Eine am 27. Januar „We Remember“ Veranstaltung des Weiterbildungskollegs Emscher-Lippe ist durch eine irreführende Überschrift der Zeitung „Der Westen“ unter die Räder geraten. Unser Gastautor Gaby Spronz ist Mitglied des Aktionsforums Israel.
Dass der Artikel selbst sachlich und korrekt verfasst wurde konnte dies nicht wettmachen. Alleine die Überschrift „Holocaust-Gedenk-Aktion an Gelsenkirchener Schule – Moslemische Schüler verweigern sich“ hat für internationalen Aufruhr gesorgt. Die Englisch sprachige Zeitung JPost hat den Titel aufgegriffen, darauf fokussierend berichtet und schon kommen vernichtende Reaktionen selbst aus den USA.
Foto: Jon Rawlinson via Flickr (CC BY 2.0 / bearbeitet)
Ein neues Buch nimmt den westlichen Neo-Rassismus auseinander. Von unserem Gastautorin Terri Murray
Selbsternannte „Progressive“ aus dem Mainstream neigen dazu, Multikulturalismus und Vielfalt von Natur aus gut zu finden und für etwas zu halten, das nur Rassisten und Vorurteilsbeladene in Zweifel ziehen würden. Deshalb mischt das neue Buch des schwedischen Soziologen Goran Adamson, „The Trojan Horse. A Leftist Critique of Multiculturalism in the West“ (2015), die Debatte auf. Es liefert eine klare Kritik der Diversitätsideologie und zwar aus einer progressiven Perspektive. Es zeigt besonders, wie Vernunft, Freiheit und Individualität, die Grundpfeiler von Demokratie und Bürgerrechten, von der Ideologie des Multikulturalismus untergraben werden, indem Partikularidentitäten und -rechte über die universelle politische Freiheit gestellt werden.
Wer wie ich gelegentlich nachmittags mit dem Auto durchs Ruhrgebiet fährt (Ich besitze ja die Muße dafür), der wird feststellen, wie massiv das „alte Ruhrgebiet“ noch existiert. Besonders natürlich in den Vororten (Essen oder Gelsenkirchen zum Beispiel). Du durchquerst über lange Strecken Straßenzüge mit schlichter Nachkriegsarchitektur, Koloniegebäude, staubdunkle Häusergiebel, bislang noch nicht restaurierte Stuckfassaden, – dir begegnet eben all das, was das Ruhrgebiet in den Ruf gebracht hat, eine ziemlich hässliche, dreckige Ecke zu sein. Und doch, gerade dieses etwas Unwirtliche, diese Härte, die von diesen knochigen Häusern auszugehen scheint, vermittelt mir (beim Vorbeifahren) eine Vertrautheit und Nähe, die mir das Gefühl einer besonderen Zugehörigkeit vermitteln.
Natürlich steige ich nicht aus dem Wagen aus, weiß ich doch, dass mir dort kein traditioneller Bergmann, sondern ein Türke die Haustür öffnen würde. Doch gleichviel: Diese Veränderung verringert nicht meine Verbundenheit mit solchen Ruhrpott-Ecken. Mögen sie in den Stadtzentren Glitzerpaläste die Menge errichten (das „Palais Vest“ in RE, welch ein Name!), für mich liegt die Seele des Ruhrgebiets nach wie vor in diesen Vorstadt-Ecken, wo die Zeit (zumindest vom äußeren Anschein her) stehen geblieben zu sein scheint. Doch sie hat sich natürlich weiterbewegt!
Es ist paradox, dass ich in solchen Momenten ein bestimmtes Heimatgefühl gerade in diesen Stadtteilvierteln erlebe, die man NIE einem konventionell denkenden Besucher zeigen würde. Mit Stolz womöglich. Nein, nein, nicht denkbar! Aber gerade das macht das Wohlgefühl gegenüber diesem eher versehrten, bedürftigen, im traditionellen Sinne unansehnlichen urbanen Gelände so spannend. Wir haben es ganz für uns allein!
