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Facharbeit: ‚Einfluss des Rechtsextremismus auf die Fankultur in Dortmund‘

Westfalenstadion DortmundDer erst 16-jährige Gymnasiast Paul betreibt bei Facebook seit einiger Zeit schon die Seite ‚BVB Fans gegen Nazis‘, über die wir vor einigen Wochen hier bei den Ruhrbaronen auch schon einmal kurz berichtet hatten: http://www.ruhrbarone.de/bvb-fans-gegen-nazis/

Nun hatte ich gestern abermals Kontakt zu Paul (Nachname liegt vor). Er berichtete mir von einer Facharbeit, welche er gestern in seiner Schule in Düsseldorf abgegeben hat, und welche sich zum Erstaunen seiner dortigen Lehrerin mit dem Thema ‚Einfluss des Rechtsextremismus auf die Fankultur in Dortmund‘ beschäftigt.

In Anbetracht der jüngsten Geschehnisse und Diskussionen rund um das Thema ‚Nazis unter den BVB-Fans und im Stadion‘ halte ich diese für so interessant, dass ich Sie auch hier heute unseren Lesern (ungekürzt) einfach mal so zur Kenntnis geben möchte:

 

Einfluss des Rechtsextremismus auf die Fankultur in Dortmund

von Paul X. (der vollständige Name liegt den Ruhrbaronen vor)

 

Gliederung

1.Einleitung………………………………………………………………………………………..3

2. Vorstellung der Beteiligten

2.1 Borussenfront……………………………………………………………………………4

2.2 Northside………………………………………………………………………………….4

2.3 Desperados……………………………………………………………………………….4

2.4 The Unity…………………………………………………………………………………4

3. Übergriffe auf Dortmunder Fanvertreter in Donezk…………………………….5

4. Unterwanderung des Ordnungsdienstes durch Rechtsextreme………………5

5. Interviews

5.1 Interview mit Mike (The Unity)………………………………………………….6

5.2 Interview mit Hans (Desperados)………………………………………………..8

5.3 Analyse und Zusammenfassung der Interviews…………………………….9

6. Maßnahmen von Borussia Dortmund…………………………………………………9

7. Schlusswort…………………………………………………………………………………..11

8. Literaturverzeichnis……………………………………………………………………….13

 

1. Einleitung

Nazis im Stadion, rechtsextreme Gewalttäter – solche Schlagzeilen ordnet man  dem Osten zu, speziell nach Dresden.

Doch auch Dortmund hat zumindest zwei Gemeinsamkeiten mit der Sportgemeinschaft aus Dresden. Zum einen sind da die Vereinsfarben schwarz und gelb und eine weitere Farbe die in Dortmund ins Stadion drängt: Braun. Die Rechtsextremen kommen in Dortmund immer stärker  zum Zug. Banner, rechte Parolen und politisch motivierte Übergriffe scheinen sich zu mehren.

Doch woran liegt das? Stimmen die Berichte der Medien? Ich werde versuchen, ein Bild der Situation im Signal-Iduna-Park und vor allem in der aktiven Fanszene zu zeichnen.

 

2.1 Borussenfront

Die Borussenfront ist ein, inzwischen nicht mehr existenter, Fanclub, der in den 80er Jahren vor allem durch seine Nähe zur lokalen rechtsextremen Szene auffiel.

Das genaue Gründungsjahr kann nicht genau festgelegt werden, da die Gruppe bereits vor dem als offiziell angegebenen Datum in seiner damaligen Form bestand und auch vor der Gründung 1982 als Zusammenschluss Spiele von Borussia Dortmund besuchte.

Einer der führenden Kräfte bei der Gründung war wohl Siegfried Borchardt, auch „SS-Siggi“  genannt. Borchardt ist wegen verschiedenster Delikte immer wieder zu Haft- und Geldstrafen verurteilt worden.

Zunächst gab es wohl durchaus den normalen Sportgedanken und den Willen, den BVB zu unterstützen, was jedoch mit den Jahren aufgrund der politischen Ideologie, die die Gruppe vertrat, in den Hintergrund rückte. Als unpolitischer gegründeter Fanclub geriet die Borussenfront aufgrund ihrer daraus resultierenden Toleranz gegenüber Neonazis und Rechtsextremisten immer mehr zur Anlaufstelle für gewaltbereite und auch danach suchende „Fans“, die nicht als solche zu bezeichnen sind, sondern in die Kategorie Hooligans einzuordnen sind.

