Ukraine: Das zynische Schwurbeln der Margot Käßmann

Margot Käßmann Foto: James Steakley Lizenz: CC BY 2.0

Mit einem Appell wenden sich zahlreiche sogenannte „Prominente“ gegen das Rüstungsprogramm der Bundesregierung. Die intellektuelle Dürftigkeit ihrer Argumente zeigte die berufsbetroffene Margot Käßmann heute Morgen im Interview mit dem Deutschlandfunk.

Es sind keine guten Zeiten für alles, was sich selbst als Friedensbewegung wahrnimmt: Ihr traditionell antiwestlicher und früher von der DDR finanzierte Flügel, der immer noch maßgeblich aus Funktionären von Linkspartei und DKP besteht, versucht sich angesichts des Angriffs Russlands auf die Ukraine mit einer arg gezwungen wirkenden Verurteilung Putins mit sofort folgender Verbreitung der Legende einer Mitschuld der NATO an dem Krieg zu retten.

Und auch wer, schon aus Gründen der Reputationswahrung, darauf achtete, nicht allzu offensichtlich mit den SED-Zombies gemeinsame Sache zu machen, stößt nun mit dem Kopf auf die Wirklichkeit wie auf eine Waschbetonmauer. Deutlich wird das, wenn man sich den jüngst veröffentlichten und von als „Prominenten“ und Margot Käßmann unterzeichneten Appell gegen die Rüstungspläne der Bundesregierung anschaut. Da macht man sich Sorgen über die Zukunft, ist irgendwie solidarisch mit der Ukraine und hat Angst, dass die Rüstungsausgaben auf Kosten des Kulturetats gehen, von dem man ja zum Teil lebt – und der gerade im Bundeshaushalt um 200 Millionen Euro erhöht wurde.

Es bedurfte, um sich in Deutschland irgendwie für den Frieden und gegen Krieg und Rüstung zu äußern, nie eines besonderen intellektuellen Scharfsinns. Das war schon in den 80er-Jahren so. Während sich in Frankreich Künstler und Intellektuelle als Reaktion auf André Glucksmanns Buch „Philosophie der Abschreckung“ mit dem Argument hinter die damalige Nachrüstung stellten, dass sie die einzige Möglichkeit sei zu verhindern, dass das sowjetische Lagersystem auf Westeuropa ausgedehnt wird, reichte es in Deutschland, sich auf einem evangelischen Kirchentag betroffen zu geben.

Bis heute hat sich daran nichts geändert. Intellektuellensimulatoren wie Richard Precht raten den Ukrainern einfach aufzugeben, dann hätten sie den Krieg hinter sich. Die ehemalige Bischöfin Margot Käßmann sagte heute im Interview mit dem Deutschlandfunk etwas Ähnliches: „Dieser Krieg wird nicht entschieden, indem wir mehr Waffen liefern“, was nachweislich falsch ist: Hätte die Ukraine keine Waffen aus dem Westen bekommen, wäre das Land längst von Russland erobert und aus der Demokratie eine moderne Variante des Gulags geworden.

Auf die Frage der DLF-Journalistin Sandra Schulz, wie der Krieg denn ohne Waffen gestoppt werden könnte, sagte Käßmann nach Langem lavieren und zögern: „Ich habe keine kurzfristige Antwort, die über die humanitäre Hilfe für die Flüchtlinge hinausgeht.“ Der nahe liegende Gedanke, einfach die Klappe zu halten, wenn man keine Antwort weiß, wie 40 Millionen Menschen ihre Freiheit retten können, ist Käßmann offenbar vollkommen fremd. Sie setzt auf zynisches Schwurbeln. Für die Ukrainer und das was sie wollen interessiert sie sich so wenig wie alle anderen der angeblichen Friedensfreunde. Die haben sich gefälligst, wenn Putin es schon nicht tut, an den Wünschen der Käßmanns dieses Landes zu orientieren und ihnen weitere Gehirnleistung zu ersparen. Auf eine ebenso naheliegende wie mutige pazifistische Reaktion auf den Krieg kommt Käßmann natürlich nicht: Prominente könnten in die Ukraine fahren und sich vor die russischen Truppen stellen. Ob das etwas bringt, würde man dann ja sehen. Aber das wäre dann ernstzunehmendes pazifistisches Handels, vor dem man Respekt hätte. So bleibt nur wichtigtuerische Betroffenheitsrhetorik.

