Kraftwerk Lünen: Trianel feiert – Aber was eigentlich genau?

Das Trianel-Kraftwerk in Lünen. Quelle: Wikipedia; Foto: Possi88; Lizenz:
Das Trianel-Kraftwerk in Lünen. Quelle: Wikipedia; Foto: Possi88; Lizenz: CC-BY-3.0

Ziemlich still ist es zuletzt geworden rund um das seit Jahren umstrittene Trianel-Kohlekraftwerk in Lünen. Dabei haben die Betreiber heute erst einmal einen Grund zu feiern. Nach Erteilung der neuen Genehmigungsbescheide durch die Bezirksregierung Arnsberg geht der Meiler nun, nachdem er bereits seit Ende 2012 im ‚Probebetrieb‘ lief, auch offiziell ans Netz.

Kraftwerkskritiker, unter der Federführung des BUND, hatten im Laufe der letzten Jahre zwar etliche Nachbesserungen an den ursprünglich von den Planern vorgesehenen Plänen erreichen können, die jetzt anstehende Inbetriebnahme der Anlage konnten sie schlussendlich jedoch nicht verhindern. Daher dürfte die Inbetriebnahme im Hause ‚Trianel‘ eigentlich auch keine großen Jubelfeiern auslösen, zu groß war der heraufbeschworene Ärger und die Mehrkosten rund um das Kraftwerk. Der Grund für die für die Entscheidung zu Gunsten einer heute um 16 Uhr angekündigten ‚kleinen Feier‘ dürfte somit wohl vielmehr auch lediglich der puren Erleichterung der Bauherren geschuldet sein.

In Anbetracht der düsteren Gewinnaussichten für den Bau am Stummhafen in Lünen (Kreis Unna) fragt sich so mancher kritischer Betrachter allerdings auch noch immer, wie sich die Inbetriebnahme eines solchen Projektes kaufmännisch eigentlich heutzutage überhaupt noch rechtfertigen lässt.

Der BUND hat übrigens bisher noch nicht offiziell entschieden, ob er gegen die nun erteilte Betriebserlaubnis erneut juristisch vorgehen wird, oder ob er die hierfür dann erforderlichen Ressourcen nicht vielleicht lieber zusätzlich in den Kampf gegen das nur wenige Fahrminuten entfernte E.On-Kraftwerk ‚Datteln 4‘ stecken sollte. Man darf gespannt sein…

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16 Kommentare

  1. #1 | xy sagt am 4. Dezember 2013 um 13:21 Uhr

    Dem Eindruck, dass der BUND hier „federführend“ von hinten durchs Knie an Spender-Millionen, der mit Klagen blockierter Kraftwerke will, um sich als klagende Werbeagentur was zu stiften, wird hier regelmäßig Nachdruck verliehen.
    Die Energiewende wird zur Deindustrialisierung im Revier führen, keine Sorge, schließlich werden damit Träume tradiert, die Arbeitslosen würden in Massen, zu denen mit den rotgrünen Revolutions-Fahnen überlaufen, die wiedermal im kämpferischen Eifer ihres Naturells die Welt vor dem „aktuellen Bösen“ retten.

  2. #2 | Stefan Laurin sagt am 4. Dezember 2013 um 13:43 Uhr

    XY: Volle Zustimmung.

  3. #3 | Walter Stach sagt am 4. Dezember 2013 um 18:21 Uhr

    XY
    Schon bemerkenswert, wie die Kohlekraftwerks-Lobby ,auch hier bei den Ruhrbaronen, bestens funktioniert.
    Da in der Sache außer den sattsam bekannten Lobby-Sprüchen nebst der damit stets einhergehenden Kritik an Rot-Grün nichts Neues gesagt wird, sind sachbezogene Anmerkungen zu der Wortmeldung XY nicht möglich; Gegenteiliges wäre auch verwunderlich.

    Stefan, daß Du dem Beitrag XY zustimmst, gehört ebenso zum Ritual, wenn es um das Pro in Sachen neue Kohlegroßkraftwerke geht, wie meine Beiträge, wenn es gegen neue Kohlegroßkraftwerke geht, nicht nur, aber auch deshalb, weil sich zwei dieser Monster Großkraftwerke in jeweils ca. 3-4 km von meinem Wohnsitz entfernt befinden -TRIANEL/E.ON -Datteln IV-.

