2. Bundesliga: Der Ulli und die Bibi

Ulli Potofski Foto: A.Savin Lizenz: CC 3.0

Gestern lief das Fußballspiel Rostock gegen Bochum im Pay TV (Sky). Eigentlich kein Grund um hier darüber zu schreiben, zumal das Spiel schwach war, mit 0:0 endete, und eigentlich bereits vergessen sein könnte bzw. wohl auch schon ist. Von unserem Gastautor Robin Patzwaldt.

Trotzdem ist mir etwas aufgefallen, was hier bei den Ruhrbaronen in den letzten Monaten, auch durch die Frauen-Fußball-WM schon häufiger recht emotional  thematisiert wurde.

Und genau dieses schoss mir gestern ein Thema wieder durch den Kopf, als ich ‚Reporterlegende‘ Ulli Potofski kommentieren hörte: Haben Männer doch noch immer  Probleme mit  FRAUEN  beim Thema FUßBALL?

Das ist doch offenbar (noch immer) ein größeres  Thema als ich es eigentlich bisher einräumen wollte.

Ich bilde mir ein mit der Emanzipation von Frauen keine größeren Probleme zu haben. Meine erste  Vorgesetzte im Job war eine Frau, ich dachte mir damals schon nichts dabei. Und so ist es bis heute geblieben. Kein Problem für mich, denke ich.

Vor einigen Wochen wunderte ich mich dann über die große Emotionalität mit der hier über die Frauen-WM,  ihren angeblich mangelhaften Status in der Öffentlichkeit und die Geringschätzung einiger diskutiert wurde.

So, das zur Vorgeschichte.

Als ich gestern aber nun eher beiläufig der Reportage von ‚Reporterurgestein‘ Ulrich Potofski lauschte, bei diesem eigentlich unerheblichen Zweitligaspiel, da kamen mir rasch  Zweifel, ob die Frauen im Fußball nicht vielleicht doch noch vor größeren ‚Problemen‘ bei der Gleichberechtigung stehen.

Schiedsrichterin war in Rostock nämlich eine gewisse Bibiana Steinhaus, ihres Zeichens Deutschlands Vorzeigeschiedsrichterin, die seit Jahren bereits im Unterhaus der Bundesliga, bei den Herren wohlgemerkt, pfeifen darf. Ich habe sie dort schon häufiger

Weiterlesen

ByteFM – Website relaunched

Mein Lieblings-Webradiosender meldet grade: Wir haben unsere Seite verbessert. Von unserem Gastautor Thomas Meiser

Viel Neues sieht man nicht. „Unsere neue Startseite bleibt der bisherigen optisch weitgehend treu, ist inhaltlich aber breiter aufgestellt und versorgt Euch so mit mehr Infos und Wissenswertem.
Eine schnelle Übersicht und direkte Hinweise auf unser Magazin erleichtern Euch den Zugang zu guter Musik und interessanten Infos“, sagt Byte FM.

Man muß auch nicht viel sehen, man kann ja alles hören.

Byte FM ist der Sender mit den besten DJs und DJanes.

Da wird Radioshow im klassischen Sinne gemacht, da wird die Mucke erklärt, da lernt man ständig was Neues.

Nur bei Byte FM legt der legendäre Plattenspieler Klaus Walter in seiner zweistündigen Radioshow Was ist Musik am Sonntagabend auf.

Dann sind da noch so DJs wie der irre Westfale Klaus Fiehe, So ziemlich 80 Moderatoren hat Byte FM insgesamt, und jedes einzelne Wesen vertritt eine eigene Klangfarbe, seinen einzigartigen Zugang zur Musik.

Das alles ist wesentlich größer als die neue Website erahnen lässt.

Hört es selbst mal weg und erstarrt in Ehrfurcht.

 

 

Rockabilly Ruhrpott – ein Film, ein Riß, ein Lebensgefühl

Zwei Dokfilmer haben einen Film über unser Revier gemacht, der in seiner Regression zukunftsweisend ist. Von unserem Gastautor Thomas Meiser

[youtube MZldfik-bc4]

Hier reden Facharbeiter und ihre Mädels. Ein Lebensgefühl wird deutlich. Das Revier rockt, und Rock ist Sentimental Journey.

Das führt uns zum Rockabilly.

„RocknRoll gehört zum Ruhrgebiet wie der Gasometer zu Oberhausen“, sagt einer von den Harten.

Ich persönlich bevorzuge ja den Blues des Ruhrdeltas.

Jedenfalls – der Film ist schweinegeil.

Hier die Website der Producers.

Er läuft in Kinos Eures Vertrauens.

Und ich hoffe, bald endlich wochenlang in der Essener Lichtburg.

Werbung


„Águas de Março“ – Wasser des März

Wie ich das „Versprechen des Lebens – in deinem Herzen“ fand. Oder: wie „das beste brasilianische Lied aller Zeiten“ zu den Ruhrbaronen kam. Von unserem Gastautor Andreas Lichte.