Das 100 Milliarden Programm der Ampel für die Bundeswehr ist schlicht der Versuch einer Demokratie, sich vor einer autoritären, durchaus als faschistisch zu bezeichnendem Macht wie Russland, zu schützen. Und diesen Weg beschreiten  die demokratischen Parteien im Bundestag auch nicht leichtfertig: Alles was der Appell fordert, Diplomatie, Gespräche, ist gescheitert. So wichtig es ist, dauerhaft mit Russland im Frieden zu leben, so unmöglich ist genau dies in einem Moment, in dem russische Truppen versuchen, die Demokratie in der Ukraine niederzuschießen und dabei auch vor Kriegsverbrechen nicht zurückschrecken. Doch den Käßmanns dieses Landes sind die Toten von Mariupol ebenso egal wie Freiheit und Demokratie. Sicher, sie sind wütend auf Putin. Aber nicht, weil er Krieg führt, sondern weil er ihre Behaglichkeit stört.

Käßmann und ihre Mitstreiter fordern eine Debatte über die Rüstungspläne der Ampel. Was notwendiger wäre, ist eine Debatte über das, was sich in Deutschland Friedensbewegung bezeichnet und immer bereit war, sich gegen die Freiheit und auf die Seite von Diktatoren zu stellen.

 

 

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Bochumer
Bochumer
10 Monate zuvor

Inhaltlich gut auf den Punkt gebracht: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Schnauze halten.

Ansonsten finde ich, dass man Russland nicht faschistisch nennen kann: totalitär oder stalinistisch ja… aber bei den Opfern dieses Volkes im Krieg gegen den Faschismus ist der Vergleich nicht angebracht. Auch wenn ich sehr wohl weiß, wie das gemeint ist.

Werntreu Golmeran
Werntreu Golmeran
10 Monate zuvor

Man weiss ja, dass Herr Laurin etwas einfach denkt uns seine Helden Bomber Harris und Little-Boy-Truman sind. Zu Stalin, unserem 3. Befreier, äußert er sich ja selten positiv. Trotzdem ist es immer wieder erheiternd, seine "ausgewogenen" Beiträge zu lesen, besondrts heute, am 23. Jahrestag des Beginns des Kosovo-Krieges, den man nicht Krieg nennen durfte und der, annders als geplant, nicht 5 sondern78 Tage dauerte. Wenn es nach Herrm Lautin ginge, müsste man den WillyBrandr-Platz wohl in Pancevo-Platz umbenennen., um all die heldenhaften…

Burger
Burger
10 Monate zuvor

Sorry, aber leider ist das auch billiger Populismus, Herr Laurin. Sicherlich sind Margot Käßmann die Toten von Mariupol nicht egal wie Sie behaupten auch wenn ich mit ihr ansonsten nicht immer einer Meinung bin. Auch kann ich ihr keine Sympathie für totalitäre Machthaber unterstellen. (im Unterschied zur AFD, Trump u.a.) Wir stehen im Moment vor einer Situation, bei der man wohl erst rückblickend resümieren kann, was der beste Umgang gewesen wäre. Solange gilt es andere Meinungen zu respektieren, sie einander sachlich in ihren Konsequenzen gegenüber zu stellen und jede mögliche Strategie bis zu ihrem (bitteren) Ende zu denken – einschließlich eines 3. Weltkrieges mit atomarer Apokalypse.
Ich persönlich neige dazu – sowie der gute alte Gerhart Baum- gestern bei Maischberger – Putin mit begrenzten militärischen Konsequenzen durch die Nato erstmal zu drohen, um zu sehen wie er darauf reagiert. Vermutlich versteht er wirklich nur diese „Sprache“. Die Diplomatie ist bis heute komplett gescheitert, weil Putin deren Wert verachtet.

Emscher-Lippizianer
Emscher-Lippizianer
10 Monate zuvor

Wenn sie vom gemeinsamen Gebet mit den Taliban zurück kommt, kann sie ja einen Zwischenstop an Putins Führerbunker machen und mit ihm am langen Tisch erst einmal ordentlich ein *Wässerchen* genießen. Wird meine ev. Kirchensteuer tatsächlich zur Finanzierung eines solchen Summs veruntreut? Ich muß wirklich mal den Weg zum Amtsgericht antreten….

Anderer Max
Anderer Max
10 Monate zuvor

"Friedensbewegung: ein früher von der DDR finanzierte Flügel, der immer noch maßgeblich aus Funktionären von Linkspartei und DKP besteht"

Gibt's da Quellen zu?

