Als ich im Jahre 2001 begann, mit Menschen zu arbeiten, lebensberatend und schamanisch-magisch, als Hexe tätig zu werden, entwickelte sich das langsam und aus sich selbst heraus. Damals gab es von etwa 10 Leuten, mit denen ich arbeitete, vielleicht mal einen, der in die Richtung des Schamanen oder der Hexe wollte, ein paar mehr vielleicht, die überlegten, in die Heilpraktische Schiene zu gehen. Heute sind es von 10 Menschen, mit denen ich arbeite oder die in den Laden kommen, mindestens 8, die unbedingt Heilerin/ Heiler oder gleich Schamanin werden wollen. Oder schon sind. Am besten noch alles zusammen, Heiler, Schamane, Druide, Hexe, Engel Medium, etc. Ein wütender Gastbeitrag von Hexe Minerva Winter.
„Die deutsche Chemie war in besonderem Maße in einer Krise“

Erhard Meyer-Galow war bis 1998 Vorstandsvorsitzender der Hüls AG und der Stinnes AG – dem Chemiezweig und der Handelstochter der damaligen VEBA und ist Honorarprofessor für Wirtschaftschemie. Unser Gastautor Leo D. Hoffmann hat sich mit Meyer-Galow über Ethik und eine sich schneller drehende Welt unterhalten, in der Leistung über alles geht.
Leo D. Hoffmann: Lieber Herr Meyer-Galow. Schön daß Sie Zeit gefunden haben. Ihre Vita lässt sich ohne Chemie nicht lesen: Sie sind Chemiker, waren bis 1998 Vorstandsvorsitzender der damaligen Hüls AG. Sie waren Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Seit 2012 haben Sie eine eigene Stiftung, die Innovationen in der chemischen Industrie auszeichnet. Wie kam der Mensch Meyer-Galow zur Chemie?
Das Moersfestival erfindet sich neu

TALIBAM! BIG IMPAKT nennt sich die Spontanformation aus 9 Schlagzeugern und einem Synthesizer, die am Pfingstmontag um 21 Uhr nochmal ordentlich Alarm macht. Ein Tsunami aus Rythmus und Energie gibt einem erschöpft-aber-glücklichem Publikum in der Moerser Festivalhalle (die der örtliche Stromversorger stilsicher in ENNI.eventhalle umgetauft hat) für eine halbe Stunde den ersehnten Rest, bevor Festivalleiter Tim Isfort noch rasch ein paar Abschiedworte los wird: „Tschüss, bis zum nächsten Jahr.“ Eine recht lapidare Ansprache angesichts der Tatsache, daß soeben eins der bemerkenswertesten Moersfestivals der letzten Jahre zuende gegangen ist. Eine Rettung in letzter Sekunde, könnte man auch sagen – und der Patient ist bester Laune. Von unserem Gastautor Matthias Heße.
Der Reihe nach: 1972 als Internationales New Jazz Festival Moers an den Start gegangen, erobert sich das Pfingstevent rasch den Ruf als eines der wichtigsten Festivals für Free Jazz überhaupt. Auch wenn es aus konservativen Kreisen der Moerser Bürgerschaft permanente Anfeindungen ob des atonalen Krachs, der kiffenden Hippies, der Müllberge und nicht zuletzt des städtischen Zuschusses wegen ausgesetzt ist, spült es einmal jährlich internationales Renomee in das sonst eher verschlafene Städtchen westlich von Duisburg.
Urlaub in Gelsenkirchen!

Gelsenkirchen. Laut ZDF-Studie auf Rang 401 von 401 deutschen Städten und Kreisen. Das war einmal. Von unserem Gastautor Horst Wnuck.
Was die Studie übersehen hat, ist ein achtseitiger Prospekt, den „der Oberbürgermeister“ der „Stadt Gelsenkirchen“ bereits im April 2018 veröffentlicht hat. Dieses Werk der „Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit in Zusammenarbeit mit der smg – Stadtmarketing Gesellschaft Gelsenkirchen“, allesamt offenbar echte Tausendsassa, ist jedenfalls jeden Cent wert.
Um es vorweg zu nehmen: Strukturwandel war gestern – dieser Prospekt zeigt, wo es in Zukunft lang geht. Die Zukunft findet in Gelsenkirchen schon heute längst statt.
Besser sprechen für eine bessere Welt

Wenn „Fahrzeugführende“ auf „zu Fuß Gehende” treffen, freuen sich Gendergerechtigkeit Pflegende über so viel sprachliche Korrektheit. Von unserem Gastautor Matthias Kraus.
Die heteronormative Mehrheit kommt mit gendergerechter Sprache nicht gut klar. Sie stammt halt nicht aus der Gosse der Umgangssprache, ganz im Gegenteil, man hat sie an Universitäten ersonnen und setzt sie nun von oben um. Bei „Belles Lettres“ – Deutsch für Dichter und Denker“ sezierte Sprachästhet und Schriftsteller Daniel Scholten schon 2014 die Hintergründe und Konsequenzen dieser Ausdrucksoptimierung. Zum Beispiel wurde 2013 die deutsche Straßenverkehrsordnung genderneutral umgeschrieben. Fußgänger sind nun „zu Fuß Gehende“. Viele Wörter, für die bislang die Unschuldsvermutung galt, werden heute als diskriminierend erkannt. Also werden sie so umformuliert, dass die ihnen innewohnende toxische Männlichkeit nicht länger Schaden anrichten kann.
Wie Deutschlands Medien aus Nahost „berichten“

