-WM 2022 in Katar zu veranstalten.), oft Google bemühen muss. Und für den die Abseitsregel genauso verständlich, nachvollzieh- und anwendbar ist wie die Wurmlochtheorie:

Selbst ich war jetzt nicht überrascht über die Nachricht, dass bei der Entscheidung, für Katar als Austragungsort der Fußball-WM 2022, nicht alles ganz koscher gewesen sein könnte.

Unumstritten war die Entscheidung, die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar auszutragen, noch nie. Aber:

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 muss nach Katar.

Nahezu jede andere Entscheidung, wäre die größte Heuchelei!

Außer einer: Die Fußball-WM 2022 muss ins Ruhrgebiet!

Katar! Beste Voraussetzungen für eine Fußball-Weltmeisterschaft: Verdammt viel Platz für Public Viewing - meistens scheint die Sonne!

Katar! Beste Voraussetzungen für eine Fußball-Weltmeisterschaft: Verdammt viel Platz für Public Viewing – meistens scheint die Sonne! Foto: Diliff at en.wikipedia. [Public domain], via Wikimedia Commons

Alles, wirklich alles, was ich über Fußball weiß, kann man in sehr wenigen Zeilen Text unterbringen:

22 Menschen (Gendermäßig nicht gemischt!), in zwei Mannschaften, die hinter einem Ball herjagen um diesen ins gegnerische Tor zu jagen. Reguläre Spielzeit 90 Minuten. Plus Pause. Paul Breitner, Karl-Heinz Rummenigge, Jürgen Klinsmann, Rudi Völler und Lothar Matthäus spielen nicht mehr in der Bundeslaga, der MSV Duisburg ist nicht mehr in der zweiten Liga, der BVB Dortmund hat meistens schwarz-gelbe Trikots an, der FC Bayern-München ist die beste Fußballmannschaft wo gibt im Universum und wird deshalb immer deutscher Meister, Günter Netzer war der erfolgreichste deutsche Spieler aller Zeiten. Der VfB-Stuttgart ist Weltklasse. Jupp Derwall und Helmut Rahn (Aus Essen!) waren, wie heute Joachim Löw, Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Herren. Handspiel ist nicht erlaubt. Es gibt gelbe und rote Karten als Strafmaßnahme. Und Elfmeter wenn man in diesem Feld vor dem Tor den Gegner foult. Dieter Kürten, der wie ich aus Duisburg kommt, berichtet im ZDF-Sportstudio über Fußball, Robin Patzwaldt bei den Ruhrbaronen.

Mein Wissen über Fußball ist also, zugegebenermaßen, extrem übersichtlich.

Bei der WM schaue ich mir die Spiele, bei denen die deutschen Mannschaft kickt, trotzdem gerne an. Mit einem Bier in der Kneipe. Nicht auf dem Sofa. Wegen der Atmosphäre. Ist ja meistens gute Stimmung. Und weil ich auf dem Sofa, unweigerlich, nach spätestens 15 Minuten eingeschlafen bin.

Die Nachricht von gestern, dass die Weltmeisterschaft in Katar im Jahre 2022 auf der Kippe stehen könnte, hat mich trotzdem schockiert.

Die große Heuchelei

Die Vergabe der Weltmeisterschaft nach Katar hat mich damals erstaunt: Die Tatsache, dass Katar nicht gerade für Fußballbegeisterung und international erfolgreichen Fußball berühmt ist, wie z.B. England oder Deutschland, ist selbst mir bewusst.

Für Fußballtradition ist Katar nicht bekannt.

Was ich mit Katar in Verbindung bringe: Vom dortigen Regime, zumindest geduldete, Unterstützung des Terrorismus. Chalid Maschal, Terroristenführer der Hamas, lebt dort auf großem Fuß und in Luxus.

Maschal organisiert den Krieg und seine Politik von Katar aus. Die dortigen Machthaber gewähren ihm nicht nur Asyl, sie finanzieren – neben einer geplanten Fußball-WM – auch die Hamas tatkräftig mit. Maschal gelang es sogar, den Emir von Katar vor anderthalb Jahren zu einem Besuch im Gazastreifen zu bewegen. Erstmals seit der Machtübernahme der Hamas kam ein Staatschef zu Besuch. (Quelle)

Terrositenführer Chalid Maschal residiert in Katar; Foto: Trango [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Der Islam ist Staatsreligion, die Scharia ist die Basis der Gesetzgebung:

Öffentlicher Alkoholkonsum ist verboten und kann mit Peitschenhieben bestraft werden. Die Niederlage des eigenen Teams könnte also doppelt schmerzhaft werden, wenn man den Versuch unternimmt, das Ausscheiden der favorisierten Mannschaft mit Alkohol vergessen zu machen. Homosexuellen Fans und Spielern droht Verfolgung und Bestrafung.

Die Menschenrechtslage in Katar ist alles andere als rosig, besonders für die Gastarbeiter, die 80% der Bevölkerung ausmachen.

Die Temperaturen sind, das ist eigentlich keine große Neuigkeit, heißer als in den meisten anderen Ländern, die damals als Austragungsort zur Auswahl standen: Das waren die USA, Südkorea, Japan und Australien.

Die ungünstigen klimatischen Bedingungen im sonnigen Wüstenstaat wurden der FIFA, nachdem die Entscheidung, die WM in Katar auszutragen gefallen war, irgendwie doch noch bewusst.

Theo Zwanziger, ehemaliger Präsident des DFB (Deutscher Fußball Bund), kritisierte damals die Vergabe der WM an den Wüstenstaat: Mit drastischen Worten!