Kleiner Singvogelkiller Foto: Public DomainEs war Sommer, stahlblauer Himmel, gleißendes Licht, die Luft roch nach Abenteuer und Mittagessen, als Mutter uns Kindern, blass und mit ernster Miene, die schreckliche Nachricht überbrachte: „Lisa ist tot.“ Überfahren. Direkt vor unserem Haus. Lisa war als Katzenbaby zu unserer sechsköpfigen Familie gestoßen und sofort zum Liebling aller aufgestiegen. Nun lag sie nur zwei Jahre später unter einem rosa blühenden Berglorbeer im Garten. Mit einer Schaufel dort hingeworfen. Ihre Augen quollen etwas aus den Höhlen, aus dem halb geöffneten Maul war Blut geflossen, Fliegen krabbelten auf ihrem Gesicht herum. Ich weinte bittere Tränen. Ich werde diesen grässlichen Anblick nie vergessen.
Warum ich einen Artikel über Katzensteuer mit so einer traurigen Geschichte beginne? Weil ich es kann. Von unserem Gastautor Benjamin Weissinger.
Und um zu verdeutlichen, dass ich die Katzen liebe. Meine Katzen haltenden Freunde wie auch alle anderen mögen es mir verzeihen, aber das Thema ist nun einmal da. Passiert hin und wieder.
Katzensteuer – wem fällt sowas ein? Meist sind es Hundehalter, die das Thema lancieren, weil sie es überhaupt nicht einsehen können, dass sie für ihre Vierbeiner Steuern zahlen müssen, die Katzenhalter aber nicht. Das weckt also ihren Gerechtigkeitssinn. Es ist der uralte Kampf zwischen Hunden und Katzen, ausgetragen von Menschen.
370 Euro pro Jahr zahlt jeder Bürger bereits jetzt für die Energiewende. Das ist erst der Anfang. Die Kosten explodieren, der Nutzen ist zweifelhaft. Von unserem Gastautor Heinz Horeis.
Nach dem Pariser Klimagipfel geben Politiker und Aktivisten nun ordentlich Gas: In wenigen Jahrzehnten soll sich die Energieversorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen speisen. Gelten soll dies für Strom, Verkehr und Wärme. Diese radikale Energiewende, von den Protagonisten „Sektorkopplung“ genannt, ist inzwischen offizielles Ziel deutscher Energiepolitik. Das Vorhaben ist abenteuerlich und würde das Ende Deutschlands als moderner Industrienation bedeuten, setzte man es tatsächlich um.
Gebracht hat uns die Energiewende nach knapp zwei Jahrzehnten die höchsten Strompreise, Energiearmut für die Ärmsten und ein verschandeltes Land. Ein ehemals ausgezeichnet funktionierendes Energiesystem ist schwer angeschlagen; das neue, „erneuerbare“ System hat
Heute nun der nächste Teil der Serie ‚Juden im deutschen Fußball‘ unseres Gastautors Thomas Weigle:
Betrachtet man den jüdischen Fußball während der NS-Zeit, so sind es nicht nur die immer härteren Brutalitäten der Nazis, die die Sportausübung der ausgegrenzten Juden behinderten, sondern auch die Tatsache, dass Fußball fast nur dort möglich war, wo es größere jüdische Populationen gab, nicht aber oder kaum auf dem flachen Land.
Die NS-Mehrheitsgesellschaft war nur zu einem geringen Teil aktiver Täter, selbst in der Reichspogromnacht. Aber sie duldete das verbrecherische Geschehen und wurde damit zum Komplizen von Verbrechern, die ihre Taten „als höchste Form des Humanismus“ darstellten, da sie „Menschen in erhaltenswerte Reine und nicht erhaltenswerte Reine“ aufteilten( V. Grossmann). Den zu „Unreinen“ erklärten jüdischen Deutschen standen nur wenige Sportstätten zur Verfügung und man kann sich vorstellen, in welchem Zustand Fußballplätze waren, die von mehreren Vereinen genutzt werden mussten, zumal auch den auch finanziell bedrängten Juden oftmals die Mittel fehlten, die genutzten Plätze vernünftig zu restaurieren.
Katil 301 – Mörder 301 – gemeint ist der Paragraph 301 des türkischen Strafgesetzbuches, der die „Herabwürdigung des Türkentums“ unter Strafe stellt. Unter dieser Anklage stand Hrant Dink in seinem letzten Prozess. Foto: Saban Dayanan
Heute vor 10 Jahren wurde Hrant Dink, Herausgeber der armenisch-türkischen Wochenzeitung AGOS in Istanbul erschossen. Auch im zehnten Jahren der Ermordung sind die Drahtzieher dieses politischen Mordes noch immer nicht zur Rechenschaft gezogen.Von unserem Gastautor Ilias Kevork Uyar.