Wolfram Obermanns
Wolfram Obermanns
10 Monate zuvor

An dem 100000000,-€ Programm kann man einiges kritisieren.
Man könnte sich fragen, woher überhaupt diese Summe stammt, welche bezifferbaren Bedarfe damit abgedeckt sein sollen?
Man könnte sich fragen, ob das Geld was nutzt, wenn bislang 50000000,-€ scheinbar einfach so verschwinden können? (Bekanntlich steht der Bund mit dieser Summe nackt dar.)
Man könnte sich fragen, da die Bundeswehr aktuell ja nackt ist, wie jetzt zunächst mal nachgerüstet werden soll und was soll nach den 100000000 passieren? Werden die vielleicht verrechnet?
Sind die 100000000 mehr als eine Militaristenshow, die eine beunruhigte Bevölkerung kurzfristig ruhig stellen soll, bis man wieder 0,5% des BIP als Wehretat ausweist?

Zu äußern, gegen einen notorischen Lügner, Gewohnheitsmörder, Mafiosi und faschistoiden Kriegstreiber wären Waffen wirkungslos, macht hingegen eher weniger den Eindruck eines kritischen Bewußtseins. Hier scheinen enorm mächtige Verdrängungsmechanismen am Werk zu sein.

Robert Müser
Robert Müser
10 Monate zuvor

Die Äußerungen der Rotweinfreundin sind ein guter Rund die ev. Kirche zu verlassen.

Thomas
Thomas
10 Monate zuvor

Passend zum Artikel die Linke :

ttps://www.welt.de/politik/deutschland/article237763189/Linke-Buergerkrieg-in-der-Ukraine-Aerger-um-internes-Schreiben.html

Irgendwie und irgendwo wird immer versucht vom gerechten Krieg zu träumen, leider zahlen Menschen diese Träumereien mit ihren Leben.

Holgaaa
Holgaaa
10 Monate zuvor

@#3: "Zu Stalin, unserem 3. Befreier, äußert er sich ja selten positiv." Ernsthaft? Vielleicht liegt das daran, dass es sich um einen verückten Massenmörder handelte, der mehr Menschen hat umbringen lassen als Hitler. Leider kann ich es nicht anders sagen, aber bei Ihnen scheint es sich um nichts anderes als einen kommunistischen Spinner zu halten, der bis heute nicht kapiert hat, dass die UDSSR unter Stalin Hitlerdeutschland in fast nichts nachstand. Wie wäre es wenn Sie nach Russland ziehen. Putin müsste doch der ideale Präsident für verpeilte Menschen wie Sie sein.

nussknacker56
nussknacker56
10 Monate zuvor

Zumindest in den 70er-Jahren war die DVG-VK regelrecht durchsetzt mit Anhängern der DKP bzw. ihrer Vorfeldorganisationen. Lediglich größere Teile des baden-württembergischen Landesverbandes sowie ein paar linke Ortsgruppen (Frankfurt, Berlin) hielten dagegen. Nach dem Schrumpfungsprozess in den 80er- und 90er-Jahren scheint es dort gar keine Opposition mehr zu geben, die SED-gesteuerten "Friedenskräfte" sind geblieben und haben somit trotz des Untergangs der DDR gesiegt.

Bülent Zünbüldere
Bülent Zünbüldere
10 Monate zuvor

Um es klar zu sagen:Wer in irgendeiner Art und Weise den Massenmord den Putin in Syrien,Tschetschenien,in der Ukraine und in einigen anderen Gebieten der Erde begangen hat und dabei ist zu begehen relativiert,verharmlost oder gar leugnet ist für mich nicht mehr richtig im Kopf.Wir brauchen jetzt alle zusammen in der freiheitlich demokratischen Welt eine geschlossene,wehrhafte Haltung gegenüber solchen Massenmördern.Dazu gehört auch eine massive Ausweitung der militärischen Möglichkeiten.Und diese sollte auch in der Lage sein weltweit präzise agieren zu können.Das wird schwierig genug,da braucht es keine Querschüsse von irgendwelchen Putin Verstehern.All die Toten die dieser Massenmörder auf dem Gewissen hat können sich nicht mehr wehren.Wir können uns noch wehren.Und das wird jetzt auch ohne wenn und aber gemacht.