[youtube WaU0gDSmi84]

Gehört habe ich „Águas de Março“ von Antonio Carlos Jobim zuerst in der Französischen Fassung „Les Eaux De Mars“ von Stacey Kent, Text von Georges Moustaki. Verstanden habe ich nicht viel – mein Französisch … Leser der Ruhrbarone haben es da besser, denn hier gibt es das Stacey Kent Video mit Untertiteln.

„Ist das einfach nur gute Laune? Oder mehr? Mal das Original anhören …“:

Águas de Março – Elis Regina & Tom Jobim

„Wow! Das sind ja die perfekten 4 Minuten!“

„Águas de Março“ bedeutet „Wasser des März“. Da sich Brasilien auf der Südhalbkugel befindet, ist „März“: Herbst, Regensturm und Ende. Das Lied erzählt keine Geschichte, sondern zeigt eine Folge von Bildern als Collage. Fast jeder Satz fängt an mit: „É …“ – „Es ist …“. Impression reiht sich an Impression: Regenbäche laufen den Rinnstein hinab und reissen Dinge wie Stöcke, Steine, Glasscherben mit sich – Wasser als „Versprechen des Lebens“, als positive Vision. Wer – wie ich – kein Portugiesisch spricht, bekommt hier einen Vergleich der portugiesischen und englischen Fassung.

Ich finde den Text grossartig. Ist er eine „Extended Version“ eines Haiku?

Erfahrungsbericht: Die Hautklinik in Dortmund – Digital ist besser

Es sollte eigentlich nur ein kurzer Besuch beim Hautarzt werden, aus einem erhofften Rezept wurde eine Überweisung in die Hautklinik der städtischen Kliniken Dortmund. Die Krankheit soll an der Stelle nicht weiter interessieren. Der folgende Text, dürfte sich sehr nah an den Geschehnissen der letzten Woche befinden…. Der Name Autoren ist den Betreibern des Blogs bekannt

Kurz nachdem check-in bekommt hier jeder Patient ein Laserband[1]! Festival Feeling kommt nicht wirklich auf, aber irgendwie… Welcher von den Festivalbändchenträgern hat schon ein echtes Laserband?! Argumentiert wurde

Weiterlesen

Friedensforscher Johan Galtung ist in der neuen Mitte Tübingens gut angekommen

Johann Galtung Foto: David Lisbona/cc/Wikipedia

Die Friedensstadt Tübingen sucht nach Verbündeten. Und lässt den Friedensforscher Johan Galtung hetzen. Man sollte das Angebot Tübingens großzügig ablehnen. Von unserem Gastautor Anton Brenner

Tübingen am 16. Juli 2011. Johan Galtung spricht auf dem Tübinger Marktplatz. Das Schwäbische Tagblatt berichtet am 18. Juli 2011 über Galtungs Rede, die mit großem Beifall bedacht wurde:

Oberbürgermeister Boris Palmer begrüßte die „Friedensstadt“. Tübingen zeichne sich auch dadurch aus, „dass die Menschen hier für andere Menschen einstehen“, so Palmer. Sein Folgeredner, der norwegische Friedensforscher Johan Galtung, kritisierte die westliche Außenpolitik, besonders die der Vereinigten Staaten: „Die USA haben seit 1805 weltweit 17 bis 20 Millionen Menschen getötet, das sind viel mehr als Hitler, wenn auch in einem größeren Zeitraum“, sagte der 80-jährige Träger des Alternativen Nobelpreises. Deutschland sei „Teil des US-Imperialismus“, fügte er an. „Der Herr Deutschlands sitzt seit 1945 in Washington und der heilige Geist ist die Nato.“ Auch Galtung betonte die wachsende Bedeutung von Städten bei Friedensinitiativen weltweit und appellierte an Palmer: „Verbünden Sie sich mit anderen Städten!“

Das führte zu unterschiedlichen Reaktionen. Nach der Zeitungslektüre schrieb ich an das Schwäbische Tagblatt, an Boris Palmer und an die Linke:

Nach Johan Galtung war die deutsche 68-er Bewegung „eine Unabhängigkeitsbewegung“ des teutonischen Denkstils gegen den angelsächsischen (Leviathan 3,83). Das greift die Neue Rechte freudig auf. Horst Mahler (NPD, früher SDS) schrieb 1998: „In der 68er Bewegung sind zwei

Weiterlesen

Umstandslose Antiimperialisten

Chris Sedlmair wie er sich selbst gerne sieht: Der Liquidator aus Dachau.

 

Wie geht die Linkspartei mit Antisemitismus und autoritären Omnipotenzphantasien um? Ein Gastbeitrag von Haskala Bayern.

Unter dem Titel „Mutmaßliches Linke-Mitglied posiert mit Waffen und droht gegen Zionisten“ hat der Journalist Patrick Gensing in seinem bekannten Blog NPD-Blog.info ein Thema aufgegriffen, dass die bayerische Linke konsequenzlos seit Jahren toleriert. Auch wir hatten bereits darüber berichtet.

