Das Konzert von Nina Hagen in der Weststadthalle in Essen

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Clubbetreiber und Konzertveranstalter Kay Shanghai veranstaltete am Ostersonntag ein Akustik-Konzert mit Nina Hagen in der Weststadthalle in Essen.

Ein Abend ohne Schlagzeug, ohne Hits und ohne Punk – doch dafür mit großen Botschaften, kleinen Predigten und Texten von Bertolt Brecht, Theodor Fontane und Bob Dylan.

Konzerte der „Godmother of Punk“ sind immer auch kleines Experiment. Eventuell ist so etwas wie ein Rahmenprogramm vorhanden, dennoch lebt ein Abend von und mit Nina Hagen von der Improvisation. Vor ihren drei Musikern darf man also den Hut ziehen, denn sie haben es am Sonntagabend hervorragend gemeistert, sich von den doch manchmal recht wilden Gedankensprüngen, Interpretationen und der Songauswahl Nina Hagens nicht aus dem Takt bringen zu lassen und verliehen jedem ihrer Beiträge eine besondere musikalische Note.

Der eine oder andere Gast stolperte da vielleicht mal etwas mehr hinterher, aber wer sich überhaupt nicht aus seinem Element bringen ließ, war die Künstlerin selber.

Und dieses Element scheint doch irgendwie von einem anderen Stern zu sein. Die gebürtige Ost-Berlinerin lebt in ihrer eigenen Welt und wer sich von ihr mitnehmen läßt, sie begleitet, auf ihren gedanklichen Sphären, ihrer markanten-rauen Stimme lauscht, wie sich selber etwas in Trance singt und redet, in ihr Kunterbunt aus Inhalten eintaucht, der nimmt auf jeden Fall etwas mit nach Hause.

Denn in allem ist doch auch etwas wie ein roter Faden zu finden, Weltfrieden ist das ganz große Thema, Religiosität, Liebe, Solidarität und Menschlichkeit. Über all das redet, predigt und sinniert sie voller Ehrfurcht, Verehrung und Hingabe, besingt es und verliert sich darin. Was man ihr dabei niemals absprechen kann, ist Authentizität. Auch wenn sie als Kunstfigur gesehen wird, die auch oft provoziert, aneckt und sich in so überhaupt keine Schublade stecken läßt, und ihre Art und Weise doch manchmal etwas befremdlich erscheint, so ist sie das mit einer solchen Konsequenz, dass man sie dafür einfach nur bewundern muss. Abende mit Nina Hagen sind Herzensangelegenheiten. 

Let`s celebrate the 45 th anniversary of Nina Hagen live on stage and screen 1971-2016 !

Todestag von Thomas „Schmuddel“ Schulz: Erst Gedenken, dann Punkerdemo und Polizeikessel

Punks gekesselt, Rheinische Straße gesperrt. (Foto: Felix Huesmann)
Punks gekesselt, Rheinische Straße gesperrt. (Foto: Felix Huesmann)

Am 28. März jährte sich der Mord an Thomas „Schmuddel“ Schulz zum elften Mal. (Unser Bericht im Vorfeld)  Diesmal gab es anders als in den letzten Jahren keine antifaschistische Demonstration. Zum Gedenken wollten Punks „ein Bier auf Schmuddel trinken“. Außerdem hielt der Ostermarsch an der Kampstraße eine Gedenkminute ab. Am Abend hatte dann die „Autonome Antifa 170“ eine provisorische Gedenktafel für „Schmuddel“ in der U-Bahnstation angebracht und eine Rede in Gedenken an ihn verlesen. Nach Ende der Gedenkaktion wollten einige Punks nach Dorstfeld laufen und sorgten für einen Großeinsatz der Polizei. Von Felix Huesmann und Sebastian Weiermann

Vom frühen Nachmittag an hatten sich am Ostermontag Punks an der U-Bahnstation Kampstraße getroffen um in Erinnerung an Thomas Schulz Bier zu trinken und Musik zu hören. Die Punks trotzten dabei dem teilweise starken Regen und ließen sich auch vom Ostermarsch, der an der Kampstraße vorbei zog, nicht in ihrer Art an Schmuddel zu erinnern beirren. Bis zum Abend wirkte der Platz um die Kampstraße wie eine Erinnerung an die frühen 90er Jahre, als Punkertreffen noch in vielen Städten zum Straßenbild gehörten.

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Luxuslärm – Album und Tour zum 10. Geburtstag

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[Luxuslärm / Ruhrkongress – 29.3.2014]

Zu ihrem 10-jährigen Bestehen hat die deutsche Pop-Band Luxuslärm aus Iserlohn um die zauberhafte Sängerin Janine „Jini“ Meyer am 11. diesen Monats ihr mittlerweile fünftes Studioalbum veröffentlicht.

