Cem Özdemir möchte nicht, dass Magdeburg ein Vorort von Moskau wird

Cem Özdemir
Cem Özdemir (Foto: Raimond Spekking, CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons))

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) unterstützt in den letzten Tagen vor der Landtagswahl am 6. September 2026 den Wahlkampf seiner Partei in Sachsen-Anhalt. Dort liegt die AfD in Umfragen deutlich vor der CDU; je nach Abschneiden der kleineren Parteien ist auch eine absolute Mandatsmehrheit für die kremlfreundliche Partei möglich.

Özdemir warnte vor den bundespolitischen Folgen einer AfD-geführten Landesregierung. „Ich möchte, dass Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt bleibt und Magdeburg nicht ein Vorort von Moskau wird“, sagte er dem Tagesspiegel. Sollte die AfD den Ministerpräsidenten stellen, wäre das nach seiner Einschätzung „eine Zäsur für das ganze Land“.

Özdemirs Warnung steht vor dem Hintergrund aktueller Kontakte von AfD-Politikern nach Russland. Anfang Juni reisten Markus Frohnmaier, Steffen Kotré, Petr Bystron und Jörg Urban zum Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg. Frohnmaier traf dort den Gazprom-Chef Alexej Miller. Das Auswärtige Amt hatte der AfD von der Reise abgeraten.

Ein weiteres Beispiel ist Matthias Moosdorf. Er reiste 2024 nach Moskau, obwohl ihm die AfD-Fraktion die Reise nach Recherchen der Tagesschau ausdrücklich untersagt hatte, und soll dort Duma-Abgeordnete getroffen haben. Im März 2025 traf MdB Matthias Moosdorf in Moskau außerdem Anton Kobjakow, einen Berater Wladimir Putins. Die AfD erklärte damals, von dem Treffen keine Kenntnis gehabt zu haben; die Fraktion betonte, es habe keinen Bezug zu ihrer parlamentarischen Arbeit.

Özdemir tritt am Wochenende gemeinsam mit der grünen Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz in Wernigerode und auf dem Brocken auf. Weitere Termine sind in Dessau und Halle geplant.

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[…] Der aktuelle Anlass kommt aus dem Wahlkampf in Sachsen-Anhalt. Bei seiner Unterstützung für die dortigen Grünen warnte der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir vor einem russlandfreundlichen Kurs einer möglichen AfD-Regierung. Moosdorf nannte er nicht ausdrücklich; dessen Moskauer Verbindungen sind allerdings ein ziemlich anschauliches Beispiel für das, worauf Özdemirs Warnung zielt. Die Ruhrbarone berichteten. […]

Frank Wohlgemuth
Frank Wohlgemuth
16 Tage vor

Özdemir warnte vor den bundespolitischen Folgen einer AfD-geführten Landesregierung. „Ich möchte, dass Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt bleibt und Magdeburg nicht ein Vorort von Moskau wird“, sagte er dem Tagesspiegel.

Recht hat er.

Der Machtanspruch Russlands über ganz Europa und die militärischen Drohungen gegenüber dem Westen werden von russischen Politikern in russischen Medien, die alle Staatsmedien sind, auch regelmäßig geäußert. Die militärische Aufrüstung, die diesen Anspruch untermauert, ist schon lange im Gange, auch wenn sie im Moment noch teilweise durch den Verschleiß in der Ukraine absorbiert wird.

Ich wundere mich schon eine ganze Weile, dass das kein Thema in den Wahlkämpfen ist und man sich stattdessen auf die Themen konzentriert, die die Partei, die sich Russland annähern möchte, vorgibt.

hase12
16 Tage vor

Fragt sich, ob Herr Özdemir alten Ausspruch aus den 1920er Jahren kennt: Hinter Kassel beginnt die Walachei, hinter Magdeburg der Bolschewismus.
Übersetzt bedeutet der Satz: Hinter Kassel – Richtung Westen – sind sie alle katholisch, hinter Magdeburg – Richtung Osten – sind sie alle moskauhörig.

Nichts neues!

thomas weigle
thomas weigle
16 Tage vor

hase 12
In den 20ern war der landwirtschaftlich geprägte Osten Deutschlands ganz sicher nicht moskauhörig,sondern ziemlich national, wobei die SPD auch zw. gute Ergebnisse einfahren konnte.Gerade die Angst vor Moskau ließ die NSDAP bereits 1930 stärkste Kraft in Ostpreußen werden, die hatten die Russen ja bereits im WW1 im Lande.Die KP spielte in diesen Gegenden keine Rolle,nicht mal in Mgdeburg, wo sie deutlich, sehr deutlich hinter der SPD; zw.auch DDP,DNVP und später NSDAP zurückblieb. Bleiben Berlin und Teile Sachsens als der Osten mit einer gewissen Neigung zu Moskau und dessen deutschen Sprachrohr, der KP….

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