Ihre Blütezeit hatte die Schlägertruppe in den 80er Jahren. Danach nahm ihre Aktivität auch aufgrund des Drucks seitens der Vereinsführung und vor allem des Fanprojekts Dortmund, ein eigens gegründetes und staatlich unterstütztes Projekt, ab.

Seit einigen Jahren treibt man nun wieder sein Unwesen. Zuletzt konnte ich einen Fan im Stadion beobachten, der kurz vor dem Spiel seinen Schal mit Borussenfront-Aufschrift der Südtribüne zuwandte. Umstehende Fans haben ihn daraufhin zurechtgewiesen.

 

2.2 Northside

Die Northside ist eine Abspaltung der Borussenfront. Gegründet von sehr jungen „Frontlern“, verfolgt man ähnliche Ziele wie die der Borussenfront, allerdings ohne sehr viel sportlichen Geist dahinter. Die Mitglieder treffen sich nicht selten mit gegnerischen Hooligans in einem Waldstück, um sich dort zu prügeln, wo sie niemand stört und sieht. In so eine Schlacht  marschiert man dann auch schon mal mit Hitlergruß und Siegheil-Rufen.

Die Northside wird als Verbindungsglied zwischen der gewalttätigen Rechtsextremenszene in Dortmund und den Desperados angesehen.

 

2.3 Desperados

Die Desperados bilden in dieser Thematik einen wichtigen Punkt, da sie sich wie die Borussenfront seit ihrem Gründungsjahr 1999 als unpolitische Ultragruppe darstellen. Anders als diese vertreten die Desperados ihre rechten Gedanken nicht so offen.

Die Gruppe ist für einige rassistische und homophoben Aktivitäten in den letzten Jahren sehr in den Blickpunkt der Medien gerückt.

 

2.4 The Unity

Die größte Ultragruppierung aus Dortmund wurde um die Jahrtausendwende herum aus dem „Stammtisch aktiver BVB-Fans“ gegründet und bildet seit dem einen Zusammenschluss aus mehreren Fanclubs. Obwohl auch sie offiziell unpolitisch sind, trifft man den überwiegenden Teil häufig bei Demonstrationen gegen Nazis oder für Linke.

3. Übergriffe auf Dortmunder Fanvertreter in Donezk

Eine der dreistesten Aktionen von Rechtsextremisten fand mit Sicherheit dieses Jahr beim Championsleague-Auswärtsspiel in Donezk. Bei diesem Spiel wurden zwei Fanvertreter unabhängig voneinander von mehreren rechtsextremen Dortmund-Anhängern zusammengeschlagen.

Als Reaktion auf diese Vorfälle wurden am 2.3. beim Heimspiel gegen Hannover verschiedenster Banner hochgehalten, die die Solidarität mit Jens Volke und Thilo Danielsmayer bekundeten.

Hier ist auch noch zu erwähnen, dass an der Stelle auf der Südtribüne, wo die Desperados immer stehen, ebenfalls ein Banner entrollt wurde, auf dem stand: „Hände weg vom Fanprojekt!“ und ein anderes mit der Aufschrift: „Jens & Thilo, wir stehen hinter euch“.

4. Unterwanderung des Ordnungsdienstes durch Rechtsextreme

Dass nicht nur die Fans auf der Tribüne eine Gefahr darstellen, zeigt das nächste Beispiel. Es geschah beim Derby, das Spiel aller Spiele zwischen Dortmund und Schalke. Marco B. möchte auf Toilette gehen, seine Freunde bleiben im Gästeblock. Soweit, so normal. Doch was sich nach B’s Angaben dann abspielt, ist ein Beispiel von roher Gewalt und totaler Willkür. Beim Verlassen der Gästetoilette wird er von einem Mann angerempelt und als er sich umdrehen will, kriegt er den ersten Schlag ab. Weitere Personen kommen hinzu und treten auf ihn ein. Das Ergebnis sind drei gebrochene Rippen, eine Gehirnerschütterung und diverse Hämatome.

Doch die Schläger sind keine Fans, es sind Ordner des BVB. Einer von ihnen, Sascha N, ist einschlägig vorbestraft und der Nothside zugehörig.

Laut einem anderen Ordner sind mindestens acht Personen Anhänger rechten Gedankenguts, vier von ihnen sind bei den Desperados aktiv und weitere vier bei der Northside.

