Ich hab mir den Ostermarsch in Bielefeld angetan, damit ihr es nicht tun müsst


Auch dieses Jahr hat die Bielefelder Friedensinitiative zu ihrem alljährlichen Ostermarsch aufgerufen. Ein Erfahrungsbericht

 

12:15 Bielefeld Hauptbahnhof

Es wurde zwar Putins Angriff auf die Ukraine verurteilt, aber nur um im selben Atemzug gegen Waffenlieferungen an die Ukraine zu sein.
Es sind Fahnen der DKP und der MLPD zu sehen.
Die einzigen zwei Demonstrationsteilnehmer mit ukrainischen Flaggen stehen direkt hinter dem MLPD Banner, was ein ein einigermaßen absurdes Bild abgibt.

ca 12:45
Der Marsch setzt sich in Bewegung durch die Innenstadt.
Vom Lautsprecherwagen spricht irgend ein Tierrechtlechtler über 4 Millionen Hühner die in einer Farm bei Chernobyl getötet wurden.
Prioritäten oder so.
Er ist zwar der Erste, der das Massaker von Butscha explizit anspricht, aber nur um eine Brücke zu schlagen, dass die englische Sprache in dem Wort „butcher“ zwischen Schlachter und Schlächter nicht differenzieren würde und dass Fleischkonsum schlussendlich ähnlich schlimm ist wie ein Kriegsverbrechen.
Mir fehlen die Worte

Kurz hintereinander die Parolen „Frieden schaffen ohne Waffen“ und „hoch die internationale Solidarität“.
Ja entscheidet euch. Ich bin zwar noch zu jung um ‚Nam mitbekommen zu haben, aber ich habe davon gelesen, dass 68 explizit von Linken Waffen an Vietnam gefordert und das als Teil von internationaler Solidarität gefordert wurde.

ca 13:15
Der Marsch kammt am Rathaus an.
Redebeitrag von Onur Ocak, die Linke Bielfeld: „es ist das Recht souveränder Staaten in die NATO einzutreten, es ist aber auch das Recht der NATO solche Anträge abzulehnen“
Also ist doch wieder die NATO Schuld?
Nach über 70 Jahren der Neutralität wollen jetzt Finnland und Schweden der NATO beitreten,
Warum wohl?

Zum Abschluss wird Bella Ciao gespielt.
Mein italienisch ist jetzt echt nicht das beste, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es in dem Lied darum geht dass man gegen Faschischten notfalls die Waffen erheben muss.

Der Ostermarsch bestärkt mich jedenfalls in dem Gedanken, dass George Orwell recht hat.
Pazifisten sind pro faschistisch. Der Ostermarsch verlor kein Wort zu der russischen Inlandspropaganda, in der offen von „Ent-Ukrainisierung“ gesprochen wird.
Und ich weiß nicht wie ihr es seht.

Aber für mich sind Säuberungen schlimmer als Kämpfe.

Slava Ukraini.

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3 Kommentare

  1. #1 | Ostermarsch-Teilnehmer in Duisburg einig mit Putin: "Keine Waffen in die Ukraine" | Ruhrbarone sagt am 16. April 2022 um 18:30 Uhr

    […] Pluspunkt für Duisburg: In Bielefeld war der Ostermarsch 2022 auch nicht angenehmer! […]

  2. #2 | anna sagt am 17. April 2022 um 08:41 Uhr

    Ich weiss nicht welche Substanzen der Autor genommen hat, die Demonstration scheint er nur im Rausch wargenommen zu haben. So wurde von der Rednerin von der IPPNW sehr wohl auf das Dilemma der Waffenlieferungen eingegangen und auch die Rednerin von ver.di sprach dieses an und auch das es dort auch Befürworter derselben gibt. Zwischendurch wurden dann noch Schwurbler von der Basis aus der Demonstration ausgeschlossen, was dem Autor auch entgangen zu sein scheint und das wo den Ruhrbaronen sonst Schwurbler immer so wichtig sind.

  3. #3 | Ostermarsch-Ruhr: "Steuern wir auf ein Klima zu, das an Nazi-Kampagnen mit dem Motto „Kauft nicht bei Juden“ erinnert?" | Ruhrbarone sagt am 18. April 2022 um 09:42 Uhr

    […] Peter Ansmann und John Smith am Samstag von den Ostermärschen in Duisburg und Bielefeld berichtet haben, nutzte ich den gestrigen Ostersonntag, um einen Artikel über die SPD zu […]

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