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In Sachen Fan-Nähe ist der FC Schalke 04 dem BVB aktuell deutlich voraus

Fotos aus Gelsenkirchen: Michael Kamps, Foto aus Dortmund: Robin Patzwaldt

Mit der Kommerzialisierung des Fußballs haben sich auch die beiden führenden Ruhrgebietsclubs aus Gelsenkirchen und Dortmund in den letzten Jahren dramatisch verändert. Und sie tun es noch immer in rasantem Tempo.

Einerseits ist das vorteilhaft und daher zwingend notwendig für ihre Wettbewerbsfähigkeit im übergeordneten Sinne, andererseits sind die Auswirkungen eben häufig auch nachteilig für die Fans in der Region.

Jüngstes Beispiel: Die über das Wochenende durchgeführten Saisoneröffnungsfeiern bei S04 und BVB.

Während der BVB seit Jahren schon Terminprobleme damit hat überhaupt noch einen geeigneten Termin für das Fest mit den Fans zu finden, da er inzwischen in schöner Regelmäßigkeit am Supercup, dem von Liga und DFB verordneten Vergleich mit den ungeliebten Bayern teilnehmen ‚muss‘, somit in dieser Phase der Vorbereitung von Testspiel zu Testspiel hetzt, bevor die Liga überhaupt erst so richtig Fahrt aufnimmt, tun sich die Nachbarn aus Schalke damit noch etwas leichter.

Daraus resultiert auch die Tatsache, dass die Schalker Spieler bei dieser Gelegenheit auch noch immer etwas zugänglicher für die Anhängerschaft sind als ihre Profikollegen aus dem schwarzgelben Lager.

Eine schöne Autogrammsammlung der Führungsspieler des BVB zu bekommen, das ist inzwischen kaum noch möglich für Fans, welche nicht über Monate hinweg immer wieder jedwede Gelegenheit nutzen können/wollen.

Die Spieler treffen zu können ist nahezu unmöglich geworden. Vereinzelt gibt mal jemand eine offizielle Autogrammstunde in einem Autohaus o.ä. oder einem der BVB-Fanshops. Doch größere Spielergruppen außerhalb der Spiele  trifft man als Fan fast nie.

Öffentliche Trainingseinheiten sind in Dortmund inzwischen so rar, dass dazwischen häufig Monate liegen. Und ergibt sich einmal die Gelegenheit ein solches zu besuchen, dann verschwinden die Spieler nach dem Training häufig sehr schnell, fühlen sich von den hunderten Autogrammjägern am Rande des Trainingsplatzes schlicht überfordert.

In Gelsenkirchen handhabt man das zum Glück der königsblauen Anhängerschaft noch immer etwas anders. Nicht nur, dass hier vergleichsweise häufig öffentlich trainiert wird, hier hat man auch bei der offiziellen Saisoneröffnungsparty noch immer nicht von der Gelegenheit Abstand genommen die Mannschaft den Fans für Autogrammwünsche zu präsentieren.

Wer genügend Zeit und Geduld aufbringt sich in die auch hier lange Schlange zu stellen, der kann zumindest für Sekunden, mit seinen Wunschspielern in Kontakt treten. Ein Autogramm oder das ein oder andere Foto abstauben.

In Dortmund hat man diese Möglichkeit den Fans schon seit Jahren nicht mehr bieten können bzw. wollen.

Klar, der Supercup fordert, wie in diesem Jahr, ein paar Zugeständnisse von den Schwarzgelben. Schließlich spielen die Schalker in diesem Jahr auch nicht international, können mit ihrer Freizeit entsprechend etwas großzügiger umgehen. Doch damit hat der Umgang mit den Fans eben wirklich nur teilweise zu tun.

Der BVB riegelte die Profitruppe in den letzten Jahren immer mehr vom ‚einfachen Fan‘ ab. Die Schalker naturgemäß auch, aber doch noch auf eine etwas weniger dramatische Art und Weise.

Wenn der BVB also aktuell etwas vom ungeliebten Nachbarn im Westen lernen kann, dann ist das etwas in Bezug auf die immer mehr verlorengehende Fan-Nähe im Profigeschäft der Bundesliga.

Am zurückliegenden Wochenende war das wieder einmal ganz klar zu sehen. Während der BVB bei seinem Abschlusstraining vor dem Supercup rund 30.000 Fans im Stadion begrüßen konnte, welche dann aber fast ohne direkte Spielerkontakte und Autogramme wieder den Heimweg antreten mussten, kamen zum Fest der Schalker am Sonntag fast 100.000 Anhänger zur Veltins-Arena. Und ein deutlich höherer Anteil von ihnen freute sich anschließend über eine aktuelle Autogrammsammlung und etwas Smalltalk mit seinen Lieblingen.

1:0 für Schalke gegen den BVB. Und das noch vor dem Saisonstart… 😉

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21 Kommentare zu “In Sachen Fan-Nähe ist der FC Schalke 04 dem BVB aktuell deutlich voraus

  • #1
    GMS

    WAs für ein Quatsch. Eine Mannschaft die nur in der Bundesliga rumkrebst hat nun mal sehr viel Tagesfreizeit. Da kann aus mal alle Fans persönlich begrüßen. Sind ja nicht sooo viele.

  • #2
    El Commentato

    @GMS: 30.000 in Dortmund; 100.000 auf Schalke – wenn die Menge der Fans tatsächlich das Einzige sein sollte, was bei Dir nach dem Lesen des Artikels hängen geblieben sein sollte, dann lese doch bitte nochmal.
    Dass bei dem rumkrebsenden Loser-Club gleich dreimal soviele Menschen auftauchen, wie bei dem CL-spielenden Superclub ist eher kein Armutszeugnis für Schalke. Übrigens waren bei der Saisoneröffnungsparty des 1.FC Köln 50.000 Menschen – laut Kicker. Dabei ist Köln auch international dabei und die Stadt ca. 3x so groß wie Gelsenkirchen.

