Israel: „Dieser Krieg musste bis zum Ende ausgefochten werden“


Am 19. April feiert Israel seinen Unabhängigkeitstag. Unser Gastautor Oliver Vrankovic beschreibt den Kampf um die Staatsgründung.

„Ein Staat wird dem Volk nicht einfach auf einem Silbertablett serviert.“
Chaim Weizmann

Die Erde entwickelt sich noch!
Der glänzende Himmel wird langsam blasser
über rauchenden Grenzen.
Tief betrübt, aber immer noch am Leben, ist ein Volk bereit
Das Wunder zu begrüßen.
Vorbereitet, warten sie unter dem Mond,
Eingehüllt in furchterregende Freude, vor dem Licht.
– dann, bald,
Ein Mädchen und ein Junge treten heraus,
Und gehen langsam vor die wartende Nation;

In Arbeitskleidung und schweren Schuhen
Klettern sie
In Stille.
Sie tragen noch das
Gewand der Schlacht, den Schmutz
Des schmerzenden Tages und der feuererfüllten Nacht
Ungewaschen, erschöpft bis zum Tod, Ruhe nicht kennend,
Tragen sie ihre Jugend wie Tautropfen im Haar,
– still kommen die beiden näher
und stehen.
Gehören sie zu den Lebenden oder den Toten?
Durch staunende Tränen starrt das Volk.
„Wer seid ihr, ihr stillen zwei?”
Und sie antworten: „ Wir sind das Silbertablett
Auf dem euch der jüdische Staat serviert wurde.”

(Nathan Altermann – „Das Silbertablett“)

1947 wurde im UN Sicherheitsrat die Teilung des Mandatsgebiets in einen jüdischen und einen arabischen Staat beschlossen. Die überschwängliche Begeisterung unter den Juden wich schon bald der Besorgnis. Die palästinensischen Araber griffen als Reaktion auf den Teilungsplan zu den Waffen. Im Mandatsgebiet brach der jüdisch-arabische Bürgerkrieg aus. Er sollte den Auftakt zu einem Befreiungskrieg für das jüdische Gemeinwesen werden, in dessen Verlauf sich die Juden nicht nur gegen lokale Milizen und Banden, sondern auch gegen reguläre Armeen behaupten sollten.

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Die Apokalypse ist bislang ausgeblieben

Biblische Darstellung Buch change me! Kapitel 9 Bild: Distant Shores Media/Sweet Publishing Lizenz: CC BY-SA 3.0)


Seit Jahrzehnten sterben wir alle – durch Atomkrieg, Waldsterben, Bevölkerungswachstum, Klimawandel. Seltsamerweise ist die säkulare Apokalypse bisher ausgeblieben. Von unserem Gastautor Matthias Kraus.

Als ich in den 1980ern Abi machte, war die große Frage: Wozu? Denn eines galt als gesetzt: Das neue Jahrtausend werden wir nicht mehr erleben. Okay, vielleicht ein paar Reiche. Fraglich nur, ob die wenigen Bonzen, die den wegen der Aufrüstungsspirale unausweichlich bevorstehenden Atomkrieg in ihren Privatbunkern überleben würden, zu beneiden wären. Fünf Jahre zuvor war ich noch zu jung, um die damals größte globale Gefahr zu begreifen: Die nächste Eiszeit, so warnten Forscher, könnte bevorstehen.

Mit der Adoleszenz kam das Waldsterben: Saurer Regen zerstörte den deutschen Wald, schon

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Warum wir über den Islam reden sollten

Hart aber fair, Sendung vom 9. April 2018. Frank Plasberg diskutiert das Thema: „Islam ausgrenzen, Muslime integrieren – kann das funktionieren?“ Gruppenfoto: Hamed Abdel-Samad, deutsch-ägyptischer Politikwissenschaftler, Buchautor Joachim Herrmann, CSU, Bayerischer Staatsminister des Innern und für Integration Enissa Amani, Comedian, Schauspielerin und Moderatorin Frank Plasberg, Moderator Du‘ A Zeitun, Streetworkerin Cem Özdemir, Bundestagsabgeordneter Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)


Unsere Gastautorin Anastasia Iosseliani hat nach der Show „Hart aber fair“ einen offenen Brief an Enissa Amani geschrieben. 

