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Nach dem Derby-Krawall: Wie will man diesen Leuten denn beikommen?

Fußball im Stadion kann so schön sein. Foto: BVB

Fußball im Stadion kann so schön sein. Foto: BVB

Auch drei Tage nach dem Revierderby spricht Fußballdeutschland noch immer über die Krawalle, die das Fußballfest des Ruhrgebietes am Wochenende in ein negatives Licht getaucht haben. Ärger mit Pyrotechnik gab es dabei aber längst nicht nur in Gelsenkirchen. Auch z.B. in Dresden und in Bochum zündelten überdrehte Gästefans.

Man sieht daran, es handelt sich keineswegs um ein Problem der Dortmunder Borussia, sondern es wird rasch deutlich, dass es eigentlich Anhänger (fast) aller Vereine zu betreffen scheint. Wobei das Augenmerk der Medien naturgemäß auf der von der Öffentlichkeit meistbeachteten Begegnung des Wochenendes lag und liegt. Und das war eben das Derby.

Nun scheinbar neu aufflammende Diskussionen über strengere Eingangskontrollen, härtere Strafen gegen ermittelte Täter usw. kursieren aktuell quer durch Medien und Internetforen.

Meiner Meinung nach wird das aber Alles nichts bringen, solange das Problem nicht an der Wurzel gepackt wird, die wirkliche Ursache bekämpft wird. Und das sind eben gar nicht die nach außen sichtbaren Böller und Rauchbomben. Es scheinen mir dahinter viel mehr die gravierenden Mängel in der Persönlichkeitsentwicklung, sprich Erziehung, einzelner Personen das eigentliche Problem zu sein.

Diese Leute würden doch, wenn sich ihnen nicht die Möglichkeit böte in den Stadien der Republik ihr Unwesen zu treiben, wohl auch in anderen Bereichen der Gesellschaft für Unruhe sorgen und tun dies womöglich auch parallel ohnehin schon.

Unser Stammleser Klaus Lohmann hat mich gestern im Zuge der Diskussion über die schwarzen Vermummungen der BVB-Fans in Gelsenkirchen auf eine laufende Diskussion unter Ultras im Netz aufmerksam gemacht. Was ich dann dort gelesen habe, das verstärkt bei mir den Eindruck, dass man diesen Typen so leicht gar nicht beikommen kann. Nimmt man ihnen am Eingang des Stadions die ‚Böller‘ weg, dann löst das das Problem sicher nicht.

Bei solchen Äußerungen, wie sie dort im Netz haufenweise getroffen werden, da hilft wohl längst auch keine kurzfristige Erziehungsmaßnahme mehr, da scheint mir schon deutlich mehr im Argen zu liegen.

Und das betrifft eben, wie gesagt, auch nicht nur den ein oder anderen Fußballverein. Das scheint mir eher ein gesamtgesellschaftliches Erziehungsdefizit zu sein, wie einige ausgewählte Textbeispiele von dort zeigen. Wenn man das dort öffentlich diskutierte so liest, dann wird einem teilweise echt Angst und Bange, dass man diese Leute in seiner unmittelbaren Umgebung hat…

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26 Kommentare zu “Nach dem Derby-Krawall: Wie will man diesen Leuten denn beikommen?

  • #1
    Wolfgang Wendland

    “Es scheinen mir dahinter viel mehr die gravierenden Mängel in der Persönlichkeitsentwicklung, sprich Erziehung, einzelner Personen das eigentliche Problem zu sein.” Das schreit ja förmlich danach ein entsprechendes Schulfach z. B. “Fusballfrieden” einzuführen 😉

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Wolfgang Wendland: Ich bin da eher altmodisch. Für mich sind in erster Linie noch immer die Eltern für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich. 😉

  • #3
    Wolfgang Wendland

    Leider ist das alles viel komplizierter, so sagt Spranger z. B.
    “Das ganze Unternehmen bleibt sinnlos, weil der Erzieher nur dem höheren Selbst heraushelfen, es aber nicht machen oder pflanzen kann.” 🙂

  • #4
    Realist

    Diese Kommentare sind von der Plattform “ultras.ws”. Diese wird von allen Ultras Gruppen absolut nicht für vollg genommen und boykottiert. Das nächste mal vielleicht ein wenig besser recherchieren.

