Trotz heftigen Regenwetters versammelten sich über 3000 Demonstranten um gegen Björn Höcke zu demonstrieren | Foto. Peter Hesse
Trotz strömenden Regens haben mehr als 3.500 Menschen vor dem Dortmunder Rathaus gegen eine Rede von Björn Höcke protestiert – laut, friedlich und deutlich zahlreicher als erwartet. Statt der prognostizierten 800 Demonstrierenden füllten viele Dortmunder Bürgerinnen und Bürger den Platz und setzten ein sichtbares und friedliches Zeichen.
Die Stadt Dortmund will verhindern, dass der umstrittene AfD-Politiker Björn Höcke am kommenden Sonntag im Rathaus am Friedensplatz spricht. Den geplanten Neujahrsempfang der AfD-Ratsfraktion hat Oberbürgermeister Alexander Kalouti (CDU) für den kommenden Sonntag (22. Februar) deshalb in der vorgesehenen Form heute untersagt.
Wie die Stadt in einer Pressemitteilung schreibt , erklärt Oberbürgermeister Kalouti die für Sonntag geplante Veranstaltung im Rathaus für „nicht zulässig“. Ziel sei es, das Rathaus als „zentralen Ort der Demokratie in Dortmund“ zu schützen. Mit der Einladung Höckes als Gastredner verliere der Empfang den Charakter einer Fraktionsveranstaltung, so schreibt der Oberbürgermeister an die AfD. Stattdessen handele es sich faktisch um eine Parteiveranstaltung – und solche seien im Rathaus grundsätzlich nicht gestattet.
Vor Saturn am Westenhellweg in Dortmund im Juli 2021. Foto: Robin Patzwaldt
Unser aller Kaufverhalten hat sich in den letzten Jahren massiv gewandelt. Das Internet hat eben fast alles verändert, auch die Lage des Einzelhandels in unseren Innenstädten. Und nein, diese Tendenzen sind nicht aufzuhalten. Das ist uns allen längst klar und wurde hier im Blog der Ruhrbarone im Laufe der vergangenen Jahre ja auch schon häufiger und emotional diskutiert.
Und dennoch war die Meldung vom Donnerstagabend, dass Saturn am Dortmunder Westenhellweg zum Sommer dicht macht, wohl nicht nur für mich ein echter Schlag in die Magengrube. Da tröstet es wenig, dass, wer den Laden in den letzten Jahren regelmäßig beobachtet hat, den Niedergang auch optisch hat schon länger kommen sehen können. Der immense Sanierungsbedarf des Gebäudes wird nun auch als Grund dafür genannt, dass der Mietvertrag nun seitens Saturn nicht verlängert wird. Wie dem im Detail auch sei. Jetzt ist es also offiziell: Bald ist Schluss. Für die City Dortmund ist das keine Randnotiz, das ist ein echter Treffer in die Weichteile.
Ein möglicher Wechsel von Sebastian Kehl zum HSV, wie er aktuell in einigen Medien diskutiert wird, würde in Dortmund zunächst für Schlagzeilen sorgen – und vermutlich für empörte Reaktionen in der Vereinsführung. Doch jenseits der Emotionen lohnt sich ein genauer Blick. Denn so unbequem es klingt: Ein Abgang Kehls wäre für Borussia Dortmund möglicherweise genau der Impuls, den der Klub seit Jahren vergeblich sucht.
Der Himmel über Dortmund ist grau | Foto: Ruhrbarone
Ohne Moos nix los – der alte Gunter-Gabriel-Klassiker passt gerade ziemlich gut zu Dortmund. Die Ruhrstadt muss den Gürtel enger schnallen: Stadtkämmerer Jörg Stüdemann zieht die finanzielle Notbremse und verhängt für 2026 eine haushaltswirtschaftliche Sperre. Vorerst gilt sie bis Ende März – dann liegt der Jahresabschluss 2025 auf dem Tisch.
Bei der Vorstellung von BVB-Trainer Niko Kovac in Dortmund im Februar. Foto: Robin Patzwaldt
Ein 3:3 bei Eintracht Frankfurt ist objektiv betrachtet kein schlechtes Resultat. Kaum ein Bundesligist fährt regelmäßig mit drei Punkten aus dem Deutsche-Bank-Park nach Hause, und selbst ein Rückstand kurz vor Schluss wird dort oft nicht mehr korrigiert. Auch für Borussia Dortmund gilt das grundsätzlich. Und doch fühlt sich dieses Remis des BVB vom Freitagabend wie ein weiterer Rückschlag an.
Feuerwerk in der Provinz. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Kurz vor seinem Ende bleibt das Jahr 2025 für mich noch immer schwer greifbar. Es war kein Jahr der klaren Extreme, sondern eines der eher leisen, manchmal unbequemen Erkenntnisse. Besonders meine eigene Gesundheit hat mich länger beschäftigt, als ich es von mir kannte. Probleme, die zuvor kein Thema waren, traten plötzlich in den Vordergrund und haben mich seit dem Sommer zeitweise deutlich ausgebremst.
„Man wird eben älter“ – dieser Satz bekam in den vergangenen Monaten eine neue, sehr reale Bedeutung. So unangenehm diese Erfahrung auch war, sie hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, den eigenen Körper ernst zu nehmen und Gewohnheiten zu hinterfragen.
Die Diskussionen rund um Borussia Dortmund nach dem 2:0 gegen Mönchengladbach am Freitag offenbaren weit mehr als nur die üblichen Emotionen eines Bundesligaspiels. Ja, da war Gesprächsbedarf wegen Schiedsrichterentscheidungen, wegen Tabellenplatz zwei – doch all das trat schnell in den Hintergrund. Stattdessen stand einmal mehr ein Thema im Mittelpunkt, das den BVB seit Monaten begleitet: interne Unruhe.
Und die Frage, wie ernst es der Klub eigentlich noch mit seinen einst so stolz vor sich hergetragenen Charakterprüfungen meint.
Ist BVB-Sportgeschäftsführer Lars Ricken zu harmoniebedürftig? Foto: Robin Patzwaldt
Matthias Sammer hat mit seiner von vielen Medien aufgenommenen Kritik an der Vereinsführung des BVB recht – und genau deshalb trifft seine Kritik einen empfindlichen Nerv, sorgt aktuell für leidenschaftliche Diskussionen im Umfeld des Klubs.
In einem Verein, der sich gern als selbstkritisch und ambitioniert begreift, wird unangenehme Wahrheit zunehmend als Störgeräusch wahrgenommen. Sammer benennt dieses Problem offen – und entlarvt damit eine Führungskultur, die sich zu oft im eigenen Wohlklang verliert.
Bei der Vorstellung von Trainer Niko Kovac in Dortmund im Februar. Foto: Robin Patzwaldt
Ein Blick auf die Tabelle der Fußball-Bundesliga suggeriert Ruhe. Nur eine Niederlage aus den ersten 14 Bundesliga-Spielen der Saison 2025/26 – das ist eine Bilanz, die andernorts Euphorie auslösen würde. In Dortmund hingegen macht sich Ernüchterung breit. Und das ist kein Widerspruch, sondern Ausdruck eines tieferliegenden Problems: Der BVB sammelt Punkte, aber er sammelt keine Überzeugung.