DGB-Referent Andreas Zumach hat versucht, die Jüdische Gemeinde Dortmund einzuschüchtern

Andreas Zumach Foto: Heinrich-Böll-Stiftung Lizenz: CC BY-SA 2.0

Morgen will der DGB-Dortmund gemeinsam Attac, dem Nachdenktreff und der „AG Globalisierung in der Auslandsgesellschaft“ über die Frage diskutieren, wie man mit der antisemitischen BDS-Kampagne umgehen soll, deren Ziel die Vernichtung Israels ist. Die örtliche DGB-Chefin Reiter schrieb über die Gründe für die Veranstaltung in in einer Pressemitteilung:

„Im Oktober d.J. hat der Rat der Stadt Dortmund eine „Grundsatzerklärung zur Bekämpfung von Antisemitismus in Dortmund“ gefasst, obwohl schon im Oktober vorher ein ähnlicher Beschluss abgestimmt worden war. Neu an diesem Ratsbeschluss ist die Kennzeichnung einer konkreten Aktion, nämlich der BDS-Bewegung, als „antisemitisch“. Die BDS-Bewegung tritt in Anlehnung an die frühere Kampagne gegen den Apartheid-Staat Südafrika für einen internationalen, gewaltfreien Boykott des Staates Israel ein, bis die völkerrechts- und menschenrechtswidrige Besatzungs- und Besiedlungspolitik der israelischen Regierung beendet ist.“

Die Jüdische Gemeinde Dortmunds, aber auch die GEW-Jugend und nach Informationen dieses Blogs auch die DGB-Jugend haben sich kritisch über die Veranstaltung und den Referenten, Andreas Zumach, geäussert. Die GEW-Jugend hat für morgen sogar eine Demonstration angemeldet.

Nun teilt die Jüdische Gemeinde in einer Stellungnahme mit, dass taz-Mitarbeiter und Referent Zumach versucht hat, sie einzuschüchtern:  

„Der Referent der vom DGB und Attac organisierten Veranstaltung „Israel, Palästina und die Grenzen des Sagbaren“ droht der Jüdischen Gemeinde in einer Mail mit juristischen Schritten bis zur Strafanzeige. Die Gemeinde hat in ihrer Stellungnahme zur Veranstaltung die Meinung vertreten, dem Referenten gehe es allein darum, die Boykott-Bewegung gegen Israel „BDS“ vom Vorwurf des Antisemitismus reinzuwaschen. Der Referent Zumach, der in seinen Vorträgen stets als Hüter der Meinungsfreiheit auftritt, sollte eigentlich andere Meinungen ertragen können und nicht versuchen, der Jüdischen Gemeinde den Mund zu verbieten!

In einem Gespräch hatte die Jüdische Gemeinde die Vorsitzende des DGB Dortmund, Frau Reiter, auf die Einseitigkeit der Veranstaltung hingewiesen. Es ist bedauerlich, dass der Dortmunder DGB den Vorschlag, das Podium aus Gründen der Fairness und Ausgeglichenheit zu erweitern, abgelehnt hat.

Was den Mitveranstalter Attac Dortmund angeht, sei auf die Analyse des Sozialwissenschaftlers der LMU München, Dr. Holger Knothe, verwiesen: In seinem Buch mit dem Untertitel „Antisemitismus und Globalisierungskritik bei Attac“, kommt er zu dem Schluss, dass der Anspruch von Attac „mit strukturell antisemitischen Argumentationsmustern, sekundär-antisemitischen Abwehrreaktionen und stereotypen Wahrnehmungen des Nahost-Konflikts verwoben ist“. Attac sollte daher zunächst einmal über das Antisemitismusproblem in den eigenen Reihen nachdenken.

Jüdische Gemeinde Dortmund

Der Vorstand“

Die junge GEW ruft  wir zu einer Kundgebung am 11.12.2019 ab 18.00 Uhr, auf dem Vorplatz der ev. Pauluskirche, Schützenstraße 35 in Dortmund auf.

Mehr zu dem Thema:

Dortmund: GEW-Nachwuchs demonstriert gegen DGB-Veranstaltung

Stellungnahme der Jüdischen Gemeinde Dortmund zur DGB Veranstaltung “Israel, Palästina und die Grenzen des Sagbaren“

BDS: Der DGB-Dortmund diskutiert über das Recht, Israel zu boykottieren

 

 

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3 Kommentare

  1. #1 | Gerd sagt am 10. Dezember 2019 um 18:16 Uhr

    Das wird mit jedem Tag "besser". Es würde mich nicht wundern, wenn die Veranstaltung im letzten Augenblick abgesagt wird.

  2. #2 | Wolfram Obermanns sagt am 10. Dezember 2019 um 19:43 Uhr

    Sind die so bescheuert oder tun die nur so?
    Gegen was genau glaubt Zumach klagen zu können? Welchen Druck glauben TAZ-Schreiberlinge gegen eine Dortmunder Kultusgemeinde aufbauen zu können? Haben die ihr Ritalin abgesetzt?

  3. #3 | thomas weigle sagt am 11. Dezember 2019 um 10:56 Uhr

    Ob die Siedlungspolitik völkerrechtswidrig ist oder nicht, ist doch eigentlich nicht der Punkt, der die Israelfeinde unentwegt auf trab hält. Wenn es ihnen um die Menschenginge, hätten sie längst zur Kenntnis nehmen müssen, dass mit ihrem Boykott auch Araber getroffen werden, die dort arbeiten.
    Wenn es ihnen um die Menschen ginge, hätten sie längst Hamas und Fatah boykottieren müssen, die den Arabern in den Autonomiegebieten die eigentlich 2010 fälligen Wahlen bis heute vorenthalten.
    Wenn es ihnen um die Menschen ginge, hätten sie längst gegen die Praxis der Autonomiebehörden protestieren müssen, inhaftierten Terroristen 800 Euro pro Monat zu zahlen bzw. die Familien von Selbstmordterroristen mit über 1000 Euro pro Monat zu unterstützen. Pro Monat wird so ein höherer einstelliger Millionenbetrag fällig. Leider kann sich die EU nicht entschließen, um diesen Betrag die unterstützungszahlen zu reduzieren, weil sie den Zusammenbruch der Autonomiebehörde fürchtet. aus dem selben Grund stundet auch Israel einen großen Teil der Gebühren für Wasser und Gas.
    Aber das hilft nix. Israel, also der Jude, muss in seine Schranken gewiesen werden. um nix anderes geht es, da ist jeder noch so fadenscheinige und falsche Vorwand recht. Antisemitisch bis auf die Knochen, v.a. die Nichtdenkerseiten.

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