Hier äußert sich der Deutsche Meister sehr unzureichend und stellt sich zunächst vor seinen Mitarbeiter. Später einigt man sich darauf, N., der von B. angezeigt wurde, bis zum Ende des Verfahrens nicht mehr zu beschäftigen.

Auch wenn nur knapp ein Prozent des Ordnungsdienstes rechtsextrem ist, so zeigt es doch wieder die große Masse von Schweigen, wenn 99 Prozent der Ordner dies nicht melden.

5.1 Interview mit Mike (THE UNITY) (Name geändert, Anm d. Autors)

Hat der BVB ein Nazi-Problem?

Allerhöchstens ein angehendes. Es gibt einige Auffälligkeiten im und ums Stadion herum. Ich glaube aber auch, dass das durch eine schweigende Mehrheit aufgepusht wird. Außerdem sind auch die Medien nicht ganz unschuldig. Wenn irgendwelche Rechtsextreme eine Aktion im Stadion machen, dann wird lang und breit darüber berichtet. Starten wir eine Aktion gegen rechts, wird es allenfalls am Rande erwähnt. Ich möchte noch mal klar darstellen, dass unsere Gruppe sich deutlich gegen rechtsextreme, rassistische und antisemitischen Tendenzen ausspricht!

Haben Sie selbst bereits Erlebnisse mit Nazis gehabt?

Es geht ja nicht nur um Nazis. Zu diesem Problem zählt auch noch Homophobie und ganz allgemein Rassismus. Ich kann mich vor allem noch an ein Banner von den „Desperados“ erinnern, das sie beim Spiel gegen Bremen hatten. Diese Aufschrift („Lieber eine Gruppe in der Kritik als Lutschertum und Homofick“, Anm. d. Autors) war in der Szene gut zu verstehen, wurde aber vom Rest vollkommen missverstanden.

Worauf bezog es sich?

Es war die Antwort auf eine Kritik der Bremen Ultras, die den Desperados vorwarf durchgehend nationalsozialistisch eingestellt zu sein. Auch wenn sie sich als unpolitisch darstellen oder gerade deswegen sind sie eine Anlaufstelle für Personen aus der aktiven Neonaziszene und dem „Nationalen Widerstand Dortmund“, der ja inzwischen verboten ist.

Wo liegt das Problem?

Bei den Desperados.

Können Sie das näher erläutern?

(Kurzes Schweigen) Nun ja, es ist so, dass sich die Desperados niemals explizit gegen Rechtsextremismus o. ä. ausgesprochen haben, im Gegenteil, sie sagen von sich seien „unpolitisch“, was eigentlich eine offene Tür für jeden Nazi darstellt und das wissen die.

Was ist mit The Unity in diesem Zusammenhang?

Wir geben zwar keine exakte Richtung vor, Rechtsextremismus lehnen wir aber komplett ab. Und unter der Hand gesagt findet man einige von uns auch bei Anti-Nazi-Demos in Dortmund und Umgebung, wo wir allerdings nicht mit Zaunfahne und Bannern auftreten.

Wie sehen bei Ihnen Aktionen gegen Rechts aus?

Da wir kaum eine Plattform haben, wo unsere Ansichten so rüber gebracht werden, wie wir es wollen, können wir uns nur auf Banner, kleine Choreos und ähnliches beschränken. Einzig unsere Internetseite ist eine zuverlässliche Quelle unserer Meinung.

Halten Sie eine Übernahme der Südtribüne durch Nazis für möglich?

Generell ja, aber wir werden alles dafür tun, das zu verhindern. Außerdem sind wir zahlenmäßig total überlegen und können sie theoretisch schon verdrängen, wenn sich tatsächlich alle einbringen würden und gegen Rechtsextreme protestieren.

5.2 Interview mit Hans (Desperados) (Name geändert, Anm d. Autors)

Hat der BVB ein Nazi-Problem?

Ganz allgemein? Nein, auf keinen Fall.

Wie stehen Sie zu rechtem Gedankengut?

Für mich hat die Politik nichts im Stadion zu suchen. Leute, die neben mir auf der Süd stehen haben eine einzige, und das ist gleichzeitig die wichtigste, Gemeinsamkeit mit mir: Die Liebe zum BVB. Dann interessiert es mich nicht, ob die NPD oder DIE LINKE wählen.