Berlinerin
Berlinerin
10 Monate zuvor

Ich könnt ko…., wenn ich solche dummen, menschenverachtenden Artikel von Laurin lesen muß — wer läßt die Verbreitung solcher herabwürdigenden "Scheiße" eigentlich zu?? — Der Krieg in der Ukraine war kaum 4 Tage "alt" ( und Menschen schon gestorben, traumatisiert etc.) und was machen wir? — Wir haben Angst — Angst um UNSERE Sicherheit, um UNSER Leben — wenn denn auch der Krieg zu uns kommen könnte . Dann sind nämlich WIR betroffen und nicht nur die Urkrainer ( denen wir jetzt so — seelenbefriedend— Zuflucht und Versorgung bieten — Aber alle könn'wir ja auch nicht aufnehmen..) — Aber da kommt Onkel Scholz und Lindner und sagen uns: " Ihr braucht keine Angst zu haben, wir rüsten auf — und dann traut sich keiner mehr an uns ran!!" — Na, glaubt ihr echt: Bewaffnet seid ihr besser geschützt? — Und glaubt ihr echt, den amerik. Phrasen des hysterischen Antikommunismus? — Dann recherchiett mal zum Vietnamkrieg — und schlaft gut auf dem Pulverfaß, dem irgendeiner mal eine Zündschnur legt… Schäm dich, Laurin, für dieses häßliche Geschreibsel

Jupp Posipal
Jupp Posipal
10 Monate zuvor

Es ist leider wahr, das Kampf bis zu kriegerischen auseinandersetzungen mit sehr, sehr vielen vielen Toten, Verletzten, Verstümmelten und unendlichem Leid (auf allen Seiten) verbunden ist.
Nachgeben, Aufgeben? NEIN, dann könnten ja skrupellose Angreifer irgendwie die meisten Absichten doch erreichen! Nur sollte jedem halbwegs nachdenkende Bürger dieses Landes klar sein, das Sanktionen, Veränderungskonsequenzen auch mit direkt fühlbaren Auswirkungen hinsichtlich eigener Behaglichkeit oder Komfort; d.h. Einschränkungen und Verzicht, ja sogar Verlust westlicher Perspektiven verbunden ist. Vielleicht nicht direkt erkennbar, aber dafür umso nachhaltiger!
Einknicken wäre fatal, denn wer würde belastbar garantieren das wir nicht selbst die Nächsten auf der (Übernahme-)Liste (vgl. Wohlstandsgefälle) wären? Militärische (!) Aggressoren werden sich kaum nur mit Worten "überzeugen" lassen. Hoffentlich reichen unsere früheren und est vor kurzen eingeleiteten Veränderungen und/oder die noch umfangreicher materiell und finanzielle umzusetzende Hilfe der Ukraine, das sie sich die dortigen Büger weiterhin verteidigen können. Eine europäisch alternativ erweiterte Tragödie käme einem menschlichem und gesellschaftlichem Armageddon ziemlich nahe!
Das sollte aber nicht dazu führen das wir unseren überwiegenden zweifelhaften Selbstdarstellern bzw. palavernden Politkomikern (ja wo sind sie denn alle – 750 im Bundertag, knapp 1.800 in den Ländern) in Zukunft weiterhin passiv überlassen sollten was so alles (von nahezu jeder Farbe -> erst in Regierungen, dann als schulmeisterliche Opposition) verdrängt und verneidlicht wurde.
100 Milliarden aus welchen Steuergeldern sind schnell weg, wenn dieser sich dieser intransparente Abgeordnetensumpf (auch im Haushalts- und Verteidigungausschuss) auf Kosten aller Bürger weiterhin überwiegend um persönliche Karrierekontakte (Beschaffungsexzesse mit Goldrand für exorbitante Rüstungsrenditen) oder Wahlkreisaufträge (zur präventiven Förderung seine eigenen Wiederwahl) kümmert. Neue Tankschiffe mit halber Antriebsleistung aber doppeltem Preis (1 Mrd), Funkgerätenachbau einer Technik aus 1980 (600 Mio), Schützenpamzer Puma statt 3 jetzt 6 Mrd, und vieles mehr, sprechen eine deutliche Sprache des Verdrängen und Vertuschen; besonders durch die etablierten Parteien bzw. IBuK-Repräsentanten (BMVg).
Dabei haben wir derzeit doch eigentlich viel mehr Führungspositionen (mit Rückgrat und Expertise?) mit goldenen Balken für aktuell 180.ooo BW-Soldaten (mit Heimschlafrecht, dann sieht man offensichtlich kaum die verlotterten oder baufälligen Manschaftsunterkünfte) als vor der Wiedervereinigung mit über 500.ooo Soldaten (inkl. Wehrdienstleistende).