Das Blog „Lafontaines Linke“ berichtete: “ dass „eine Gruppe von Linkspartei-Mitgliedern aus Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern“ gegen zwei Mitglieder der Linken Parteiausschluss-Anträge vorbereitet. Das Magazin nennt die beiden „westdeutsche Sektierer“, es soll sich um den Duisburger Ratsherren Hermann Dierkes und Chris Sedlmair aus Dachau handeln.

Zumindest der Ausschlussantrag gegen Dierkes ist wohl vom Tisch, wie das Blog „Ruhrbarone“ berichtet:

“Nach Auskunft von Katharina Schwabedissen, der Landessprecherin der Linkspartei in NRW, wird es kein Parteiverfahren gegen Hermann Dierkes geben: ‘Der Antragsteller hat seinen Antrag zurückgezogen.’ Nach Informationen dieses Blogs wurde er zudem für seine Vorgehensweise gerügt. Über den Inhalt einer Aussprache mit Dierkes sei zudem Stillschweigen vereinbart worden.“

Gensing weiter:

„Der Israel-Hasser Sedlmair äußert sich zudem weiter zur Strategie der Linkspartei. So kommentierte er erst am 25. Juli 2011 einen Artikel auf “Lafontaines Linke” – und forderte einen “3. Weg”:

Weiterlesen
Werbung


Heute vor zehn Jahren verstarb Wau Holland

[youtube tOf-Yswk64I]

Von unserem Gastautor Thomas Meiser: Heute vor zehn Jahren starb Wau Holland. Irgendjemand musste den Chaos Computer Club ja erfinden. Jetzt sind die Chaoten eine normative Instanz im Netz. Also in der Welt. Und seinem Gedenken ist eine Stiftung gewidmet.

Update II: Hausbesetzung Kölner Südstadt – Moselstr.8 ist geräumt

In Köln ist es am Wochenende zur zweiten Hausbesetzung innerhalb von 18 Monaten gekommen.

Update 10.39: Gerade via Twitter: moselstr. 8 ist geräumt! Personalien wurden festgestellt etc. startet Soli Aktionen! lasst euch nicht unter kriegen!

Auch der Kölner Stadtanzeiger berichtet.

Update 8.15 Uhr: Der Kölner Stadtanzeiger meldet, das die Räumung des am Samstag besetzten Hauses gerade beginnt. Das Haus ist umstellt. Vor drei Stunden hatten die Besetzer via Twitter gemeldet, dass sich die Polizei bereits musikalisch auf die Räumung eingestellt hat: In der Nacht wurden die Nationalhymne und „Spiel mir das Lied vom Tod“ über Lautsprecher gespielt.

Seit Samstag nacht hält eine Gruppe von AktivistInnen im Rahmen der Kampagne „Squat a lot“ in der Moselstraße 8 ein Wohnhaus besetzt. In einem Kommuniqué erklären die BesetzerInnen ihre Ziele.

Wir wollen nicht funktionieren, wir wollen leben!

Mit der Bestzung der Moselstraße wollen wir einen Raum abseits dieser kapitalistischen Verwertungslogik erschaffen. Wir wollen hier selbstverwaltet und emanzipatorisch zusammen leben, möglichst frei von gesellschaftlichen Zwängen und Diskriminierung jeder Art. Es soll ein Raum für kulturelle, soziale und vor allem kollektive Vernetzung entstehen, wo sich jeder Mensch nach seinen Interessen einbringen kann und soll, z.B. durch Workshops, Kunst, Kochen, Infocafés usw. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Weiterlesen

Glückauf, Viktor! – Nachruf auf Viktor Seroneit

Von links nach rechts: Peter Schnell, Viktor Seroneit, Andrea Held, Janina Krüger. Foto: Ehrenamt Agentur Essen e.V.

Pils, Kölsch und Altbier zusammenzuschütten, das muss man sich erst mal trauen. Bei seinem 200. Stammtisch im Juni im PlakatKunstHof in Essen-Rüttenscheid hat Viktor Seroneit spaßeshalber „PiAKö“ serviert, Nordrhein-Westfalen und seiner NRW-Ministerpräsidentin zu Ehren. Es ist Viktors letzter Stammtisch gewesen. Essen und die Ruhrstadt haben eine einzigartige Persönlichkeit verloren. Von unserem Gastautor Uwe Knüpfer

Wenn es jemandem gelang, PiAKö als fast trinkbar zu verkaufen, dann Viktor. Er war, was man heute einen begnadeten Netzwerker nennt. Er brachte zusammen, was zusammengehört – und manchmal auch, was oder wer eigentlich nichts miteinander zu tun haben will.

Es wird wahrlich nicht wenig geredet und „getalkt“ im Ruhrgebiet. Mit Vorliebe aneinander vorbei oder übereinander her. Die Stammtisch-Zusammenkünfte in Viktors Rüttenscheider Hinterhof sind anders gewesen. Allein schon wegen der Enge konnten sich hier Künstler und Banker, Kreative und Verwalter, Schreiber und

Weiterlesen