Sind Sie als unpolitische Gruppe nicht eine offen Anlaufstelle für Rechtsextreme?

Das kann rein theoretisch schon sein. Bei uns wird keine politische Richtung vorgeschrieben. Wie gesagt, Fußball bleibt Fußball, Politik bleibt Politik. Auch wenn ich selbst eher der CDU-Wähler bin (lacht).

Woher kommt dann das angebliche Nazi-Problem?

Ich weiß nicht. Für einige Leute scheint es wichtig zu sein, was ihr Nachbar auf der Süd für politische Ansichten hat, aber bei uns in der Gruppe gibt es nur die Verbundenheit mit Dortmund.

Leute aus Ihrer Gruppe werden häufig beim Training mit den Northside-Hooligans gesehen, die sich offen als Rechtsextrem darstellen. Wie stehen Sie dazu?

Hab ich nie was mit zu tun gehabt. Ich mache zwar selbst Kampfsport, aber das ist nur Selbstverteidigung. Ich denke, dass ist bei den anderen genau als solche gedacht.

Welche Rolle spielen die Medien bei dieser Thematik?

Naja, es geht denen vor allem ums Geld, also suchen die nach möglichst reißerischen Schlagzeilen und Themen, die sie dann aufbauschen können, um mehr Geld einzunehmen.

Halten Sie eine Übernahme der Südtribüne durch Nazis für möglich?

Ganz ehrlich? Ja. Ich weiß auch nicht, was so schlimm daran sein soll, solange man seine politischen Ansichten vor dem Stadion lässt. Ich halte den Hype für sehr künstlich und als Folge schlechter und unzureichender Berichterstattung.

5.3 Zusammenfassung und Analyse der Interviews

Beide Ultras haben auf mich einen sehr freundlichen Eindruck gemacht. Vor allem der Ultra von The Unity war stets freundlich und hat sich sehr auf das Interview eingelassen und konzentriert geantwortet. Ähnlich verhielt sich Hans von den Desperados, auch wenn er sehr entspannt war und nicht ganz so konzentriert wie Mike.

Inhaltlich gibt es einige Unterschiede zwischen den Auffassungen der Verantwortung des Fußballs. Während Hans es eher als Unterhaltung ansieht, die für ihn sehr wichtig ist, hält Mike es für sehr wichtig sich sozial und politisch zu engagieren, zumindest dann, wenn es um die Grundrechte Anderer geht.

Beide geben den Medien einen entscheidende Rolle. Für sie ist die Berichterstattung nicht objektiv, sondern sehr reißerisch und auf darauf ausgelegt, größte Aufmerksamkeit zu erlangen.

Interessant ist auch noch, dass Hans es niemals leugnet, dass es einige mit rechtsextremer Gesinnung bei den Desperados gibt. Auch wenn er sagt, er wüsste nichts über die politische Einstellung anderer Mitglieder, obwohl sie zumindest jedes Wochenende zusammen unterwegs sind.

Dennoch halte ich die Interviews für stringent und schlüssig. Beide haben ihre eigenen Ansichten von der Rolle des Fußballs in der Gesellschaft und bringen sie zum Ausdruck.

6. Maßnahmen von Borussia Dortmund

Borussia Dortmund hat sich in den letzten Wochen häufig gegen das Gedankengut von Rechtsextremen sowie diese selbst im Stadion ausgesprochen. Als erstes äußerte sich zunächst die Fan- & Förderabteilung des BVB. Mithilfe von knapp 100 Leuten teilte man vor dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen 60.000 Flyer mit der Aufschrift „Abpfiff für Rechts!“, klebte 2.000 Plakate auf und brachte ein 50 Meter langes Banner an der Nordtribüne an.

Die Mannschaft von Borussia Dortmund hat sich anlässlich der Übergriffe auf Fanvertreter der Fanabteilung in Donetsk beim Championsleague-Achtelfinalspiel geäußert. Am 16.03. wurde beim Heimspiel gegen Freiburg unmittelbar vor dem Anpfiff ein kurzer Videoclip eingespielt, in dem sich Stadionsprecher Norbert Dickel und Patrick Owomoyela klar gegen Rechtsextremismus positionieren. Das Video schließt mit den Versen „Borussia verbindet Generationen, Männer und Frauen, alle Nationen.“

Eine weitere, nicht nur symbolische, Änderung betrifft die Vereinssatzung. Durch den Zusatz in §2 Absatz 3 „Der Verein fördert die Funktion des Sports als verbindendes

Element zwischen Nationalitäten, Kulturen, Religionen und sozialen

Schichten. Er bietet Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unabhängig

von Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, Glauben, sozialer

Stellung oder sexueller Identität eine sportliche Heimat.“  Durch diesen Zusatz ist es Borussia Dortmund möglich, Mitglieder, die diesem Absatz in Gedanken und Taten wiedersprechen, vom Verein auszuschließen.