Der, heuer wegen Korruption festgenomenne, Ex-UEFA-Präsident Michel Platini äußerte sich am Anfang kritisch zur Vergabe der WM an Katar und sprach sich dafür aus, das Turnier in den Winter zu verlegen. Nachdem im Jahre 2012 bekannt wurde, dass sein Sohn Laurent Palini einen Managerposten bei Qatar Sport Investment (QSI) angenommen hatte, gestand Michael Platini ein, zugunsten von Katar als Austragungsort gestimmt zu haben.

Das Al-Khawr-Stadium in Khor: Vorgesehen als Spielort für die FIFA Fußball-WM 2022; Foto:  Al Spetsnaz1991 [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Fußball-WM in Katar? Die Sache hat ein Gschmäckle!

Wie bereits geschrieben: Katar hat keine besonders große Fußballtradition.

Von den zwölf, für die Weltmeisterschaft erforderlichen, Stadien wurden/werden drei bestehende ausgebaut und neun Stadien neu errichtet:

Die Arbeitsbedingungen dabei haben mit westlichen Standards soviel zu tun, wie Katar mit Fußball: Nada! Die Gastarbeiter leben unter unwürdigen Bedingungen.

Die menschliche Verlustquote, bei Bauarbeiten im Rahmen der Weltmeisterschaft 2022, ist extrem hoch: Über 1400 Tote auf Großbaustellen, die direkt oder indirekt (Hotel- und Straßenausbau) mit der Fußball-WM in dem Wüstenstaat in Verbindung stehen.

Menschenrechtslage, Arbeitsbedingungen und das Klima…

Korruption bei der Vergabe der Fußball-WM? Bei der FIFA?

Man kann jetzt überrascht und schockiert sein:

Falls man, die letzten neun Jahre, wirklich als Eremit gehaust und absolut NICHTS von der schnöden Außenwelt mitbekommen hat.

…es war alles war bekannt!

Aber die Weltmeisterschaft 2022 jetzt noch verlegen? Euer Ernst?

Eine WM in einem Schurkenstaat ist keine schöne Sache.

Das ist aber seit Jahren bekannt!

Eine Verlegung der WM oder einen Boykott zu fordern, ist die große Heuchelei schlechthin.

Wenn die Weltmeisterschaft im Emirat ausfällt, sind über 1400 Gastarbeiter für nichts und umsonst gestorben. The Games must go on!

Auf fröhliche und unvergessliche Fußballspiele im Jahre 2022!

Oder aber:

EINE gute Alternative zur WM in Katar: Die gibt es vielleicht doch!

Ansonsten aber:

Holt die Fußball-Weltmeisterschaft ins Ruhrgebiet!

Neben umfassenden Verbesserungen und Modernisierungen der Infrastruktur, die für so ein Event notwendig wären und die Lebensqualität im Ruhrpott nachhaltig steigern würden, sprächen noch andere gute Gründe dafür, die WM2022 ins Ruhrgebiet zu holen:

Vier von vielen guten Gründen!

Und bitte: Gebt die Vorbereitung zu dieser WM einem Macher in die Hand, der da schonmal ein glückliches Händchen hatte.

„Der Kaiser“, Franz Beckenbauer, wäre begeistert.

Martin Sonneborn hat’s, mit der Austragung der Fußball-WM in Deutschland, schließlich bereits im Jahre 2006 geschafft:

Die Doku zum „finalen Fax“:

Hintergründe zur Aktion:

Ein neues Sommermärchen in Deutschland ist möglich!

 

Update! 19.06.2019, 08:31 Uhr:

Nach einer Vernehmung zur WM-Vergabe nach Katar hat die Polizei Ex-UEFA Präsident Platini aus dem Gewahrsam entlassen. Er weist den Verdacht der Korruption zurück. Ex-FIFA-Chef Blatter hingegen bekräftigt seine Vorwürfe. (Tagesschau)

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4 Kommentare zu “Die Fußball-WM in Katar wegen Korruption auf der Kippe? Kann man nicht bringen!

  • #1
    Nina

    Ich komm voll nicht klar, dass jemand anders als Robin über Fußball schreibt!
    😀

  • #2
    Thommy

    Lustig.

    Sie haben ja den Fussball begriffen-bis auf den Fauxpax mit Dieter Kürten-der moderiert ja schon lange nicht mehr das Aktuelle Sportstudio – da müssten Sie sich noch ein wenig "aktualusieren"

    Ansonsten-fast perfekt.!

    Falls Löw mal irgendwann doch noch aufhören sollte, Sie wären aufgrund 7hrer Expertise mein erster Kandidat für die Nachfolge

    Aber -war die WM in Deutschland nicht auch gekauft, gab es nicht hundert-wenn nicht tausendfache Anschlöge auf Flüchtlingsheime und zog nicht der NSU unbehelligt mordend durchs Land?
    Wir wollen ja mal nicht so heuchlerisch und besserwisserisch tun….

    Ansonsten haben Sie schon Recht.

  • #3
    Andi Meier

    Eine kleine Ergänzung: Die Zahl der erwähnten 1400 Toten betrifft nur die nepalesischen Gastarbeiter, es dürften jeweils nochmals so viele indische und pakistanische sein.

  • #4
    Peter Ansmann Beitragsautor

    @Andi Meier:

    Das ist korrekt. 100% verifizierbare Tote, im Zusammenhang mit den Bauarbeiten zur WM, sind aber "nur" (Ich weiß, dass es merkwürdig klingt!) diese 1400. Erschreckend genug.

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