Es ist höchste Zeit für eine Neuausrichtung beim BVB!

Dortmunds umstrittener Trainer Edin Terzic. Archiv-Foto: BVB

Borussia Dortmund kassierte am Sonntag die erste Niederlage des Kalenderjahres 2024. Gegen die TSG Hoffenheim setzte es ein bitteres 2:3 im heimischen Westfalenstadion. Das zuvor von vielen noch als ‚Pflichtsieg‘ eingeordnete Match mag für den BVB mit der ersten Pleite der vergangenen Wochen geendet haben. Die erste Enttäuschung war es keineswegs.

Trotz des vergleichsweise einfachen Startprogramms, endeten bekanntlich auch schon die Begegnungen in Heidenheim (0:0), Wolfsburg (1:1) und in Eindhoven (1:1) ergebnistechnisch nicht so, wie es die Dortmunder Anhänger und Verantwortlichen sich das vorgestellt hatten. Vom Spielerischen her waren es sogar noch deutlich mehr, denn wirklich überzeugt haben die Schwarzgelben zuletzt nur selten.

Von den letzten zehn Spielen konnten die Schwarzgelben zudem nur vier gewinnen. Wahrlich nicht die Bilanz, die den eigenen Ansprüchen entspricht. Verantwortlich dafür ist in erster Linie natürlich der Trainer, Edin Terzic, dessen ureigenste Aufgabe es ist, die Mannschaft weiterzuentwickeln, aus dem vorhandenen Spielermaterial das Maximum herauszuholen. Doch genau das gelingt Terzic nun schon über längere Zeit nicht (mehr).

Beim großen Rivalen, dem FC Bayern München, haben sie in der Vorwoche beschlossen, sich spätestens am Saisonende von Trainer Thomas Tuchel zu trennen. Und das, obwohl der Rekordmeister nach dem 23. Spieltag der Bundesliga-Saison 2023/24 53 Punkte auf dem Konto hat, und damit immerhin vier mehr als noch vor einem Jahr, als es nach dem 23. Spieltag nur 49 waren und am Ende dennoch der Titel Deutscher Meister stand. Eine Steigerung der Punkteausbeute in der Liga allein reichte Tuchel also nicht, um seinen Job in München über den Sommer hinaus zu sichern.

Und in Dortmund? Auch der BVB hatte zum Vorjahreszeitraum 49 Zähler auf dem Konto, wie die Bayern. Jetzt sind es nach der Blamage vom Sonntag nach wie vor gerade einmal deren 41. Die Borussia steht also um acht (!!!) Punkte schlechter dar, als in der Saison 2022/23. Trotz des leichten Auftaktprogramms in die Rückrunde. Und trotzdem ist Coach Terzic an der Strobelallee noch im Amt.

Das ist schlicht nicht nachvollziehbar, wenn der auserkorene Hauptkonkurrent im eigenen Lande doch der FC Bayern ist, dessen Titelambitionen der BVB doch nacheifern wollte, zumindest eben dann zur Stelle sein wollte, wenn die Münchener einmal schwächeln. Das waren die Dortmunder jedoch weder im Vorjahr, als die Westfalen im Endspurt das Duell der Stolperkönige gegen die Bayern noch auf dramatische Art und Weise verloren, noch sind sie es jetzt, wo die Münchener in diesen Tagen doch in erster Linie mit sich selbst und ihrer Trainerdebatte beschäftigt sind.

Der BVB entwickelt sich sportlich zurück. Trotz vollmundiger Ankündigungen der Verantwortlichen. Sebastian Kehl und Erdin Terzic hören sich für interessierte Zuhörer inzwischen an, wie Schallplatten mit Sprung. Immer wieder die gleichen, hohlen Phrasen, Appelle an die Ehre der Spieler, Hinweise auf umstrittene Schiedsrichterentscheidungen und andere Ausflüchte. Man kann es nicht mehr hören, was sie Dortmunder da in die ihnen entgegengereckten Mikrophone absondern.

Es ist höchste Zeit in Dortmund die Dinge grundsätzlich zu hinterfragen, endlich eine erkennbare Strategie in Kraft zu setzen, die bei den Beobachtern wieder die Freude und die Neugier auf eine aufregende, junge Mannschaft zurückbringen, so dass sich das Verfolgen der BVB-Spiele wieder lohnt und häufiger auch mal mit positiven Überraschungen belohnt wird.

Terzic ist dafür scheinbar nicht geeignet. Und inzwischen sollte man auch mal über den Namen Kehl nachdenken. Alternativen gibt es auf dem Markt derzeit für beide ungewöhnlich viele, wie man an der Nachfolgedebatte für die Trainerposition bei den Bayern sieht.

Noch hat der BVB ein paar Wochen Zeit sich einen schlüssigen Weg für seine Zukunft zu überlegen, wenn diese denn wieder erfolgreicher sein soll. Dumm nur, dass sich in Dortmund auch der langjährige Boss, Aki‘ Watzke,  durch seinen angekündigten Rückzug im kommenden Jahr freiwillig und frühzeitig zur ‚Lame Duck‘ gemacht hat. Das macht die erforderliche Neuausrichtung bei der Borussia nicht gerade einfacher. Streng genommen stehen sie in Dortmund gerade vor einem gehörigen Scherbenhaufen. Zum Glück ist es (noch) kein ganz so großer, wie sie ihn in Gelsenkirchen innerhalb weniger Jahre aufgetürmt haben…

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[…] Ich hatte mir auch nach der Trennung im Juni 2017 immer gewünscht, dass er eines Tages nach Dortmund zurückkehren würde, wenn dies natürlich auch von Anfang an nicht besonders realistisch erschien, nachdem Tuchel und BVB-Boss Aki Watzke sich rund um den Bombenanschlag auf den BVB-Mannschaftsbus im April 2017 offenbar hinter den Kulissen so sehr verkracht hatten, dass eine weitere Zusammenarbeit (zumindest aus Watzkes Sicht) unmöglich erschien. Ich hätte es begrüßt, wenn die beiden über ihre Schatten gesprungen wären und sich irgendwie im Sinne der Sache arrangiert hätten. Zum Wohle des BVB. Ich bin mir sicher, der Verein wäre heute in seiner Entwicklung weiter, als er es aktuell ist. […]

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