Corona: „Austreten des Virus mit allen erforderlichen Maßnahmen bis zur Verfügbarkeit eines Impfstoffs“

Schild in der Bochumer Fußgängerzone Foto: Frederik Gorges

Von unserem Gastautor Dirk Specht.

Bereits im November 2020 beschließt Deutschland wieder so etwas wie einen Lockdown „light“. Der Winter hat noch gar nicht angefangen und unsere sogenannte „Strategie“ ist bereits gescheitert. Das Land braucht endlich eine nachhaltige Strategie, die nicht nur über ein paar Wochen, sondern über die gesamte Dauer der Epidemie reicht. Die findet sich nur, wenn endlich mal Klartext gesprochen wird. Man kann keinen Feind besiegen, den man nicht richtig zur Kenntnis nimmt und man kann kein daraus resultierendes Problem lösen, wenn man dessen Größe nicht akzeptiert. Klartext!

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„Es gelten alle Szenarien, die im Frühjahr bereits gerechnet wurden“

COVID-19-Maßnahmen auf dem Wochenmarkt in Dülmen Foto: Dietmar Rabich Lizenz: CC BY-SA 4.0

Von unserem Gastautor Dirk Specht

Eine seitens der WHO durchgereichte Studie von John P. A. Ioannidis kommt zu dem Ergebnis einer Infektionssterblichkeit von „nur“ 0,23%. Das ist geringer als der bisher von der WHO angenommene Wert. Medien verwursteln das zu Titeln wie „weniger tödlich als vermutet“ und das Ding geht mal wieder wie geschnitten Brot durch den „gesunden Menschenverstand“. Ich durfte es jetzt schon mehrere Dutzend mal als „seriöse Quelle“ zur Kenntnis nehmen, die mir natürlich vorzugsweise in Kontexten genannt wird, die mit der Sterblichkeit rein gar nichts zu tun haben. Selbstverständlich enden die entsprechenden Dialoge immer mit dem Hinweis, ich solle keine Panik haben oder diese schüren, alles Fehlalarm, der Professor aus Stanford sei ja einer der meist zitierten und so weiter.

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Die Argumente für die Bewerbung um Olympische Spiele sind immer dieselben

Ministerpräsident Armin Laschet der Veranstaltung „Rhein-Ruhr City“ am 21. Oktober 2019 in der Landesvertretung Nordrhein Westfalen in Berlin. Foto: Land NRW/Stefanie Loos

Unser Gastautor ************@*do.edu“ data-hovercard-owner-id=“140″>Klaus R. Kunzmann sieht die Idee, Olympische Spiele an Rhein und Ruhr zu holen kritisch.  

Nun soll es der Sport richten. Was die Politik in NRW nicht geschafft hat, sollen Olympische Spiele möglich machen. Hamburg und Berlin haben ihre Bürger nicht für die Sommerspiele, auch nicht München für die Winterspiele begeistern können. Die Bürger haben dagegen votiert. Nun sollen die schon längst aus den Fugen geratenen Olympischen Spiele den Bürgern der

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Ein Jahr nach dem Anschlag von Halle

Synagoge in Halle (Saale) Foto: Allexkoch Lizenz: CC BY-SA 4.0

Von unserem Gastautor Thomas Wessel

Ein Jahr nach Halle ist zwei Jahre nach Gelsenkirchen, dort wurde die Synagoge 2018 mit SS-Runen markiert. Ist drei Jahre nach Düsseldorf, dort hat das Oberlandesgericht bestätigt, dass der Brandanschlag auf eine Synagoge als politischer Protest zu gelten habe. Ist vier Jahre nach Nürnberg, ein Mann wird vor die U-Bahn gestoßen, „weil er ein Jude ist“. Ist fünf Jahre nach Paris, vier Menschen werden in einem koscheren Supermarkt ermordet, ist sechs Jahre nach Brüssel, vier Menschen werden im Jüdischen Museum ermordet, und sieben Jahre nach Siegen

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Menschenfeindschaft bei Werderfans