  • #3
    Dirk

    @WA der Bericht stimmt definitiv. War gestern mit meinem Sohn da und habe ohne Probleme 15 aktuelle Spielerautogramme und Fotos mit Sohn machen können. In DO gab es nix zu sehen außer die dicken Karrren der Profis von hinten. Mein Junge tendiert(auch ohne CL) zu den Blauen

  • #4
    Klaus Lohmann

    Alles ändert sich, nur die Folklore der beiden 1. Liga-Ruhrclubs bleibt immer die gleiche: hier der "Malocher"-Verein (mittlerweile fast ohne Malocher) auf Schalke, dort der Schnösel-Club vonne Emscher. Und auch der sportliche Erfolg bleibt weiterhin den schwatzgelben "Dicke Karre"-Profis vorbehalten, also alles gut;))

  • #5
    Lukas N.

    Zunächst muss man mal die Besucherzahlen bei den Saisoneröffnungsfesten richtig einordnen. Denn beim BVB war das ja zweigeteilt. Das Saisoneröffnungsfest rund um das Westfalenstadion wurde von mehr als 50.000 BVB-Fans besucht. Mehr als 25.000 Fans waren dann gegen Abend bei der Vorstellung der Mannschaft im Stadion anwesend.
    Das war eine tolle Besucherzahl und eine tolle Kulisse, vor allem wenn man bedenkt, dass am nächsten Tag bereits das Spiel um den Supercup (Meister gegen Pokalsieger) im Westfalenstadion gegen den FC Bayern ausgetragen worden ist (natürlich mit rund 81.000 Zuschauern ausverkauft).

    Dieses Beispiel zeigt schon, wie es auch @Robin bereits erwähnte, dass der BVB wegen des größeren sportlichen Erfolges mehr Terminprobleme hat als Herne West.

    Der BVB spielt seit Jahren während der Saison regelmäßig im 3-Tages-Rhythmus, spielt neben der Liga und den Auftritten im Pokal vor allem auch regelmäßig CL. An richtiges Training ist in dieser Zeit kaum noch zu denken und es müssen auch immer wieder zwei Gruppen gebildet werden, diejenigen, die zuvor spielten und deshalb regenerieren und diejenigen, die nicht spielen oder nur Kurzeinsätze hatten und auf dem Platz trainieren. Wenn mal trainiert werden kann, muss das möglichst konzentriert und ungestört möglich sein.
    Hinzu kommt, dass anstehende Gegner immer mehr dazu übergegangen sind, „Spione“ zu den Trainings zu schicken, falls die öffentlich sind, um evtl. noch Erkenntnisse gewinnen zu können.

    Aus all diesen Gründen ist es verständlich, dass der BVB nicht regelmäßig öffentliche Trainings abhält. Allerdings sollen es künftig wieder mehr öffentliche Trainings sein als noch letzte Saison. Das erklärte Sportdriketor Zorc beim ersten öffentlichen Training unter dem neuen Trainer Bosz, welches rund 800 Fans besuchten und das ist ja eine gute Nachricht für die BVB-Fans.
    Nach den öffentlichen Trainings stehen die Spieler schon in ausreichendem Umfang für Autogramme und Selfies zur Verfügung.

    Man darf auch nicht vergessen, dass es häufig noch eine weitere Möglichkeit gibt, Autogramme und Selfies zu ergattern, nämlich dann, wenn die Mannschaft vom Dortmunder Flughafen aus zu Spielen fliegt und das ist ja regelmäßig der Fall.
    Außerdem sind einzelne Spieler immer mal wieder in der Fanwelt präsent und stehen Fans zur Verfügung.

    Ich finde es übrigens gut, dass der BVB zu den wenigen Profiklubs zählt, die eine eigene und durch Fans besetzte Fan- und Förderabteilung eingerichtet haben (seit 2004). Die gewählten Vertreter der Fanabteilung können Faninteressen direkt gegenüber den Bossen vertreten, bringen auch Ideen ein und unterstützen den Verein mit Initiativen und Projekten.

    Profifußballklubs, gerade die größeren und großen Klubs, sind heutzutage natürlich auch Wirtschaftsunternehmen (das gilt auch für Herne West mit Gazprom im Schlepptau!) mit mehreren hundert Millionen Euro Umsatz im Jahr. Und sie müssen auch immer mehr schauen, nicht nur national, sondern auch international wettbewerbsfähig zu bleiben. Herne West hat übrigens hinter den Bayern und dem BVB den dritthöchsten Etat bei den Spielergehältern, zahlt seinen Profis die dritthöchsten Gehälter der Liga.

    Dass die Fannähe aus diesen und anderen Gründen nicht mehr ganz so gelebt werden kann wie zu früheren Zeiten und da Kompromisse geschlossen werden müssen und das manchmal auch einen Spagat zwischen den Interessen bedeutet, ist leider so.
    Zum Glück haben wir in Deutschland aber – was Fannähe und die Berücksichtigung von Faninteressen angeht – bei weitem noch keine englischen Verhältnisse und hoffentlich bekommen wird die auch nie. Und zum Glück werden in Deutschland im Unterschied zu England in den Stadien noch sehr viele bezahlbare Stehplätze angeboten, was ja für das Westfalenstadion und die „Süd“ besonders gilt und was auch der Stimmung gut tut.

    Uns Fans des BVB freut es natürlich besonders, dass der größte Unterschied zwischen dem BVB und Herne West seit Jahren im sportlichen Erfolg liegt 🙂
    Vor allem gehört der BVB seit Jahren laut UEFA-Rangliste sogar zu den 10 besten Klubs in Europa (derzeit Platz 7).

    Der BVB war zuletzt 2011 und 2012 Deutscher Meister, stand 2013 im Finale der Champions League und konnte 2017 erneut den Pokal gewinnen, war das 4. Mal hintereinander im Pokalfinale (Rekord!). 300.000 Fans feierten in Dortmund die Pokalsieger des BVB.

