Der BVB sollte Bayer 04 Leverkusen als Mahnung dienen!

DFB-Pokal und Meisterschale. Foto: Robin Patzwaldt

Gestern war, trotz aller Diskussionen rund um die leidigen Fanproteste, ein Freudentag für die meisten Fußballfans in diesem Lande! Mit 3:0 fertigte Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen in der Fußball-Bundesliga seinen ärgsten Verfolger, den FC Bayern München, ab. Mit 55 Punkten hat die Werkself nach 21 Spieltagen jetzt beachtliche fünf Zähler Vorsprung auf den Rekordmeister, der mit 50 Punkten unverändert auf Platz zwei der Tabelle liegt.

Nach zuletzt elf Meisterschaften in Serie droht den Münchenern diesmal tatsächlich der Titel in der nationalen Liga wieder einmal zu entgleiten. Nachdem der BVB sich im Vorjahr am letzten Spieltag durch ein enttäuschendes 2:2 gegen den FSV Manz 05 noch selber ‚ins Knie schoss‘ und den Bayern den quasi schon abgehakten Titel quasi als Geschenk überreichte, hofft Fußballdeutschland, mit Ausnahme der Bayern-Fans natürlich, dass es diesmal wieder einen anderen Meister gibt. Das konnte man am Samstag nach Spielende auch in den sozialen Netzwerken wieder ganz deutlich spüren. Auch in meinem Umfeld häufte sich die Schadenfreude in Richtung Isar. Doch gingen dabei einige, auch große Medienhäuser, deutlich zu weit.

Die Tatsache, dass Leverkusen aus 21 Begegnungen imposante 55 Zähler geholt hat, ist beeindruckend. Das hätte der Werkself vor Saisonbeginn sicherlich so kaum einer zugetraut. Nur einmal zum Vergleich: Im letzten Jahr hatte der Tabellenführer (Bayern, Dortmund und Union waren nach Spieltag 21 punktgleich an der Spitze) zum vergleichbaren Zeitpunkt gerade einmal 43 Zähler auf dem Konto.

Die Leverkusener jetzt, nach dem Sieg im Spitzenspiel, aber schon quasi zum neuen Deutschen Meister zu erklären, wie ich es gestern häufiger gesehen habe, ist schlicht blödsinnig. Bei noch 13 (!!!) ausstehenden Spielen bis zum Saisonende sind fünf Punkte (also nicht einmal zwei Siege) Vorsprung natürlich längst noch nicht ausreichend, um von einer (vor-)entschiedenen Meisterschaft auch nur im Ansatz zu reden. Dafür hat man in der Vergangenheit schon viel zu häufig noch größere Vorsprünge in der Hitze des Frühjahrs zusammenschmelzen sehen. Besonders dann, wenn die Bayern der ernsthafteste Verfolger sind bzw. waren. Zumal der Zwischenstand des Titelrennens ja zugleich zeigt, wie gut auch die Bayern in diesem Jahr mit ihren 50 Punkten im Vergleich zur Konkurrenz sind. Den Rekordmeiste jetzt schon abzuschreiben wäre ein Riesenfehler.

Bayer-Coach Xabi Alonso weiß das natürlich auch und wird sich nicht auf eine solche Fährte führen lassen. Er ist zu schlau und zu erfahren, um auf solche Versuchungen im Umfeld seines Teams auch nur Ansatzweise einzugehen. Wer im Mai einmal wieder einen anderen Meister als den FC Bayern sehen will, der kann nur hoffen, dass es die Spiele der Leverkusener, und auch die Öffentlichkeit ebenfalls sind.

Schon ein paar Prozente weniger Einsatz und Konzentration auf dem Platz in den kommenden Wochen, und der Vorsprung der Rheinländer könnte schneller verschwunden sein, als es vielen heute noch wahrscheinlich erscheint. So groß die Freude über den Ausgang des Spitzenspiels bei vielen gestern auch war, eine Art Vorentscheidung im Titelrennen war es keinesfalls. Wer das glaubt, der steht wahrscheinlich bald schon so belämmert da, wie alle die, die es im Saisonfinale 2023 mit dem BVB hielten und den letzten Spieltag in Dortmund nur noch für so eine Art Pflichtaufgabe hielten.

Das Beispiel der Schwarzgelben sollte allen Leverkusenern als eindringliche Mahnung dienen!

 

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