  • #5
    Dante

    Ich bin ja für ein Derby ohne Fussball – nur für die Ultra-Spacken und Pseudo-Fans aller Vereine. Die sperren wir dann für ein paar Stunden in ein altes Stadion und anschliessend können die Nachwuchsmediziner der Ruhruni zum üben kommen…

  • #6
    Mirko

    Ich denke, die Wurzel des Problems sind nicht die 100, 150 oder 200 Vollpfosten, die Randale machen, sondern die 200, 300 oder 500 Leute die drumrum stehen, den Mist mitbekommen, aber nichts unternehmen. “Das sind keine echten Fans” ist schnell gesagt, aber wenn das Pack im Block mit Begalos rumfuchtelt, lässt man sie gewähren. Ist so ein klein wenig wie in der U-Bahn, wenn irgendwelche Spackos randalieren und der ganze Wagen schaut zu.

  • #7
    discipulussenecae

    Wes Geistes Kind diese Krawallbrüder sind, erkennt mann schon an deren fehlender Orthographie (sic!); obwohl ich davon ausgehe, daß es genug Krawallschwestern gibt, die für ihre Freunde die Explosivkörper – und um solche handelt es sich – in Slip und BH versteckt ins Stadion schmuggeln.

    Aber vielleicht wird an der Rechtschreibung ja das ganze Drama deutlich: In den Grundschulen wird kaum noch Wert auf konsequent richtiges Schreiben gelegt, die Schülerinnen und Schüler (!) sollen das gleichsam spielerisch und nebenbei erfühlen. Dazu hat die Lehrerin (!) für fast alles Verständnis. Nur eben nicht für kleine Rabauken. Was folgt? Die Blagen lernen nicht von Anfang an die Notwendigkeit einer gewissen Disziplin, und ihnen wird für fast alles Verständnis entgegengebracht; mit ihren Agressionen werden sie dann aber allein gelassen, denn das ist alles Männerzeugs und daher Pfui und Bah.

    Daß solchermaßen sozialisierte Jungs später dann keinem rationalen Argument mehr zugänglich sind, überrascht mich zumindest nicht. Es wäre dabei grober Unsinn, die autoritären Maßregeln vergangener Jahrzehnte zurückzufordern. Aber ein erster Ansatz wären eher geordnete Lernstrukturen und vor allem mehr Lehrer (!), mit denen die Jungs sich identifizieren können.

  • #8
    Henk

    @ Robin: um diesen Leuten beizukommen, gibt es eine Reihe von Mitteln:

    1) Wahrnehmen und Ächten
    Erster und wichtigster Ansatzpunkt wäre es mMn, dass Verantwortliche auf allen Seiten die Augen für die Problematik öffnen. Solange so weggeschaut wird wie in Aachen, Köln, Braunschweig oder Duisburg und – sorry – solange Vereinsverantwortliche nur Worthülsen absondern wie in Dortmund, wo die Probleme mit der rechten und gewalttätigen Szene Tradition haben, kann nichts passieren. Eine klare und glaubwürdige Distanzierung bedeutet dabei auch, dass – nochmal sorry – die Spieler im Anschluss an solche Krawalle nicht in die Kurve gehen, um zu feiern. Wenn sofort nach den Krawallen alles normal weiterläuft, ist jeder Apell an die Selbstbereinigung unter den Fangruppen verpufft. So stellt man diese Gruppen nicht ins Abseits.

    2) Fanarbeit
    Wichtig wäre weiterhin die Stärkung einer konsequenten, verlässlichen und ehrlichen Fanarbeit. Viele unentschlossene Fans werden dadurch davon abzuhalten, bei Gewalttaten mitzumachen. Dass man einige damit nicht erreicht, ist klar, aber man kann die Dimension deutlich eingrenzen. Leider wird die Stärke des Dialogs immer noch unterschätzt und als reines Schi-Schi abgetan.