    Herne West wartet seit 1958 auf den erneuten Gewinn der Deutschen Meisterschaft und wartet und wartet. Immerhin wurde 2011 mal wieder der Pokal gewonnen.

    Vor wenigen Monaten wurden Fußballfans in Deutschland in einer repräsentativen Umfrage nach ihrem Lieblingsklub befragt. Und 19 % nannten den BVB. Damit liegt der BVB auf Platz 2. Herne West liegt zwar hinter Mönchengladbach auf Platz 4, wurde aber nur von 4,5 % der Fußballfans in Detuschland als Lieblingsverein genannt.
    Im Juni wurde eine Umfrage unter den Fußballprofis der 1. Liga veröffentlicht, wo denn die beste Stimmung in der Liga herrsche. Der BVB und damit die BVB-Fans landeten auf dem 1. Platz. 29 % der Profis der Liga fanden, dass im Westfalenstadion die beste Stimmung herrsche. Köln landete mit 18,5 % auf dem zweiten Platz und Werder Bremen sowie Mönchengladbach auf den Plätzen 3 und 4 (6, 9 % und 5,6 %).

    Was man auch als BVB-Fan den Herne West-Fans zugestehen kann und muss ist, dass sie – wie wir BVB-Fans – zu den besten und leidenschaftlichsten Fans in Deutschland zählen und ihren Klub auch bei Auswärtsspielen im In- und Ausland zahlreich unterstützen.
    Ich musste vor wenigen Monaten über eine Veröffentlichung schmunzeln, in der auf einen Artikel im Fanmagazin der FC Bayern-Ultra-Gruppe „Schickeria“ berichtet wurde. Denn die Schickeria-Fans schauen neidisch auf die Fans des BVB und von Herne West, schreiben in ihrem Fanmagazin: „Die Auswärtsauftritte der Fans dieser beiden Klubs (BVB und Herne West) ist vermutlich das Beste, was man sich in der Bundesliga anschauen kann.“

    Wenn der sportliche Erfolg ausbleibt, steht man als echter Fan natürlich weiter ohne Wenn und Aber zu seinem Klub und das tun die Herne West-Fans auch, haben auch wir BVB-Fans in weniger erfolgreichen Zeiten getan.
    Aber viel schöner ist es natürlich, wenn der eigene Herzensklub sportlich erfolgreich ist und das ist der BVB seit Jahren, gehört sogar zu den Top 10-Klubs in Europa, hat sich auch international einen immer größeren Namen gemacht. Und so müssen wir BVB-Fans auch nicht auf irgendwelche schiefen oder an den Haaren herbeigezogene Vergleiche zurückgreifen, sondern könne uns auf das wichtigste beziehen, den sportlichen Erfolg 🙂
    Wie es bei Herne West mit dem neuen Trainer klappt, wird man sehen. Ein Vorteil hat Herne West jedenfalls, wenn man rein die Bundesliga sieht. Denn sie sind international nicht vertreten, haben keine Dreifachbelastung. Das könnte helfen, wieder eine bessere Platzierung in der Liga zu erreichen.
    Und es ist ja auch für uns BVB-Fans spannender und interessanter, wenn man Herne West nicht irgendwo im Niemandsland der Liga suchen muss, sondern wenn hart darum gekämpft werden muss, wer die Nase in der Liga vorne hat. Trotz Dreifachbelastung hoffe ich aber und bin auch zuversichtlich, dass der BVB wieder vor Herne West durchs Ziel geht.

  • #6
    Andreas

    @Lukas N:

    So viele Fehler in so vielen Zeilen!
    Um mal die dümmsten und schwersten aufzuzählen:
    Es gibt kein Westfalenstadion. Und der Vorsprung beim sportlichen Erfolg ist zu 100% der totalen Kommerzialisierung und dem kompletten Ausverkauf des ehemaligen Ballsport-VEREINS begründet.
    Ohne die hunderten von Millionen €, die die Kommanditgesellschaft auf Aktien an der Börse vereinnahmt hat, wäre das Konstrukt schon 2005 Pleite gewesen und komplett in der Versenkung verschwunden.
    Man kann auch einfach mal zugeben, dass der VEREIN Schalke 04 einfach viel näher dran am Fan ist, als die Kommanditgesellschaft auf Aktien.

  • #7
    Gianna

    Ja, der Fußball hat sich rasant geändert. Klar ist "Fannähe" auch Marketing, Trotzdem gibt es noch feine kleine Unterschiede zwischen den Vereinen. z.B. öffentliches Training: bei Schalke bis auf ein oder zwei Einheiten vor Spielen immer öffentlich und kostenlos. Nach jedem Training schreiben die Spieler Autogramme und lassen sich fotografieren.
    Saisoneröffnung: Beispiel mit dem Supercup und Terminschwierigkeiten hinkt doch! Schalke hat ja auch Spiele in der Vorbereitung gespielt, darunter ein Testspiel am Nachmittag vor der Saisoneröffnung in London.
    Einmal im Jahr (Sonntag nach dem vorletzten BuLiSpiel) reisen die Spieler zu verschiedenen Fanclubs in D. Zwischen zwei und drei Stunden also wirklich nah dran.

  • #8
    Andreas

    @Lukas N: Noch etwas vergessen:
    Das mit den Terminen ist ja an Lächerlichkeit nicht zu überbieten! Schalke 04 hatte letzte Saison die meisten Pflichtspiele aller Bundesligisten und trotzdem konnte man sehr oft der Mannschaft beim Training zusehen. Während der BXB sogar den Hügel am Trainingsgelände gekauft und gesperrt hat, damit ja niemand die wertvollen Profis stören kann!
    Es ist bei Typen wie dir wirklich kein Wunder, dass der BXB und seine hochnäsigen Kunden auf immer mehr Abneigung unter den Bundesligafans stoßen! Bayern II sozusagen, ohne sich jedoch diese Arroganz leisten zu können!

