Sadismus als System: Parallelen zwischen Pasolinis Werk und den Epstein Files

Pasolini-Biografie aus dem Hanser Verlag (1982) | Foto: Peter Hesse

Zwischen dem Film „Die 120 Tage von Sodom“ und den unter dem Begriff „Epstein Files“ bekannt gewordenen Missbrauchsvorwürfen lassen sich strukturelle Parallelen erkennen, auch wenn beide Phänomene unterschiedlichen Sphären angehören: dort ein radikales Kunstwerk, hier reale Kriminalfälle, die bis in hohe gesellschaftliche Kreise reichen. Ein Vergleich muss daher vorsichtig erfolgen. Er kann jedoch helfen, bestimmte Machtmechanismen sichtbar zu machen.

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Social Media für Jugendliche sperren: Was kann da schon schiefgehen?

WhatsApp-Chat am Handy. Quelle: Wikipedia, Foto: Santeri Viinamäki, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Man muss der CDU ja eines lassen: Wenn es darum geht, komplexe Probleme mit einem Holzhammer zu „lösen“, ist sie zuverlässig zur Stelle. Nun also ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche, das heute auf dem Parteitag in Stuttgart beschlossen werden soll. Klingt entschlossen, klingt nach Handlungsfähigkeit – ist aber bei genauerem Hinsehen vor allem eines: erstaunlich naiv.

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Safe Space Tel Aviv: Der Christopher Street Day findet wieder statt

Der CSD in Tel Aviv ist tatsächlich noch ein bisschen bunter als anderswo
Der CSD in Tel Aviv ist tatsächlich noch ein bisschen bunter als anderswo. Bild ki-generiert von DALL-E

Wenn Tel Aviv im Juni wieder in Regenbogenfarben leuchtet, geht es nicht nur um Feiern. Der Christopher Street Day, kurz CSD, ist hier ein starkes Zeichen für Würde und Sicherheit. Er macht sichtbar, dass Menschen, die lesbisch, schwul, bisexuell, trans oder intergeschlechtlich sind, ihren Platz im öffentlichen Raum nicht nur behaupten, sondern selbstbewusst einnehmen. Für viele Gäste ist es ein Urlaubshöhepunkt. Für viele Israelis nicht nur aus der LGBTQ-Community ist es der seltene Moment, in dem sich der Alltag leichter anfühlt.

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(Durch das) Objektiv betrachtet

Neal Slavin, Capitol Wrestling Corporation, Washington, D.C., 1972–75, Chromogener Farbabzug, Kunstpalast, Düsseldorf, © Neal Slavin

Ob auf Papier oder in digitaler Form – seit der Erfindung der Fotografie im frühen 19. Jahrhundert lassen sich Szenen und Orte dauerhaft festhalten. Aber bilden sie wirklich die Realität ab und gibt es eine verborgene Ebene hinter dem Bild?

„Community“, unter diesem Leitmotiv steht die aktuelle Fotoausstellung im Düsseldorfer Kunstpalast, die am 11. Februar 2026 eröffnet wurde. Dieser Ansatz eröffnet einen sehr interessanten Blick nicht nur auf die Motivwahl des Fotografen, sondern nähert sich dem Begriff der Gemeinschaft auf unterschiedlichen Ebenen. Wie kann Gemeinschaft sichtbar gemacht werden? Was verbirgt sich überhaupt hinter diesem Ausdruck? Wer bestimmt, wer dazugehört und wer nicht?

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Israelhass und Geldsorgen: Flachkarätertreffen in Stuttgart

Kunstgebäude in Stuttgart Foto: Julian Herzog Lizenz: CC BY 4.0

Mitte März wird Stuttgart zum Zürich Schwabens: Nachdem die Elite der schmollenden Intellektuellen im Dezember in der Schweiz zusammenkam, um sich darüber zu beklagen, dass sie angeblich in ihrer Freiheit eingeschränkt sind, Israel zu kritisieren, treffen sich nun die B-Hörnchen in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs. Wie üblich bei der schnorrenden Klasse geht es auch um Geld.

Anfang Dezember kamen Eva Menasse, Stefanie Schüler-Springorum, Diedrich Diederichsen, Dirk Moses, Behzad Karim Khani und weitere „Schwerstintellektuelle“ in Zürich zur Konferenz „Rise & Fall of the BRD“ zusammen. Schon der Titel erinnerte an Epochenbruch, Niedergang und das Ende des Römischen Reiches und schwankte zwischen Hybris und Lächerlichkeit. Der Beleg

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