Verkaufsstand im VEB Gothania. Zentralbild Bez. Red. Erfurt (Böhle) Foto: Bundesarchiv, Bild 183-35765-0004 Lizenz: CC-BY-SA 3.0
Im Frühjahr 2020 haben wir alle gelernt zu hamstern: Klopapier, Tomatendosen und Kaffee stapelte sich in unsere Wohnungen. Zum Glück waren die Regale bald wieder voll. Aber was machen wir, wenn Rot-Grün-Rot kommt?
Erst einmal die gute Nachricht: Brot wird es weiterhin geben. Nudeln auch und natürlich Hülsenfrüchte – also Linsen, Erbsen und Bohnen. Das alles hält die Bundesregierung in großen Lagern für den Notfall, also den Tag, an dem jemand wie Janine Wissler Ministerin wird, bereit. Damit kommt man erst einmal hin, wenn es gut läuft gibt es an Weihnachten also Nudeln, wenn es sehr gut läuft und man etwas zurückgelegt hat, sogar mit Ketchup.
VfL Jesus und Luis Ake aus dem Team der Pottoriginale Allstars auf einem Ascheplatz in Duisburg | Foto: Peter Hesse
Der Fußball rückt zur Zeit in den Hintergrund, viele gesellschaftspolitische Debatten und das Dauerbrenner-Thema Corona stellen gut zwei Wochen vor der Bundestagswahl das runde Leder ziemlich in den Schatten. Dennoch gibt es vor dem vierten Spieltag der Bundesliga einiges zu besprechen: Peter Hesse und Thommy Junga diskutieren über den Abbruch vom Qualifikationsspiel zwischen Brasilien und Argentinien, die Pottoriginale tragen den Nacktfußball in die ganze Welt, der Spielertyp Paul Breitner wird vermisst und die Hertha aus Berlin agiert wie ein angeschlagener Boxer.
Jetzt, wo immer mehr Länder bereist werden können, denken Sie vielleicht schon über Ihr nächstes fernes Ziel nach. Denken Sie daran, Nordamerika zu entdecken? Dann sind Sie im Internet wahrscheinlich schon auf die Begriffe ESTA und eTA gestoßen. Aber was bedeuten diese Abkürzungen genau? Sie können es hier nachlesen.
Der Erfolg ist endlich zurück auf Schalke. Foto(s): Michael Kamps
Endlich gab es auf Schalke am Samstagabend einmal wieder so richtig etwas zu feiern. Mit 3:1 bezwangen die Gastgeber des Zweitliga-Top-Spiels den West-Rivalen Fortuna Düsseldorf und wischten aufkommende Zweifel an ihrer sportlichen Klasse damit erst einmal eindrucksvoll zur Seite.
Doch es war nicht nur das reine Ergebnis an sich, das den Fans am Ende eines spektakulären Fußballabends im Ruhrgebiet gefiel, es war vor allem auch die Art und Weise, wie dieser Erfolg herausgespielt und gearbeitet wurde. Leidenschaftlich, engagiert und motiviert präsentierten sich die Königsblauen an diesem Abend und ließen damit den peinlichen 1:4-Auftritt in Regensburg aus der Vorwoche kurzzeitig vergessen, zeigten die von Trainer Dimitrios Grammozis in der vergangenen Trainingswoche lautstark geforderte Reaktion.
Der auch für den neutralen Zuschauer höchst unterhaltsame Fußballabend war aber noch aus einem weiteren wichtigen Grund etwas ganz Besonderes: Endlich durften die Profikicker des FC Schalke 04 wieder einmal mit einer nennenswerten Anzahl von Fans, immerhin durften rund 25.000 Anhänger in der Arena direkt mit dabei sein, gemeinsam einen Sieg feiern. Eine solch ausgelassene Party hatte es in Gelsenkirchen schon sehr lange nicht mehr gegeben.