Georg Hofrichter
Georg Hofrichter
10 Monate zuvor

@ Berlinerin

Dumm und menschenverachtend ist eher die Annahme, man könne gegen Panzer mit Wattebäuschchen ankommen. Insofern ein klares Ja – bewaffnet sind wir vor Aggressoren besser geschützt. Die Ukrainer führen Ihnen gerade ein Lehrstück zum Thema Verteidigung vor. Das würde ihnen nicht gelingen, wäre die ukrainischen Soldaten nicht gut ausgebildet wie ausgerüstet.

Die EU muss zu einer unabhängigen Verteidigung der eigenen Gebiete fähig sein. Zumindest hat der Krieg in der Ukrainer dafür gesorgt, dass wir diesen Umstand endlich akzeptieren. Hysterischer Antikommunismus? Kommunismus werden Sie in Russland bestenfalls in homöophatischen Dosen vorfinden.

Nochmal zum Stichwort Hysterie… unter dem Begriff habe ich Ihren Kommentar ad acta gelegt.
Indoktrinierte Realitätsverweigerung, emotional und selbstgerecht aufgebläht.

Patrick
10 Monate zuvor

Zur Zeit wollen die Friedensbewegungen die Ostermärsche gegen die NATO

Berthold Grabe
Berthold Grabe
10 Monate zuvor

In der Tat ist das Hauptproblem, das die Rüstungstrukturen hauptverantwortlich durch die SPD dominierte Verteidigungspolitik hoffnungslos marode ist.
Das Verteidigungsressort ist Verschiebebahnhof für Korruption und Vorteilsnahme mit legalen Mitteln
Wie die Regierung sicherstellen will, das die Mittel Einsatzberetischaft und Ausrüstung der auf dem Papier stehenden Kontingente damit gewährleistet wird, wo schon jetzt die Gelder versickern und beispielsweise von 5 Schiffen höchstens eines Einsatzbereit ist. Was Nahtlos auf Luftwaffe und Heer ausgeweitet werden kann, bleibt vor allem mit einer Seilschaften Verteidigungsminsterin völlig offen.
Und die Kritik von Merz zielt ja schon darauf ab, das dort ja auch nichts bisher passiert, was als sinnvoll gelten könnte.
Die Mittel würden sehr wohl gebraucht, aber sie kommen nicht dort an, wo sie gebraucht werden.

SvG
SvG
10 Monate zuvor

Käßmann, R. Claydermann-Precht und all die andren Heißluftproduzenten werden die ersten sein, die im Kriegsfall in die USA emigrieren, um von dort aus "Widerstand" zu leisten. Und nach Kriegsende erst zurückkehren, wenn der patriarchalische, kapitalistische und strukturell rassistische Staat ihnen wieder das üppige Leben garantiert, das sie gewohnt sind.
@ Berlinerin: Sie müssen die Artikel von Stefan Laurin nicht lesen. Sie dürfen. In der UdSSR wäre es mit anderen Autoren genau andersherum. Schöne Grüße von einem fröhlichen Antikommunisten.

Bart Wolfson
Bart Wolfson
10 Monate zuvor

zu #19/ Berthold Grabe:

"In der Tat ist das Hauptproblem, das die Rüstungstrukturen hauptverantwortlich durch die SPD dominierte Verteidigungspolitik hoffnungslos marode ist.“

nämlich in persona von:

Franz Josef Jung, Verteidigungsminister von 2005-2009, (CDU)
Karl-Theodor zu Guttenberg, Verteidigungsminister von 2009-2011, (CSU)
Thomas de Maizière, Verteidigungsminister von 2011-2013, (CDU)
Ursula van der Leyen, Verteidigungsministerin von 2013-2019, (CDU)
Annegret Kramp-Karrenbauer, Verteidigungsministerin von 2019 bis 2021, (CDU)

Christine Lambrecht, Verteidigungsministerin seit 107 Tagen (SPD)

In der Tat: Mehr SPD geht einfach nicht!

