Der erschreckend planlos wirkende Bundestrainer Hansi Flick

Als Hansi Flick im Mai 2021 den Job des Bundestrainers beim DFB übernahm, da war die Erwartungshaltung an den Neuen riesig. Der Nachfolger des zuletzt schwer umstrittenen Joachim Löw sollte den peinlichen Niedergang der Herrennationalmannschaft stoppen und das Team, das im Jahre 2014 in Brasilien noch Weltmeister wurde, zurück in die Weltspitze führen.

Jetzt, gut zwei Jahre später, steht auch Flick heftig in der Kritik. Nicht wenige gehen davon aus, dass die nun anstehenden Länderspiele gegen Japan (am Samstag in Wolfsburg) und gegen Frankreich (am übernächsten Dienstag in Dortmund gegen Frankreich) über das sportliche Schicksal des Coaches entscheiden könnten.

Zuletzt wirkte der Coach in der Öffentlichkeit so glück- und planlos, dass ein Last-Minute-Trainerwechsel beim DFB vor der anstehenden Heim-Europameisterschaft im kommenden Sommer aktuell ernsthaft diskutiert wird.

Das Abschneiden der DFB-Elf bei der WM in Katar im vergangenen Herbst war nicht besser, als das was die Mannschaft zuvor unter Löw 2018 in Russland ablieferte. Eine Aufbauleistung durch Flick und sein Trainerteam ist beim besten Willen nicht zu sehen gewesen.

Schlimmer noch, der 58-Jährige verwirrte die Fußballnation, und wohl auch seine Spieler, auch zuletzt noch mit hektischen und wenig nachvollziehbar wirkenden Personalentscheidungen. Genannt sei hier nur der plötzliche Verzicht auf BVB-Abwehrspieler Niklas Süle im Juni, den Flick aufgrund angeblich mangelhafter Fitness und Trainingseinstellung kurzfristig aus dem Kade strich.

In der Vorwoche erwischte es jetzt auf ähnliche Art und Weise unter anderem den Münchener und Ex-Schalker Leon Goretzka. Auch dieser fühlte sich brüskiert, nachdem er von seiner unerwarteten Nichtberücksichtigung erfuhr, machte seinem Unverständnis öffentlich Luft.

Der zuvor für unwürdig empfundene Süle ist diesmal hingegen wieder mit dabei, wenn sich die deutsche Auswahl zu internationalen Vergleichen trifft. Nach gerade einmal zwei absolvierten Ligaspielen in der Saison 2023/24 war der Dortmunder wieder gut genug, um für Deutschland aufzulaufen. Mit Leistungsgründen ist das so schlicht nicht zu begründen. Da muss es wohl intern um andere Dinge gehen. Logisch, dass solche Personalentscheidungen die Position des Trainers nicht gerade stärken.

Ähnlich umstrittene Aktionen begleiten den Weg von Flick jetzt schon seit seiner Amtsübernahme. War dies anfangs vielleicht noch mit dem angestrebten Umbau des Kaders zu begründen, für den Flick ja ursprünglich auch verpflichtet wurde, wirkt das Ganze inzwischen nur noch wirr und panisch. Gut möglich, dass auch der aktuell brüskierte Goretzka demnächst wieder mit dabei ist.

Insgesamt erscheinen solch erhebliche Bastelarbeiten am Kader wenige Monate vor der Heim-EM total deplatziert. Zudem erzeugen sie nicht nur den Eindruck von absoluter Planlosigkeit rund um das DFB-Team, sie offenbaren auch, dass es der Nationalmannschaft auch nach über zwei Jahren unter der Leitung von Flick noch an einem verlässlichen Gerüst, das über jedwede Diskussion erhaben ist, fehlt.

Auch die von vielen vermisste Euphorie rund um die Nationalmannschaft kann so natürlich nicht erzeugt werden. Ganz im Gegenteil! Die DFB-Auswahl erscheint vielen im Lande dadurch ungewöhnlich egal. Und eine verschworene Einheit auf dem Platz bildet man durch diese Aktionen jedenfalls garantiert auch nicht. Und das war ja einmal Flicks Haupt-Job.

Gut möglich also, dass es nach dem Spiel in Dortmund gegen Frankreich tatsächlich noch einmal einen Trainerwechsel in der Männernationalmannschaft gibt. Zumindest dann, wenn die Leistungen ähnlich schwach sind wie bei den letzten Länderspielen im Juni.

Die Planlosigkeit Flicks ist inzwischen, auch durch so wenig nachvollziehbare Personalentscheidungen wie zuletzt, einfach zu offensichtlich geworden, um mit einem dermaßen überfordert erscheinenden Coach wissentlich und bewusst in das für den Deutschen Fußball insgesamt so wichtige Turnier im kommenden Sommer zu gehen. Zumindest dann, wenn man beim DFB bei dieser Gelegenheit vor den Augen der eigenen Fans erfolgreich auftreten will… Die nächsten Tage werden also spannend.

 

 

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