Der armenische Journalist und Menschenrechtsaktivist wurde am 19. Januar 2007 auf offener Straße kaltblütig erschossen. Was viele befürchtet hatten, wurde wahr. Hrant wurde umgebracht, seine Gedanken wurden zu gefährlich.
Vorausgegangen war eine lange, öffentliche Treibjagd auf ihn. Unverhohlene Drohungen von Nationalisten, mediale Kampagnen, die ihn als Landesverräter, als Feind der Türken zur Zielscheibe abstempelten, wurden immer lebensbedrohlicher. Die Justiz tat ihr Übriges, nationalistische Staatsanwälte überzogen Dink mit Prozessen nach dem Paragraph 301 des türkischen Strafgesetzbuches, der die „Herabwürdigung des Türkentums“ unter Strafe stellt.
Unter dem Druck der sogenannten Haushaltssanierung der Stadt Essen haben sich die beiden Verkehrsgesellschaften Mülheims und Essens nach langen Verhandlungen zur Bildung eines gemeinsamen Verkehrsverbunds durchgerungen. Erklärtes Ziel: Geld einsparen. Unsere Gastautorin Janina Herff ist für die Ratsgruppe Schöner Links Ratsfrau im Rat der Stadt Essen.
Geld einsparen: Das, was die Führungsspitze darunter versteht, lässt einem nahezu das Frühstücksbrötchen im Hals stecken. Während der Belegschaft Vergünstigungen wie Familientickets und Jubiläumsgeld gestrichen werden und unbefristete Beschäftigungsverhältnisse in befristete umgewandelt werden, greift die Spitze kräftig zu und erhöht ihre Gehälter auf satte 250.000 Euro plus Versorgungsbezüge. Eine Erhöhung, die über den Daumen gepeilt den Einstiegsgehältern von gleich 10 Busfahrern entspricht.
Die EVAG spricht von der Erhöhung, als sei sie ein „ganz normalen Vorgang“ im Rahmen einer
Der russische Journalist Alexey Kovalev hat sich nach der Pressekonfenerenz Trumps, in deren Verlauf er sich weigerte, einem Reporter von CNN Fragen zu beantworten, mit nachfolgendem Text an US-Journalisten gewandt. Er berichtet um Umgang Putins mit der Presse und prophezeit ihnen, dass Trump es nicht anders machen wird. Der Text beschreibt gut den Umgang autoritärer Politiker mit der Presse und ist so von allgemeinem Interesse. Und er ist verdammt gut geschrieben. Eine deutsche Übersetzung findet ihr bei den Salonkolumnisten.
Congratulations, US media! You’ve just covered your first press conference of an authoritarian leader with a massive ego and a deep disdain for your trade and everything you hold dear. We in Russia have been doing it for 12 years now — with a short hiatus when our leader wasn’t technically our leader — so quite a few things during Donald Trump’s press conference rang my bells. Not just mine, in fact — read this excellent round-up in The Moscow Times.
Vladimir Putin’s annual pressers are supposed to be the media event of the year. They are
Akbar Hashemi Rafsanjani mit seiner Tochter Foto: Siamak Ebrahimi Lizenz: CC BY 4.0
Akbar Hashemi Rafsanjani, Vorsitzender des Schlichtungsrates der IRI war von 1988 bis 1989 Oberbefehlshaber der iranischen Streitkräfte, ist gestern an einem Herzinfarkt gestorben. Von unserem Gastautor Kazem Moussavi.
Er und sein damaliger Adjutant Hassan Rouhani sind für tausende Morde im Iran-Irak Krieg verantwortlich.
Rafsanjani zählte zu dem brutalsten Menschenrechtsverletzern des Nahen Ostens und galt als wichtigster Vertrauter des Revolutionsführers Ayatollah Khomeini. Er war unter anderen an den Massakern von 1988 nach Khomeinis religiöser Fatwa an Tausenden oppositionellen politischen Gefangen im Iran mitbeteiligt. Nach dem Tod Khomeinis hatte er 1989 im Wächterrat Ali Khamenei zur Wahl zum religiösen Führer des Iran verholfen.
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