Der ‚Tiger‘ soll ab heute Ostwestfalen aufmischen

Die neue Bühne des 'Tigers', das kleine Stadion in Paderborn. Quelle: Wikipedia, Foto: Sunnysteffen, Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die neue ‚große‘ Bühne des ‚Tigers‘: Das kleine Stadion in Paderborn. Quelle: Wikipedia, Foto: Sunnysteffen, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Trainerverpflichtungen bestimmen schlagzeilentechnisch offenbar bisher diese Länderspielpause in der Bundesliga. In der Vorwoche die Vorstellung von Jürgen Klopp in Liverpool, heute Mittag folgt dann die Präsentation von ‚Tiger‘ Stefan Effenberg im ostwestfälischen Paderborn. Zugegeben, das Ereignis ist ein paar Stufen kleiner, doch auch nicht weniger spannend.

Wenn der 47-jährige Ex-Profi nun den Bundesligaabsteiger in der westfälischen Provinz übernimmt, dann ist ihm und seinem Club die Aufmerksamkeit in Fußballdeutschland zumindest sicher.
Viel wurde in den letzten 24 Stunden über Effenberg geschrieben und spekuliert. Passt er in das beschauliche Paderborn? Kann er seine teilweise extrem exzentrische Persönlichkeit soweit drosseln, dass er als echtes Vorbild für eine Mannschaft fungieren kann? Die Meinungen gehen auseinander. Einige sehen ihn am Beginn einer großen Trainerkarriere, andere befürchten ein rasches Scheitern.
Ein Aspekt kam mir in der bisherigen Betrachtung aber noch deutlich zu kurz. Und das ist die Sicht des SC Paderborn. Der Club scheint mir hier als eine Art Paradebeispiel dafür zu dienen, wie sprunghaft Vereinsverantwortliche sein können, wenn es um die Besetzung des Postens ihres Cheftrainers geht.

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Reisins Hits and Misses, Folge 4: NFL 5. Spieltag

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NFL Foto: Parker Anderson Lizenz: CC BY-ND 2.0

Wöchentlich bei den Ruhrbaronen: Die American-Football-Kolumne von Andrej Reisin.

Scores: NFL 5. Spieltag
Standings: NFL Week 5

1. Erste Erkenntnis nach der BYE Week des Kolumnisten letzte Woche: Niemand in der NFL weiß, was ein Catch ist

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Bildband für alle Fußballromantiker: „Das Wunder von Darmstadt“

Wunder von Darmstadt Cover (2) (600x540)Häufig wird ja kritisiert, dass im modernen Profi-Fußball inzwischen überall nur noch das Geld regiert, die ‚kleinen‘ Vereine leider so keine Chance mehr haben. Vielfach werden diese kritischen Aussagen in der Praxis dann ja auch bestätigt. Ab und zu gibt es jedoch Ausnahmen. Und immer, wenn eine solche ‚Ausnahme‘ von der Regel mal wieder für großes Aufsehen sorgt, dann versammeln sich sofort die sogenannten ‚Fußballromantiker‘ rund um dieses Ereignis, bzw. diesen Verein, um mit leuchtenden Augen und voller Begeisterung von der ‚guten alten Zeit‘ im Fußball zu schwärmen, oder aber zumindest um ihre Sympathien auszudrücken.

Und aktuell ist die Erfolgsgeschichte des Bundesligaaufsteigers Darmstadt 98 so ein Phänomen. Vor gut zwei Jahren noch offiziell in die vierte Liga abgestiegen, mischt die Truppe aus der hessischen Provinz aktuell die Etablierten Bundesligisten auf, findet die Truppe von Trainer Dirk Schuster irgendwie jeder so richtig ‚geil‘. Außer dem aktuell nächsten Gegner vielleicht. Aber grundsätzlich ist Darmstadt 98 aktuell wohl der bei allen Fans irgendwie beliebte Überraschungshit der Fußball-Bundesliga.