Thomas Hakfe vor dem Stadion von Werder Bremen Foto: Privat

Von unserem Gastautor Thomas Hafke

Die Bundesliga ist wieder los gegangen und die Fans kommen zurück in die Stadien und mit ihnen eventuell auch die alten Probleme wie Gewalt und Rechtsextremismus. Immerhin haben in den Stadien heute Rassismus und Rechtsextremismus abgenommen. Dafür haben die Fans selbst und auch die Vereine gesorgt, die mittlerweile aktiver sind Menschenfeindlichkeit beim Fußball einzudämmen oder Nazis zu verbannen. Es bleibt zu hoffen, dass sich dies durch Corona nicht ändert. Allerdings gilt dies nicht für die Welt im Internet, wo Fans nach wie vor beinahe ungehindert andere Menschen diskriminieren können.

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Little Istanbul und Chinatown im Ruhrgebiet

Kaiser-Wilhelm-Straße in Duisburg Marxloh Foto: Cfbolz Lizenz: CC-BY 4.0

Unser Gastautor Wilhelm Klümper hat einen Vorschlag für die Revitalisierung von Stadtteilen im Ruhrgebiet.

Die meisten türkischen Migranten im Ruhrgebiet leben weitgehend unter sich, in den einstmals stolzen Arbeiterstadtteilen. Die von den Stadtplanern erhoffte soziale und ethnische Mischung mit der deutschen Bevölkerung nach der ersten türkischen Einwanderungswelle in den 1970er Jahren ist gründlich misslungen.

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Immer am 11. September läuten die Glocken der Christuskirche in Bochum

Christuskirche Foto: Ayla Wessel Lizenz: Copyright

Die Glocken der Christuskirche Bochum läuten nur einmal im Jahr: immer am 11. September von 14:46 bis 15:03 Uhr. Sie erinnern an die Opfer des Terrors und daran, dass es an diesem Tag vor 19 Jahren etwas gegeben hat, was es nie zuvor gegeben hat: ein weltweites Mitfühlen, das Menschen über alle Unterschiede hinweg miteinander verbunden hat. Als hätte die Menschheit für einen Moment die Augen aufgeschlagen. Heute flirtet eine Hautevolee mit Achille Mbembe, dem Philosophen des Terrors, er nennt die liberalen Demokratien „demokratische Regime“.  Von unserem Gastautor Thomas Wessel.

“Ort: Bochum. Bezeichnung: Christuskirche. Zeitpunkt des Luftangriffs: Nacht vom 13. zum 14. Mai 1943. Art der Beschädigung: T.” Eine dürre Mitteilung auf dünnem Papier. T steht für “Totalverlust”, darunter der Zusatz “bis auf den Turm”. Die Bochumer Presse  –  Guernica lag zerbombt, Rotterdam, Warschau, Coventry  –  empörte sich über „das kulturschänderische

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Alfred Ries: Eine nicht abgeschlossene Geschichte über deutschen Neid und Antisemitismus.

Thomas Hakfe vor dem Stadion von Werder Bremen Foto: Privat

Der ehemalige Werder-Präsident, Geschäftsführer der Böttcherstraße, Diplomat für die Bundesrepublik, Rotarier und DFB- sowie DSB-Vorstandsmitglied Alfred Ries war Jude. Das wurde ihm zum Verhängnis – in mehrfacher Hinsicht. Von unserem Gastautor Thomas Hafke.

Alfred Ries, geboren 1897 in ordentlichen Verhältnissen in Bremen, wurde mit 12 Jahren Werder-Mitglied. Im bürgerlichen Verein aus der Bremer Neustadt engagierte er sich für die verschiedensten Sportarten des SV von 1899, der anfangs als Fußballclub gegründet worden war.

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Corona: „Das Gaspedal muss warten, leider noch eine ganze Weile!“


Von unserem Gastautor Dirk Specht.

Dass Covid-19 sich nicht von selbst verzogen hat und auch im Sommer sehr aktiv sein kann, sieht man an den Daten der USA, wo mangels Gegenmaßnahmen wie ein Uhrwerk Neuinfektionen und ebenso Sterbefälle erzeugt werden. Auch die Gerüchte über abschwächende Mutationen des Virus lassen sich in den großen Zahlen nicht ablesen. Es war insofern richtig, auch den Sommer in Europa nicht zur coronafreien Zeit zu erklären.

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