ECCE, bitte antworten Sie…

Screenshot der ECCE-Seite: Mit dem Rottstr.5 Theater haben die Kreativökonomisten nichts zu tun. Werben tun sie trotzdem mit dem erfolgreichen Off-Theater

Ich sage es nur ungern, aber auch ich bin irgendwie Kreativwirtschaft. Ich verdiene mein Geld als Journalist und arbeite zudem auch noch für das Rottstr5Theater in Bochum. Ich bin also sogar auch noch ein Teil eines sog. Kreativ-Quartiers. Eigentlich bin ich also durchaus interessant für das European Center For Creative Economy, kurz ECCE. Die ECCE hat noch nie mit mir Kontakt aufgenommen. Das würde ich auch niemals verlangen. Deshalb wurde ich jetzt meinerseits aktiv. Von unserem Gastautor Honke Rambow.

Auf der Internetseite der ECCE findet sich unter dem Menu-Punkt „Kreativ.Quartiere Ruhr“ ein Foto des Rottstr5Theaters. Daneben steht folgender Text:

Bochum

Eine Metropole lebt durch urbane Räume nud (das steht da wirklich so, Anm. d. Autors) Quartiere mit dichter Atmosphäre. Bochum hat mehrere Areale, die der Kreativwirtschaft Anknüpfungspunkte bieten und für die eine Entwicklung vorangetrieben wird. In Stadtteilen wie Ehrenfeld findet man private Initiativen, die sich die Förderung des eigenen Stadtteils zur Aufgabe gemacht haben. Musik wurde im Bereich der Zeche Prinz Regent gefördert.

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Unbehaust: 100 Zelte Kunst

Unbehaust - 100 Zelte Kunst Foto: Claudia Siekarski

Heute startet in Dortmund die Aktion „Unbehaust: 100 Zelte Kunst“ Von unserem Gastautor Bastian Pütter.

Sind 100 Zelte eine Stadt? Eine „soziale Plastik“ nennt Initiator Daniel Kasselmann sein Projekt. 100 Künstler, Schulen und Organisationen der Wohnungslosenhilfe gestalten, be- und verarbeiten je ein handelsübliches Igluzelt zu einer künstlerischen Position.

Gemeinsam mit dem Schauspiel Dortmund und dem Straßenmagazin bodo stellen sich die Beteiligten der Frage, wie es in unserer Region um die gesellschaftliche Ausgrenzung der „Überflüssigen“ bestellt ist, die nicht nur von materieller Not, sondern damit auch von kulturellen und politischen Ausschlüssen betroffen sind.

Das Thema ist weit gefasst. „Unbehaust“ bezieht sich auf das konkrete Obdach, hat aber auch eine metaphorische Dimension. Es geht auch um die persönliche Verwurzlung, um Heimatlosigkeit und um Fragen des Drinnen und Draußen – Fragen von Ausgrenzung und Teilhabe.

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Update: Duisburger Traumzeit: Schotten dicht für’n Musik-Mix

Am kommenden Wochenende, von Freitag bis Sonntag, findet im Duisburger Landschaftspark wieder einmal das Traumzeit-Festival statt. Von unseren Gastautoren Thomas Meiser und Holger Pauler

Am kommenden Wochenende, von Freitag bis Sonntag, findet im Duisburger Landschaftspark wieder einmal das Traumzeit-Festival statt.

Und es stünde unter einem guten Stern, sagt Frank Jebavy vom kommunalen Kulturbüro. Schließlich fährt seit Tagen ein Bus durch die Fußgängerzone und trommelt für die schon seit Jahrzehnten eingeschliffene Veranstaltung mit den vielen Konzeptmodifikationen.

Lassen wir die Traumzeit wohlgesonnen mal gelten als eine der wenigen Veranstaltungskonzepte, mit einem Stück weit Underground-Appeal, die das völlig auf den Hund gekommene Duisburg noch zu bieten hat.

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Gaza und die kommende Flottille: Provokation statt Hilfe

Nein, der Gaza-Streifen ist zur Zeit wahrlich kein Platz, an dem man Urlaub machen geschweige denn wohnen möchte. Hohe Arbeitslosigkeit, ein lausiges Freizeitangebot und der tägliche Tugendterror fanatischer Islamisten machen einem das dortige Leben nicht gerade angenehm. Dennoch, ein humanitäres Krisengebiet, wie es die Initiatoren der kommenden Gaza Flottille nicht müde werden zu erklären, sieht bei weitem anders aus. Von unserem Gastautor Sebastian Mohr.