    Gut, daß es nicht nur die IGBEC und die Kohle-Energie-Lobby in diversen Konzernen und Medien gibt, sondern u.a. auch den BUND, der in Sachen TRIANEL schon jetzt Umweltrelevantes durchgesetzt hat, das seitens TRIANEL nicht vorgesehen war; Ende offen!

    XY:
    Auch CDU/CSU, also nicht nur die von ihnen wahrgenommen bösen Buben von SPD und Grünen, lehnen erfreulicherweise zusätzliche Subventionen für die Kohlevestromung ab und setzen, wenn auch zeitlich gestreckt, weiterhin auf die Umsetzung der sog.Energiewende und damit weiterhin auf die zukünftige Stromerzeugung ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe; es sind also nicht nur die Roten/Grünen, die auf die sog.Energiewende und auf den Verzicht der Verbrennung fossiler Brennstoffe zur Stromgewinnung setzen; bedauerlich aus meiner Sicht ist lediglich, daß das Ganz jetzt zeitlich „gestreckt“ werden soll -ein bedenkenswerter Erfolg der Lobby der kohlefördernden Braunkohleindustrie und der kohleverbrennenen Großkonzerne mit Hannelore Kraft, Norbert Römer u.a. als deren Repräsentanten.
    Solange „man“ in NRW, vor allem hier im Ruhrgebiet in der Mentalität von „Der Steiger kommt“ denkt und handelt, ist „schwarz zu sehen“ für das Land, für das Ruhrgebiet und ganz besonders für den Erhalt des Industriestandortes NRW mit einem Schwerpunkt im Ruhrgebiet, denn der Industriestandort NRW/Ruhrgebiet hat nur dann eine Überlebenschance, wenn in NRW, wenn im Revier endlich Abschied genommen wird von der Kohleförderung, sh.konkret von der Braunkohleförderung, und von dem Primat der Stromgewinnung durch Kohleverbrennung.
    Solange das nicht geschieht, solange weiterhin Gegenteiliges in NRW, im Ruhrgebiet betrieben wird, dürfen sich regionale Wettbewerber national wie international über diese dem Gestern verhaftete Industriepolitik in NRW, im Revier freuen.

  4. #4 | Stefan Laurin sagt am 4. Dezember 2013 um 18:45 Uhr

    @Walter Stach: Wie kommst Du darauf das jeder der nicht Deiner Meinung ist „Kohle-Lobby“ ist? Ich unterstelle ja auch nicht jedem Industriegegner, dass es ihm nur um seine Immobilienwerte geht – was es sicher nicht so selten tut. Und könnte es sein das die IGBCE die Lobby für ihre Mitglieder ist? Industriearbeiter? Ich sehe da nichts verwerfliches. Der eine hat die IGBCE, der andere den BUND und Haus & Grund. So ist das eben: Die Interessen derjenigen die von Ihrer Arbeit leben sind nun mal andere als die Interessen derjenigen, denen es um ihre Immobilien geht. Das solltest Du als Sozialdemokrat wissen.

  5. #5 | keineEigenverantwortung sagt am 4. Dezember 2013 um 19:18 Uhr

    Meine Gründe für die Inbetriebnahme der neuen Kohlekraftwerke sind viel einfacher:

    1) Wir haben Kohlekraftwerke, und es gibt modernste Kohle-Kraftwerke, die kurz vor der Inbetriebnahme stehen. => Warum sollen sie nicht ans Netz gehen? Wir brauchen günstigen Strom und haben genug arme Menschen, die jede Entlastung brauchen können. Wollen wir wirklich solche volkswirtschaftlichen Investitionen verschrotten (siehe Kalkar, Hamm)?
    2) AKW sind seit der Japan-Katastrophe, wo die Sicherheitstechnik versagte, keine Alternative mehr.
    3) Das Totschlagargument „Klimakiller“ ist für mich wenig nachvollziehbar, da in der Welt viele Kraftwerke gebaut werden und wir Lebensqualität durch hohe Stromausgaben verlieren, wenn wir meinen, dass unser Tropfen den heißen Stein kühlt.
    4) Die regenerativen Energien sind noch nicht konkurrenzfähig. Die Ausbeute ist gering, auch wenn die vielen Artikel etc. einen anderen Eindruck erzielen.
    5) Die Öko-Profiteure (Solaranlagenbetreiber, Gebäudeeinpacker, …) erzielen für die enormen finanziellen Einsätze zu wenig Ergebnis. Schließlich müssen auch hier „grüne“ Gewinne gemacht werden. Wenn ich an die Werbung/ an das Sponsoring von Solarfirmen denke.
    6) Die ökologischen Bedenken wirken zu oft vorgeschoben. Es ist schon erstaunlich, welche Arten immer auf dem Gelände von Neubauprojekten leben. Glauben die „Naturschützer“ nicht an die Evolution und an die Anpassungsfähigkeit? Unseren Einwohnern muten wir ja auch viele artfremde Lebensweisen zu und selbst alte Menschen müssen ihr „Habitat“ verlassen, weil sie es sich nicht leisten können. In der Stadt leben oft mehr Arten/Tiere als in angeblich natürlichen Räumen