Israel greift Dutzende iranische Stellungen in Syrien an, titelt die Süddeutsche. Eskalation im Nahen Osten: Israel greift iranische Stellungen in Syrien an, so t-online. Israel greift Dutzende iranische Ziele in Syrien an, behauptet der MDR. Israels Armee greift zahlreiche iranische Ziele in Syrien an, lautet die Ansicht der Deutschen Welle. Unter dem Titel „Israel greift iranische Ziele in Syrien an“ heißt es auch bei der Tagesschau: „Jetzt haben iranische Truppen in Syrien offenbar Stellungen auf dem Golan mit Raketen beschossen. Israel reagierte mit Angriffen auf Ziele in Syrien.“ Anders ausgedrückt: iranische Raketen wurden nur „offenbar“ auf Israel abgeschossen, aber die israelische Reaktion darauf ist ein Fakt. Von unserem Gastautor von Ulrich W. Sahm.
Der unbedarfte Leser muss zum Schluss kommen, dass Iran vielleicht gar keine Raketen abgeschossen hat und dass das nur eine bedingt glaubwürdige israelische Behauptung ist. Obgleich die Iraner eben noch „offenbar“ Israel beschossen haben, werden dann aber syrische Staatsmedien zitiert, denen die Tagesschau mehr Glaubwürdigkeit zugesteht, als dem israelischen Militärsprecher.
Iran-Deal: „Wenn ein Tag gut gewählt für die Erklärung aus Washington war, dann der 8. Mai“

Der Publizist Thomas von der Osten-Sacken, schrieb gestern Abend auf Facebook, warum der 8. Mai ein gutes Datum für den Ausstieg der USA aus dem Iran-Deal ist. Thomas von der Osten-Sacken hat uns gestattet, den Text hier ebenfalls zu veröffentlichen.
Dass der US-Präsident ausgerechnet am 8. Mai dieses Statement zum Iran abgibt, mag Koinzidenz sein.
Die Reaktionen aus Deutschland sind es nicht. Während man noch irgendwelche „Nie-Wieder-Rituale“ durchhechelt, ist das Entsetzen groß.
Man mag von Trump halten, was man will, er benennt das Kind beim Namen und fordert den Iran auf „to-Cease its support for terrorists, extremists, and regional proxies, such as Hizballah, Hamas, the Taliban, and al-Qa’ida.· End its publicly declared quest to destroy Israel.“
1.600.000 jüdische Soldaten kämpften gegen Nazideutschland

Das ist Maurice Rose – der erste Alliierten-General, der am 12. Dezember 1944 deutschen Boden betrat. Seiner 3. Panzerdivision, die in Afrika, Italien, Frankreich und schließlich in Deutschland kämpfte, eilte ein legendärer Ruf voraus, als Rose im März ’45 bei der Eroberung Paderborns von einem Scharfschützen erschossen wurde. Von unserer Gastautorin Judith Kessler.
Er war einer von 550.000 jüdischen US-Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland kämpften und maßgeblichen Anteil am Sieg der Alliierten hatten. Der Beitrag, der von jüdischen Soldaten wie ihm im Kampf gegen Deutschland und die Achsenmächte geleistet wurde, ist ein größtenteils unbekanntes Kapitel, da sich Berichte über den jüdischen Widerstand meistens auf Partisanen und Ghetto-Aufstände konzentrieren.
Hallo Atom, wollen wir es noch einmal miteinander versuchen?

Die Atomkraft macht vielen Angst, dabei geht nüchtern betrachtet von ihr wenig Gefahr aus. Und Thorium-Flüssigsalzreaktoren haben großes Potential. Von unserem Gastautor Matthias Kraus
Als Lilli drei Jahre alt war, bat sie mich jeden Abend, nachzusehen, ob unter ihrem Bett auch wirklich kein Krokodil sitzt. Was wir nicht sehen können, ist halt immer am unheimlichsten, besonders, wenn wir uns sicher sind, dass „es“ da ist. Alle Kinder durchlaufen eine Phase magischen Denkens. Sie meinen dann zum Beispiel, dass ihr Denken oder Tun Einfluss auf unzusammenhängende Ereignisse hat. Erwachsene sind auch nicht frei davon. Manche stecken Nadeln in Puppen, um den in Wolle nachempfundenen Unglückswurm nach Voodoo-Art zu verwünschen, andere konzentrieren sich auf Löffel und Gabeln, um sie zur Unbrauchbarkeit zu verbiegen und aufgeschlossene Innenarchitekten stimmen die Geister der Luft und des Wassers mit Hilfe von Feng Shui gewogen.
Die Erben der Böhsen Onkelz

Die umstrittene Band Frei.Wild gastiert in Düsseldorf. Von unserem Gastautor Mathias Meis.
Diese Geschichte muss von Beginn an erzählt werden. Und sie beginnt nicht etwa mit dem ersten Gitarrenschlag Philipp Burgers am vergangenen Freitag im Rather ISS Dome. Sie beginnt vor etwa 18 Jahren. Philipp Burger ist zu dieser Zeit Skinhead und überzeugter Neonazi. Er ist Sänger und Gitarrist der Rechtsrock-Band Kaiserjäger, die dumpfen und uninspirierten
