Auch neutrale Fußballfans werden dem FC Schalke 04 fest die Daumen drücken

Faszination Schalke. Archiv-Foto: Michael Kamps

Am heutigen Sonntagabend gastiert in der Fußball-Bundesliga der FC Schalke 04 bei der TSG Hoffenheim. Nichts Besonderes, sollte man denken, wenn am 27. Spieltag der 15. der Tabelle auf den 17. trifft. Doch weit gefehlt!

Das Aufeinandertreffen im fernen Kraichgau wird einmal mehr zeigen, dass die Königsblauen ein Klub sind, dem auch jeder neutrale Fußballfan beim Kampf um den Klassenerhalt ganz fest die Daumen drücken müsste.

Es ist immer eine heikle Frage, die zu beantworten viele der in den Medien tätigen Experten nur allzu gerne vermeiden. Wer soll bzw. wird am Ende der laufenden Spielzeit den bitteren Gang in Liga 2 antreten, wer sich erfolgreich gegen den drohenden Abstieg stemmen? Häufig wird sich dabei auf Floskeln wie ‚der Bessere soll gewinnen‘, oder ‚ich gönne jedem Team den Klassenerhalt‘ zurückgezogen.

Dabei ist es eigentlich eine ganz eindeutige Sache. Niemand, der das Wohl des Fußballs im Sinn hat, wird den Gelsenkirchenern den Abstieg wünschen. Dazu ist der Verein aus dem Ruhrgebiet einfach zu wichtig für das Wohl der gesamten Szene.

Die außergewöhnliche Strahlkraft und die Faszination des FC Schalke 04 werden regelmäßig ersichtlich. So auch heute, wenn dem Vernehmen nach weit über 10.000 Fans die Königsblauen nach Sinsheim begleiten werden um ihr Team dort beim so wichtigen Auftritt beim direkten Konkurrenten zu unterstützen.

So ein Verein, der Millionen in diesem Lande so viel bedeutet, der ‚darf‘ eigentlich nicht absteigen. Auch nicht im Sinne der anderen Erstligisten, die von einem solch attraktiven Gegner indirekt mit profitieren.

Sportlich ist die Lage der Schalker trotz der immensen Unterstützung im Umfeld prekär. Mit 21 Zählern auf Platz 17 liegend, wäre der direkte Abstieg die Folge, wenn die Saison jetzt schon beendet wäre.

Die Liste der verbliebenen Kontrahenten beim Kampf um den Klassenerhalt ist inzwischen überschaubar. Neben dem Tabellenletzten aus Stuttgart (20 Punkte), befinden sich lediglich die Berliner Hertha (22), die Hoffenheimer (25) und der VfL Bochum (26) noch in realistischer Reichweite.

Da die Bochumer sich heute Nachmittag noch in einem direkten Duell mit dem VfB messen, darf Schalke heute alles, aber nicht verlieren. Ansonsten droht nicht nur der Rückfall ans Tabellenende, sollte Stuttgart in Bochum punkten, die Alternative wäre ein womöglich vorentscheidend enteilender VfL, sollte dieser gegen die Schwaben siegreich sein. Beides kann den Königsblauen nicht gefallen, so dass nur ein eigenes Erfolgserlebnis im Kraichgau mit Sicherheit die Chancen auf einen Klassenverbleib erhöhen würde.

Vor dem Hintergrund, dass in der kommenden Woche für die Schalker ein Kräftemessen mit Hertha BSC in Gelsenkirchen auf dem Spielplan steht, ist die Begegnung gegen Hoffenheim für die Knappen Chance und Risiko zugleich. Sollte das Duell an diesem Wochenende nämlich verloren gehen, der Druck auf die Schalker vor dem Heimspiel gegen Berlin stiege ins schier unermessliche. Dass über 10.000 Schalker ihr Team heute in Sinsheim unterstützen werden, ist daher nur folgerichtig.

Auch den Fans ist die Bedeutung dieses Spiels offenkundig vollauf bewusst. Deshalb begleiten sie ihre Lieblinge in so großer Anzahl zu einem vordergründig so unattraktiven Auswärtsauftritt, machen die Begegnung daher zu einem gefühlten Heimspiel für die Schützlinge von Thomas Reis. Und natürlich ist ihnen dabei Glück zu wünschen. Denn einen diesbezüglichen Vergleich mit der Konkurrenz aus Hoffenheim, Stuttgart, Berlin und Bochum müssen die Gelsenkirchener nicht fürchten. Keine dieser Kontrahenten wäre dazu in der Lage, auswärts, bei dieser oder einer vergleichbaren Konstellation, auch nur annähernd eine solche beeindruckende Unterstützung zu organisieren. Und schon alleine deshalb wäre es ein sportliches Drama, wenn Schalke im Mai wieder absteigen müsste.

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