  • #9
    Lukas N.

    @Andreas zu #6 und #8
    Da bringst Du jetzt aber einiges durcheinander und mehrere Deiner Ausführugen sind ganz einfach falsch, da bist Du schlecht informiert.
    Das mit dem "Westfalenstadion", geschenkt. Ich kann auch problemlos "Signal Iduna Park" schreiben. Euer Stadion heißt ja auch "Veltins Arena". Fast alle Stadien der Profiklubs haben den Namen eines Sponsors erhalten und das ist ja auch in Ordnung. Diese Einnahmequelle für die Vergabe des Namensrechtes lässt sich zu Recht auch kaum ein Klub entgehen, nicht mal Herne West. Das ändert aber nichts daran, dass im Sprachgebrauch vieler Fans eben nach wie vor vom Westfalenstadion die Rede ist und das ist ja auch nicht verschwunden, nur weil es einen neuen Namen erhalten hat. Eine kontroverse Diskussion ist dieser Punkt jedenfalls nicht Wert.

    Deiner Meinung nach ist der "sportliche Erfolg zu 100% in der totalen Kommerzialisierung und dem kompletten Ausverkauf des ehemaligen Ballsport-VEREINS begründet." Was für ein Quatsch!

    Dass Herne West-Fans immer noch mit dem Thema "Kommanditgesellschaft auf Aktien" kommen und meinen damit einen Ausverkauf oder eine Überkommerzialisierung begründen zu können, langweilt langsam und stimmt doch so gar nicht.
    Fast alle Klubs der 1. Liga haben ihre Profiabteilungen mittlerweile in Kapitalgesellschaften ausgelagert. Das ist auch sowohl betreibswirtschaftlich als auch rechtlich notwendig.

    Nur Herne West und der SC Freiburg haben das noch nicht getan und bewegen sich damit auf sehr dünnem Eis, weil ein eingetragener Verein laut Gesetz gar keinen Wirtschaftsbetrieb unterhalten darf, schon gar nicht ein Unternehmen wie Herne West, das mehrere hundert Millionen Euro Umsatz im Jahr macht. Diese Thematik wurde ja gerade letztes Jahr in den Medien und von Experten verstärkt öffentlich diskutiert. Bisher wird die Rechtsform des e. V. bei Profiklubs noch geduldet. Aber wie lange noch?
    Und dass ausgerechnet der russische Staatskonzern Gazprom ein Hauptgeldgeber des Herne West-Klubs ist, wirst Du ja nicht bestreiten. Dass Herne West die dritthöchsten Gehälter der Liga an seine Profis zahlt, wirst Du auch nicht anzweifeln, das ist so. Und über die langjährige Verschuldungspolitik will ich erst gar nichts schreiben.

    Kommanditgesellschaften auf Aktien sind z. B. auch der 1. FC Köln, Werder Bremen, Augsburg und Hertha BSC. Reine Aktiengesellschaften sind der FC Bayern München, der Hamburger SV und Eintracht Frankfurt. Andere Klubs wie z. B. Gladbach werden als GmbH betrieben.

    Die GmbH & Co KGaA, also die Rechtsform des BVB, ist für den Profifußball besonders geeignet.
    Denn die Geschäftsführung des Klubs liegt ja bei der Geschäftsführungs-GmbH (Geschäftsführer Watzke) und die gehört beim BVB zu 100 % dem eingetragenen Verein BVB 09 e. V., an dessen Spitze der ehrenamtliche Präsident Dr. Rauball steht, der wiederum von den Mitgliedern des BVB 09 e. V. gewählt wurde.
    Die Rechte des Aufsichtsrates der KGaA sind deutlich eingeschränkt. So kann der Aufsichtsrat die Geschäftsführung weder einsetzen noch ablösen noch Einfluss auf deren Verträge nehmen. Das kann nur der eingetragene Verein.
    Und Anteile der Geschäftsführungs-GmbH könnten nur verkauft werden, wenn 3/4 der Mitglieder des BVB 09 e. V. zustimmen würden, was völlig ausgeschlossen ist.
    Zudem gibt die Satzung des BVB vor, dass in den Gremien immer der e. V. die Mehrheit haben muss.

    Der BVB konnte seinen Umsatz in den letzten 10 Jahren vervielfachen, hat keine Schulden mehr und sogar noch eine hohe Millionen-Rücklage.
    2016 erreichte der BVB sogar einen Wert von 100 im Creditreform-Bonitätsindex. Einen derart guten Bonitätswert erreichen nur 0,2 Promille der vier Millionen aktiven Unternehmen in Deutschland. Auch das zeigt, wie finanziell stabil und in der höchstmöglichen Bonitätssfue der BVB aufgestellt ist.

    Das mit den Terminen stimmt doch. Der BVB hatte letzten Freitag sein Saisoneröffnungsfest mit den Fans rund um den Signal Iduna Park 🙂
    Am Samstag bereits, also einen Tag später, fand der Supercup in Dortmund gegen den FC Bayern statt und nur einen Tag später, am Sonntag, folgte ein Freundchaftsspiel in Erfurt.
    Aufgrund dieser Terminenge und des Spieles nur einen Tag nach dem Eröffnungsfest war es natürlich nicht machbar, dass die BVB-Profis noch stundenlang hätten Autogramme schreiben können. Man musste sich professionell auf den Supercup vorbereiten.
    Dass es während der Saison eine Dreifachbelastung und viele Spiele im 3 Tages-Rhythmus gibt, ist auch klar.