    3) Konsequenz
    Gleichzeitig müssen all diejenigen, die Grenzen überschreiten, dafür konsequent, (aber natürlich immer transparent und mit fester Fundierung auf rechtsstaatlichen Prinzipien) zur Rechenschaft gezogen werden. Wer Macht ausüben will und Angst und Schrecken verbreiten will, hat keine gesetzliche Rücksichtnahme verdient und benötigt keinen “Warnschuss”.

  • #9
    Ben

    Mir gefällt die Idee, das auf die Erziehung zurück zu führen. Die Sicht würde ich unterstützen.

    Ein Beispiel aus dem Supermarkt, gestern Nachmittag: Eine junge Mutter steht mit ihren beiden Kindern an der Kasse. Sie hat wenig Teile auf dem Laufband, könnte sich also um ihre Kinder kümmern. Stattdessen aber tippt sie lieber eine SMS, während die Kleinen die geschlossene Kasse direkt nebenan “rocken”. Da wird dann mit dem Laufband-Trenndbalkendingen auf die Scheibe von Scanner getrommelt, die Tüten unter der Kasse hervorgezogen, etc. – Das Spiel ging solange bis eine Kassiererin die Mutter bat, doch mal auf ihre Kinder aufzupassen.

    Das ist kein Einzelbeispiel. Entweder herrscht heute eine große Unsicherheit bei den Eltern, wo man Grenzen ziehen sollte. Oder es ist ihnen vollkommen egal. Ich will wirklich nicht eine Rückkehr zur autoritären Drill-Erziehung, aber ein bisschen Strenge würde so manchem Kind nicht schaden. Doof nur, dass immer noch den anti-autoritären Zug fahren – oder das Interesse am Schicksal ihrer Kinder vollkommen verloren haben.

  • #10
    keineEigenverantwortung

    Dass Schüsse und brennende Gegenstände große Auswirkungen haben können, sollte bekannt sein. Ebenso besteht in Menschenmengen immer das Risiko einer Massenpanik.

    Es ist deshalb umso unverständlicher, dass der Staat und die Vereine keine Grenzen aufzeigen.

    Vereine, die Strafen direkt auch von Tätern zurückfordern, sind hier sicherlich positiv zu erwähnen. Zu oft wird leider immer wieder Verständnis gezeigt, indem bspw. Stadionverbote für das eigene Stadion nicht gelten sollen.

    Das Verhalten der Polizei erscheint unberechenbar. Hier muss es eine klare Linie geben. Zuschauer und Bahngäste haben einen Anspruch auf Sicherheitsleistungen des Staates. Was sagt eigentlich unser Innenminister?

    Es ist doch nicht nachvollziehbar, dass bei so vielen Kameras in einem abgezäunten Bereich die Täter nicht bekannt sein sollen.

    Welchen Zeugen wurden bspw. vernommen? Auch die unbeteiligten Zuschauer müssen reagieren.

    Der Staat muss Grenzen zeigen und ggfs. die Auflagen für die Veranstaltungsbetreiber erhöhen. Das Risiko, das es zu hohen Personenschäden kommt, ist zu hoch.

    Die Arbeit und insbesondere die Ergebnisse der szenekundigen Beamten und Fanbeauftragten müssen auch auf dem Prüfstand gestellt werden.

  • #11
    Klaus Lohmann

    @Henk: Nur mal kurz zum Ansatz “Fanarbeit” – da gibt es in Dortmund seit Jahrzehnten das von Stadt, BVB und anderen Initiativen immer wieder gelobte “Fanprojekt Dortmund e.V.”, welches sich u.A. rühmt, in den Achtzigern durch viel Überzeugungsarbeit die Faschos der Borussenfront um Siggi Borchardt aus dem Stadion verdrängt zu haben.