Ein ähnlicher Paragraph findet sich auch in der Stadionordnung. Unter §7 Absatz 2a steht geschrieben: „Äußerungen, Gesten und/oder ein äußeres Erscheinungsbild, die bzw. das nach Art und Inhalt objektiv geeignet sind, Dritte zu diffamieren, insbesondere aufgrund von Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung, Abstammung bzw. ethnischer Herkunft; dies beinhaltet insbesondere das Verbot, rassistische, fremdenfeindliche, gewaltverherrlichende, diskriminierendes sowie rechts- und/oder linksradikale Parolen zu äußern oder zu verbreiten oder Tattoos und/oder Körperschmuck, die bzw. der Schriftzüge oder Symbole mit eindeutiger rassistischer, fremdenfeindlicher, gewaltverherrlichender, diskriminierender sowie rechts- und/oder linksradikaler Tendenz aufweisen bzw. aufweist, zur Schau zu stellen oder allgemein sichtbar zu tragen;“  Es ist dem Veranstalter hiermit möglich bei einem Verstoß gegen diesen Paragraphen, dieselbe Person, bzw. auch seine Unterstützer, des Stadions zu verweisen  und sie mit einem Stadionverbot bestrafen, das höchstens die laufende Spielzeit bis zum Ende und zwei folgende Saisons umfassen darf.

Die Wirksamkeit dieser Stadionverbote ist jedoch aufgrund des von Rechtsextremen unterwanderten Ordnungsdienstes von Borussia Dortmund äußerst fragwürdig. Diese lassen ihre Bekannten einfach ins Stadion, ohne sich um das Stadionverbot zu kümmern.

Zusätzlich dazu ist es aber beispielsweise beim Auswärtsspiel des BVB in Bremen in dieser Saison vorgekommen, dass der SV Werder Bremen mehreren, der Polizei bekannten, Rechtsextremen aus Dortmund den Zugang zum Stadion von vornherein verweigerte.

7. Schlusswort

In meinen Augen war dies ein sehr schweres Thema, da ich nicht mit vielen Fakten arbeiten konnte. Andererseits glaube ich, dass ich durch die beiden Interviews einen guten Einblick bekommen habe, wie die Einschätzungen der beiden Ultragruppen aussehen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass Borussia Dortmund kein Nazi-Problem hat, dass man nicht bewältigen könnte. Es ist nur so wie Mike sagte, dass das größere Problem die schweigende Masse ist, die man dann leicht dem einen oder dem anderen Lager zuordnen kann. Allerdings hat sich dies durch die vielen Banner, die beim Spiel gegen Hannover zu sehen waren sehr geändert. Da diese Banner nicht nur auf der Südtribüne waren, sondern auch in den Südkurven, auf West- und Osttribüne und sogar auf der V.I.P.-Tribüne zu sehen waren, hat dies die große Geschlossenheit der BVB-Fans in diesem Punkt gezeigt.

Ich persönlich lehne den Rechtsextremismus, Rassismus und Homophobie ab, da wir in Zeiten von Globalisierung und einem Wandel der Kulturen leben, wo man es sich einfach nicht mehr leisten kann, etwas gegen andere Menschen zu haben. Außerdem ist das Leben mit anderen Nationalitäten doch viel spannender. Und wie FDP-Parteichef Rösler am Montag zu rechtem Gedankengut zu sagen wusste: „Dummheit kann man nicht verbieten.“  Diesem schließe ich mich gerne an.

