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Ergänzung: Corona-Update: Hoffnungsschimmer für das Ruhrgebiet?

++++ Datenpanne beim RKI: Bei der Übertragung von Daten kam es gestern zu beträchtlichen Computerproblemen zwischen den Ländern und dem RKI. Das meldete das Robert-Koch-Institut nachdem wir diesen Beitrag veröffentlicht haben. Ein Server des Berliner Instituts sei für mehr als drei Stunden ausgefallen. Wir haben für unseren Bericht die unvollständigen RKI-Daten genutzt, bevor das RKI seine Datenlücke offenbarte. Daher sind die Werte für den 23. Oktober in diesem Beitrag nicht stimmig, diejenigen für die Tage davor hingegen schon. Der Hoffnungsschimmer, den wir für das Ruhrgebiet vermuteten, hat sich als trügerisch herausgestellt: In Wahrheit sind die Fallzahlen und Inzidenzen schlimmer statt besser geworden. +++

Die 7-Tage-Inzidenz ist im Ruhrgebiet unverändert geblieben gegenüber gestern. In sieben von 15 kreisfreien Städten und Kreisen hat sie sich sogar verringert. Und das zum Teil sehr kräftig: So gibt der Wert für Herne um knapp 22 Punkte nach – wobei Herne immer noch Spitzenreiter im Revier bleibt. Auch in Bochum, Bottrop, Dortmund und Duisburg gehen die Inzidenzen stark zurück, nämlich zwischen 10 und 18 Punkten. Darf man an der Ruhr vorsichtig auf eine Wende hoffen? 

Aber: Großer Wermutstropfen ist der Ennepe-Ruhr-Kreis, der um 30 Inzidenz-Punkte nach oben schießt. Auch der Kreis Unna (+20) und die Stadt Essen (+11 verdüstern das BIld. Aber immerhin: Im Durchschnitt bleibt das Ruhrgebiet konstant und koppelt sich sogar leicht vom NRW-Trend ab. Dieser zeigt immer noch nach oben (+4).

Die Entwicklung für alle Städte und Kreise in einzelnen Graphiken…


Alle Graphiken sind eigene Darstellungen auf Basis von täglich aktualisierten Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI):

Gesamtübersicht der pro Tag ans RKI übermittelten Fälle, Todesfälle und 7-Tages-Inzidenzen nach Bundesland und Landkreis (Tabelle wird arbeitstäglich aktualisiert)

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6 Kommentare zu “Ergänzung: Corona-Update: Hoffnungsschimmer für das Ruhrgebiet?

  • #1
    Dennis Schneider

    Hallo,

    es muss zumindest für Dortmund ein Datenübertragungsfehler vorliegen.
    vgl.: https://geoweb1.digistadtdo.de/doris_gdi/corona/dortmund.html -> Positive Tests pro Tag (202) und den Tweet: https://twitter.com/stadtdortmund/status/1319309438424055811

  • #2
    ccarlton

    Anzahl der Covid Patienten auf Intensivstationen im Ruhrgebiet heute: 97(-2).

    Quelle: RND

  • #3
    Roland W. Waniek Beitragsautor

    @Dennis Schneider

    Das ist durchaus möglich. Das RKI veröffentlicht seine Daten arbeitstäglich gegen 08:00 Uhr. Der Datenstand ist von cirka 06:30 Uhr. Wenn Städte bis dann nichts nach Berlin gemeldet haben, es aber später auf ihren Webseiten tun, so kann es durchaus zu unterschiedlichen Zahlen kommen. Angesichts der hohen Anzahl von Gesundheitsämtern in Deutschland (ca. 400) ist es kein Wunder, dass es kurzzeitige Diskrepanzen in den Zahlen gibt.

  • #4
    Roland W. Waniek Beitragsautor

    @Dennis Schneider

    Gerade in der WAZ Dortmund online gefunden:
    "<strong>Corona-Neuinfektionen: Datenpanne bei Übermittlung</strong>
    Bei diesen Zahlen, die das RKI bekannt gibt, handelt es sich jedoch nicht um die aktuellsten Werte. So meldete etwa die Stadt Dortmund bereits am Donnerstagnachmittag 3192 Fälle, das RKI weist hingegen noch am Freitag einen Datenstand von 2994 Infizierten aus. Andere Kommunen, unter anderem Duisburg (mehr lesen Sie hier), Herne und der Kreis Wesel (mehr lesen Sie hier)berichten von Problemen bei der Datenübermittlung ans Landeszentrum für Gesundheit (LZG)."

    Damit ist die Datendiskrepanz wohl erklärt. Manche Städte kriegen einfach ihre Daten nicht vernünftig nach Berlin und Düsseldorf gemeldet. Macht die Interpretation der Zahlen natürlich viel schwieriger…

  • #5
    Robert Müser

    Zitat aus der Homepage der Stadt Herne:

    Update 23. Oktober 2020, 11:06 Uhr
    Covid-19: 419 aktuelle Fälle in Herne

    In Herne wurde bisher bei 1.083 Personen eine Infektion mit Covid-19 nachgewiesen. Davon sind 652 Personen bereits wieder genesen. Aktuell infiziert sind 419 Personen, von denen sich 25 Personen im Krankenhaus befinden.

    Leider sind zwei Frauen, Jahrgang 1940 und Jahrgang 1947, verstorben, sodass in Herne nun zwölf Tote in Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion zu beklagen sind.

    Von den hinzugekommenen 79 Fällen sind 24 positive Meldungen auf Kontaktpersonennachverfolgung des Gesundheitsamtes zurückzuführen. Bei vielen weiteren Fällen handelt es sich derzeit um Meldungen von Privatpersonen, die hausärztlich getestet wurden.

    Auf den Internetseiten des Robert-Koch-Instituts und des Landeszentrums für Gesundheit wurden die Zahlen seit gestern, 22. Oktober 2020, nicht aktualisiert, da es nach einem Systemupdate Probleme mit der Dateneingabe gab.

    Quelle:
    https://www.herne.de/Stadt-und-Leben/Gesundheit/Informationen-zum-Coronavirus/Entwicklung-in-Herne/

    Danach dürfte der 7-Tages-Wert in Herne weiter geklettert sein. Betroffen ist in NRW neben Herne übrigens weiter Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Kreis Minden-Lübbecke, Kreis Olpe, Kreis Paderborn, Kreis Olpe, Rhein-Erft-Kreis, Rheinkreis Neuss, Kreis Viersen, Kreis Wesel und Wuppertal …

    Eine Frage stellt sich mir dann doch:
    In der EDV gibt es diesen alten Leitsatz "Never touch a running system" – muss man in solchen Zeiten jetzt beim RKI bzw. dem Land Updates fahren?

  • #6
    Enno

    Wir hatten jetzt ein halbes Jahr Zeit. Nun ist er da, der Herbst, und die respiratorischen Erkrankungen nehmen zu.

    Haben wir in Deutschland also vorgesorgt? Wie viele Betten, wie viele Pfleger haben wir mehr als im Frühjahr!?

    Monatelang haben Politiker und Virologen Angst gemacht. Ich will sehr hoffen, dass Angst nicht das Einzige ist, was sie können.

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