Im Rombergpark in Dortmund. Foto(s): Robin Patzwaldt
Ein Besuch im Rombergpark Dortmund im April gehört zu den eindrucksvollsten Naturerlebnissen im Ruhrgebiet. Wenn die Kirschbäume in voller Blüte stehen, verwandelt sich die ohnehin weitläufige Parkanlage in ein farbenprächtiges Frühlingspanorama, das sowohl Naturliebhaber als auch Fotografen begeistert, wie ich an diesem Wochenende wieder einmal feststellen durfte.
BVB-Sportgeschäftsführer Lars Ricken steht vor großen Herausforderungen. Foto: Robin Patzwaldt
Die Aufregung beim BVB rund um Nico Schlotterbeck nach dem 0:1 gegen Leverkusen am Samstag ist groß. Doch wer die vereinzelten Pfiffe reflexartig als „unwürdig“ oder „respektlos“ abstempelt, greift zu kurz. Im Gegenteil: Sie sind ein Symptom. Ein Symptom für das, was bei Borussia Dortmund schon länger schiefläuft. Und sie sind – so unbequem das für manche klingen mag – völlig normal.
Das leere Stadion in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt
Die heute erfolgte Vertragsverlängerung von Nico Schlotterbeck bei Borussia Dortmund wirkt auf den ersten Blick wie ein Erfolg für alle Beteiligten. Ein Leistungsträger bleibt langfristig gebunden, der Klub gewinnt Planungssicherheit und vermeidet ein finanzielles Risiko. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich: Diese Einigung ist weder ein klares Bekenntnis des Spielers zum BVB noch eine Lösung, die die Fans wirklich zufriedenstellen dürfte.
Kevin Großkreutz (links) noch in Diensten des BVB in Dortmund. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Ach, Kevin Großkreutz. Kaum ein ehemaliger Profi schafft es so zuverlässig, sich selbst in die Schlagzeilen zu bugsieren wie der Dortmunder Weltmeister ohne Einsatzminute von 2014. Zwischen Dönerwurf-Anekdoten und nostalgischen BVB-Bekenntnissen war eigentlich alles dabei. Und doch: Diesmal liegt er erstaunlich richtig. Ja, wirklich. Es tut fast weh, das zu schreiben – aber wenn Großkreutz dem VfL Wolfsburg den Abstieg wünscht, dann trifft er einen Nerv, den viele Fußballfans schon lange spüren.
bodo im April mit dem Essener Original Ryko | Foto: bodo e.V.
Der Comedian und Poetry-Slammer Ryko erfindet die Ruhrgebiets-Comedy neu. Marc-Uwe Klings Känguru zettelt eine Rebellion an. Gefängnis-Chefin Nina Gygax bringt Poetry Slams und Väter-Kind-Treffen in die JVA. Oliver „Pille“ Pilsner holt Underground-Bands zum Dortmunder Hafen und Dietmar Bleidick führt durch das historische Bochum. Das Straßenmagazin im April.
Es gibt wahrlich schlimmeres, als in diesem Stadion spielen zu müssen.. Foto: Robin Patzwaldt
Es gibt Dinge im Fußball, die sind so vorhersehbar wie ein Gegentor nach eigener Ecke. Und dann gibt es den Vertragspoker von Nico Schlotterbeck bei Borussia Dortmund. Ein Ritual, das sich inzwischen so lange zieht, dass man sich fragt, ob hier überhaupt noch jemand ein Ende im Blick hat – oder ob das Ganze längst zum Selbstzweck geworden ist.
Seit Monaten wird gezockt, taktiert, gewartet. Der Verein streckt sich finanziell bis zur Schmerzgrenze, sendet Signale, gibt Interviews, bleibt demonstrativ gelassen – und wirkt dabei doch wie jemand, der beim Pokerspiel mit schlechten Karten blufft. Und Schlotterbeck? Der sitzt am Tisch, lächelt höflich und sagt sinngemäß: „Mal sehen.“
Sebastian Kehl konnte den BVB als Funktionär nicht wirklich weiterentwickeln. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Der Neustart beim BVB ist da – und er kommt schneller als erwartet. Mit der Verpflichtung von Nils-Ole Book als neuem Sportdirektor hat Borussia Dortmund nicht nur eine personelle Entscheidung getroffen, sondern ein klares Signal gesendet: Dieser Klub will raus aus der Stagnation. Und auch wenn jeder Umbruch Risiken birgt, überwiegt diesmal vor allem eines – die Chance.
Zu Besuch bei Phoenix des Lumières in Dortmund im März 2026. Foto(s): Robin Patzwaldt
Seit vergangener Woche läuft im Phoenix des Lumières in Dortmund-Hörde das neueste Programm – und für die Ruhrbarone war ein Besuch natürlich Pflicht. Die Erwartungshaltung war dabei durchaus hoch, auch wenn sich bei mir, wie vermutlich bei vielen regelmäßigen Besuchern, längst ein gewisser Gewöhnungseffekt eingestellt hat. Wer bereits frühere Produktionen wie die naturwissenschaftlichen Themenwelten rund um Ozeane oder das Weltall erlebt hat, weiß schließlich, was dort technisch möglich ist – und wird entsprechend schwerer zu überraschen sein.
Emre Can bei seiner Vorstellung in Dortmund. Archiv-Foto: BVB
Bei Borussia Dortmund deutet sich schon länger ein personeller Umbruch an, der auf den ersten Blick längst überfällig wirkt. Leistungsträger wie Julian Brandt, Niklas Süle oder Salih Özcan stehen vor dem Abschied – und das ausgerechnet ablösefrei. Ein sportlicher Aderlass, der nicht nur Qualität kostet, sondern auch Fragen zur strategischen Planung der Vereinsführung aufwirft.
Noch gravierender: Während die Abgänge feststehen, fehlt es bislang an klaren Signalen für gleichwertigen Ersatz. Der Kader droht an Substanz zu verlieren, ohne dass ein überzeugendes Zukunftskonzept erkennbar wäre. Für einen Klub, der regelmäßig den Anspruch formuliert, um Titel mitzuspielen, ist das ein alarmierendes Zeichen.
Im Westfalenpark in Dortmund im März 2026. Foto(s): Robin Patzwaldt
Der Kalender sagt fast noch Winter, doch wer im März durch den Dortmunder Westfalenpark spaziert, merkt schnell: Der Frühling steht bereits in den Startlöchern.
Während viele Menschen Parks und Gärten erst ab April oder Mai auf dem Zettel haben, entfaltet dieser weitläufige Park schon deutlich früher seinen ganz eigenen Reiz. Gerade jetzt liegt eine besondere Stimmung über den Wegen, Wiesen und Beeten – eine Mischung aus Ruhe, Erwartung und den ersten Farbtupfern des neuen Gartenjahres.