    Ich stimme Dir aber zu, dass Herne West letzte Saison viele Pflichtspiele zu absolvieren hatte und mehr öffentliche Trainings abgehalten hat als der BVB.
    Aber warum wohl hat der BVB den Hügel am Trainingsgelände gekauft und gesperrt? Es ist doch mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass Klubs, auf die man als Klub bald trifft, Spione entsenden, um das Training zu beobachten und dann dem eigenen Sportdirektor und dem Trainerstab berichten. Darüber hatte sich ja schon Klopp beschwert und er meinte, beim BVB sei gar kein Geheimtraining möglich, weil sich Leute auf dem Hügel platzieren könnten.

    Wenn Herne West beim Training nichts zu verbergen hat und Spionnen gegnerischen Klubs Tür und Tor öffnet, ist das alleine die Sache von Herne West.
    Allerdings waren es trotz nachvollziehbarer Gründe (mit Publikum kann man nicht so konzentriert und effektiv im Training arbeiten als ohne Publikum, Dreifachbelastung, Spione gegnersicher Mansnchaften usw.) beim BVB letzte Saison nach dem Geschmack der BVB-Fans zu wenig öffentliche Traings. Das soll sich ja – wie oben schon beschrieben – etwas ändern. Sportdirektor Zorc kündigte an, die Anzahl öffentlicher Trainings wieder etwas zu erhöhen, wobei Herne West sicherlich auch weiterhin mehr öffentliche Trainings abhalten wird als der BVB.

    Fannähe ergibt sich meiner Meinung nach aber nicht alleine daraus, dass der eine Klub ein paar mehr öffentliche Trainings abhält als der andere Klub. Wenn der BVB die Anzahl der öffentlichen Trainings wieder etwas erhöht, halte ich persönlich das dann aus den genannten Gründen für in Ordnung. Da spielen, was Fannähe angeht, viele andere Dinge auch eine Rolle. Dass sich Herne West um größtmögliche Fannähe bemüht, bestreitet aber auch niemand.

    Der BVB stößt also Deiner Meinung nach auf immer mehr Abneigung unter den Bundesligafans. Dass genau das Gegenteil der Fall ist, habe ich oben schon erläutert.
    Laut einer aktuellen Befragung der deutschen Fußballfans liegt der BVB mit 19 % der Stimmen auf Platz 2 der Lieblingsklubs in Deutschland. Herne West liegt mit 4,5 % der Stimmen auf Platz 4.

    Laut der jährlichen Studie der TU Braunschweig ist der BVB der symphatischste und beliebteste Klub, wenn die deutsche Bevölkerung insgesamt befragt wird, also nicht nur Fußballfans. An welcher Stelle Herne West da liegt, sage ich lieber nicht. Da wärst Du negativ überrascht.

    Und die Profis der Liga sind laut Abstimmung mit großem Abstand vor allen anderen Klubs der Meinung, dass im Dortmunder Stadion die beste Atmosphäre und Stimmung herrscht.

    Wie gesagt, ich würde mich freuen, wenn es in der kommenden Saison jetzt wieder ein engeres Rennen zwischen dem BVB und Herne West in der Liga geben wird, weil das dann einfach spannender ist. Es wird vermutlich deshalb schon enger werden, weil Herne West keine Dreifachbelastung hat, also nicht international spielt, sich auf Liga und Pokal konzentrieren kann. Freuen wir uns also auf eine interessante und spannende Saison und hoffen, dass unsere Klubs so gut als möglich abschneiden. Als BVB-Fan hoffe ich natürlich, dass der BVB trotz Dreifachbelastung wieder vor Herne West durchs Ziel geht.
    Und dass der BVB und Herne West mit die besten Auswärtsfans haben, schreibt ja sogar das Fanmagazin der großen Ultragruppe "Schickeria" des FC Bayern München. Das ist doch ein versöhnlicher Schluss meiner Zeilen.

  • #10
  • #11
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Schönfärber: Och, sowas ändert sich ja auch manchmal im Laufe der Zeit. Habe ich beim BVB selber beobachtet. Und was schlechter wird kann sich ja auch wieder einmal verbessern. Ich gebe die Hoffnung da noch nicht auf 😉

  • #12
    Klaus Lohmann

    Wir haben aktuell als Schwatzgelbe den Rang 2 unter den bei allen Deutschen beliebtesten Erstligaclubs, knapp hinter den Bazis. Und wir haben gut doppelt soviel Beliebtheits-Prozente wie die Schlümpfe:

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/171110/umfrage/lieblingsvereine-beim-fussball/ (lt. Allensbach-PDF vom 18.07.2017)

    Also bitte Ruhe im Karton, Schönfärber;-)

  • #13
    b

    @Klaus:
    Ich denke jeder kennt diese Unterhaltung: Man redet mit jemandem, den man noch nicht lange kennt, einem neuen Kollegen oder ähnliches. Dann fällt auf einmal das Gesprächsthema auf "Fußball", man fängt an, Aussichten für die kommende Bundesligasaison in den Raum zu stellen, die Stärken und Schwächen der kleinen und großen Clubs durchzugehen, stellt aber fest, dass das Gegenüber die meisten Namen nur mit einem Stirnrunzeln quittieren kann. Bis die Person irgendwann bekundet, dass das alles für sie nicht so von Belang ist, und sie eigentlich nur Champions League gucken würde, da sei die Qualität dann doch höher. Es zieht sich einem langsam der Magen zusammen, man ahnt es schon: Man hat wieder einen von diesen Fans getroffen, die bei genau solchen Umfragen die Bayern an die Spitze getrieben haben. Für einen der vorderen Plätze in der Olympiade der Deppenmagneten wird sich der Neid wohl eher in Grenzen halten…

  • #14
    Lukas N.

    @b zu #13
    Da kann ich was zur Beruhigung Deines Magens beitragen 🙂
    Wenn nach der Anzahl der Fans in Deutschland gefragt wird oder nach dem Lieblingsverein, dann liegen die seit Jahrzehnten national und international durchgängig erfolgreichen Bayern meistens vorne, aber schon auf Platz 2 folgt der BVB. Herne West kommt regelmäßig auf wesentlich weniger Prozentpunkte in allen Umfragen.

