AfD: Gegen Dürre-Hysterie. Für Dürrehilfe.

Prof. Dr. Ingo Hahn (Foto: Michael Lucan, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons)

Die AfD-Bundestagsfraktion sorgt sich um eine mögliche Hysterie wegen Dürre. Dieselbe Fraktion fordert staatliche Dürrehilfe. MdB Ingo Hahn (AfD) ist bei beidem dabei. So viel geistige Beweglichkeit muss man erst einmal aufbringen.

AfD-Veranstaltung zu Wald und Wasserknappheit am 6. Oktober 2026.
Die Veranstaltung ist für den 6. Oktober 2026 angekündigt. (Screenshot: AfD-Bundestagsfraktion, 3. Oktober 2026, Ausschnitt)

Für den 6. Oktober 2026 lädt die Fraktion zu einem Abend über Wald und Wasserknappheit. Schon die Einladung fragt, ob auf die Angst vor der Klimakatastrophe eine „Hysterie um »Wasserknappheit« und »Dürre«“ folgen könnte. Als Helfer einer solchen Entwicklung werden „(pseudo-)wissenschaftliche Studien“, Umweltverbände und „Systemmedien“ angeboten. Die üblichen Verdächtigen sind also vollzählig. Fehlt eigentlich nur noch ein Haftbefehl gegen die Gießkanne.

AfD-Einladung mit Hysterie-Vorwurf und Programm mit Ingo Hahn.
Der Einladungstext und das Programm mit Ingo Hahn. (Screenshot: AfD-Bundestagsfraktion, 3. Oktober 2026, Ausschnitt)

Beim Geld hört die Hysterie auf

Am 22. September 2026 hatte dieselbe Fraktion Dürrehilfe beantragt. Der Antrag beschreibt erhebliche Schäden in Land- und Forstwirtschaft, Futterprobleme und bedrohte Existenzen. Bund und Länder sollen mit nicht rückzahlbaren Zuschüssen helfen. Sobald ein Überweisungsformular in Sicht kommt, ist die Trockenheit offenbar wieder eine ziemlich reale Angelegenheit.

AfD-Mitteilung vom 22. September 2026 fordert Dürrehilfe.
Die Fraktion fordert selbst staatliche Hilfe wegen Dürreschäden. (Screenshot: AfD-Bundestagsfraktion, 3. Oktober 2026, Ausschnitt)

Besonders hübsch: Ingo Hahn steht auf Seite 1 unter den Antragstellern. Im Veranstaltungsprogramm wird er für Begrüßung, Einführung und Moderation aufgeführt. Er könnte den Abend erheblich verkürzen, indem er den eigenen Antrag vorliest.

Allerdings wäre dann weniger Zeit für die Gemeinheiten der Systemmedien.

Regionale Ernteschäden und eine allgemeine Wasserknappheit sind unterschiedliche Fragen. Beides kann man sachlich auseinanderhalten. Gerade deshalb ist das Gerede über eine von Wissenschaft und Medien erzeugte Hysterie so billig: Die eigene Fraktion liefert den Grund, sich ernsthaft mit Trockenheit zu beschäftigen, gleich selbst.

Auch in der Energiepolitik lohnt sich der Abgleich zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Chrupalla verlangt die Wiederöffnung von Nord Stream, Putins Sondergesandter applaudiert; die bestehenden Sanktionen verschwinden dadurch keineswegs. Das haben wir hier dokumentiert: ( Die AfD will Nord Stream zurück. Der Kreml ist begeistert.)

Beim Gas soll die Wirklichkeit zur Parole passen. Beim Wasser darf sie wenigstens noch den Zuschuss begründen.

Die Bauern brauchen Hilfe.

Für die politische Redlichkeit der AfD dürfte dagegen selbst ein Bund-Länder-Programm zu spät kommen.

Autorenseite: Peter Ansmann
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