„Heroin, be the death of me, singt Lou Reed. Er hat es – bis jetzt – überlebt. Aber die Liste der Konsumenten und Opfer der Droge ist lang. Und ob Superstar oder kleiner Junkie, sie alle sind abhängig von einem Stoff, der als Hustenmittel das Licht der Welt erblickte. Wuppertal-Elberfeld, Ende des 19. Jahrhunderts: Der 37-jährige Pharmakologe Heinrich Dreser soll den Elberfelder Bayerwerken – damals noch „Farbenfabriken“ – zum Durchbruch im Pharmasektor verhelfen. Im August 1897 ist es so weit: „Heroin“ wird geboren. Das neue Wundermittel gegen Husten erobert den Weltmarkt, doch es gerät bald außer Kontrolle. Was folgt, ist die Geschichte eines Stoffes, der zahlreiche Menschen in seinen Bann zieht und mindestens ebenso viele auf dem Gewissen hat, einschließlich seines Erfinders selbst. Ein rauschhaftes Hörspiel über allzu naiven Fortschrittsglauben und dessen Nebenwirkungen.“
Das Stadion des MSV Duisburg. Quelle: Wikipedia; Foto: Sascha Brück; Lizenz: cc
Der MSV Duisburg und seine Fans kämpfen weiter um ihre von der DFL aberkannte Zweitligalizenz. Auch am heutigen Samstag ist in Duisburg eine Aktion geplant. Mit einer Menschenkette will der Verein auf sein Schicksal aufmerksam machen und um Unterstützung und Solidarität in der Stadt werben.
Die Wellen schlagen hoch derzeit hier bei mir am Wohnort. Am morgigen Samstag soll im Sitzungssaal des hiesigen Rathauses der Städte-Vertrag zwischen Waltrop und der türkischen Gemeinde Görele feierlich und öffentlich unterzeichnet werden. Damit endet dann eine jahrelange, immer wieder bedenklich ins Stocken geratene Vorbereitung dieser sich anbahnenden freundschaftlichen Städte-Verbindung.
Doch der eigentlich positive Akt einer menschenverbindenden Freundschaft zweier so unterschiedlichen Gemeinden ist in diesem Fall heftig umstritten. Unterschiedliche Argumente werden aktuell ins Feld geführt, dass der Vertrag, zumindest derzeit, ein völlig falsches Zeichen setzt.
Aus Reihen der CDU-Fraktion werden daher nun auch nicht einmal alle Mitglieder des Rates der Einladung folgen und dem Festakt im Rathaus beiwohnen. Auch aus den Kreisen anderer politischer Parteien wurde zuletzt immer wieder heftige Kritik in Richtung der Türkei und in Sachen der bevorstehenden Städtepartnerschaft geäußert. Hier dann jedoch aus ganz anderen Gründen (Stichwort Kinderarbeit).
Dies wirft dann bei mir allgemein die Frage auf: Soll eine Stadt in Deutschland aktuell eine neue Städtepartnerschaft mit einer türkischen Gemeinde eingehen?
Hilft eine solche Partnerschaft eher dabei Unterschiede zu beseitigen, Menschenrechts- und Arbeitsbedingungen zu verbessern, oder kaschiert ein solcher Festakt, wie er hier am Ort am Samstag geplant ist, die (durchaus berechtigte) Kritik an den aktuellen innenpolitischen Zuständen in der Türkei?
Oscar ist vor 37 Jahren in Mexiko City geboren. Er kommt aus sehr ärmlichen Verhältnissen, hat es aber in dieser Stadt zu einem abgeschlossenen Studium der Mathematik, der Fotografie und der Literatur gebracht. Ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes DAAD hat ihn dann nach Essen verschlagen. Dort hatte er 2003 auch seine erste Fotoausstellung und wurde Mitbegründer der Galerie Clowns & Pferde.
Aus der geplanten Promotion wurde nichts. Stattdessen gab es zahlreiche Ausstellungen und 2 Kunstpreise von denen ein Fotograf keineswegs leben kann. Seit Jahren arbeitet Oscar deswegen in einer Essener Software Firma um seine Existenz als freier Künstler zu
Ernst Kratzsch ist Bochums Baudezernent. Und offenbar beruflich nicht ausgelastet.
Baudezernenten umgeben sich heute gerne mit der Aura der Kreativen, ganz so, als seien sie durch ihr Amt dazu berufen, Metaarchitekten zu sein, die nicht nur ein Haus planen sondern gleich eine ganze Stadt. Und wie jede Berufsgruppe, haben auch die Kreativen ihre Insignien und klar, Kratzsch hat jetzt eine Nerdbrille. Sie passt nicht zu dem Mann, der mit einem AOK-Kassengestell gut bedient wäre.
Seit 2006 ist Kratzsch Baurat in Bochum. Viel gelungen ist ihm nicht. Klar, auch er redet über den Klimawandel, dass die Gesellschaft bunter, weniger und älter wird und hat auch all die anderen Versatzstücke im Repertoire die selbst das kleinste Licht ein wenig heller Strahlen lassen und die bei keiner Intellektuellensimulation fehlen dürfen. Aber ansonsten, in dem Bereich, für den er bezahlt wird, ist seine Leistungsbilanz eher mau: Bochums schönste Baulücken sorgen dafür, dass in der Stadt noch immer ein wenig Nachkriegsatmosphäre herrscht. Auch die Pläne von ECE, dem Einzelhandel mit dem Bau eines Einkaufszentrums den Garaus zu machen, stellt sich Kratzsch nicht entgegen. Dafür dürfen immer mal wieder Altbauten abgerissen werden, von denen Bochum ohnehin kaum welche hat, weil schon Kratzsch-Vorgänger