„Beim letzten Mal, als der FC Bayern in der Bundesliga gewann, hatte England noch eine Königin“

Am Stadion in München. Foto: Robin Patzwaldt

Bevor die Fußball-Bundesliga jetzt in die zweiwöchige Pause geht, dürfen wir das Thema FC Bayern München natürlich auch hier bei den Ruhrbaronen nicht völlig ignorieren. Dass der Rekordmeister vier Bundesligaspiele in Serie nicht gewinnen konnte, ist natürlich höchst bemerkenswert.

Drei Unentschieden in direkter Folge (gegen Borussia Mönchengladbach (1:1), Union Berlin (1:1) und VfB Stuttgart (2:2)), folgte nun am vergangenen Wochenende eine 0:1-Niederlage beim FC Augsburg. Während Spötter sich schadenfroh zu Sprüchen wie „Beim letzten Mal, als der FC Bayern in der Bundesliga gewann, hatte England noch eine Königin“ hinreißen ließen, zeigt ein sachlicher Blick auf die reale sportliche Situation, dass zu Panik in München wahrlich noch kein Grund besteht.

Klar, nach sieben Spielen im Fußballoberhaus, steht der Rekordmeister von der Isar aktuell mit vergleichsweise mageren zwölf Punkten nur auf Platz 5. Das ist, gemessen an den Ansprüchen im Süden, natürlich unbefriedigend. Nach dem beeindruckenden Start in die neue Saison, darunter der 7:0-Kantersieg beim VfL Bochum, ist der Motor der Truppe von Julian Nagelsmann ins Stottern geraten. Das ist nicht zu übersehen.

Trotzdem ist der Rückstand in der Tabelle natürlich noch überschaubar. Fünf Punkte hinter Union Berlin zu liegen, ist für die Bayern sicherlich peinlich. Aber das auch nur, wenn man den Blick lediglich auf die Bundesliga richtet. Nicht vergessen werden darf bei der Bewertung des Starts in das neue Fußballjahr, dass die ersten Hürden im DFB-Pokal und UEFA Champions League von der Mannschaft souverän genommen wurden. Beim Drittligisten Viktoria Köln siegten die Bayern locker mit 5:0, in der Königsklasse liegt man nach Siegen bei Inter Mailand (2:0) und gegen den FC Barcelona mit Robert Lewandowski (2:0) ebenfalls souverän auf Kurs K.o.-Runde.

Natürlich muss es den Verantwortlichen zu denken geben, dass aktuell vier Ligaspiele lang nicht gewonnen wurde. Union Berlin als aktueller Tabellenführer wird jedoch am Ende sicherlich nicht der Gratmesser sein, wenn es um die nächste Meisterschaft für die Münchener geht.

Dann wird es auf den Vergleich mit Borussia Dortmund oder… tja, mit wem eigentlich…. ankommen. RB Leipzig? Die haben aktuell nur acht Punkte auf dem Konto. Bayer 04 Leverkusen? Die haben ganze fünf Zähler. Borussia Mönchengladbachbringt es, wie die Süddeutschen, auf deren zwölf. Aber Meister? Union Berlin (17) und der SC Freiburg (14) würden einen wohl auslachen, wenn man sie hier an dieser Stelle als ernsthaften Titelanwärter nennen würde.

Bleibt also letztendlich bisher nur der BVB (15). Und wie groß die Schwankungen dort sind, haben wir hier in den vergangenen Wochen ja immer wieder diskutiert. Die Dortmunder haben noch viel Arbeit vor sich, wie alle Experten jüngst meinten. Drei Punkte Vorsprung vor den Bayern mögen sich für die Anhängerschaft der Schwarzgelben derzeit prima anfühlen, doch der BVB hat in der Vergangenheit schon weit größere Vorsprünge auf die Bayern verzockt.

Ein Blick auf die Tabelle zeigt also, dass die Bayern bisher eigentlich gar nicht so katastrophal dastehen, wie es medial in diesen Tagen vielfach dargestellt wird. Im Gegensatz zu einigen Konkurrenten um den Titel in der Bundesliga, sind sie sogar vergleichsweise gut gestartet. Von den Champions League Teilnehmern liegt nur der BVB derzeit vor den Münchenern. Die anderen drei (Frankfurt (11 Punkte), Leipzig und Leverkusen) liegen noch hinter der Truppe von der Isar.

Dass Coach Julian Nagelsmann aktuell dennoch so sehr in der Kritik steht, sogar schon über den Namen Thomas Tuchel als sein möglicher Nachfolger diskutiert wird, ist lediglich eine Folge der extrem dominanten Leistungen in den Vorjahren. Der FC Bayern wird hier gerade einmal wieder, so scheint es zumindest, das Opfer der eigenen guten Tat. Jedenfalls ist das Alles beileibe noch kein Grund gleich so sehr in Panik zu geraten…

 

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2 Kommentare

  1. #1 | Walter Stach sagt am 20. September 2022 um 10:49 Uhr

    Robin,
    und wer wird Deutscher Meister?
    Ich denke, für die allermeisten Fußball-Fans ist die Antwort weiterhin zweifelsfrei : Der FC Bayern -trotz seiner momentanen „Ergebnis-Krise“., denn um mehr geht es m.E. nicht.

  2. #2 | Robin Patzwaldt sagt am 20. September 2022 um 12:31 Uhr

    Da bin ich ganz bei dir, Walter. Und genau deshalb ist die Krisenstimmung bei den Bayern aktuell ja auch ‚leicht‘ übertrieben, wie ich finde. Von den ernsthaften Konkurrenten um den Titel (wenn es denn überhaupt welcher gibt) liegt aktuell ja nur der BVB vor den Bayern. Und das auch nur um drei Punkte, was schon nach dem direkten Duell in knapp drei Wochen wieder anders sein kann. Denn in Dortmund waren die Münchener zuletzt immer stark…. Und der BVB muss am 1.10. nach Köln, was auch kein Selbstläufer werden wird.

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