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Fußball: Sportlich ist die Torwartfrage für die WM in Brasilien eigentlich längst beantwortet

Roman Weidenfeller. Foto: BVB

Roman Weidenfeller. Foto: BVB

Wenn man am heutigen Sonntagvormittag einen Blick auf die Fußball-Bundesliga wirft, dann bieten sich viele spannende Themen an. Der Spieltag war an diesem Wochenende bisher sehr spektakulär.

Der hier bei den Ruhrbaronen erst in der letzten Woche thematisierte Hamburger SV hat sich nach der gestrigen 2:4-Niederlage bei Schlusslicht Eintracht Braunschweig noch am Abend von Trainer Bert van Marwijk getrennt. Der VfB Stuttgart steuert nach der 1:4 Niederlage bei der TSG Hoffenheim ebenfalls mit riesigen Schritten in Richtung der Abstiegsregion. Der FC Schalke 04 gewann ein unterhaltsames Top-Spiel beim Tabellenzweiten aus Leverkusen und lässt die Spitzengruppe, mal abgesehen von den bereits weit enteilten Bayern, wieder ganz eng zusammenrücken. Borussia Dortmund besiegt den sogenannten ‘Heimfluch’ der letzten Wochen und kann beim 4:0 gegen die Frankfurter Eintracht erstmals nach vier sieglosen Heimspielen auch zu Hause wieder die Fans begeistern.

Ich möchte mich hier heute, bei all dieser Themenauswahl, aber doch lieber einem vermeintlichen Randthema des aktuellen Geschehens widmen:

Denn beim gestrigen 2:4 in Braunschweig lieferte der Torwart der Hamburger, Rene Adler, eine Leistung ab, welche den Bundestrainer, Joachim Löw, eigentlich sehr nachdenklich stimmen müsste.

Adler hatte sein  Nervenkostüm, bei der für den HSV im Vorfeld zum Endspiel ausgerufenen Begegnung als Gast der bis dahin offensivschwächsten Mannschaft der ganzen Liga nicht im Griff, wirkte äußerst verunsichert und war an zwei Gegentoren durch gravierende, eigene Patzer sogar massiv beteiligt. Auch in den letzten Wochen und sogar Monaten schon wirkte Adler insgesamt wenig überzeugend. Der HSV mutierte, auch wenn Adler dabei zuletzt verletzungsbedingt nicht immer im Tor der Hanseaten stand, zur sprichwörtlichen ‚Schießbude‘ der Liga.

Sollte der Bundestrainer Joachim Löw bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft in Brasilien also noch auf die Karte Adler setzen, oder wäre er mit dem seit Wochen  bzw. Monaten ausnahmslos überzeugenden Roman Weidenfeller von Borussia Dortmund als Neuer-Ersatz nicht doch wesentlich besser beraten?

Roman Weidenfeller wäre hinter Manuel Neuer sicherlich eine Nummer Zwei, welche keinerlei Sicherheitsrisiko für die Nationalmannschaft darstellen würde. Kann man das aktuell von Adler so auch behaupten?

Adler, der voraussichtlich bis zum Ende der Saison um den Klassenerhalt kämpfen muss, steht bekanntlich vor einer der lückenhaftesten Abwehrreihen der Liga. Dies wird ihn weiterhin fordern, seine Energie und sein Selbstvertrauen drohen dabei weiterhin Stück für Stück zerrieben zu werden. Roman Weidenfeller strahlte hingegen auch zuletzt viel Selbstvertrauen aus. Seine Leistungen boten, obwohl auch er bei Borussia Dortmund mit einer aus verletzungsgründen zuletzt permanent umbesetzten Abwehrreihe zurechtkommen musste, keinerlei Anlass zu Kritik.

Dies müsste, wenn es bei der Entscheidung tatsächlich rein nach sportlichen Gründen ginge, für die WM in Brasilien auf eine Nummer Zwei namens Roman Weidenfeller hinauslaufen.

Der Gladbacher Marc-André ter Stegen, der vor einem Wechsel zum FC Barcelona stehen soll, und der zuletzt eher schwache Auftritte im Kreise der Auswahlmannschaft ablieferte, böte sich dann als Nummer Drei bei den Torhütern im DFB-Team an, könnte der erst 21-jährige bei dem Turnier so doch wertvolle internationale Erfahrungen für den weiteren Verlauf seiner vermutlich erst beginnenden Karriere sammeln.

Neben dem verunsichert und formschwach wirkenden Rene Adler vom HSV, müsste Joachim Löw dann eigentlich im Sommer auch auf die Nominierung eines Ron-Robert Zieler von Hannover 96 verzichten. Zieler hatte zuletzt ebenfalls nicht mehr die tolle Form vergangener Jahre, steckt mit Hannover 96 ebenfalls seit Monaten schon in einer sportlichen Krise.

Manuel Neuer ist aktuell natürlich unbestritten die Nummer Eins im Lande, Roman Weidenfeller bietet der Löw-Truppe Routine, Ruhe und Selbstvertrauen, ter Stegen ist die hoffungsvollste Nachwuchskraft unter den Top-Torhütern. Ihre sportlichen Situationen im Ligaalltag sind ebenfalls vielversprechend, während Kandidaten wie Adler und Zieler unter den sportlich kriselnden Leistungen ihrer Clubs leiden, ihre Form zuletzt schon deutlich in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Vieles spricht also, zumindest auf dem Papier, dafür die Torhüter Neuer, Weidenfeller und ter Stegen mit zur WM zu nehmen, deren Vereinsmannschaften zudem aktuell auch die Plätze 1, 3 und 5 in der Tabelle belegen.

Aber bei Joachim Löw, der es sich ja u.a. offenbar auch noch immer leisten zu können glaubt mit Stefan Kießling den vielleicht aktuell besten deutschen Stürmer nicht für die Nationalmannschaft zu nominieren, weiß man ja eigentlich nie wo man so wirklich dran ist.

Man darf als Beobachter also wohl gespannt sein, wie sich der Kampf um die drei Torhüterpositionen im Nationalteam bis zur endgültigen Nominierung des WM-Kaders noch entwickeln wird.

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3 Kommentare zu “Fußball: Sportlich ist die Torwartfrage für die WM in Brasilien eigentlich längst beantwortet

  • #1
    TuxDerPinguin

    Neuer ist aktuell bester deutscher Torhüter, ter Stegen #2.
    Weidenfeller würde ich nicht mitnehmen. Völlig anderer Spielertyp. #3 dürfte aber eh ziemlich unwichtig sein. Schon #2 wird zu 99% ja keinen Einsatz während der WM bekommen.
    Würde als #3 Baumann begrüßen, weil drittbester deutscher Goalie aktuell.

  • #2
    discipulussenecae

    Ich stimme Ihnen in allen Punkten zu! Dazu verwette ich gegen jeden eine Kiste Fiege, daß Deutschland mit diesem Trainer niemals Weltmeister werden wird. Aber zum Glück wird das Thema “Der Herr Löw, der noch nie etwas richtig Großes gewonnen hat …” nach der WM endgültig passé sein!

  • #3
    Emscher-Lippizianer

    Das Spiel gegen Hamburg sollte es auch dem letzten Träger Schwarz/Gelber-Unterhosen gezeigt haben: Das mit dem Fußball ist nichts für den Weidenfeller.

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