    Wird aber nach der "Symphatie" für einen Klub gefragt, dann zeigt sich, dass der FC Bayern ein Klub ist, der wie kein anderer in Deutschland polarisiert, geliebt oder total abgelehnt wird, dazwischen gibt es fast nichts. Beim FC Bayern ist also sowohl die Anzahl derjenigen hoch, die Anhänger dieses Klubs sind, aber gleichzeitig auch die Anzahl derjenigen, die diesen Klub nicht ausstehen können, die den FC Bayern ablehnen, nicht mögen.
    In den Umfragen zur "Symphatie" liegt fast immer der BVB vorne und die Bayern sind da weit und breit nicht zu sehen. Besonders weit hinten (nur Platz 34) bei den Symphatiewerten liegen die Bayern, wenn die Gesamtbevölkerung befragt wird, also nicht nur Fußballfans. Überraschend landet da aber auch Herne West eher im letzten Drittel der Rangliste (Platz 25).

    Besonders interessant ist die jährliche Studie der TU Braunschweig, die seit 5 Jahren regelmäßig durchgeführt wird und die auf einer repräsentativen Umfrage unter der deutschen Bevölkerung basiert. Es wurde also ein repräsentativer Querschnitt der Bevökerung in Deutschland befragt, nicht nur Fußballfans. Es ist eine der umfangreichsten und aussagekräftigtsten Studien, die es gibt. Daraus ergibt sich also, wie die Bevölkerung die Vereine sieht, auch diejenigen, die nicht Fußballfans sind.

    Eine Auswertung zu allen Fragen ergibt seit Jahren, dass der BVB die stärkste Fußballmarke ( aus der 1. und 2. Liga) in Deutschland ist, gefolgt von den Bayern. Platz 1 im Gesamtranking verpassen die Bayern regelmäßig, weil sie in der Kategorie "Symphatie" weit abfallen.

    Die letzte durch die TU Braunschweig veranlasste repräsentative und deutschlandweite Umfrage aus dem Jahre 2016 ergab zur Frage "Welchen Verein aus der 1. und 2. Liga finden Sie sehr symphatisch" folgendes:

    Platz 1: Borussia Dortmund
    .
    Platz 4: 1. FC Köln
    Platz 5: FC St. Pauli (damit sympatischster Zweitligaklub)
    .
    Platz 8: Borussia Mönchengladbach
    .
    Platz 11: Werder Bremen
    .
    Platz 18: VfL Bochum
    .
    Platz 25: FC Schalke 04
    .
    Platz 34: FC Bayern München
    Platz 35: SG Dynamo Dresden
    Platz 36: RasenBallsport Leipzig

  • #15
    Klaus Lohmann

    @b: So gesehen liegen eben Bayern und der BvB wirklich nicht mehr weit auseinander, auch was den Deppenmagnetismus angeht. Allensbach hat die deutschsprachige Bevölkerung v. 14 bis 69 Jahre für seine Markt- und Werbeträgeranalysen (AWA 2017) befragt und die 2 Prozentpunkte Unterschied des starken Interesses für Bazis und Borussen (25% zu 23%) sowie die bundesweite Verteilung des insgesamten Interesses aus der Fragestellung lassen keinesfalls den Rückschluss zu, dass die schwatzgelb geneigten Befragten mehr fußballerischen Sachverstand hätten als die rotblau Geneigten;)

    http://www.ifd-allensbach.de/fileadmin/AWA/AWA_Praesentationen/2017/AWA_2017_Sommer_Sport.pdf

  • #16
    Lukas N.

    @Klaus Lohmann zu #15
    Da muss ich aber dann doch widersprechen, wenn die Bayern und der BVB in Sachen "Deppenmagnetismus" fast in einen Topf geworfen werden 🙂
    So originell die Formulierung "Olympiade der Deppenmagneten" ist, die @b unter #13 gebracht hat, spricht er damit etwas an, was aber nur logisch ist, nämlich den Zusammenhang zwischen Interesse und Erfolg.
    Darauf geht ja auch die von Dir angesprochene und auch interessante "Allensbach Markt- und Werbeträgeranalyse" ein. Je erfolgreicher ein Klub national und international ist, desto mehr interessieren sich die Leute für ihn und desto mehr Leute finden diesen Klub gut.
    Es überrascht daher nicht, dass bei Fragen nach der Anzahl der Fans, nach dem Lieblingsklub usw. die Bayern regelmäßig vorne liegen und der BVB in solchen Umfragen seit Jahren den zweiten Platz behaupten kann.

    Sportlicher Erfolg wirkt anziehend, weckt Interesse bei den Fußballfans und nicht nur bei diesen. Kein Klub hat nur eingefleischte Fans, die immer zu diesem Klub stehen, egal was passiert, die auch in schwierigen Zeiten und im Misserfolg zum Klub stehen.
    Wenn mit dem sportlichen Erfolg die Anzahl der Fans wächst und in Umfragen immer mehr Zustimmung deutlich wird, ist das in erster Linie mal eine Anerkennung. Denn sportlichen Erfolg muss sich ein Klub erstmal erarbeiten, den muss er erstmal haben. Wie Fans dann reagieren, deren KLub sportlich nicht so erfolgreich ist, ist auch klar.

    Wenn wir das ganze aber mal auf den eigentlichen Kern reduzieren, dann geben ja selbst die Ultras des FCB (z. B. im Fanmagazin der "Schickeria") zu, dass es z. B. bei den Fans des BVB ganz anders abgeht als bei denjenigen des FCB. Die Stimmung im Dortmunder Stadion ist um Klassen besser als die in München, ist laut aktueller Umfrage unter den Bundesligaprofis sogar die beste unter allen Stadien der Liga. Und auch auswärts machen die Fans des BVB wesentlich mehr Alarm als die des FC Bayern München.
    Wenn der BVB einen Titel gewinnt, geht die Post ab. Als der vorzeitige Gewinn der Meisterschaft des FCB festgestanden hat, merkte man das in der Stadt München laut Medienberichten gar nicht. Und die Titelfeiern dort sind ohnehin eher eine lahme Veranstaltung.
    Überhaupt wird die Verbundenheit mit dem Klub in Dortmund ganz anders und intensiver gelebt als in München.