    Ich persönlich spare Energie. Dies erforder viel Geld, bringt aber ein paar EUR.

  6. #6 | Fritz Wepper sagt am 4. Dezember 2013 um 21:48 Uhr

    Wenn das urururalte Steag-Kraftwerk dicht gemacht würde, das fast direkt neben dem Trianel-Kraftwerk steht, hätte ich mit dem Trianel-Kraftwerk nicht so das Problem. Ich mag die Dinger auch nicht, aber so ganz ohne geht’s im Moment noch nicht. Für mich wäre daher der Idealzustand: Die alten und vergleichsweise dreckigen ollen Mühlen mit geringem Wirkungsgrad dicht machen zugunsten der neuen. Am besten die dann auch mit Kraft-Wärme-Kopplung betreiben.

    Aber wie gesagt, das wäre für mich der Idealzustand, in der Realität dürfte das wohl eher utopisch sein.

  7. #7 | Walter Stach sagt am 4. Dezember 2013 um 22:23 Uhr

    Stefan,
    „Gegner von Kohle-großkraftwerken und ihre Immobilien“?
    Interessant und nachdenkenswert, daß Du immer wieder mit dem Versuch kommst, über diese „billige Kombination“ Sachargumenten zu begegnen oder sich solchen zu entziehen. „Sei“s drum“ -geht wohl nicht anders.

    1.
    Mir geht es darum, daß u.a.die Waltroper, und damit meine ich nicht mich, sondern die Menschen der nächsten und der übernächsten Generation, nicht in Folge der Unmengen gesundheitsgefährenden Schadstoffen, die TRIANEL und E.ON Datteln IV über die nächsten 4o Jahren produzieren werden, gravierende gesundheitliche Schäden erleiden, und zwar aufgrund einer Stromproduktion, die so nicht, so nicht mehr zwingend geboten ist.

    Und mir geht es darum, daß uns in NRW, wenn denn das Land als Industriestandort eine Zukunft haben soll, nicht weiter „vor lauter Kohle Schwarz vor Augen bleiben darf“, sondern daß wir uns den Anforderungen einer modernen Industriegesellschaft endlich stellen -ohne Braunkohleförderung und ohne weitere neue Kohle-Großkraftwerke-.
    Aber….. singt, denkt und handelt ‚mal weiter nach dem Motto und im Geiste von „Der Steiger kommt“, dann ist die Zukunft des Industriestandortes NRW, speziell die des Ruhrgebietes “ in guten Händen“.

    2.
    Meine Replik in Sachen IGBEC und Großkonzerne galt den abfälligen Äußerungen von XY gegenüber dem BUND. Wenn Du im Gegensatz zu XY zumindest anzuerkenne scheinst, daß der BUND eine legitime Interessenvertretung ist so wie die IGBEC und die Großkonzerne, dann nehme ich das zur Kenntnis.

    3.
    Stefan,wo sollte ich denn diejenigen begrifflich einordnen, die „um jeden Preis“ für die Förderung von Braunkohle und die Verbrennung von Kohle zur Stromerzeugung werben -in der Politik, in den Medien, auch bei den Ruhrbaronen, wenn nicht unter den Begriff „Kohle-Lobby“?
    Das ist ja ebenso wenig eine falsche oder gar ehrenrührige Ein- bzw. Zuordnung wie die, der Lobby pro erneuerbarer Energie, pro Erhalt einer menschenwürdigen Umwelt, kontra Herrschaftsmacht von Großindustrie und Großbanken zugeordnet zu werden, was Du mit mir kritiklos machen könntest.