Berlinerin
Berlinerin
10 Monate zuvor

@Stefan Laurin: "…Und wer braucht "hysterischen Antikommunismus?" aus den USA? .."
US- Polemik ist schon von jeher geprägt von dem " Gespenst des Kommunismus" –> Siehe Vietnamkrieg und dessen Kriegsverbrechen. Dafür wurden Menschen in Dt. von der Exekutive niedergeprügelt und erschossen (Benno Ohnesorg), Rudi Dutscke wurde "erschossen" durch einen "Fan" der amerik./dt. Polemik…. Menschen sind leicht zu beeinflussen! — Die Friedensbewegung BEIDER dt. Staaten hat damals einen Prozeß der Abrüstung und des Umdenkens in Gang gebracht (80iger Jahre) und dann kam Gorbatschow… Ohne seinen "Segen" hätte Honecker&Co. immer weiter gemacht… Aber erst dann haben wir uns getraut zu demonstrieren, allerdings wollten wir was Anderes …
Dennoch denke ich (wie auch Margot Käßmann):
Die Aufrüstung in Dt. ist völlig die falsche Antwort auf den "Überfall"/Kriegsverbrechen in der Ukraine, denn wiedermal denken wir wieder nur an uns . Evt. in Ansätzen empfundene wirkliche Empathie wird abgespalten durch das vermeintliche Gefühl des Schutzes meiner selbst … Ich verdeutliche das mal in einem Bild: Zwei Türen weiter wird eingebrochen und die betroffene Nachbarin klopft hilfesuchend und traumatisiert an meine Tür. Ich öffne, höre was passiert ist, renne dann aber panisch in den Baumarkt, kaufe Sicherungssysteme für meine Türen und Fenster, baue sie ein…. In der Zwischenzeit sitzt die Nachbarin in meiner Wohnung und nimmt sich das Leben, weil ich mich nicht wirklich gekümmert habe…. Das ist Egoismus! — Und dann: Zwei Jahre später werde ich total ausgeraubt — von einem Baumarktmitarbeiter , der die neuen Sicherungssysteme millionefach verkaufte und erklärte….
Sorry, ich meine, man sollte auch mal Befindlichkeiten von Menschen ernst nehmen, die eben auch weiterdenken und nicht nur die "Ich-hau-dir-in-die-Fresse-Mentalität" als einzige Antwort auf Gewalt und Aggression haben….

der, der auszog
der, der auszog
10 Monate zuvor

@Stefan Laurin (#23)

"@Berlinerin: Rudi Dutschke wurde von einem Stasi-Mitarbeiter erschossen: Karl-Heinz Kurras"

Karl Heinz Kurts war der Mörder von Benno Ohnesorg und nicht von Rudi Dutschke.
Dutschke wurde Opfer des Rechtsextremisten Josef Erwin Bachmann.

Helmut Junge
10 Monate zuvor

@Bart Wolfson (21), gute Antwort! Was sind wir doch vergeßlich.

@der, der auszog, "Karl Heinz Kurts war der Mörder von Benno Ohnesorg und nicht von Rudi Dutschke. Dutschke wurde Opfer des Rechtsextremisten Josef Erwin Bachmann."
Ebenso: Was sind wir doch vergeßlich. Ich aber auch. Gut, dass du aufpaßt.Ich hatte es bereits falsch einsortiert.

Thomas Schweighäuser
Thomas Schweighäuser
10 Monate zuvor

"Das 100 Milliarden Programm der Ampel für die Bundeswehr ist schlicht der Versuch einer Demokratie, sich vor einer autoritären, durchaus als faschistisch zu bezeichnendem Macht wie Russland, zu schützen. Und diesen Weg beschreiten die demokratischen Parteien im Bundestag auch nicht leichtfertig: Alles was der Appell fordert, Diplomatie, Gespräche, ist gescheitert."
Beginn des nächsten Akts im Krieg Russland-Ukraine: 24.2.22
Hochrüstungsbeschluss des Bundestages: 27.2.22
Für wie naiv hält der Autor seine Leser?
(Einmal ganz abgesehen davon, dass das hochgefährliche russische Militär gerade im Begriff ist, an der Ukraine zu scheitern.)