    Und wie die jährliche repräsentative Umfrage der TU Braunschweig zeigt, liegt der BVB, wenn die deutsche Bevölkerung konkret nac h der Symphatie gefragt wird auf Platz 1 unter allen Klubs der 1. und 2. Liga, der FC Bayern aber auf Platz 34. In den Jahren zuvor landete der FCB in dieser Kategorie sogar auf Platz 36. Die Anzahl derjenigen, die den FCB nicht mögen oder sogar total ablehnen, ist eben auch sehr hoch und das wundert uns ja aus vierlerlei Gründen auch nicht.

    Wenn @b schreibt "Es zieht sich einem langsam der Magen zusammen", dann ist das bei mir der Fall, wenn Du @Klaus beim "Deppenmagnetismus" den FCB und den BVB in einen Topf wirfst 🙂
    Da gibt es dann noch und zum Glück große Unterschiede, was Fans des BVB und des FCB angeht.

  • #17
    Walter Stach

    Lukas N,
    danke für den Hinweis auf die deutschlandweite , repräsentative Umfrage der TU Braunschweig. Mit deren Ergebnis läßt sich jedenfalls objektiv argumentieren, und -für einen BVB-Fan besonders wichtig-so gar zu Gunsten "meines" sympathischen BVB.

    Robin,
    solange So4 in Sachen Fan-Nähe dem BVB , "mein" BVB aber in der Tabelle dem SO4 voraus ist, kann ich mit dieser Konstellation gut leben. Die Diskussion hier zeigt im übrigen, daß das, was "Fan-Nähe" sein kann, was sie sein sollte, was sie tatsächlich ist, recht unterschiedlich begriffen und beschrieben werden kann.

    Im übrigen ,so scheint mir,
    können wir BVB-Fans relativ gelassen der Spielzeit 2o17/2o18 entgegen sehen -Pokal und Champ-lig eingeschlossen. Das sage ich u.a. rückblickend auf das Spiel gegen den FCB. Es ist schon lange her, daß die Mannschaft des BVB in einem Spiel über ca. 7o Minuten gegen den FCB die bessere war.
    Es wäre allerdings für Mannschaft und Trainer problematisch, wenn sie den Abgang von Dembele verkraften müßten. Aber auch ohne den halte ich das erneute Erreichen eines Champ.lig-Platzes für die BVB für wahrscheinlich -nicht für absolut sicher- und ein "gutes Abschneiden im Pokal und in der Champ.lig (mindestestens das Erreichen des jeweiligen Viertelfinales).

    Welche Erwartungen die Fans von So4 haben, weiß ich nicht. Vor allem habe ich nicht die geringste Ahnung davon,in welcher Verfassung die Mannschaft von So4 ist. Das ist zudem für mich als BVB bestenfalls von zweitrangigem Interesse. Gleiches gilt für den FCB, der allerdings für mich wieder einmal Meisterschaftsfavorit ist.

    Über Ablösesummen auf dem internationalen Spielermarkt, über deren Finanzierung, über die Motive der dort agierenden Akteure -z.B. aus Katar-kann diskutiert werden, allerdings ohne die geringste Aussicht, daß es dieserhalb demnächst eine international verbindliche Obergrenzen-Regelung geben könnte. Die Fetischisten eines sog. weltweiten freien Marktes -bestenfalls mit minimalen Regeln ausgestattet- werden sich diesen freien Markt im Geschäft mit den Fußball-Profis nicht kaputt machen lassen, auch nicht durch Nostalgiker, wie es sie unter den Fußball- Fans immer noch zu geben scheint. Dass dieser weitestgehend nicht reglementierte weltweite Markt zu einer fortschreitenden Konzentration auf einige wenige marktbeherrschenden Clubs führen muß -welt- und europaweit, aber auch in der Bundeliga-, entspricht dem, was Karl Marx in seinem "Kapital" beschrieben hat und was heutzutage als sog. Binsenweisheit gilt -folglich auch im weltweiten Fußballgeschäft zu gelten hat.

    Das Alles ändert jedoch nicht daran, daß ich mich wie jeder Fußball-Fan auf die neue Spielzeit freue und bezüglich "meines" BVB optimistisch bin.

    Nachgefragt:
    1.
    Was macht Tuchel? Ich höre , lese und sehe nichts von ihm.
    2.
    Macht es Sinn, Mor nach Mailand gehen zu lassen, solange der "Verkauf von Dembele" zumindest noch nicht ausgeschlossen ist?

  • #18
    Lukas N.

    @Walter Stach
    Beim BVB hat man wohl zunächst abgewartet, wie der neue Trainer Bosz das Jungtalent Mor einschätzt und offenbar fällt sein Urteil nicht positiver aus als das Tuchels. Mehrfach war zu lesen, dass der BVB bei Mor sowohl auf als auch neben dem Platz eine professionelle Einstellung vermisst. In einem Bericht habe ich auch mal gelesen, dass Mor in einem Dortmunder Restaurant ein unglaubliches Stargehabe an den Tag gelegt hat. Es sieht also ganz danach aus, dass der BVB an Mors Charakter zweifelt und nicht glaubt, dass sich, bei allem fußballerischen Talent, das er hat, etwas grundsätzliches ändert. Mor passt also wohl charakterlich nicht ins Mannschaftsgefüge und nicht zum BVB. Sportlich ist er bisher über gute Ansätze nicht hinausgekommen, spielt sehr eigensinnig, trifft oft die falschen Entscheidungen. Beim BVB ist man offensichtlich zur Überzeugung gekommen, dass Mor einfach nicht passt und lässt ihn daher sehr wahrscheinlich ziehen. Das ist dann auch eine richtige Entscheidung, selbst wenn er woanders zu überzeugen wüsste.
    Und finanziell macht der BVB sogar im Vergleich zur Ablöse, die er selbst zahlte, noch einen ordentlichen Gewinn und das für einen Spieler, der bisher kaum eine Rolle spielte.