    Dessen pädagogischer Leiter Rolf-Arnd Marewski wurde vor einiger Zeit (deswegen auch kein Beitrags-Link mehr) vom WDR in einem längeren Beitrag zum Thema Nazis/Faschos im Westfalenstadion interviewt und hatte als wirklich erstaunliche Antwort zu bieten, dass man ja heute kaum noch Glatzen und Springerstiefel im Stadion sehen würde, das Nazi-Problem somit deutlich zu hoch aufgehängt wird… während gleichzeitig dieser “SS-Siggi” munter im NWDO und bei der “Rechten” die große Fresse markiert und die “Desperados” fröhlich ihre braunen Freunde und Transparente auf den Tribünen präsentieren.

    Bitte, ich kann sowas nicht wechseln, da springt mir die Spucke aus Schreck zurück in die Unterzungendrüse.

    *Wenn* Fanarbeit, dann bitte weitweitweg vom Verein und den dortigen “Fanabteilungen” – was solche Arbeit aber schlicht unmöglich machen würde.

  • #12
    Henk

    @Klaus Lohmann:
    Was soll das bedeuten? Fanarbeit hat keine Berechtigung, wenn man nur einen Beteiligten findet, der die Zustände beschönigt? Heilige Verallgemeinerung…!

    Es gibt überall Fanprojekte. Viele arbeiten sehr erfolgreich. Alleiniges Heilmittel kann das nicht sein, aber sicherlich ein wichtiger Baustein. Fußball funktioniert nicht anders als der Rest der Gesellschaft. Oder wollen Sie den Sinn sozialer / sozialpädagogischer Arbeit als solcher in Frage stellen? Was wäre die Alternative? Abwarten bis etwas passiert und dann alle wegsperren?

  • #13
    Klaus Lohmann

    @Henk: Lassen Sie es doch einfach nur so auf sich wirken, wie die Realität von “Fanarbeit” aussieht (Marewski ist *das* Aushängeschild des Fanprojekts), wenn man sich in allzu enger Nähe zu (Ex-)Ultras in Fanabteilungs-“Vorständen” oder umsatzsenkungs-fürchtenden Vereinsbossen bewegt – mehr wollte ich jetzt überhaupt nicht beitragen.

  • #14
    Henk

    Wenn Sie mir erklären, warum man im Fall der Polizeiarbeit nur dann urteilen darf, wenn man sämtliche Puzzleteile kennt (Ihre Forderung) und im Fall der Fanarbeit aus einem einzelnen Puzzleteil ablesen kann, wie die komplette Realität der Fanarbeit aussieht (Ihre Vorgehensweise): Dann gerne.

    Ich brauche nichts auf mich wirken zu lassen. Ich weiß auch so, dass es überall auch weniger helle Kerzen auf der Torte gibt. Gut: Bei der Polizei natürlich nicht. Dort sind Fehler ausgeschlossen.

  • #15
    Tolleranz

    um das Niveau hier (besser zu spät als nie) etwas anzuheben:
    a) nicht alle Ultras sind minderbemittelte, ungezogene Asoziale
    b) Pyro wird (gerade in solchen Spielen) nicht nur Ultras gezündet
    c) gerade die Ultras bemühen sich um ein Abrennen, das niemanden (außer sie selbst) gefährdet
    d) jeder im Stadion weiß, wo die Ultras stehen und wo dementsprechend gezündet wird (außer es passiert wie s. b) )
    e) sonst werden staatliche Verbote hier doch nicht gleich als unbedingt gut erachtet. warum in diesem Fall? Fehlt vielleicht einfach das Verständnis, weil man zu alt für diesen Scheiß is?
    dieses Hofieren der DFL bzw. des DFB hier is doch nur albern.

  • #16
    Tolleranz

    der Kommentar wird wahrscheinlich nicht veröffentlicht, aber der Artikel is so unglaublich nicht, was ich mir von einem Ruhrbarone-Artikel erwarte, daß ich Herrn Platzwald darum bitte, entweder mit Fußballfans zu sprechen, bevor er das nächste mal über Fanthematiken schreibt oder es einfach sein zu lassen.
    so is das nur peinlich. à la: “ich hab zwar keine Ahnung was das is, aber alle sagen, daß is scheiße, muss also stimmen. meine tiefgründige Analyse: da haben die Eltern bei der Erziehung versagt.”