Liebe Frau Amani

am Montag  hatten Sie die Möglichkeit in der Talksendung «Hart aber fair» mit Ihrer Ignoranz hausieren zu gehen. Ihnen war scheinbar nicht klar, warum in einer Sendung, in welcher der Islam das Thema des Abends war, über den Islam und nicht über Kuba oder das Judentum gesprochen wurde. Deshalb erkläre ich Ihnen hier und jetzt, warum und weshalb man über den Islam im Allgemeinen und der Präsenz des Islam in West- und Mitteleuropa gesprochen werden muss.

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Facebook-Anhörung: Nicht die alten Knacker unterschätzen

Mark Zuckerberg Foto: Friesehamburg Lizenz: CC BY-SA 4.0


Unser Gastautor Robert Basic warnt vor Witzen über das Alter der Politiker, die gestern Facebook-Chef Mark Zuckerberg vernommen haben.

Es ist schon etwas länger her, dass ich vor einem Publikum aus vielen alten weißen Männern in gut sitzenden Anzügen Social Networking zu erklären versuchte, als niemand so genau wusste, was das Zeug eigentlich sein soll und was daraus wird. OpenBC war gerade erst geboren, MySpace machte sich auf, die Weltbühne zu betreten, die Wikipedia war noch jung, YouTube war noch nicht geboren, Marc Zuckerberg kopierte just eine Idee von zwei Brüdern namens Winklevoss, die später einen Schnapper vor Gericht zugestanden bekamen.

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Die Blaue Bude


In den letzten Wochen hatte ich die Gelegenheit, über die  Bedeutung des Wortes „Wir“ nachzudenken. Denn meist wird es heute einengend, und zugleich ausgrenzend verwendet. Von unserem Gastautor Helmut Junge. 

Der Anlaß war ein Besuch meines Freundes Gilbert aus fernen Kindheitstagen an meinem Ausstellungstand auf dem Kunstmarkt in Duisburg-Ruhrort im letzten Sommer.

Er fragte mich ob ich mich mit einem Vortrag und einer Ausstellung an einem Projekt in Dinslaken-Lohberg beteiligen würde, Er und eine Kollegin würden dort ehrenamtlich ein Projekt mit dem Namen „Blaue Bude“ organisieren.

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Sicherheit: Was wäre also noch zu verbieten?


Ob im öffentlichen Nahverkehr, beim Sex oder im Internet: Überall sollen offizielle Maßnahmen oder Kampagnen für „mehr Sicherheit“ sorgen. Ihr realer Nutzen ist fraglich. Von unserem Gastautor Christoph Lemmer.

In der Münchner U-Bahn ist es seit einigen Jahren während der morgendlichen Stoßzeit üblich, Fahrgäste beim Einsteigen in die Züge notstandshalber zu betreuen. Immer kurz vor dem Einlaufen eines Zuges stellen sich uniformierte Männer oder Frauen, dunkle Einheitshose, orangefarbene Sicherheitsweste, an den Bahnsteigrand und halten die Massen davon ab, sich vor den Triebwagen zu werfen. Gleichzeitig spricht der Chef der Truppe Anweisungen in sein drahtloses Mikrofon, zu hören über die Lautsprecheranlage in der Station. Abstand halten,

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Der Iran als Wille und Wahnvorstellung

Photo by Majid Korang beheshti on Unsplash

Wer im iranischen „Präsidenten“ Hassan Rohani einen Reformer á la Gorbatschow erkennen will, hat mindestens einen Knick in der Optik. Die Macht ist immer noch in den Händen einer faschistischen Clique und Rohani hat unschuldiges Blut an seinen Präsidentenfingern. Eine Abrechnung von unserer Gastautorin Anastasia Iosseliani.

Liebe Ladies und Fellas!