1)      11-Freunde Magazin, Ausgabe Nr. 134 Januar 2013, S.54 ff, „SS-Siggis Erben“

2)      http://waz.m.derwesten.de/dw/staedte/dortmund/bvb_fankolumne/uebergriffe-auf-fanbetreuer-ueberschatten-erfolgreiche-bvb-woche-id7631768.html?service=mobile

3)      http://www.spiegel.de/sport/fussball/borussia-dortmund-probleme-mit-nazis-und-hooligans-unter-ordnern-a-872213.html

4)      http://www.bvb-fanabteilung.de/neuigkeiten/aktuelles/3313-borussia-verbindet-generationen-maenner-und-frauen-alle-nationen.html

5)      http://www.ich-bin-schwarz-gelb.de/pdf/downloads/Satzung_BVB-eV_20111125.pdf

6)      http://www.bvb.de/?%98Z%1B%E7%F4%9D §2 Abs. 3

7)      ebd. §8 Abs. 1

8)      ebd. §8 Abs. 2

9)      http://www.dfb.de/uploads/media/Richtlinien_zur_einheitlichen_Behandlung_von_Stadionverboten_Stand_Juli_2012.pdf §5 Absatz 2

10)   http://www.taz.de/FDP-gegen-NPD-Verbot/!113031/

 

8. Literaturverzeichnis

 

  1. 1) Borussia Dortmund; Signal-Iduna-Park Stadionordnung; http://www.bvb.de/?%98Z%1B%E7%F4%9D

 

  1. 2) Julian Bräker; Übergriffe auf Fanbetreuer überschatten erfolgreiche BVB-Woche; http://waz.m.derwesten.de/dw/staedte/dortmund/bvb_fankolumne/uebergriffe-auf-fanbetreuer-ueberschatten-erfolgreiche-bvb-woche-id7631768.html?service=mobile

 

 

  1. 3) Rafael Buschmann; Sicherheitsdienst im Stadion: Borussia Dortmunds Nazi-Problem; http://www.spiegel.de/sport/fussball/borussia-dortmund-probleme-mit-nazis-und-hooligans-unter-ordnern-a-872213.html

 

  1. 4) BVB Fanabteilung; „Borussia verbindet Generationen, Männer und Frauen, alle Nationen“; http://www.bvb-generationen-maenner-und-frauen-alle-nationen.html

 

 

  1. 5) Deutscher Fußballbund; Richtlinien zur einheitlichen Behandlung von Stadionverboten;

http://www.dfb.de/uploads/media/Richtlinien_zur_einheitlichen_Behandlung_von_Stadionverboten_Stand_Juli_2012.pdf

 

  1. 6) DPA; FDP GEGEN NPD-VERBOT

„Dummheit kann man nicht verbieten“; http://www.taz.de/FDP-gegen-NPD-Verbot/!113031/

 

  1. 7) Ruf, Christoph und Sundermeyer, Olaf; SS-Siggis Erben; 11 Freunde; 11 FREUNDE Verlag GmbH & Co. KG; Seiten 54 bis 590“

 

 

 

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3 Kommentare zu “Facharbeit: ‚Einfluss des Rechtsextremismus auf die Fankultur in Dortmund‘

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  • #2
    Klaus Lohmann

    Robin, sag mal Deinem Paul dickes Respekt für seine Arbeit! Sich mit dem Thema soweit zu beschäftigen, dass man die aktuellen Meldungen dazu zusammenträgt, auch wenn der betroffene Verein weiter so tut, als käme das alles völlig überraschend und ohne Not, ist mutig.

    Kleine Anmerkungen: Die „Borussenfront“ war nie weg aus dem Stadion, auch wenn es damals ähnliche Anti-Nazi-Aktionen im Stadion gab wie heute. Die gleichen braunen Nasen konnte man über die kommenden Jahre bis heute fast regelmäßig beobachten, wenn auch nicht als „Block“ auf der Süd.

    Mir persönlich hätte evt. noch ein Interview mit dem pädagogischen Leiter des geförderten Dortmunder Fanprojekts gefehlt, der ja vor nicht allzu langer Zeit noch in die TV-Kamera sagte, die bösen Jungs mit den Stiefeln, Glatzen und Bomberjacken wären ja nicht mehr zu sehen, also müsste man das Problem nicht sooo hoch hängen.

    Wahrscheinlich hätte er genau wie „Mike“ und „Hans“ auf die Frage nach einer möglichen „Übernahme“ der Süd durch Braun-Hirnlose ebenso geantwortet, dass sowas evt. möglich sei oder man sich dafür eigentlich auch nicht so genau interessiert. *Das* ist für mich die erschreckende Aussage in dieser Arbeit.

  • #3

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