Mick Schumacher ist in der Formel 1 an übertriebenen Erwartungen gescheitert

Mick Schumacher 2015 als Fahrer in der Formel 4. Quelle: Wikipedia, Foto: Chris501, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Formel 1 hat in Deutschland zuletzt sehr viel von ihrer Strahlkraft verloren. Von der einst von Millionen geliebten Rennserie geht aktuell deutlich weniger Faszination aus, als das noch zu Zeiten eines Michael Schumacher oder Heinz-Harald Frentzen der Fall war. Auch an die geringeren, aber immer noch beachtlichen Einschaltquoten in der Ära eines Nico Rosberg ist schon lange nicht mehr zu denken.

Vor zwei Jahren wurde deshalb der Name Mick Schumacher von einigen Medien extrem gepusht. Der Sohn von Michael sollte den alten Glanz der Formel 1 in Deutschland zurückbringen. Das hat nicht geklappt, wie jetzt offiziell verlautbart wurde. Schumachers Rennstall Haas hat bestätigt, dass der Vertrag des 23-Jährigen nicht über das Saisonende hinaus verlängert werden wird. Damit droht nicht nur die Karriere des prominenten Sprosses frühzeitig zu scheitern, es droht auch der Formnel 1 in Deutschland ein Dasein im Schatten.

In der kommenden Saison wird voraussichtlich nur noch Schumacher-Nachfolger Nico Hülkenberg die Bundesrepublik in der Rennserie vertreten, was die Fahrer angeht. Micks Chancen doch noch ein Cockpit zu erlangen, gelten als eher von theoretischer Natur.

Diese Entscheidung von Haas, dürfte insbesondere die hiesigen Fernsehsender RTL und Sky hart treffen. Der von ihnen einst als neuer Formel-1-Held angepriesene Jungspund, ist an übertriebenen Ansprüchen und Erwartungen gescheitert. Mit diesem Namen nur mitzufahren war, gemessen an den (durch die herausragende Karriere seines Vaters) immensen Ansprüchen, nicht genug um Druck und Erwartungshaltung dauerhaft standzuhalten.

Die Entwicklung von Schumacher Junior ging den Verantwortlichen bei Haas offenkundig zu langsam. Zudem wurde offenbar über die vergleichsweise hohen Kosten diskutiert, die der Deutsche im Laufe der Saison durch Unfälle verursacht hat diskutiert. Von über drei Millionen Euro Schadenssumme wusste zum Beispiel ntv am Donnerstag zu berichten, die auch ein Grund für die Trennung gewesen sein sollen. Zukünftig setzt der US-Rennstall lieber auf den erfahrenen Hülkenberg, der in der sportinteressierten Öffentlichkeit zuletzt in erster Linie als TV-Experte in Erscheinung trat.

Nachdem auch Ex-Weltmeister Sebastian Vettel nach Saisonende ein eher trauriges Aus in der Formel 1 erleben wird, erreicht die Strahlkraft der einst so beliebten Rennserie in Deutschland damit ein vorläufiges Tief, denn ein Hülkenberg wird kaum die Massen vor die TV-Geräte locken können, wie sich die heimischen Sender das einst von Mick Schumacher erhofft hatten.

Natürlich ist es keine Schande sich nicht dauerhaft in dieser elitären Gruppe des Motorsports durchzusetzen, und es überhaupt in diesen Kreis geschafft zu haben, adelt einen schon als tollen Motosportler, doch wäre die Enttäuschung rund um Mick eben nicht ansatzweise so groß, würde es sich hier nicht um den Sohn einer Rennsportlegende handeln.

War sein Vater für Mick Schumacher in den frühen Jahren seiner Karriere sicherlich ein großer Wegbereiter und Türöffner, ist sein Name in diesen Stunden und Tagen wohl eher ein Fluch als ein Segen für Mick….

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3 Kommentare

  1. #1 | thomas weigle sagt am 17. November 2022 um 12:16 Uhr

    Vllt fehlen dem Publikum hierzulande, neben Stars wie Schuhmacher und Vettel, die früher häufigen Crashs, denn „explodieren die Boliden,ist das Publikum zufrieden, weil ein flammendes Inferno schaut man immer wieder gerne, Heiterkeit auf der Tribüne,das ist halt am Sport das schöne.“R. Fendrich „Es lebe der Sport.“

  2. #2 | EinLipper sagt am 17. November 2022 um 15:20 Uhr

    Die Formel 1 gehört zu den Sportarten, die bei uns nur dann auf Interesse stossen, wenn Deutsche vorn dabei sind, gilt genau so fürs Skispringen und für Handball, wo etwa Fernsehübertragungen von EM oder WM sofort enden, wenn unsere Mannschaft ausgeschieden ist.

  3. #3 | DEWFan sagt am 17. November 2022 um 16:15 Uhr

    #2, jepp – ist doch klar. Erschwerend kommt noch dazu, dass es in der Formel 1 und anderen Motorsportarten weder Vereine noch Nationalmannschaften gibt. Die Identifikation kann also nur mit dem Fahrer erfolgen, oder dem Rennstall? Dem Konstrukteur?.

    Für mich ist das ganz einfach beim Sport mit der Identifikation: auf Länderebene muss Deutschland dabei sein, auf Vereinsebene Dortmund.

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