  • #17
    Klaus Lohmann

    @#16 | Tolleranz: Könnten Sie uns, da Sie ja selbst “gehobenes Niveau” einfordern, in grammatikalisch zumindest nachvollziehbaren Sätzen erklären, was Sie uns sagen wollten?

    Wir schreiben hier über einen Vorfall beim letzten Derby, bei dem *nachweislich* Ultras verbotenerweise mit Pyro-Würfen vom Gästeblock der Arena aus andere Zuschauer gefährdet haben. Wir schreiben hier über Gewalttäter, die um ihrer mickrigen Potenz willen *bewusst* die körperliche Unversehrtheit anderer Menschen nicht nur bei diesem Vorfall aufs Spiel setzen. Wir schreiben hier noch nicht mal über Gesetze, die ähnlich wie Waffen- und Munitionsgesetze andere Menschen vor Verletzungen und evt. Todesfolgen schützen.

    Worüber schrieben Sie? Über die “Schönheit” von über tausend Grad heißen Notfackeln? Oder über diese unglaubliche, fast schon inzestuöse Arroganz, dass “echte Fans” die strafrechtliche Analyse ihrer Taten durch Andere ablehnen, weil diese angeblich keine “echten Fans” sein sollen?

  • #18
    Tolleranz

    a) ich sehe das Fehlverhalten im _unsachgemäßen_ Einsatz von Pyro, nicht im Zündeln generell.
    b) ich wünsche mir eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Thematik, nicht populistisches Ultra-Gebashe auf BILD-Niveau

    Natürlich will ich nicht irgendwelche Scheißaktionen verteidigen.

  • #19
    Klaus Lohmann

    @#18 | Tolleranz:

    a) Es gibt keinen “unsachgemäßen Einsatz von Pyro”, es gibt auf besetzten Zuschauerrängen nur einen gesetzlich *verbotenen* Gebrauch von Pyrotechnik.

    b) Dass es euch Hardcore-Fans *nicht* auf eine “differenzierte Auseinandersetzung” ankommt, zeigt Deine versuchte Verharmlosung unter #18 a). Außerdem bedeutet euch in diesem Zusammenhang “differenziert” höchstens “Wir machen uns die Welt…widdewiddewit” und ihr werdet bockig wie Kleinkinder, wenn der Rest der Menschheit nicht auf eure “Argumente” (s.o.) anspringt.

  • #20
    Walter Stach

    Tolleranz

    Wir diskutieren hier nicht über Fans, über Sinn oder Unsinn von Fan-Aktivitäten, sondern über Personen, die ganz konkret und von niemandem bestritten, u.a. vorsätzlich die Gesundheit anderer Menschen vor dem Spiel des BVB in Schalke gefährdet haben und gegen die seltstverständlich “von amtswegen” wegen diverser einschlägiger Straftatverdachte ermittelt wird.

    Hier ist der Begriff “Tolleranz” gegenüber solchem Verhalten ganz und gar fehl am Platze; er “paßt” hier nicht.

    Etwas Anderes ist es, über die Ursachen solcher Straftaten nachzudenken und darüber, wie man mit ihnen präventiv und repressiv umgehen sollte und ob es diesbezügliche Defizite oder gar Fehlverhalten gibt und von wem.

    Und noch etwas Persönliches:

    Ich war zutiefst betroffen und dementsprechend sehr erschrocken als die vermumten Gestalten in ihren Block stürmten und wie sie dann dort auftraten; mir hat das Auftreten Angst gemacht, ganz unabhängig vom anschließenden “Feuerwerk”.