Kürzlich publizierte der Politologe Ali Fatollah-Nejad, der unter meinen persischen Diaspora-Freunden als Regime-Apologet gilt, einen Beitrag für das „Iran-Journal“. In diesem Artikel spricht er dem Regime der Islamischen Republik zu Teheran praktisch jeglichen Willen und die Fähigkeit zur Reform ab. D.h. der gute Herr Fatollah-Nejad ist halbwegs aufgewacht. Dies gilt allerdings nicht für alle Regime-Apologeten. Und um genau diese Personengruppe soll es hier gehen.

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Was Cambridge Analytica (und andere) aus unseren Facebook-Daten herauslesen können: Ein Selbstversuch

Homepage von Cambridge Analytica Quelle: Screenshot


Eigentlich war schon lange bekannt, welche Rolle die Big-Data-Firma Cambridge Analytica in Donald Trumps Wahlkampf gespielt hatte. Schon im Jahr 2016 hatte Alexander Nix, der soeben gefeuerte CEO, einen Vortrag zum Thema „The Power of Big Data and Psychographics“öffentlich gemacht, in dem er anpries, mit welchen Methoden Cambridge Analytica auch extrem unsympathischen und politisch inkompetenten Kandidaten (zuerst Ted Cruz, dann Donald Trump) zu Wahlerfolgen verhelfen konnte (https://www.youtube.com/watch?v=n8Dd5aVXLCc). Unser Gastautor Volker Eichener ist Professor für Politikwissenschaft an der Hochschule Düsseldorf.

Die Methode wurde wie folgt dargestellt: Als erstes werden über jeden einzelnen Bürger so viele Daten gesammelt wie möglich, insbesondere demographische Daten (Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Religion, Einkommen, Vermögen etc.), psychographische Daten (Konsumverhalten, Lebensstil, Reaktion auf Werbung, politisches und gesellschaftliches

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Lässig in die Ferien


Verdi kündigt Chaos an! Das Gegenteil trifft ein! Die Flughäfen Düsseldorf und

Köln/Bonn bewältigen dagegen Osterreiseverkehr lässig. Woher kommen die Tartaren-
Meldungen vor jedem Ferienstart? Die zwielichtige Rolle des Verdi-Funktionärs Özay
Tarim.Von unserer Gastautorin Canan Gündem.

Wer zu Beginn der Osterferien von den NRW-Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn in
Richtung Urlaub abhob, der rieb sich fast verwundert die Augen. Fast kontemplative
Ruhe zwischen den Flugsteigen. Alle Abfertigungstrecken besetzt. Die Wartezeit
pendelte zwischen drei und acht Minuten. Dabei hatten zahlreiche Medien vorher ein
ganz anders Bild gezeichnet: Die Rheinische Post befürchtete das „Chaos“, der
Düsseldorfer Express wies auf den mit Sicherheit kommenden „Warte-Wahnsinn“ hin.
Immer zitiert in diesen Horror-Szenarien wird der Ver.di Funktionär Özay Tarim. Der
beklagt regelmäßig im Vorfeld der Reisezeit mangelnde Sicherheit wegen überlasteter
Luftsicherheitsassistenten (genannt „LuSis“), den fehlenden Ausbildungsstand oder die
hohe Krankenquote gegenüber den Medien. Und er liefert fleißig so genannte

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Moers-Festival 2018: Das Programm zu Pfingsten steht

Pressekonferenz Moers 2018

2017 war ein Jahr des Umbruchs für das traditionsreiche Festival, das seit 1972 immer wieder Tausende Musikbegeisterte aus ganz Europa an den linken Niederrhein zieht –oder je nach Sichtweise an den westlichsten Rand des Ruhrgebiets. Von unserem Gastautor Matthias Heße.

2017 löste Tim Isfort Rainer Michalke als künstlerischen Leiter des „Jazz“ (wie es bei den Eingeborenen lapidar genannt wird) ab und verordnete dem zwar hochkarätigen, aber auch etwas in die Jahre gekommenen Großereignis eine Frischzellenkur, die nicht nur für die zahlenden Festivalbesucher, sondern in der gesamten Stadt spürbar war. Der Auftritt der SWANS oder die Kollaboration der dänischen Saxophonistin Mette Rasmussen mit den

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