Unbehaust: 100 Zelte Kunst

Unbehaust - 100 Zelte Kunst Foto: Claudia Siekarski

Heute startet in Dortmund die Aktion „Unbehaust: 100 Zelte Kunst“ Von unserem Gastautor Bastian Pütter.

Sind 100 Zelte eine Stadt? Eine „soziale Plastik“ nennt Initiator Daniel Kasselmann sein Projekt. 100 Künstler, Schulen und Organisationen der Wohnungslosenhilfe gestalten, be- und verarbeiten je ein handelsübliches Igluzelt zu einer künstlerischen Position.

Gemeinsam mit dem Schauspiel Dortmund und dem Straßenmagazin bodo stellen sich die Beteiligten der Frage, wie es in unserer Region um die gesellschaftliche Ausgrenzung der „Überflüssigen“ bestellt ist, die nicht nur von materieller Not, sondern damit auch von kulturellen und politischen Ausschlüssen betroffen sind.

Das Thema ist weit gefasst. „Unbehaust“ bezieht sich auf das konkrete Obdach, hat aber auch eine metaphorische Dimension. Es geht auch um die persönliche Verwurzlung, um Heimatlosigkeit und um Fragen des Drinnen und Draußen – Fragen von Ausgrenzung und Teilhabe.

Daniel Kasselmann ist gespannt auf den Umgang der Künstler mit dem Material: „Es gibt die Möglichkeit der Außen- sowie der Innengestaltung, Außenzelt- und Innenzelt, Plastische Entwicklung, Erweiterung, Weglassung und verändernde Bearbeitung des Materials, bis hin zur performativen Benutzung. Wir werden viel Überraschendes sehen.“

Die Zelte werden heute ab 17.00 Uhr auf einer Vernissage vorgestellt. Begonnen wird mit einem Rundgang durch die Zeltstadt mit Schauspielintendant Kay Voges und musikalischen Gästen. Am ganzen Wochenende dabei ist das Performance-Theater Grotest Maru aus Berlin, das mit seinen Inszenierungen im öffentlichen Raum international Erfolge feiert. Ihr Institut für Überlebensstrategien (IFÜ) ist eine interaktive Performance, die durchaus an das IFUK der Dortmunder Theaterreihe „Stadt ohne Geld“ erinnert. Zuschauer sind Akteure und Forschungsobjekte zugleich, die Grenzen zwischen vermeintlicher Realität und Inszenierung verschwimmen. Die Tagesergebnisse präsentiert das Institut abends im Theaterfoyer.

Programm:

Freitag 1. Juli 100 Zelte Kunst!

17:00 Eröffnung der Zeltstadt / Vernissage zwischen den Zelten / Sprechchor der Künstler
19:00 Autopilot (Elektro)
20:30 Jonas Künne (Folk / Americana)
22:00 Institut im Schauspielhaus Dortmund: Filme zum Thema: „Unbehaust“

Samstag 2. Juli Sind 100 Zelte eine Stadt?

12:00 Auftakt
12:10 Vorstellung der beteiligten Schulen
12:30 Unbehaust in Dortmund I: Interviews mit sozialen Organisationen
13:00 Performances an den Zelten
14:00 Critical Mass – für eine fahrradfreundliche Stadt
14:15 Unbehaust in Dortmund II: Recht auf Stadt: UZDO, Theater Lebendich
15:00 Daddy Weyland (Acoustic / Americana)
15:45 Performances an den Zelten
16:00 Theaterpartisanen
17:00 SchreibGut-Bühne: Murat Kayi, Rainer Holl, Tobi Katze, Laura Reichel
18:00 Boris Gott (Singer / Songwriter)
19:00 Oliver Hasse (Singer / Songwriter)
20:00 Ändi änd the people (acoustic HipHop-Funk)
22:00 Institut im Schauspielhaus: IFÜ – Performance mit Grotest Maru aus Berlin

Sonntag 3. Juli Siehst du in deiner Zukunft ein Zelt?

12:00 Brunch für alle
14:00 Spenden-Kunst-A(u)ktion zugunsten sozialer Einrichtungen

Der Artikel erschien in einer ähnlichen Version im BoDo

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