BVB: Hans-Joachim Watzke sollte sich bei Thema Bayern München endlich zurücknehmen!

Aki Watzke (li.) bei der Bilanpressekonferenz des BVB im August 2014. Foto: Robin Patzwaldt
Aki Watzke (li.) bei der Bilanpressekonferenz des BVB im August 2014. Foto: Robin Patzwaldt

Der verbale Schlagabtausch zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund ging nun in eine neue, in eine völlig unnötige Runde. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke verriet dem ‚Kicker‘, dass der FC Bayern neben Mario Götze und Robert Lewandowski noch mehr BVB-Stars an die Isar locken wollte.
Watzke schilderte dort, dass der FC Bayern dem BVB „die Herzstücke Götze und Lewandowski herausgerissen“ habe, und es waren dem Sauerländer zufolge „ nicht die einzigen Spieler, denen sie Avancen gemacht haben“.
„Wir sind auch deshalb für die Bayern eine massive Bedrohung geworden, weil wir die höchsten Sympathiewerte haben. Wir polarisieren nicht so stark, kommen sehr sympathisch rüber. Das hat man bei Bayern sehr genau analysiert“, erklärte er. Der FC Bayern habe damit die erfolgreiche Dortmunder Mannschaft von 2012 „zerstören“ wollen.
Diese Vorwürfe sind jedoch in der Substanz weder wirklich neu, noch sind sie in der aktuellen Situation der Borussia irgendwie hilfreich. Watzke sollte sich solche Aussagen zukünftig, auch wenn sie im Kern ja vielleicht sogar der Wahrheit entsprechen, einfach sparen.

 
Natürlich ist es verständlich, wenn der BVB-Geschäftsführer, so wie auch viele Borussen-Fans den Verlusten seiner Stars Götze und Lewandowski noch immer nachtrauert. Dass diese Gedanken in Anbetracht der jüngsten Vertragsverlängerung von Marco Reus auch bei Aki Watzke wieder hochkommen ist verständlich.
Aber man kann den Bayern letztendlich nicht wirklich vorwerfen, wenn sie sich bei einem aufstrebenden Konkurrenten bedienen. Das gehört zum Geschäft und macht die Borussia selbst ja auch nicht anders.

 
Wenn der BVB Spieler wie Marco Reus oder Ilkay Gündogan verpflichtet, dann nimmt er sie im Regelfall ebenfalls Teams ab, welche sich auf Sicht auf ähnliche Weise erhoffen den BVB eventuell einmal sportlich und wirtschaftlich zu erreichen und schwächt diese damit automatisch im Gegenzug. Diese Teams setzen diesen Automatismus dann eine Etage tiefer ihrerseits fort.
Auch in Gladbach war man damals nicht gerade froh, als Marco Reus im Jahre 2012 in Richtung Dortmund wechselte. Und der 1. FC Nürnberg verlor Gündogan ebenfalls nur ungern, wie ich von Fans des Club damals selber immer wieder hören durfte.

 
Den eigenen Erfolg abzusichern, die eigene Mannschaft Stück für Stück möglichst weiter zu verstärken, das ist im Konkurrenzkampf der Bundesliga üblich. Ähnliche Erfahrungen haben übrigens auch schon frühere Konkurrenten der Bayern machen müssen. Die Leverkusener, oder auch die Bremer Mannschaft musste in der jüngeren Vergangenheit auch schon einige Abgänge in Richtung München verkraften. Jeweils auch Verbunden mit einer sportlichen Schwächung.
Der Schlüssel zum zukünftigen Erfolg des BVB liegt meines Erachtens auch ganz woanders: Auch zukünftig werden die Bayern im Zweifelsfall den Spielern mit mehr Geld den Kopf verdrehen können. Der BVB sollte daher, so wie Watzke und Zorc es ja ebenfalls schon angekündigt haben, auf etwaige Ausstiegsklausen komplett verzichten. Dann wäre dem BVB auch das Götze-Drama in dieser Form erspart geblieben. Und wenn ein Spieler wirklich gehen will, dann soll er halt gehen. Kein Problem! Zumindest sitzt der BVB dann aber während der Vertragslaufzeit am längeren Hebel, behält das Heft des Handelns in der eigenen Hand. Durch die Vertragsverlängerung von Marco Reus ist das nun offenbar bereits so der Fall.