Noch im April 2011 wurde die stellvertretende Vorsitzende des Internationalen Roten Kreuzes in Gaza, Mathilde De Riedmatten, in der internationalen Presse mit dem Satz zitiert: “Es gibt keine humanitäre Krise in Gaza”. Das unterstreichen aktuelle Daten aus dem diesjährigen CIA Fact Book, denen zufolge die Kindersterblichkeit im Gaza-Streifen seit Jahren zu den geringsten in der arabischen Welt gehört. Auch liegt die dortige Lebenserwartung bei ca. 73 Jahren und ist somit weit höher als beispielsweise in der Türkei, Südafrika oder dem EU-Mitgliedstaat Lettland. Das zur Zeit im Gaza-Streifen das größte Einkaufszentrum der Palästinensischen Gebiete erbaut wird, sei hier nur am Rande erwähnt.

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BAK-Shalom: Kritische Selbstreflexion statt Abwehr und Verdrängung

Stellungnahme des Landesarbeitskreis Shalom der linksjugend [’solid] Sachsen zum Beschluss der Bundestagsfraktion vom 28. Juni 2011.

Antisemitismus ist in unserer Gesellschaft keineswegs ein Randphänomen und schon gar nicht nur ein Problem von „Rechtsextremen“ oder „Linksextremen“. Wie sozialwissenschaftlich Studien belegen, stimmen viele Menschen in der Bundesrepublik klar antisemitischen Aussagen zu.

Aus unserer Mutterpartei gibt es und gab es zu recht immer wieder schallende Kritik, wenn die Verantwortlichen in Städten und Kommunen ein manifestes Naziproblem in ihrem Ort beiseite geschoben haben. Aus gutem Grunde kritisieren wir, wenn nazistische und rassistische Gewalt bagatellisiert wird, beispielsweise durch Aussagen, wie dass es sich „um einen Einzelfall“ oder „ein Problem von außerhalb“ handele. Immer wieder betonen wir, dass Rassismus ein Problem ist, das sich durch die gesamte Gesellschaft zieht.

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Datteln IV: Projekt und Politik

Deutschland setzt an zur Energiewende. Nach der staatlich verordneten Schnellabschaltung von sieben Reaktoren soll die Nutzungsdauer der verbliebenen Kernkraftwerke deutlich gekürzt werden. Aber woher kommt eigentlich der Strom, der bislang in diesen Kraftwerken erzeugt wurde? Klar, langfristig soll er aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. In der nächsten Zeit kommt der Ersatzstrom aber genau aus diesen Quellen nicht. Weil der EEG-Strom auch bisher schon eine gesetzlich garantierte Vorfahrt in den Stromnetzen hatte und aufgenommen werden muss, gibt es keine Erzeugungsreserve auf der Basis erneuerbarer Energien.  Von unserem Gastautor Andreas Willeke

Stattdessen werden die thermischen Kraftwerke in und um Deutschland herum – auch Kernkraftwerke – zur Befriedigung des deutschen Stromkonsums stärker genutzt. Ethische Bedenken hierzu werden durch das Argument behoben, dass es sich ja nur um einen begrenzten Zeitraum handele. Wie lange allerdings die Zeitspanne bis in das Zeitalter der Erneuerbaren sein wird, dazu gibt es sehr unterschiedliche Aussagen.

Die größte Herausforderung beim massiven Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sehe ich in der bedarfsgerechten Stromerzeugung. Bei Windenergieanlagen können heute höchstens zehn Prozent der installierten Leistung als gesicherte Leistung angenommen werden. Um 1.000 Megawatt (MW) Leistung dann verfügbar zu haben, wenn sie benötigt wird, müssen schon 10.000 MW Windräder installiert werden. Bei Fotovoltaikanlagen liegt dieser Wert nur bei einem Prozent, bei der Wasserkraft immerhin bei 40 Prozent.

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NRW: Zeitungsredaktionen im Streik

DJV Verhandlungsführer Kajo Döhring Foto: DJV/ Anja Cord

Nahezu unbemerkt von der medialen Öffentlichkeit fand gestern ein weiterer Warnstreik in den Zeitungsredaktionen NRWs großen Anklang: Rund 350 Redakteure von über 20 Titeln trafen sich in Schwerte zur zentralen Veranstaltung im „Freischütz“ und folgten damit dem Aufruf von DJV und dju in ver.di. Am morgigen Dienstag wird die Arbeitsniederlegung fortgesetzt, ehe die stockenden Tarifververhandlungen mit dem Bundesverband der Zeitungsverleger (BDZV) am Mittwoch in Berlin fortgesetzt werden. Die Streikenden wehren sich gegen die Abwertung ihres Berufsstandes und ihrer Arbeit, tarifliche Einbußen für Berufseinsteiger und die Beschneidung ihrer Altersversorgung.
Die Leser, etwa bei den fünf Titeln der WAZ-Gruppe, dürften neben dem Hinweis auf der ersten Seite merken, wie dünn sich ihr Blatt am Frühstückstisch anfühlt und im Anschluss dafür sorgen, dass die Leitungen beim Callcenter heißlaufen. Wegen der gleichzeitigen Tarifauseinandersetzung in der Druck-Industrie gab es zuletzt bereits Probleme bei der aktuellen Berichterstattung, besonders im Sport, die zu etlichen Reklamationen von Leserseite führten. Die Rheinische Post musste, wie der WDR vermeldete, die Lokalteile in Hilden, Mettmann und Ratingen zu einem Regionalteil zusammenlegen.