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Dortmund: Eisadler mit Sieg und Niederlage

Foto: Robin Patzwaldt
Foto: Robin Patzwaldt

Das erste von zwei Heimspielen an diesem Wochenende führte mit den Luchsen aus Lauterbach einen der Mitfavoriten auf die Teilnahme an der Meisterrunde ins Adlernest. Die Partie beginnt auf Augenhöhe, die Gäste zunächst wacher.

Einen Fehler im Spielaufbau nutzt Miroslav Hantak nach gut drei Minuten zum 0:1. Die Blaugelben reagierten mit wütenden Angriffen, schließlich war es Jiri Svejda, der in dieser Drangphase den Ausgleich markieren konnte (6. Minute). Wenig später, die Eisadler in Überzahl. Über Potthoff kommt der Puck an die blaue Linie zu Niko Bitter, der Kapitän zieht sofort ab, Sebastian Licau hält die Kelle in den Schuss und fälscht unhaltbar zum 2:1 ab (10.). Die Hausherren nun mit Oberwasser. Potthoff auf Kuchnia, der zum doppelten Svejda – 3:1 nach annähernd 13 Minuten. Knapp zwei Minuten vor der ersten Pause dann ein Lebenszeichen der Gäste: Jens Feuerfeil verkürzt auf 3:2. Doch einen hat der dreifache Svejda in diesem Drittel noch im Köcher: 45 Sekunden vor der Sirene überrascht er den Gästekeeper mit einem verdeckten Schuss – 4:2 der Spielstand nach dem ersten Abschnitt.

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Euro 2016: Wenn die Qualifikation von ‚Qual‘ statt von ‚Qualität‘ zu kommen scheint

Gestern Abend in Leipzig. Foto: Daniel Jentsch
Gestern Abend in Leipzig. Foto: Daniel Jentsch

Es ist vollbracht! Auf den letzten Drücker machte auch die DFB-Auswahl durch das gestrige 2:1 gegen Georgien die Qualifikation für die Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich klar. Dass das ganze Unterfangen dabei bis zum letzten Spieltag dauerte, und das die Art und Weise der Qualifikation häufig mehr von ‚Qual‘ als vom Begriff ‚Qualität‘ abzustammen schien, das stimmt viele Fußballfreunde heute allerdings einmal mehr recht bedenklich.

Und das, obwohl in dieser Qualifikation erstmals 24 EM-Teilnehmer (statt wie bisher lediglich 16) gesucht wurden bzw. werden und die Qualifikationsspiele in ihrem sportlichen Wert von vielen Beobachtern im Vorfeld bereits kritisch hinterfragt wurden.

Zu aufgebläht und sportlich wenig reizvoll schien das ganze Prozedere aus Sicht der Spitzenteams, deutlich zu unattraktiv viele der angesetzten Spiele. Wenn eine deutsche Auswahl dann trotzdem bis kurz vor Schluss um die Teilnahme am eigentlichen Turnier zittern muss, bei dem man sich vom Selbstverständnis her wie selbstverständlich zu den Titelanwärtern zählt, dann herrscht jedenfalls sicherlich anschließend nicht viel Grund zu Selbstzufriedenheit, auch wenn man sich letztendlich tatsächlich, wie imn Vorfeld erwartet, doch noch als Gruppenerster über die Ziellinie geschleppt hat.

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TV-Tipp: „BVB gegen Rechts – Dortmund und seine ungeliebten Fans“

Der BVB positioniert sich gegen Rassismus. Foto: BVB
Der BVB positioniert sich öffentlich gegen Rassismus. Foto: BVB

Immer wieder haben auch wir hier im Blog schon über das Problem mit Rechtsextremisten beim Fußball diskutiert. Borussia Dortmund bildet da als einer der großen Vereine des Landes leider keine Ausnahme, auch wenn der Club schon seit langem verschiedene Projekte unterstützt und gestartet hat, um politischen Extremismus, gerade auch den von rechts, im Umfeld des Clubs möglichst zurückzudrängen.

In der ARD läuft heute ab 19.15 Uhr eine Filmbeitrag zum Thema, welcher sich ganz konkret mit den Zuständen in und um Dortmund beschäftigt.