 
Sollen die Bayern doch auch zukünftig ruhig kommen und BVB-.Spielern attraktive Angebote machen. Das wird man nie verhindern können.
Nur mehr als 30 Profis werden auch die Bayern nie aufnehmen können. Und auch dahinter lässt sich sicher eine attraktive, schlagkräftige Truppe in Dortmund aufbauen, welche ggf. auch in einer schwächeren Saison des Rekordmeisters die Gunst der Stunde zu nutzen in der Lage sein sollte.
Kein Grund also ständig mit Dreck in Richtung München zu werfen, wie ich finde.
Und ändern tut es an den Realitäten doch auch nichts, außer dass sich viele Fußballfreunde im Lande davon zunehmend genervt fühlen, die Borussia durch diese unwürdigen Streitigkeiten erworbene Sympathien unnötig wieder verspielt.

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Hannes
Hannes
9 Jahre zuvor

Sehr guter Kommentar, danke dafür!

WALTER Stach
WALTER Stach
9 Jahre zuvor

Robin,
als BVB-Fan verstehe ich zwar die Wut von Watzke gegenüber dem FC Bayern, trotzdem frage ich mich, warum Watzke diese Wut jetzt öffentlich „herauslasssen muß“.

Nutzt das irgend wie dem BVB?
Ich meine nein.
Schadet das dem FCB ?
Ich meine nein.

Nutzt das den Medien?
Ich meine ja.
Man hat ‚mal wieder ‚was vorgesetzt bekommen, an dem man sich einige Tage-auflage-/quotenfördernd- so oder so abarbeiten kann.

Was ich allerdings nicht annehme, ist eine Rückgang der deutschland-, der europa-, der weltweit großaritgen Sympathie für den BVB; warum auch.

Leider werde ich mit Sicherheit -morgen?- wegen der Äußerungen von Watzke einschlägige Antworten von „Lodden Karl-Heinz“ u.a. – geprägt von höchstem Intellekt und scharfem Geist- lesen bzw. hören müssen. Und das ich das ertragen muß, werfe ich Watzke vor.

me
me
9 Jahre zuvor

Der Watzke entwickelt sich immer mehr zum Ärgernis für alle Fussballfreunde. Er polemisiert und verunglimpft, die Wahrheit spielt dabei keine Rolle. Wird er beim lügen erwischt (Rückzahlung Bayernkredit), kommen primintive Ausreden. Der sollte einfach mal schweigen und sich um seinen Verein kümmern. Der BVB hat in den letzten zwei Transferperioden ca 100 Mio Euro ausgegeben. Echte Liebe und ein tolles Gegenbeispiel zum FC Bayern. Das kann doch niemand mehr glauben. 100 Mio für Platz 16? Wie meinte Klopp: „Allerdings glaube ich, dass das Leben gerecht ist. Wer sich im Erfolg schlecht verhält, kriegt es irgendwann zurück.“ So sieht aus!!

Klaus Lohmann
Klaus Lohmann
9 Jahre zuvor

Robin, das gehört doch bitte zum Ballyhoo des modernen Profifußballs. Die Medien lieben es, die Medien bezahlen es und alle sind insgeheim glücklich. Zorc nimmt man solche Sprüche nicht ab und Klopp hat Anderes zu tun, also bleibt nur Aki als Pendant zu Steuer-Uli und Rolex-Kalle.

Wer das jetzt verteufelt, sollte sich wirklich in die Verbandsliga verabschieden, obwohl dort die einheimischen Wurstsponsoren mit exakt den gleichen Sprüchen für Lokalzeitungsauflage sorgen.

Thorsten Stumm
9 Jahre zuvor

Kinderkacke…..der kleine Aki sollte aus dem Sandkasten kommen….und aufhören mit Förmchen zu schmeissen 🙂

WALTER Stach
WALTER Stach
9 Jahre zuvor

me
Der Watzke…..

Solange er nicht als vorbestraft giltt -sh.Rummenige- oder Insasse einer Haftanstalt mit Freigang ist-sh.Honess-hat der BVB nach den Erfolgen in den letzten Jahren, Jahre mit Watzke als Geschäftsführer, keinen Grund, sich über ihn zu beklagen, auch wenn man den Inhalt die eine oder die andere Äußerung von ihm nicht teilt; im Gegenteil.

Zudem habe ich den Eindruck, daß die große Mehrheit der Vorstände in den Bundesligavereinen näher bei Watzke als bei Rummenige und Hoeness war, ist und bleiben wird.

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