Der Energiespezialist Bredenoord unterstützt das progressive Bundesforschungsprojekt INZELL unter der Leitung der OTH Regensburg. Bei dem Projekt wird ein neues, nachhaltigeres Konzept von Inselnetzbetriebssystemen getestet, das so weltweit einmalig ist. Unter einem Inselnetz versteht man ein lokal abgegrenztes Stromnetz, das nur aus wenigen Elektrizitätswerken besteht. Diese begrenzte Zahl von Kraftwerken kann dann wiederum ein bestimmtes Gebiet versorgen, das keinen direkten Anschluss zu anderen Stromnetzen besitzt.
Das Kraftwerk ‚Datteln 4‘ im Jahre 2019. Foto: Robin Patzwaldt
Es war einmal mehr kein guter Tag für die Befürworter des Kraftwerks ‚Datteln 4‘. Am Donnerstag kassierte das Oberverwaltungsgericht in Münster auch den 2014 neu aufgestellten Bebauungsplan für das Kraftwerk ‚Datteln 4‘. Das bedeutete diesbezüglich, nach 2009, bereits die zweite krachende Niederlage für die Bauherren des riesigen Kohlekraftwerks, dessen gigantischer Kühlturm an der Stadtgrenze zwischen Datteln und Waltrop der Höhe des Kölner Doms entspricht.
Der mit Macht vorangetriebene Versuch den dort längst errichteten Meiler durch einen weiteren Bebauungsplan nachträglich doch noch irgendwie zu legitimieren, auch er ist damit misslungen.
Gegen den Underdog aus Aue gab es am 3. Spieltag in Gelsenkirchen auch keinen Sieg. Foto: Michael Kamps
Nein, das hatte man sich in Reihen des FC Schalke 04 sicherlich ganz anders vorgestellt! Nach einer selten peinlichen Abstiegssaison, trennten sich die Wege der Gelsenkirchener Profikicker und der 1. Fußball-Bundesliga im Mai nach rund 30 Jahren wieder einmal.
Wie ein Klub, der noch zwei Jahre zuvor (im Sommer 2018) ausgelassen über die Vizemeisterschaft jubeln durfte, auf eine solch dramatische Art und Weise (durch eine lange sportliche Durststrecke ab Januar 2020) in große Not geraten ist, das suchte in der Geschichte der Liga seinesgleichen. Dass es ausgerechnet die traditionsreichen Schalker waren, die Erinnerungen an die historisch schlechten Fußballer von Tasmania Berlin weckten, war vielen im Revier in der Vorsaison über Monate hinweg sehr peinlich.
Als das Umfeld letztendlich nach und nach akzeptierte, dass der Abstieg ihrer Lieblinge unabwendbar war, fügte man sich in Gelsenkirchen notgedrungen in sein Schicksal, schmiedete aber rasch Pläne für ein schnelles Comeback ins Fußballoberhaus. Der Schmerz, er sollte möglichst rasch weichen.
Theologie ist symbolisches Sprechen. Ob Gott nach Auschwitz noch zu denken sei, lässt sich lesen wie die Frage, ob die Moderne noch zu rechtfertigen, Vernunft zu fassen, Aufklärung über sich selber aufzuklären sei. Die Denkfiguren, die Theologie an die Hand gibt, lassen sich analytisch nutzen oder so, wie es Dirk Moses tut. Der Globalhistoriker, dem postkolonialen Denken verpflichtet, spricht von „biblischen Themen“, die „unter dem Schaum der Oberfläche“ fließen, den er schlägt. Wissenschaftlich dünne Suppe, es schwimmen antijudaistische Brocken darin, Moses aber taucht tief ein und mit Vorschlägen wieder auf, wie Israel zu versenken sei.
Nach Auschwitz sind alle Theologien Versuche, „alles nach Auschwitz ist ein Versuch“, sagt Elie Wiesel. Die theologischen Antworten, wie in Teil (I) und Teil (II) wiedergegeben, zeichnen eine Denkfigur, eine jüdische: Gott lässt sich nur mit Gott in Frage stellen, die Vernunft mit der Vernunft, die Moderne mit den Mitteln der Moderne. Elie Wiesel – Auschwitz-Überlebender, Friedensnobelpreisträger – hat diese Denkbewegung in einer Szene erinnert: Drei gelehrte Rabbiner berufen – in Auschwitz – ein Gericht ein, sie klagen Gott wegen des Blutbads an, das täglich geschieht. Am Ende des Tages, die Sonne geht unter, sprechen sie Gott schuldig, es ist die Zeit des Gebets. „Und sie senkten ihre Köpfe und beteten.“
Jüdische Theologie. Den Namen Gottes heiligt, wer mit Gott rechtet. Wer mit Gott rechtet, unterwirft sich keinem Götzen. Das jüdische Nein zur Macht, die sich vergöttlicht, hat nicht nach, sondern wegen Auschwitz Bestand. Heute heißt es, dieses jüdische Nein zu erinnern, sei eine „Fetischisierung des Holocaust“, sagt der Globalhistoriker Dirk Moses.
