Cartoons ohne Bilder #47


3 Panels, Innenstadt

1. Ein sehr grimmig dreinschauender Mann, überkreuzte Patronengurte um die Brust, Nietenarmbänder, Totenkopf-Tätowierungen. Auf seinem T-Shirt steht: „Lasst mich in Ruhe!“ Er trägt mehrere Schilder, Aufschrift: „Ich hasse Kinder! Ich will bei Schlaganfall nicht gerettet werden! Jesus ist mein Feind! Tiere sind zum Quälen und Essen da!“

2. Ein fröhlicher, hipper, junger Mann mit Klemmbrett hüpft ihm in den Weg, Sprechblase mit Blümchen: „Hallo, Hallöchen, Hallodriöchen, haben Sie schon mal an das Schicksal unserer Bäume gedacht?“ Im Hintergrund ein Werbestand, Aufschrift: „Denken Sie an unsere Bäume“, weitere Häscher sprechen Passanten an.

3. Der grimmige Mann steht an dem Stand und unterschreibt etwas, blickt resigniert und geschwächt aus der Wäsche. Denkblase: „Verdammt, die Bäume! Ich habe nicht an die Bäume gedacht.“

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Lasst mich bloß in Ruhe mit diesem Spargel-Hype!

Lecker Spargel. Quelle: Wikipedia, Foto: Elya (talk), Lizenz: CC BY-SA 3.0

Schon wieder ist Samstag. Der ideale Zeitpunkt also für ein eher privates Geständnis: Ich mag Spargel. Schon seit Jahren. Im Frühjahr gehörte es bei uns in der Familie schon seit den 1970er-Jahren stets mit dazu sich zwei oder drei Mal im Jahr dieses ‚königliche Gemüse‘ zu gönnen. Trotz der vergleichsweise hohen Preise.

Im Regelfall kann man sich statt eines Kilos Spargel ja auch gleich ein Kilo Fleisch kaufen. Doch Spargel ist halt wirklich lecker. Gerade rund um Ostern gehörte dieser besondere Genuss daher schon in meiner Kindheit stets das eine oder andere mal mit auf den Tisch. Auf diese Mahlzeiten haben wir uns auch immer gefreut.

Doch was nun seit ein paar Jahren für ein regelrechter Hype rund um den Spargel ausgebrochen ist, das ist aus meiner Sicht nicht nur extrem verwunderlich, das taugt fast schon für eine Art von Verschwörungstheorie: Wer ist eigentlich dafür verantwortlich? Wer sorgt dafür, dass man diesen ans Verrückte grenzenden Spargel-Hype in diesem Lande in den Medien inzwischen faktisch gar nicht mehr entkommen kann?

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Miracoli: Das Parmesello-Drama

Parmesello: Die letzten Päckchen werden auf dem Schwarzmarkt gehandelt und wechseln in schummrigen Kneipen den Besitzer.

Samstag ist Miracoli-Tag. In die Soße kommt dann Fleischwurst und obendrauf Parmesello. Diese Tradition, deren Anfänge im  mythischen Nebel liegen, hat ihr Ende gefunden. Miracoli liefert seine Produkte künftig ohne Parmesello aus. Miracoli begründet auf seiner Facebooseite den Wegfall des Gourmet-Klassikers mit einer angeblich geringen Nachfrage:

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Alles außer Pop – The Cure I

Keine Band hat mich in meiner Jugend so geprägt wie The Cure. Und weil Robert Smith endlich ein neues Album angekündigt hat, will ich die bisherigen Werke hier nach und nach besprechen. Denn ich mag alle Alben von The Cure, auch die neuesten.

Die Reise beginnt schon etwas geheimnisvoll, weil es eigentlich zwei Debut-Alben von Cure gibt, die sich weitgehend gleichen. Für mich ist Boys Don’t Cry das erste Album, aber eigentlich ist das falsch.

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Das Programm für das 48. Moers Festival steht


Mit den soghaften und schweißtreibend-coltraneartigen Stücken des New Yorker Quartetts „Scatter The Atoms That Remain“ um den kanadischen Schlagzeuger Franklin Kiermyer will das Festivalteam gleich zur Eröffnung des alljährlichen Pfingstspektakels in Moers ein starkes Ausrufezeichen setzen, dann startet der musikalische Trip in unbekanntes Land. Daß das einstige „New Jazz Festival“ aber längst kein originäres Jazz-Festival mehr ist, zählt inzwischen zum Allgemeinwissen unter Musikfans und sei hiermit zum letzten Mal erwähnt. Was die Bands und Solokünstlerinnen und -künstler des diesjährigen Programms genreübergreifend eint, ist die Lust am Nicht-Normalen, Experimentellen, Grenzüberschreitenden. Von unserem Gastautor Matthias Heße.

Große Namen sind natürlich dabei, der Saxophonist Joshua Redman etwa, Colin Stetson oder das legendäre Sun Ra Arkestra. Sun Ra war bekanntlich einst vom Saturn zum Planeten Erde emigriert, und so scheint es nur sinnfällig, daß der künstlerische Leiter Tim Isfort und sein Team die Presse zur Programmvorstellung in die örtliche Filiale des gleichnamigen Elektrohändlers lädt, wünscht man sich dort doch vielleicht ein kleines Guerilla-Konzert der legendären Freejazz-Formation, die nach dem Tod ihres Namensgebers von dem kongenialen Flötisten Marshall

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Der Computerspiele-Preis ist tot!

Dass Deutschland keine Medien-Preisverleihungen kann, braucht eigentlich nicht besonders betont zu werden. Über den Echo hat ganz Deutschland gelacht. Eine andere Frage ist, ob eine Branche es aushalten muss, auf der eigenen Gala von der Moderatorin gedemütigt zu werden.

Der Deutsche Computerspielpreis (DCP) war die letzten Tage in aller Munde – und das, obwohl die allermeisten Menschen bislang kaum jemals von ihm gehört hatten. Ins Gerede ist er gekommen wegen eines freizügigen Wonderwoman-Cosplays der Staatsministerin im Kanzleramt, Dorothee Bär, und wegen eines unterirdischen und stellenweise widerwärtigen, weil teils frauenfeindlichen und rassistischen, beinahe immer aber zotigen Auftritts der Moderatorin des Abends, Ina Müller, die es keine Sekunde schaffte, ihre klischeebewehrte und ahnungsfreie Abneigung gegenüber Computerspielen zu zügeln. Die deutsche Spieleindustrie, titelte SpOn, erniedrigt sich selbst.

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