  8. #8 | Stefan Laurin sagt am 4. Dezember 2013 um 22:52 Uhr

    @Walter Stach: Dann viel Spaß mit den tollen Jobs im grünen und gemütlichen Waltrop… Und den sinkenden Immobilienpreisen in einer sterbenden Region ohne Jobs, ohne Perspektive und ohne Zukunft… Das hat mit Kohle nichts zu tun, das verstehst Du nur nicht. Es hat mit Rahmenbedingungen zu tun: Preiswerte Energie, gute Infrastruktur, Menschen mit guten Qualifikationen. Deine „nächsten und der übernächsten Generationen“, für die Du Dich so einsetzt, wird es in Waltrop und im Ruhrgebiet nicht mehr geben, weil es keine Arbeit gibt. DAS ist das Problem des Ruhrgebiets…

  9. #9 | Ein Recklinghäuser sagt am 4. Dezember 2013 um 23:56 Uhr

    Menschen mit gesundem Menschenverstand können sich nur freuen über solche Investitionen im Kreis Recklinghausen.

    Vor allem, wenn man die Rahmenbedingungen bedenkt:

    Ca. 30000 Mensch arbeitslos im Kreis Recklinghausen.
    Ca. 70000 Menschen in Harz4-Gemeinschaften.
    Bildungsabwanderung im Kreis Recklinghausen.

    Mit die höchsten Grundsteuer- und Gewerbesteuersätze Deutschlands

    Laut Aussagen Arbeitsamt Kreis RE fehlen über 20000 Arbeitsplätze.

    Günstige Energie ist eine wichtige Teileigenschaft, damit die heimischen Unternehmen weiterhin auf dem Weltmarkt mithalten können.

    Durch „neue“ alte Verfahren wie Fracking (wird seit über 40 Jahren in Deutschland angewendet) findet gerade ein Umbruch im Chemie-Bereich statt. Andere Konkurrenten können zu deutlich günstigeren Bedingungen produzieren.

    So sicher ist der Chemie-Standort Marl nicht mehr, wie man denkt. Oder die Raffinerie Scholven in Gelsenkirchen.

  10. #10 | Links anne Ruhr (05.12.2013) » Pottblog sagt am 5. Dezember 2013 um 06:55 Uhr

    […] Kraftwerk Lünen: Trianel feiert – Aber was eigentlich genau? (Ruhrbarone) […]

  11. #11 | keineEigenverantwortung sagt am 5. Dezember 2013 um 07:35 Uhr

    #9: Wir leben sehr günstig, auch hat das Revier viele schöne Ecken und viel zu bieten, wenn man nicht jede Stadt einzeln betrachtet. Dennoch ziehen viele Unternehmen an andere Standorte.

    =>
    Wir sind zu dumm, Betriebe geschickt zu fördern oder wollen sie nicht
    oder
    Wir sind zu bildungsfern, um den modernen Anforderungen zu genügen
    oder
    Die Firmen finden keine ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte.

    Dass Fracking, das zurzeit bspw. in den USA zu hohen Schäden und zu hohen Langzeitkosten führt, keine Lösung für die nahe Zukunft ist, ist für mich eindeutig.

    Selbst unsre Ministerpräsidentin hatte ja extra einen Bildungsurlaub im Westen des amerikanischen Kontinents gemacht, um sich die Auswirkungen anzuschauen.

    Gas ist auch kein knappes Gut. Evtl. zahlen wir einfach zu viel dafür.

  12. #12 | Thomas Krämerkämper, BUND sagt am 5. Dezember 2013 um 09:50 Uhr

    @Robin: unsere Entscheidung zu den weiteren Schritten hängt hauptsächlich davon ab, ob wir die neuen Genehmigungen für zulässig halten oder nicht. Aufgrund der Erkenntnisse zu den bisherigen Untersuchungen und Genehmigungen haben wir daran starke Zweifel, müssen aber die neuen Bescheide auch erstmal durcharbeiten.