„Die Nazis werden noch vor ihrem Sturz Rache an uns üben.“ Im Sommer 1942 wird Chaim Kaplan klar, dass es den Nazis wichtiger ist, jeden einzelnen Juden zu ermorden als ihr 1000jähriges Reich zu erhalten. Ob sie gewinnen oder verlieren, das jüdische Nein zur Macht, die sich vergöttlicht, wäre so oder so aus der Welt gemordet. Und Gott?
Ende Oktober 1940, im Warschauer Ghetto tanzt eine Gruppe frommer Juden, Chaim Kaplan hat die Szene beschrieben, chassidische Juden feiern das Laubhüttenfest: „Als sie sangen, gerieten sie in eine derartige Ekstase, dass sie nicht aufhören konnten, bis ein Freidenker auf sie zutrat und ihnen zurief: ‚Juden! Die Rettung eures Lebens ist ein unbedingtes biblisches Gebot; es ist eine Zeit der Gefahr für uns. Hört auf!‘“
Was hier ein Freidenker ruft, ist eine theologische Reaktion auf die Einsicht, dass es ein Morden wie dieses noch nie gegeben hat. Kiddusch HaSchem hieß immer, Gott die Treue zu halten gegen diesen oder jenen Götzen – im Ghetto von Warschau zeigt sich, dass es völlig egal ist, was der Einzelne tut oder glaubt, ermordet werden alle: „Deshalb ist es an dem Juden, seinen Leib zu verteidigen, sein Leben zu bewahren.“
Warschau: Das von den Deutschen zerstörte Ghetto mit St. Augustin-Kirche ca 1945-47
Eine Million Kinder ermordet, und das soll Gott unberührt gelassen haben? Nach Auschwitz gibt es Theologien, wie es sie vorher gab, so wie es alles gibt, was es gab, das Auschwitz möglich gemacht hat. Es gibt aber auch Theologien, die sich von Grund auf in Frage gestellt sehen. Nicht, weil Auschwitz ein metaphysisches Ereignis gewesen sei, sondern weil dies der deutsche Name ist für 50° 2′ N, 19° 14′ O, einen Ort, an dem es unmöglich wird, Geschichte als Heilsgeschichte zu entwerfen oder als diskrete Evolution oder als Lernparcours. Nur sind es derzeit just Historiker – Jürgen Zimmerer, Achille Mbembe, Dirk Moses -, die behaupten, Auschwitz komme „häufiger“ vor und „überall“, es sei ein „verbreitetes Muster“. Auffällig, dass sie dies theologisch begründen: Wer Auschwitz für singulär halte, bedeuten sie, verehre den „Holocaust als heiliges Objekt“, bete einen „Fetisch“ an und einen „Katechismus“ nach. Im theologischen Sprech, das sie sich borgen, steckt mehr als Verkaufe: Abgeräumt werden alle Versuche, Hitler nicht noch im Nachhinein siegen zu lassen.
Dass etwas geschieht, was nie zuvor geschehen ist, haben Zeitgenossen erkannt, bevor Auschwitz errichtet wurde. Am 30. Januar 1939 hatte der Reichskanzler – „ich will heute wieder ein Prophet sein“ – öffentlich „die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa“ angekündigt, die Frankfurter Zeitung betitelte Hitlers Rede mit „Ich glaube an einen langen Frieden“. Am ersten Tag des langen Krieges beginnt Chaim Kaplan, Rektor einer Sprachschule, in Warschau ein Tagebuch:
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