Berthold Grabe
Berthold Grabe
10 Monate zuvor

#21
schon bevor Guttenberg ins Amt kam, war das Verteidigungsminsterium fest in der Hand der Sozialdemokratie.
Gutternberg stürzte u.a. durch die Verleumdung eines SPD Generals, der Guttenberg Angriff, weil er es gewagt hat einen Schützling, den Kapitän der Gorch Fock, zu suspendieren wegen eines ungeklärten Todesfalles an Bord.
Eine rechtlich völlig korrekte und sogar eher gebotene Vorgehensweise.
Der General wurde nie zur Verantwortung gezogen, obwohl Jahre später die Vorwürfe gegen den Kapitän gerichtlich bestätigt wurden.
Die strategische Neuausrichtung der Bundeswehr entsprach dem damaligen Anforderungsprofil und war nach damaligen Stand der dinge überfällig.
Das passte der SPD nicht ins politische Konzept, wie einige andere Dinge auch, die bis heute das Land lahm legen.
Seine Nachfolger Rühe stoppte darauf hin jede Reorgansation der Bundeswehr wegen des politischen Drucks der SPD, und der parteiischen und rechtwidrigen Unterstützung der Medien.
Seit dem hat die SPD jegliche Reorganisation verhindert.
Und der Regierung Merkel war es nicht wichtig genug, dafür die Große Koalition platzen zu lassen.
Die CDU ist sicher mitverantworltich, aber an der Urheberschaft der Misere besteht nicht der geringste Zweifel.
Sogar trotz des korrupten Umgehungsversuchs der verfilzten Strukturen durch Frau von der Leyen.
Der erste Versuch einer sinnvollen Beschaffung ist tatsächlich Frau Kamp Karrenbauer zuzusprechen, die sich weigerte mit unzureichenden Mitteln technisches Großgerät zu kaufen und statdessen dem Heeresinspekteur folgte und Material und Ausrüstung fürs Heer beschaffen wollte um deren Einsatzbereitschaft zu erhöhen.
Unter wiederum massiver Empörung des Bundestages besonders der SPD.
Mit Frau Schmitz kam dann eine Seilschaftenpolitikerin ins Amt, die die personellen Veränderungen sofort rückgängig machte, eine Haufen unkundiger Berater den Fachleuten vor die Nase setzte und nicht mal Willens war sich fachkundig zu machen.
Und die ist nun verantwortlich für einen Politikwechsel um 180Grad.
Und wie Herr Merz in der Bundestagsaussprache bemerkte, sämtliche mittel bleiben in den Behörden bisher stecken, sowohl die Waffenlieferungen an die Ukraine, aber auch jegliches Konzept zu einer sinnvollen Ausrüstung (keine Aufrüstung) der Bundeswehr.
In einem Staat, in dem die Volksparteien immer beide mitregieren, auch wenn sie gerade nicht in der Regierung sind, kann sehr wohl eine Nichtregierungspartei oder aber die Partei, die nicht den Minister stellt trotzdem Hauptverantwortlich für einen bestimmten Zustand sein, vor allem wenn dieser Zustand vor allem auf Blockade und Nichthandeln beruht.
Was in den letzten 30 Jahren im Wesentlichen die deutsche Politik bestimmt hat.

sneaking_beauty
sneaking_beauty
10 Monate zuvor

Mit Freuden nehme ich – nach einer kleinen Auszeit hier meinerseits – zur Kenntnis, dass sich Stefan Laurin gegen Putin positioniert. Nach seinen Feldzügen gegen Gendern und "wokeness"-Windmühlen im Westen habe ich ihn tatsächlich eher auf der Pro-Putin-Cheerleadern erwartet. Insofern erstmal Props, dass er noch rechtzeitig die Kurve gekriegt hat! Der Definition von Faschismus nach Eco würde ich übrigens zustimmen, Putins Russland ist definitiv auf dem Weg in diese Richtung. Allerdings wird es ein anderer Faschismus als der des 20. Jahrhunderts, denn heuer tritt die Kulturkampf-Dimension mehr in den Vordergrund.

Dennoch macht Laurin wieder den alten Fehler, wenn er mal wieder nur gegen Linke oder Christinnen schießt und dabei völlig übersieht, dass sich die größten Putinistas inzwischen auf der nationalkonservativen/libertären Rechten oder bei der "Wir sind gegen alles, was die Mainstream-Medien berichten"-Esoterik-Schwurbel-Fraktion finden. Und natürlich bei den Lafontaine-Wagenknecht-Elsässer-NationalbolschewistInnen, von denen man nach ihrer jahrelangen Fixierung auf Flüchtlinge, Großstadtbewohner (die jüngste Hetze gegen "Hipster" erinnert verbal an Stalins Kampagne gegen "Kosmopoliten") oder sexuelle Minderheiten aber nun wirklich nicht mehr sagen kann, dass sie noch genuin linke Positionen vertreten.

Ja, Precht labert Unsinn, wenn er nicht erkennt, welche Folgen eine russische Besetzung der Ukraine am Ende auch für ihn hat. Dennoch wird er immerhin in diesem Punkt auch von links kritisiert. Und wir dürfen nicht vergessen, dass diejenigen, die jetzt aktiv in der Flüchtlingshilfe engagiert sind und somit – im Gegensatz zu Leuten wie Ulf Poschardt, der in Ernst Jünger-Manier über das Ende der Dekadenz frohlockt – aktiv etwas für Ukrainer:innen tun, auch schon 2015 für syrische Geflüchtete aktiv waren und eher aus dem linken Spektrum kommen.

