CSD-Köln: „Ein regenbogenfarbiger Candystorm ist das letzte, was man als rechter Politiker oder Politikerin brauchen kann“

Markus Beisicht - Pro NRW Politiker
Markus Beisicht – Pro NRW Politiker

Pro-NRW will auf dem CSD in Köln mitmarschieren.   Ein neue Vorschlag zieht nicht darauf ab, die Rechten rauszuwerfen, wie es gestern Abend von den CSD-Machern beschlossen   wurde,  sondern sie mit viel Zärtlichkeit empfangen. Wir dokumentieren einen offenen Brief von Johannes J. Arens:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kollegen und Kolleginnen,

da will eine mehr als nur rechtslastige Lokalpartei den CSD mit fremden- und islamfeindlichen Parolen kapern und alles was uns dazu einfällt ist, ob man ihnen dies verbieten kann oder ob man sie doch lieber zu einer Podiumsdiskussion einladen möchte.

Entschuldigung? Waren es nicht einmal nicht-heterosexuelle Netzwerke die dafür bekannt waren, dass sie mit grell-sarkastischem zivilen Ungehorsam auf ihre Belange aufmerksam machten? Ist eine distinguierte Diskussion (die sicherlich auch geführt werden muss) alles, was „wir“ noch zu bieten haben?

Pro Köln befindet sich in einer bequemen Position: Schmeißt man sie raus, werden sie sich als Märtyrer inszenieren, lässt man sie drin, könnte es ihnen gelingen, sich als demokratische Alternative zu inszenieren. „Was kann mir schon geschehen?“, denkt sich also der eine oder andere in den Fraktionsräumen der sogenannten Bürgerinitiative.

Doch es gibt etwas, vor dem Pro Köln Angst hat: vor UNS!

Denn ein gemeinsames Kennzeichen aller Mitglieder brauner Bewegungen ist die Furcht, selbst als abweichend von der Norm gesehen zu werden.

Feiern wir also unsere Liebe! Stürmen wir auf sie zu, befummeln, betatschen und begrapschen wir sie. Machen wir von der Tatsache Gebrauch, dass beim CSD unsere Hemmschwelle nach drei Kölsch ohnehin im Rinnstein landet – herzen und knutschen wir sie, gehen wir ihnen unters Hemd und in die Bluse und wenn es sein muss auch an die Hose! Let there be love und let there be pictures in Facebook! Ein regenbogenfarbiger Candystorm ist das letzte, was man als rechter Politiker oder Politikerin brauchen kann.

Sie wollen deutsche Tugenden beschützen? Wir helfen ihnen dabei! Geben wir ihnen einen lautstarken und blickdichten Geleitschutz aus allen queeren Schützen-, Karnevals- und Blasmusikvereinigungen, die diese Republik zu bieten hat. Umgeben wir sie mit 11.000 keuschen, barbusigen, lesbischen Jungfrauen und ebenso vielen billigen Maria-und-Margot-Imitationen, deren Dirndl seit mindestens drei Karnevals-Sessionen nicht mehr in der Reinigung waren.

Zu Erinnerung: Unsere Waffen heißen Solidarität (sogar mit Menschen die wir unattraktiv finden), Humor, Kreativität und vor allem SEX!

Let them be the only gays in de village!!

Johannes Arens

Dir gefällt vielleicht auch:

6 Kommentare

  1. #1 | Martin Murphy sagt am 5. Juni 2013 um 10:44 Uhr

    Großartig!

  2. #2 | Stefan Laurin sagt am 5. Juni 2013 um 10:51 Uhr

    @Martin: An dem Tag werden die Bilder entstehen, die wir künftig für unsere Berichterstattung über Pro NRW nutzen werden 🙂

  3. #3 | Ben sagt am 5. Juni 2013 um 11:10 Uhr

    „Stürmen wir auf sie zu, befummeln, betatschen und begrapschen wir sie. Machen wir von der Tatsache Gebrauch, dass beim CSD unsere Hemmschwelle nach drei Kölsch ohnehin im Rinnstein landet – herzen und knutschen wir sie, gehen wir ihnen unters Hemd und in die Bluse und wenn es sein muss auch an die Hose! (…) Unsere Waffen heißen (…) vor allem SEX!“

    Als Schwuler, der früher mal sehr aktiv darin war, die schwule Szene in christlichen Fundi-Foren zu verteidigen und der noch an das Politische im CSD glaubt, kann ich jetzt schon sagen, dass das ein Schuss nach hinten werden wird – selbst wenn man diesen Aufruf als Ironie versteht. Sollte sich nämlich der Umgang mit Pro-NRW genauso vollziehen und sollten diese Bilder die mediale Repräsentation des diesjährigen ColognePride darstellen, wird das in konservativen Kreisen (und nicht bloß in rechten) nur das Bild der promiskuitiven Schwulen und Lesben stärken, die außer Sex nichts anderes im Sinn haben. Tolle Wurst.

  4. #4 | Michel sagt am 5. Juni 2013 um 11:31 Uhr

    pro #3 !!

    Diese Aktion würde definitiv in die falsche, ungewollte Richtung führen!

    Davon abgesehen, dass ich eh nie verstehen werde, warum wir uns immer als „anders“ präsentieren müssen und nicht einfach als „ebenso normal“

  5. #5 | el-flojo sagt am 5. Juni 2013 um 12:18 Uhr

    Großartig. Dazu sollte man sich aber unbedingt diese Nummer von Henry Rollins anhören. Der hat vor Jahren schon das Fundament dazu gelegt. 🙂

    https://youtu.be/R8VKxEF0EnE

  6. #6 | Neuauflage des CSD: Pro Köln verzichtet | Ruhrbarone sagt am 15. Juni 2013 um 13:21 Uhr

    […] Bürgerbewegung ist offenbar mulmig geworden: Aktivisten hatten angekündigt, sie mit einem “regenbogenfarbenen Candystorm” überziehen zu wollen. Offiziell gibt das natürlich keiner zu. Da phantasiert man sich […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.