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Beim VfL Bochum geht es aktuell in erster Linie um die fehlende Strategie


Der VfL Bochum hat sich heute Vormittag von einer der wohl größten ‘Kultfiguren’ des Ruhrgebietsfußballs getrennt. Trainer Peter Neururer wurde von seinen Aufgaben entbunden. Als Begründung, und das verwundert dann doch sehr, gab der Verein ‚vereinsschädigendes Verhalten‘ an.
Neururer soll Spieler, die sich negativ über einige Entscheidungsträger des Vereins geäußert haben in dieser Negativ-Meinung bestärkt haben. Heißt wohl im Klartext: Da dürfte es einen tiefen Riss zwischen den leitenden Angestellten und Entscheidungsträgern des Vereins geben.
Wer da konkret was über wen gesagt hat ist aktuell noch unbekannt. Es spielt letztendlich aber auch keine große Rolle. Höchstens für Neururer persönlich, der lt. SSNHD nun seinen Anwalt kontaktiert hat, den Vorwurf des vereinsschädigenden Verhaltens komplett abstreitet. Da dürfte es für ihn jetzt noch um eine kräftige Abfindung und die Rettung seiner Reputation als Cheftrainer gehen. Für die Fans und den Verein ist das Alles gar nicht mehr entscheidend. Die Entscheidung steht! Neururer leitet das Training nicht mehr, es muss nach vorne geblickt werden.

 
Als Neururer im Frühjahr 2013 nach ca. 4 Jahren Pause als Cheftrainer im Fußball an die Castroper Straße zurückkehrte, da gelang ihm mit dem abstiegsgefährdeten Team der damals von ihm erhoffte Klassenerhalt. Dafür wurde er von den Fans gefeiert, wie man es auch als Profitrainer wohl in seiner Karriere nur recht selten miterleben kann.
Eine längerfristig erfolgreiche Aufbauarbeit mit Substanz war danach für Außenstehende allerdings leider, entgegen der in den VfL gesetzten Erwartungen und Hoffnungen, nicht feststellbar.

 
Nach einem erfolgreichen Saisonstart in die laufende Saison, sackte der VfL zuletzt von der Spitzengruppe der Liga auch langsam durch in Richtung der Abstiegsränge. Aktuell hat man vor diesen noch 5 Punkte Vorsprung. Von bisher neun Heimspielen seit Saisonstart konnte nur ein einziges gewonnen werden, sieben endeten unentschieden. Zu wenig für die hohen Ansprüche eines VfL Bochum. Fans und Umfeld wurden in den letzten Wochen zunehmen unruhig. Die heutige Trennung kommt daher, abgesehen von ihrer offiziellen Begründung durch die Vereinsseite, wenig überraschend.

 
Entscheidend wird jetzt aber sein jemanden zu verpflichten, der den Bochumern, trotz chronisch klammer Kasse, mittelfristig wieder eine Chance auf einen Aufstieg in die Bundesliga bieten kann. Zuletzt waren die Trainerentscheidungen des Clubs insgesamt wenig glücklich, auch die Sportmanager wechselten zu häufig um konstante Aufbauarbeit zu gewährleisten. Trainer kann man entlassen, es geht für den VfL nun allerdings um einen Plan, eine klare Strategie, die dann auch über Jahre verfolgt werden sollte. Ob diese aber, zumindest in den Köpfen der Vereinsführung, aktuell tatsächlich schon vorhanden ist, daran kann man beim VfL Bochum des Jahres 2014 allerdings doch erhebliche Zweifel haben. Zumindest wäre sie aber eben in den letzten Wochen und Monaten überhaupt noch nicht erkennbar gewesen…

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4 Kommentare zu “Beim VfL Bochum geht es aktuell in erster Linie um die fehlende Strategie

  • #1
  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    In Bochum gab es ja schon mal einen ‘Tiger’. Von daher würde es ja gut passen. 😉 Allerdings erinnern sich wohl nur noch die Älteren an Gerland beim VfL.

    Mal im Ernst: Ich bin wirklich der Meinung, dass man sich beim VfL mal ein wirkliches Konzept überlegen sollte, dann den passenden Trainer dafür verpflichten sollte, und das Konzept dann auch in ‘Ruhe’ umgesetzt werden sollte. Denn diese ewigen Feuerwehraktionen bringen den Club nicht weiter, wie man ja sieht…

  • #3
    WALTER Stach

    Ich habe mich heute beim Einkaufen mit einem langjährigem Fan des VFL über den Istzustand und über die Perspektiven des VFL unterhalten.
    Wir waren beider der Auffassung, daß der VFL mit welchem Trainer auch immer, unter den gegebenen Bedingungen – den Bedingunen unmittelbar im Verein, den Bedingugen mittelbar inn Vereinsumfeld, Stadt und Bürgergesellschaft in Gänze einbezogen, stets um den Verbleib in der II.Liga zu kämpfen haben wird; mehr ist nicht drin -leider-. Und mit einigem Glück mag es dann und wann auch für einen Platz 1o (+/- X) reichen.

  • #4
    Lenny

    @Walter Stach

    Das hat man auch in der 1. Liga schon so gesagt, warum gilt das auf einmal nur noch für die 2.? Als ob Mannschaften wie Fürth, Augsburg, Freiburg, Paderborn usw. bessere Voraussetzungen hätten, von den Mannschaften in der 2, Liga ab Platz 14 aufwärts will ich erst gar nicht anfangen……..

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