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Lenin kommt am 20. Juni: Gelsenkirchen wird noch unattraktiver

Lenin kommt, wenn das Schicksal nicht eingreift, nach Gelsenkirchen; Foto: Clemensfranz / CC BY-SA

Lenin kommt, wenn das Schicksal nicht eingreift, nach Gelsenkirchen; Foto: Clemensfranz / CC BY-SA

Nachdem die geplante Einweihungsfeier zur Aufstellung der Leninstatue in Gelsenkirchen wegen der Coronakrise ausgefallen ist, gibt es jetzt schlechte Nachrichten:

Das Stadtbild der Ruhrgebietsstadt wird ab dem 20. Juni 2020 nachhaltig geschädigt:

Durch ein Denkmal zu Ehren von Wladimir Iljitsch Lenin, dem Begründer der (nicht mehr existierenden) Sowjetunion.

„Wir freuen uns, dass es jetzt soweit ist und der Festakt nunmehr am 20. Juni 2020 stattfinden wird“

ist in einer Presseerklärung zu lesen, die von der revolutionärsten Avantgardepartei der Arbeiterklasse wo gibt im Universum am 26. Mai 2020 veröffentlicht wurde.

Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) feiert – falls sich die aktuelle COVID-19-Situation nicht noch ändert – am 20. Juni 2020 den 150. Geburtstags des russischen Berufsrevolutionärs nach: Und weiht dabei die Leninstatue ein, die im Umfeld der Parteizentrale in Gelsenkirchen-Horst ihren vorläufigen Platz gefunden hat.

Die vom Verfassungsschutz beobachtete Splitterpartei feiert an diesem Tag außerdem den 38. Jahrestag ihrer Gründung.

Die letzte Hoffnung für Gelsenkirchen:

Ein riesiges Kreisler- oder Schnappidenkmal

Weitere Informationen zum Thema Lenindenkmal:

Gelsenkirchen wird zum Leningrad an der Emscher

Gelsenkirchen: Lenin doch ohne Schlossblick?

MLPD will Statue von Massenmörder Lenin in Gelsenkirchen aufstellen

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7 Kommentare zu “Lenin kommt am 20. Juni: Gelsenkirchen wird noch unattraktiver

  • #1
    MARTIN MAHADEVAN

    Noch ein Alleinstellungsmerkmal für Gelsenkirchen !
    Das andere sind 27 % Hartz IV Empfänger. Welche
    geniale Werbeagentur hat sich das ausgedacht ?
    Einfach nur klasse ! Jetzt werden Touristen aus China und Nordkorea in Scharen nach
    Gelsenkirchen strömen !

  • #2
    Nadine Schneider

    Ich bin gewiss kein Fan von Lenin oder gar der MLPD. Aber solange in zig deutschen Städten Schulen nach zB Ernst-Moritz-Arndt, Strassen nach deutschen Kolonialkriegern oder Bundeswehrkasernen nach hitlertreuen Wehrmachtsoffizieren benannt sind, sollte die Kartoffeln zu Lenin besser schweigen.

  • #3
    Berthold Grabe

    Es ist schon zum fremdschämen wie eine institutionell diskriminierende Partei und Ideologie ihren Chefideologen ein Denkmalsetzen darf unter Billigung des Staates.
    Sozialismus ist eine totalitäre Ideologie und damit konstitutiv intolerant diskriminierend.
    Und Lenin ist eine Person die ausdrücklich Gewalt und Unterdrückung Andersdenkender propagiert und praktiziert hat.
    Da tun soziale Ideale schlicht nichts zur Sache., wenn dazu der fehlende Respekt vor Andersdenkenden gehört, was letztlich die gleiche Qualität wie Rassismus hat.
    Man kann nicht Übergriffigkeit mit Übergriffigkeit heilen, das ist ausgeschlossen und der Grundwarum der Ostblock zusammengebrochen ist.
    Wer das nicht aus der Geschichte gelernt hat, ist dazu gezwungen sie zu widerholen.

  • #4
    Peter Ansmann Beitragsautor

    Kasernen die nach Nazigenerälen, Schulen die nach Antisemiten und Straßen die nach Kolonolialkriegern benannt sind: Ja, ebenfalls übel. Und die sollten weg. Das Lenindenkmal macht diese Situation aber auch nicht besser.

  • #5
    thomas weigle

    ich habe es hier schon mal gesagt. Das Denkmal wird uns noch viel Freude machen, denn da kann man doch so einiges anstellen, was das Ding dem Gelächter der Menschen preisgibt. Oder die Maodeppen müssen unentwegt ihr Denkmal bewachen. Auch lustig. Lächerlichkeit tötet,allerdings nicht im Sinne des Blutsäufers Lenin, der ja letztlich nur aus pathologischem Hass gehandelt hat,darin aber schrecklich konsequent.
    Allerdings: Kolonialschlächter und Antisemiten gehören natürlich weg, da hat @ Peter Ansmann ganz recht.

  • #6
    Fred Heine

    Am 1. Mai radelte ich an einem Stand der MLPD vorbei. Meine Bemerkung: "Die MLPD ist meine Lieblings-Spaßpartei" löste etwas Verwunderung aus. Ich habe Anfang der 1980er als Student in Tübingen die Gründung der MLPD miterleben können. Aus K-Gruppen, deren Namen meist mehr Buchstaben hatten als die jeweilige Gruppe Mitglieder, formte sich die Kaderpartei MLPD. Und: "die Partei, die Partei, die hat immer recht …" 🙂 Luftlinie lebe ich heute etwa 200 Meter vom ABZ ("Arbeiter-Bildungs-Zentrum" der MLPD in S-Untertürkheim. Jedes Mal, wenn ich daran vorbeifahre, muss ich schmunzeln. Meine Lieblings-Spaßpartei, eben … 🙂

  • #7
    Berthold Grabe

    @4 Peter Ansmann
    sie haben Recht sofern dieser Personenkreis eben für diese Verfehlungen geehrt wurde. Aber anders als bei Lenin, sind viele für andere Taten geehrt worden an die erinnert werden sollte.
    Das macht nicht selten eine Abgrenzung schwierig allerdings bei weitem nicht überall.
    Bei Lenin gibt es dagegen keine Taten die erinnerungswürdig wären ein Diktator Terrorist und Massennmörder ohne greifbares Verdienst jenseits dessen. Er ist ausschließlich als solcher bekannt.

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