In der Ankündigung dazu heißt es: „Borussia Dortmund hat rund zehn Millionen Fans – bei Heimspielen ist das Stadion mit 80.000 Plätzen immer ausverkauft. Der europäische Spitzenclub gehört noch mehr zur Metropole als Bier und Kohle, ist Herzblutverein und Identifikationssymbol Nummer eins für die Menschen der Region. Aber sogenannte Neonazis nutzen das Stadion immer öfter als Kulisse für ihre Banner und Symbole. Auch Ordner sind schon wegen ihrer rechten Gesinnung rausgeschmissen worden. Der harte Kern der Fans mit rechtsextremen Ansichten ist klein – aber laut und gewaltbereit. Das Problem ist nicht neu: Schon in den 80ern gründete sich die Hooligangruppe Borussenfront rund um Siegfried Borchardt genannt „SS Siggi“. Die Gruppe wurde verboten – SS Siggi ist immer noch da.

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Jürgen Klopp: „The normal one“ in Liverpool

Jürgen Klopp. Foto: Robin Patzwaldt
Jürgen Klopp, hier noch bei einer seiner letzten PKs in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Punkt 11 Uhr, um 10 Uhr Ortszeit in England, heute Vormittag war es dann auch offiziell soweit: Jürgen Klopp stellte sich erstmals seit seiner Vertragsunterschrift beim FC Liverpool in England den Medien. Ganz in schwarz `neutral‘ gekleidet, wurde nun auch dem letzten BVB-Anhänger klar, dass der Kulttrainer der Schwarzgelben nun den Dortmundern endgültig verlustig gegangen ist.

Es war und ist vielleicht das Sportthema dieser Woche: Jürgen Klopp, der nun angeblich rund 10 Mio. Euro pro Jahr verdienen soll, hat seine neue Herausforderung gefunden, nachdem seine Ära beim Revierclub im Mai, nach sieben insgesamt sehr erfolgreichen Jahren, mit dem verlorenen Pokalfinale in Berlin geendet hatte.

Und damit endet nun auch eine schier unglaubliche Spekulationsblase um die Zukunft des aktuell wohl begehrtesten Fußballtrainers. Dass Klopp sich nun dem FC Liverpool anschließt kommt dabei natürlich nicht wirklich überraschend. Der Club ist aufgrund seiner reichen Historie und seiner immensen Möglichkeiten sicher eine logische Wahl für den 48-jährigen. Dass der Trainer dafür seine Auszeit beendet erscheint plausibel, hat sich ihm doch hier nun eine seltene Gelegenheit geboten.

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Trainervorstellung des FC Remscheid wird zum Hit – Wird Thorsten Legat ungerecht behandelt?

Flutlichtmast. Quelle: Wikipedia Lizenz: gemeinfrei
Flutlichtmast. Quelle: Wikipedia Lizenz: gemeinfrei

Viele hier werden Thorsten Legat sicherlich noch als aktiven Fußballer kennen. Der ehemals sehr erfolgreiche Profikicker galt schon in seiner aktiven Zeit als, na nennen wir es mal freundlich ausgedrückt, eine Art von ‚Original‘ in der Szene. Seine Sprüche sorgten schon vor Jahren immer wieder für Erstaunen und teilweise auch für Erheiterung.
In den letzten Tagen wurde aus dem Ex-Kicker, um den es zuletzt sehr ruhig geworden war, völlig unerwartet ein wahrer Internetstar. Allerdings wohl eher im negativen Sinne. Die Pressekonferenz in der der inzwischen in der Bedeutungslosigkeit des Amateurfußballs verschwundene ehemalige Zweitligist FC Remscheid seinen neuen Trainer Thorsten Legat präsentierte, wurde zur großen Lachnummer. Viele Sportinteressierte werden die Aussagen inzwischen sicherlich irgendwo gesehen bzw. gehört haben.

An sich wäre das Ganze wohl auch nur eine kleine Anekdote aus den Niederungen des Fußballs. Doch aus der Provinzgeschichte wurde nun schon über einige Tage ein ganz vielbeachtetes Thema, auch weil ‚große Medien‘ aufsprangen. So nahm man sich gestern dann auch bei der FAZ des Themas an. Dort sah man in Legat einfach ein „beliebtes Opfer alter Klischees“.