Aufgerufen haben DJV und ver.di  RedakteurInnen, freie JournalistInnen und Pauschalisten bei folgenden Blättern:

Westfälische Rundschau, Westfalenpost, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Neue Rhein Zeitung /Neue Ruhr Zeitung, Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung, Recklinghäuser Zeitung, Marler Zeitung, Dattelner Morgenpost, Hertener Allgemeine, Stimberg Zeitung, Waltroper Zeitung, Rheinische Post, Handelsblatt, BILD (Essen, Dortmund, Köln, Düsseldorf), Ruhr Nachrichten, Hellweger Anzeiger, Kölner Stadt-Anzeiger, Express, Kölnische Rundschau, Bonner Rundschau, Bonner General-Anzeiger.

Am heutigen Dienstag hat man das noch für folgende Titel nachgeholt: Aachener Nachrichten, Aachener Zeitung, Neue Westfälische, Mindener Tageblatt, Vlothoer Anzeiger, Haller Kreisblatt, Westfalen-Blatt, Die Glocke.

Und der wütende Leser wird offline weiter mit Mini-Informationen abgespeist.

Musikpiraten adden Terrorpaten

Die Musikpiraten e.V., ein der Piratenpartei nahestehender Verein zur „Förderung freier Kultur mit Schwerpunkt Musik als künstlerischem Ausdrucksmittel“ möchte dieses Ziel zusammen mit dem DKP-nahen Deutschen Freidenker-Verband („Lang lebe die Libysch-Arabische Dschamahirija!“) und der in linken Kreisen als „nationalbolschewistisch“ bezeichneten „junge Welt“ umsetzen.  Ein Gastbeitrag von Haskala-Bayern.

1. Vorsitzender der Musikpiraten e.V. ist Christian Hufgard, ebenfalls Mitglied der Piratenpartei. Mittel zum Zweck ist im August ein Konzert in Frankfurt a.M., bei dem der US-amerikanischen Sänger und Liedermacher David Rovics auftreten soll.

Rovics, der in einem Interview mit der „Tehran Times“ (eine regimetreue Zeitung im Iran) für „strong anti-Zionist, anti-Imperialist feelings“ gelobt wird, unterstützt Terrororganisationen wie die „Volksfront zur Befreiung Palästinas“, die keineswegs so erheiternd unfähig ist, wie im „Life of Brian“ geschildert.  Die EU führt die Organisation auf ihrer Liste der Terrororganisationen. Rovics tritt auf Veranstaltungen auf, bei denen “ durch T-Shirt-Verkauf Gelder für die Befreiungsbewegung gesammelt werden.“

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Nachhaltige Notlösungen diskutieren – Stadt Essen und „Freiraum2010“ üben sich in kleinen Schritten

Zwischennutzung Lukaskirche vorbei

Zwei Wochen ist es her, dass Simone Raskob, Baudezernentin der Stadt Essen, bei der NRZ-Diskussionsrunde „Essen Kontrovers“ (Ruhrbarone berichtete) unbemerkt von den meisten Beobachtern eine kleine Sensation in Sachen „Freiräume für Kunst“ verlautbaren ließ.

Auf die Frage hin, wie die Stadt Essen mit ihren zahlreichen Leerständen- von Schulen, über Verwaltungsgebäude bis zu Jugendzentren- in Zukunft umzugehen Pflege, entgegnete die Baudezernentin, dass es durchaus möglich sei in Bezug auf jede einzelne städtische Immobilie zu prüfen, ob und unter welchen Bedingungen eine Zwischennutzung möglich sei.

Freiraum2010 denkt nach

Was für die meisten, wie eine Selbstverständlichkeit wirkt, stellt für uns von „Freiraum2010“ durchaus eine kleine Sensation dar, denn aus gut informierten Kreisen war bisher immer zu hören gewesen, dass die Stadt Essen aus Angst vor drohenden Folgekosten oder möglichen Besetzungsaktionen im Anschluss an eine Zwischennutzung, diese prinzipiell ausschließt.

Dass der Begriff „Zwischennutzung“, entgegen aller Erfahrungswerte, für viele eher Schreckensszenarien kooperations-unwilliger Randalierer, als bürgerschaftliches Engagement impliziert, war uns bereits im Umfeld unserer friedlichen Umnutzung des ehemaligen DGB-Gebäudes letztes Jahr aufgefallen. Anstatt zu registrieren, dass Freiraum2010 eher durch mangelnde Militanz, als

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