  13. #13 | Thomas Krämerkämper sagt am 5. Dezember 2013 um 09:57 Uhr

    @Stefan Laurin: Interessanter Dreiklang. Wirtschaftlicher (Miss)erfolg im Ruhrgebiet liegt also an preiswerter Energie, guter Infrastruktur und qualifizierten Menschen? Ich frage mich, warum innerdeutsche Boomregionen wie München oder Stuttgart besser abschneiden, als das Ruhrgebiet. Die Energiepreise können es im gleichen Markt nicht sein. Die Infrastruktur ist bezogen auf die Dichte des Autobahnnetzes im Ruhrgebiet wohl weltweit einmalig gut. Allerdings fehlt es im Vergleich zu boomenden Metropolregionen eindeutig an einer vergleichbaren ÖPNV-Infrastruktur. Die müsste im Ruhrgebiet weiter entwickelt werden. Dazu trägt allerdings Trianel Lünen nichts bei. Wohl aber klaut das Trianel-Kraftwerk anderen Marktteilnehmern mit mittelständischer Struktur Umsatz und damit Arbeitsplätze.
    Recht haben Sie natürlich bzgl. der Qualifikation der Menschen. Fachlich gesehen ist sie gar nicht so schlecht, im Gegenteil bietet das Ruhrgebiet da schon einige Standortvorteile. Es fehlt allerdings eine ausgeprägte mittelständische Selbstständigenkultur. Und da wo es Reste gibt werden entsprechende Strukturen hierzulande eher bekämpft als wirtschaftspolitisch gefördert (u.a. Handwerker, Landwirte, Dienstleister). Das hängt wiederum stark mit der verklärten Industrievergangenheit mit ihren anonymen, interessensvertretergeeigneten Arbeitermassen zusammen. Selbständige haben einen höheren (für das Ruhrgebiet bisher zu hohen) Anspruch an Interessensvertreter und da trifft die Qualifikationskritik wieder: in der Politik, aber auch bei den meinungsbildenden Medien sind zuviel Leute tätig, die rein gar nichts von Wirtschaft verstehen und stattdessen nur immer wieder Zitate der Vergangenheit als Zukunftspolitik verkaufen.

  14. #14 | Stefan Laurin sagt am 5. Dezember 2013 um 10:08 Uhr

    @Thomas Krämerkämper: ÖPNV ist eine Katastrophe – aber auch dagegen ist ja der BUND. Die Landesregierung geht davon aus, das Ihr Verein auch gegen die RRX-Strecken klagen wird. was in den 60er und 70er Jahren fehlte waren Gewerbeflächen – so kamen Henkel und Ford nicht ins Ruhrgebiet. Was in NRW fehlt, ist ein vernünftiger Flughafen – der Frankfurt und München haben das. Alleine Fraport steht für 100.000 Jobs (Viele davon im Frachtbereich) – so etwas wäre eine gute Maßnahmen in den 60ern gewesen. Und was die Straßen betrifft: Datten ist eine Katastrophe, die A52 als Nord-Süd-Querung fehlt. Bekämpft werden Handwerker etc. nicht – es gibt nur eine zu geringe Selbstständigentradition. Und mittlerweile fehlen den Selbstständigen auch die Kunden – und das sind im B2B-Bereich häufig Großunternehmen.

  15. #15 | Klaus Lohmann sagt am 5. Dezember 2013 um 11:56 Uhr

    @#14 | Stefan Laurin: Henkel und Ford sind nicht gekommen, weil ihnen die hiesige Kohle-/Stahlindustrie keinen einzigen der raren Facharbeiter gönnte und Flächen wie bekloppt aufkauften, nur damit die Konkurrenz nicht ins Ruhrgebiet eindringt. Das weiß aber mittlerweile jeder Ruhri.
    Diese selbstgerechte, blinde, sozialdemokratisch-gewerkschaftliche Auffassung von Marktwirtschaft und -transparenz wird auch heute noch praktiziert und ist die eigentliche Ursache des wirtschaftlichen Niedergangs des Reviers.

    Welche Unternehmen der Großindustrie benötigen denn heute und morgen soviel Strom, wie jetzt mit neuen Kraftwerken *vor Ort* produziert werden soll? Chemie evt., Bayer&Co. Uerdingen/Krefeld etc., aber die reden ja nicht über Mehrbedarf (eher weniger), sondern über das EEG, dessen Kosten und die Ausnahmeregelungen.

    Warum werden Stromtrassen massiv ausgebaut, wenn Strom doch *vor Ort* bezogen werden soll? Warum stößt RWE (also nicht der BUND) mit der STEAG unrentable Kraftwerke wie ein Bauernfänger an die Kommunen ab, wenn doch angeblich sooo viel Bedarf da ist? Warum wohl ist die Gleichung „mehr Strom = günstigere Strompreise“ schon seit vielen Jahren ein echter Treppenwitz deutscher Wirtschaftsgeschichte?

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