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Dortmund: Eisadler mit zwei Heimspielen am kommenden Wochenende

Foto: Robin Patzwaldt
Foto: Robin Patzwaldt

Die Fans der Dortmunder Eisadler haben am Wochenende gleich zweimal die Möglichkeit ihre Mannschaft anzufeuern. Am Freitag geht es um 20:00 Uhr gegen die Luchse aus Lauterbach, am Sonntag sind die Kobras aus Dinslaken um 19:00 Uhr zu Gast im Dortmunder Eisstadion.

Nach einem Kantersieg in der letzten Woche gegen den Mitfavoriten aus Neuss, warten an diesem Wochenende zwei weitere Kracher auf die Dortmunder Kufenflitzer.

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Im Gegensatz zur Fußball-Bundesliga verspricht die NHL wieder echte Spannung im Titelkampf

Es geht wieder los in der NHL. Foto: Robin Patzwaldt
Es geht wieder los in der NHL. Foto: Robin Patzwaldt

In dieser Woche startet auch die nordamerikanische Eishockeyliga NHL wieder in ihre neue Spielzeit. Die 30 Teams aus den USA und Kanada bestreiten nun zunächst einmal je 82 Vorrundenspiele bevor dann im Frühjahr mit der KO-Runde, den Playoffs, eigentlich erst die entscheidende Phase der Saison beginnt, im kommenden Juni dann der Sieger des begehrten ‚Stanley Cup‘ ermittelt wird.
Titelverteidiger sind diesmal die Chicago Blackhawks, welche in den letzten Jahren eines der erfolgreichsten Teams sind, ohne jedoch, dass sie ansatzweise eine Dominanz erreicht hätten, wie sie aktuell z.B. dem FC Bayern München in der Fußball-Bundesliga hierzulande nachgesagt wird.

In der NHL sind Titelverteidigungen höchst selten, können auch Teams vom Tabellenende innerhalb weniger Jahre zu einem Titelkandidaten werden. Das hat unterschiedliche Gründe, und nicht jeder davon ist hier nach Europa übertragbar, ist wünschenswert, praktikabel. Da sprechen schon arbeitsrechtliche Gründe dagegen. Im nordamerikanischen Eishockey gibt es eine komplett andere Struktur, eine andere Tradition, andere Denkmuster. Schließt sich dort ein Spieler dem Spielbetrieb der Liga an, dann kann er, mehr oder weniger, als eine Art ‚Manövriermasse‘ der Vereine, häufig auch ohne sein Einverständnis, hin und her transferiert werden, auch während der laufenden Saison. Das kann sehr hart sein für Spieler, wie ich selber aus einigen Gesprächen und Interviews, welche ich mit einigen Beteiligten schon geführt habe, als ich noch regelmäßig über diese Liga berichtet habe, weiß. Quasi über Nacht mit der Familie einige tausend Kilometer weiter ziehen zu müssen, ohne dass man Einfluss darauf hätte in welcher Stadt es nun weitergehen soll, ist halt nicht ‚unproblematisch‘. Logisch. Top-Spieler haben sogenannte ‚No-Trade‘-Klauseln in ihren Verträgen, welche sie vor solchen ungewollten Wechseln schützen. Aber das ist eben dort noch immer die Ausnahme.

Was das Thema NHL aber aus meiner Sicht aktuell gerade auch für uns europäische Fußballfans so aktuell macht, das sind zwei Ansätze, welche erfolgreich für mehr Wettbewerb innerhalb der Liga sorgen, welche es ermöglichen, dass wie vor fast jeder Spielzeit, vermutlich die halbe Liga durchaus berechtigte Titelchancen hat. Und das hängt eben auch längst nicht nur mit den Playoffs zusammen, wo in einer KO-Serie ja ohnehin jederzeit ein Favorit, ähnlich wie bei unseren Pokalwettbewerben, ausscheiden kann.

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