    Aber Sie könnten ja richtig liegen, wenn Sie vermuten, daß das mit meinem Alter zu erklären ist. Nur sollten Sie wissen, daß es (ältere?)Fans gibt, die so denken und empfinden wie ich.Wie steht es mit der Tolleranz ihnen gegenüber?

  • #21
    der, der auszog

    @Trollifranz (#16)

    “… ich Herrn Platzwald darum bitte, entweder mit Fußballfans zu sprechen, bevor er das nächste mal über Fanthematiken schreibt oder es einfach sein zu lassen.”

    Es mag ja sein, dass ihr Fußballfans euch für den Nabel der Welt haltet, die man, bevor man über ‘Fanthematiken’ berichtet, erst um Erlaubnis fragen sollte. Gab es alles mal in Deutschland, da hießen eure Fußballgötter noch Kuzorra, Szepan und Lenz und da sang man in Dortmund völlig unverdrossen “Ball Heil Hurra, Borussia”.

    Das, was Robin Patzwalds sportliche Berichterstattung hier bei den Ruhrbaronen auszeichnet, ist seine Gabe, auch Menschen anzusprechen und in die Diskussion zu holen, die ,wie ich, mit Fußball nichts am Hut haben, die sich aber trotzdem damit beschäftigen müssen, weil es nämlich schon längst nicht mehr nur um sportliche Ereignisse oder Fankultur geht, sondern um eine ausufernde Gewalt und Gefährdung der inneren Sicherheit. Eure egozentrische Fanmeinung ist nur eine von vielen, weil eure Sperenzchen ein gesellschaftliches Problem sind, auch wenn ihr das noch nicht gecheckt zu haben scheint.

    Glaubst Du ich habe noch länger Bock, dass Eure Scheiß Eintrittskarten weiter vom Staat subventioniert werden, weil die Polizeieinsätze, die die Spinner unter euch regelmäßig provozieren, wie selbstversändlich dem Steuerzahler in Rechnung gestellt werden?

    Kannst Du Dir vorstellen, dass es Menschen gibt, denen es gegen den Strich geht, wenn mittlerweile ein drittel der Polizeieinsätze für den Fußball drauf gehen, während es genügend andere Bereiche gibt, in denen man sich eine intensivere Polizeiarbeit wünschen würde?

    Eure Pyropartys und das Abfeuern von Raketen könnt ihr bei euch zu hause machen. Da trefft ihr wenigstens die richtigen, wenn beim Spielen so ein Schuss mal daneben geht.

  • #22
    Tolleranz

    also doch weiterhin nur populistisches blabla.

    können beispielsweise die kosten für die polizeieinsätze ernsthaft ein gewichtiges argument sein? damit könnte man genauso demonstrationen jeder art verbieten etc. etwas weiter gedacht, die kosten als kosten an einer (für euch offensichtlich so wie sie ist, guten) gemeinschaft gesehen, geht da noch einiges: direkt alles verbieten, was die gemeinschaft teurer zu stehen kommt, als ein 0815-Lebensentwurf.

    daß sich alle (auch alte leute, familien etc.) im stadion wohlfühlen sollten, ist _für mich_ selbstverständlich das hauptziel. und auch für viele ultras (zu denen ich übrigens nicht gehöre), die durchaus weniger primitiv daher kommen als hooligans. gerade deshalb wünsche ich mir doch, daß man unvoreingenommen und differenziert über (ich bleibe bei der formulierung) fanthematiken spricht.

    friedliche fankultur, durchaus auch inkl. einsatz von pyro, ist in den stadien möglich und wird (so denke ich) von einem großen teil der stadiongänger getragen.
    diese mit scheißaktionen in einen topf zu werfen, skandalisierungen und kriminalisierungen – was soll das?

    wünscht sich die gesellschaftliche mitte die politik der harten hand in diesem fall?
    sind wir soweit?