    Ein Abgang von Dembélé wäre sportlich natürlich ein herber Verlust, denn er gehört zu den größten Talenten weltweit, hat schon letzte Saison gezeigt, dass er ein Spieler ist, der den Unterschied ausmacht. Zudem hat er Auba mit sehr vielen Torvorlagen gefüttert. Kein Wunder, dass Barcelona ihn auf dem Schirm hat. Wäre es nicht zu diesem so nicht zu erwartenden Wahnsinnstransfer Neymars nach Paris gekommen, wäre Dembélé sicher mindestens noch eine Saison beim BVB geblieben. Aber der Neymar-Wechsel löste eine Kettenreaktion aus.
    Die Bosse des BVB stehen jendenfalls vor einem schwierigen Abwägunsprozess, vor allem dann, wenn Barca tatsächlich eine Mega-Ablöse aufruft und der Spieler selbst unbedingt zu Barca möchte, weil er nach dem Neymar-Abgang sportlich plötzlich Chancen sieht, bei Barca eine gute Rolle spielen zu können.
    Wenn irgend möglich sollte der BVB Dembélé halten, aber leider könnte sich auch eine Konstellation ergeben, bei der es dann nur noch eine Frage der Höhe der Ablöse ist, wenn die sich in astronomischer Höhe bewegen sollte, was dem BVB im Vergleich zur selbst bezahlten Ablöse natürlich auch einen unfassbar hohen Gewinn bescheren würde. Mindestens einen Teil davon müsste man dann in eine Ersatzlösung stecken. Aber gibt es die noch so kurz vor Transferschluss? Sicher nicht in gleicher Qualität! Bald wissen wir mehr.

    Tuchel hat sich natürlich zunächst mal aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, machte Urlaub usw., war aber u. a. auch als Zuschauer beim Tennis-Turnier in Wimbledon zu sehen. Er und sein Berater werden den Markt sicherlich sorgfältig sondieren und nur dann reagieren, wenn wirklich ein interessanter Klub Interesse zeigen sollte, wobei der nächste Schritt für Tuchel unbedingt passen muss, es dort keine Probleme geben darf, denn ansonsten wäre Tuchel mit einem bestimmten Stempel dauerhaft versehen. Er tut gut daran, erst mal Pause zu machen und in aller Ruhe und Sorgfalt die weiteren Schritte auszuloten, genau zu prüfen, was Sinn machen könnte.

    Ja, den Supercup gegen die Bayern hätte der BVB eigentlich gewinnen müssen, führte 1 : 0, dann 2 : 1 bis zur 88. Minute und hatte später im Elferschießen dann noch den Vorteil, dass Kimmich einen Elfmeter verschossen hat. Bosz ärgerte sich zu Recht darüber, dass man das Ding noch verloren hat. Geärgert habe ich mich über Passlack. Denn der war übermotviert als er in der Schlussphase für Zagadou auf den Platz kam und rammte Kimmich völlig nunnötig in aussichtsreicher Freistoßposition um. Dieser Freistoß führte dann zum Ausgleich, wobei die Bayern bei diesem Tor auch großen Dusel hatten (Flipper-Tor). Zuvor hatte man nicht das Gefühl, dass die Bayern aus dem Spiel heraus noch das 2 : 2 packen könnten.

    Auch ich bin generell optimistisch für die neue Saison und denke, dass der BVB erneut einen CL-Platz schaffen kann, auch wenn die Konkurrenz um die CL-PLätze wieder stärker sein wird als letzte Saison. Ob man auch den Bayern mal wieder eine engeres Rennen liefern kann, lässt sich derzeit noch nicht sagen und hängt auch davon ab, ob man Dembélé tatsächlich ziehen lassen muss.
    In der CL gilt es wieder, die Gruppenphase zu überstehen und im Pokal sieht der BVB ja seit Jahren immer gut aus. Auch da will man wieder weit kommen, was auch klappen sollte.

    Ich freue mich sehr auf die neue Saison und bin sehr gespannt wie alles so läuft und wie sich das Team unter dem neuen Trainer präsentiert.

  • #19
    Walter Stach

    Lukas N.,
    danke für die Informationen zu Mor und Tuchel.

    Zu Passlack:
    Unabhängig von seiner Leistungen (Fehleistungen) gegen den FCB neige ich dazu, ihn bestenfalls als Nr.3 für eine der Positionen auf der Außenbahn in einer Viererabwehrkette des BVB einzustufen.

  • #20
    Klaus Lohmann

    @Walter Stach: Nach Aussage von Tuchel-Berater Olaf Meinking in der FAS von Anfang Juni macht Tuchel ein halbes Sabbatical bis Ende des Jahres (will wohl als Trainer mit den meisten und längsten Auszeiten ins Guiness-Buch;)) und möchte danach einen Club mit ausreichend "Strahlkraft" trainieren. So Graupen wie Leverkusen versteht er gemäß seiner Absage dort also nicht als "strahlend";-))
    http://www.t-online.de/sport/fussball/bundesliga/id_81358360/nach-absage-an-leverkusen-so-plant-thomas-tuchel.html

  • #21
    thomas weigle

    Klaus Lohmann#20 Vielleicht die SGE? Noch weiß keiner, wie sich diese Fremdenlegion unter Kovac schlagen wird. Läuft`s schlecht, wird sofort die Trainerdiskussion beginnen, alte und wohlerworbene Verdienste zählen dann nicht mehr, wie wir alle wissen und jede Saison aufs Neue beobachten dürfen.

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