Bart Wolfson
Bart Wolfson
10 Monate zuvor

Berthold Grabe, 28
Da wo Nutella drauf steht, ist auch Nutella drin.

SvG
SvG
10 Monate zuvor

@29; sneaking_beauty :"…aktiv etwas für Ukrainer:innen tun, auch schon 2015 für syrische Geflüchtete aktiv waren und eher aus dem linken Spektrum kommen."
Das erlebe ich anders. Die meisten mir bekannten Hilfsaktionen werden von Ukrainern, Deutschen russischer Herkunft, Partnergemeinden oder -organisationen sowie über persönliche Kontakte, wie z.B. in Lage, organisiert. Die Linken machen einfach mehr Lärm, die Bereitschaft zu helfen wird stets begleitet von der im gleichen, wenn nicht höheren Maße vorhandenen Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Anerkennung.
Zudem verdächtigen sie die sich nicht ihnen zugehörig fühlenden des Rassismus.

Helmut Junge
10 Monate zuvor

@Berthold Grabe Zitat:"Gutternberg stürzte u.a. durch die Verleumdung eines SPD Generals,…"
Und da frage ich Sie: Und all die anderen CDU-Verteidigungsminister?
An welcher Verschwörungstheorie seitens der SPD sind die mit ihren tollen Plänen gescheitert?
@Bart Wolfson nennt doch:
Franz Josef Jung, Verteidigungsminister von 2005-2009, (CDU)
Karl-Theodor zu Guttenberg, Verteidigungsminister von 2009-2011, (CSU)
Thomas de Maizière, Verteidigungsminister von 2011-2013, (CDU)
Ursula van der Leyen, Verteidigungsministerin von 2013-2019, (CDU)
Annegret Kramp-Karrenbauer, Verteidigungsministerin von 2019 bis 2021, (CDU)

Bochumer
Bochumer
10 Monate zuvor

@Autor
Ich verstehe die Definition und finde sie inhaltlich auch richtig. Den Stempel finde ich aber weiterhin deplatziert in einem Krieg, der dort stattfindet, wo Ukrainer, Russen und andere Völker gelitten haben. Außerdem beschimpfen sich nun alle gegenseitig Faschisten, dass führt analytisch zu nichts. Ist denn nun das Asow Regiment faschistisch oder nicht? Und was bringt es, darüber nachzudenken. Es wäre aber wichtig, dass diese Gedanken die Nachkriegsukraine nicht prägen, egal warum.

Gerade deswegen ist es wichtig, die demokratischen Kräfte zu stützen und das Gehampel der Regierung unerträglich. Sind den endlich alle Strela-Raketen da oder nicht?

Berthold Grabe
Berthold Grabe
10 Monate zuvor

#21
Man kann auch alles, was hinter dem Etikett liegt ignorieren. Spätestens seit der Werbung sollte einem bewusst sein, das ein Etikett nichts darüber aussagt, was im Produkt steckt oder warum.

Manni
Manni
10 Monate zuvor

@Berthold Grabe, #22,#28: ich verstehe Ihren Unmut über die hoffnungslos unfähige SPD, in der einzig Peter Struck als Verteidigungsminister eine auch von der Truppe anerkannte Koryphäe war.
Gleichwohl waren die Verteidigungsminister seit dem Kabinett Kohl I (das mit der geistig moralischen Wende):
Wörner 1982 – 1991
Stoltenberg 1992
Rühe 1992 – 1998
Die danach kommenden sind bereits erwähnt worden.
Und die alle sollen von der übermächtigen SPD ausgebremst worden sein?
Zudem stolperte Guttenberg nicht über seine Spezlreform sondern über seine Grossmannssucht. Würdige Nachfolger waren Flinten-Uschi und ihre Berater sowie AKK, die nur Höhn und Spott von der Truppe ernteten.
Zu Recht.
Oder muss ich die Gorch Fock Geschichte umschreiben, weil eigentlich Scholz und Steinmeier die Drahtzieher waren?

Eines allerdings würde ich gern von Ihnen noch erklärt bekommen.
Warum sind die Verantwortlichen bzw verantwortungsvollen CDU Minister nicht zurückgetreten, wenn ihnen doch die ganze schöne Verteidigung von der SPD zerstört wurde. Und das ja, wenn ich Sie richtig verstehe, schon seit 1982!
Wäre das nicht mal ein Skandal für die Bild-deckt-auf?

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