  • #23
    Tolleranz

    was ich konkret meine: die “Vorfälle” auf Schalke, wo einiges schief gelaufen ist und wo sicherlich ein paar Arschlöcher am werk waren, zB mit der Pyroaktion Kaiserslauterns in Bochum (bei der meines Wissens alles glatt gelaufen ist) gleichzusetzen, halte ich für dumm

  • #24
    Klaus Lohmann

    @#23 | Tolleranz: Pyro-Gebrauch auf Blocks in Stadien bleibt verboten, da helfen auch keine “nochmal Glück gehabt!”-Träumereien simpel gestrickter Pyromanen. Punkt.

    Fußball-Spiele in Ligastadien sind *Privatveranstaltungen*, bei denen der Stadioneigner die volle Verantwortung über die Sicherheit seiner Gäste hat. Erst wenn er bzw. sein Ordnerdienst (nach klar umrissenen Regeln) die Situation nicht mehr unter Kontrolle bringt, kann und sollte er wie jeder Hausrecht-Inhaber in Deutschland die Polizei zur Hilfe rufen. Punkt. Das ist anscheinend genau so beim Derby passiert, ist dann aber auch nicht richtig bei den Fans angekommen, weil man sich sonst ja nicht über “Bullenschweine” echauffieren kann.

    Endlose Rumlaberei über evt. gewünschte Pyroregelungen sind solange sinnlos, wie Nicht-Fans und friedliche Fans die gesetzlichen Regeln gern aus eigenem Sicherheitsempfinden heraus behalten möchte. Das ist in DE immer noch die Mehrheit der Bürger, denn es geht bei Pyrotechnik ja nicht nur um Fußball allein.

    Nach all den Gewalttaten der letzten Jahre (ja, lieber Trolleranz, auch Taten *ohne* Körperverletzungen als Resultat *sind* Gewalttaten) und der Erkenntnis, dass die wahren Täter trotz aller liebgemeinter Pädagogik-Tricks keinen Millimeter von ihrer Gewalt-Show abrücken wollen, “sind wir soweit”, weil ihr eure vielen Chancen zur Selbstreinigung ohne Repression gründlich und faul versemmelt habt. Punkt.

  • #25
    der, der auszog

    @Arroganz (#22 f.)

    Das Demonstrationsrecht, mit dem du eure hirnrissigen Feuerspielchen vergleichst, ist ein in Artikel 8 des Grundgesetz verankertes Grundrecht, was bei uns in Deutschland niemand wird verbieten können und was gewährleistet, dass hier jeder seine Meinung frei äußern kann. Das bedeutet, dass auch Dich niemand hindern wird, weiter Blödsinn zu labern.

    In keinem deutschen Gesetz steht allerdings geschrieben, dass die Polizeieinsätze bei Fußballspielen vom Steuerzahler übernommen werden sollen. Aber in einer Abkehr von dieser Praxis sehen mittlerweile viele Menschen eine mögliche Lösung des Problems, denn wenn die Vereine für diese Einsätze zahlen müssten, würden automatisch eure Tickets teurer und ich bin mir sicher, dass auch bei einem Hardcoreuneinsichtigen wie Du es bist, beim Thema Geld der Spaß (am Zündeln) aufhören würde.

    Einfach mal ein paar Zahlen, damit du ein Gefühl für die Dimension bekommst, über die wir hier reden:

    2011 lagen die Kosten für die Polizeieinsätze rund um die Spiele der oberen Ligen bei rund 100 Millionen Euro, das entspricht bei ca. 750 Spielen einer Arbeitsleistung von 1,5 Millionen Arbeitsstunden, bzw. einer Jahresarbeitsleistung von 1200 Polizisten. (Quelle: ZIS)

    und hier noch was zum Lesen:
    http://www.welt.de/regionales/muenchen/article108742325/Wer-uebernimmt-die-Polizeikosten-fuer-die-Bundesliga.html

  • #26
    Robin Patzwaldt

    Spielunterbrechung heute auch in Aalen (Liga 2), nachdem Düsseldorfer Anhänger wiederholt Pyrotechnik auf den Platz geworfen haben. Scheint nach einigen ruhigeren Wochen derzeit wieder ‘angesagt’ zu sein. Gerade von Seiten der Gästefans….

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