“Fallen und Fliegen” konnte sich nach nur einer Woche offiziell auf Platz 9 der deutschen Album-Charts platzieren und ab dem 08.04.2016 geht es damit auf eine kleine Tour durch neun deutsche Städte, um das neue Album den Fans vorzustellen.

Supportet werden sie von dem Trio Peter Pux aus Ravensburg, deren EP „STADTLAND“ am 22. Mai 2015 erschienen ist.

Tourauftakt ist der übernächste Freitag in Hamburg, dann geht es über Hameln, Jena, Berlin, Saarbrücken, Dortmund, Frankfurt, Stuttgart bis nach München. Das Konzert im FZW in Dortmund am 22.04. ist mittlerweile ausverkauft, für alle anderen Termine gibt es noch Karten im Extratix-Ticket-Shop!

Am 01.09.2016 werden Luxuslärm ausserdem auf dem Zeltfestival Ruhr zu Gast sein, Tickets gibt es hier !

[Luxuslärm / Bochum Total – 2.7.2015]

www.extratours-konzertbuero.de

11 Jahre – Mord an „Schmuddel“

Demonstration in Gedenken an "Schmuddel" im Jahr 2011 (Quelle: Indymedia; Lizenz: CC )
Demonstration in Gedenken an „Schmuddel“ im Jahr 2011 (Quelle: Indymedia; Lizenz: CC )

Heute vor 11 Jahren wurde der Punk Thomas „Schmuddel“ Schulz in der U-Bahnstation Kampstraße von einem Neonazi erstochen. Der 28. März 2005 war, genau wie in diesem Jahr, der Ostermontag. Thomas Schulz war mit Freunden unterwegs, sie wollten ein Konzert besuchen. In der U-Bahnstation Kampstraße wollte der Punk, den damals 17-jährigen Neonazi Sven Kahlin wegen seiner neonazistischen Einstellung zur Rede stellen. Kahlin diskutierte nicht, sondern erstach den Punk. Seitdem wurde in jedem Jahr an den Nazimord in der Innenstadt erinnert.

In den Tagen nach dem Mord an Thomas Schulz wurde es nicht ruhiger in Dortmund. Freunde von Schulz, die in der Kampstraße auf den Mord hinweisen wollten, wurden von Nazis bedroht, auch dabei wurde mit Messern gedroht. Die Dortmunder Nazis reagierten auf den Mord mit einer Stellungnahme in der es hieß, „die Machtfrage“ sei gestellt und zur Zufriedenheit der Nazis beantwortet worden. Sven Kahlin wurde zum Helden der Szene stilisiert. Wenige Tage nach dem Mord zogen tausende Nazi-Gegner durch Dortmund.

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Der Ruhrpilot

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ISIS Quelle: Youtube


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Keine Stimmung, nur Kommerz! – ‚Die Mannschaft‘ kann Fans so nicht mitreißen

Das Berliner Olympiastadion. Foto: Michael Kamps
Das Berliner Olympiastadion. Foto: Michael Kamps

Auch wenn Vorbereitungsspiele vor einem großen Turnier natürlich vom Ergebnis her grundsätzlich nicht überinterpretiert werden sollten, konnte man aus der gestrigen 2:3 (1:0)-Heimniederlage der DFB-Auswahl gegen England dann letztendlich doch so einige Lehren ziehen. Diese lagen allerdings eher neben als auf dem Platz!

Dass die deutsche Mannschaft trotz einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung am Ende sogar noch als Verlierer den Platz in Berlin verließ….geschenkt! Das Highlight war in der Hauptstadt gestern vielmehr das insgesamt herzlose, das kommerziell wohl schon übertrieben perfektionierte Drumherum.

Die in der Oliver Bierhoff-Ära beim DFB zur Perfektion durchgestylten Rahmenbedingungen, in der inzwischen sogar der DFB-Koch seine eigenen Werbeverträge erhält, waren gestern der eigentliche Aufreger des Abends. Denn trotz dieser scheinbaren kaufmännischen Perfektion auf allen Ebenen wollte im weiten Rund nicht wirklich weltmeisterliche Stimmung aufkommen. Vielleicht auch genau deswegen.

Höhepunkt des Abends waren dann eben auch die rund 4.000 stimmgewaltigen Gästefans, die den anwesenden 65.000 ‚Schland‘-Anhängern mal eben locker die Show stielen, ihnen zeigten, wie man über die komplette Spielzeit so ein Spiel begleitet, wie man eine Mannschaft so unterstützt, dass es ein echtes Erlebnis ist.

Der Sieg der Engländer auf dem grünen Rasen entsprach somit am Ende dann auch nur verdientermaßen dem da schon längst feststehenden deutlichen Erfolg der zahlenmäßig klar unterlegenen, aber stimmungstechnisch eben doch haushoch überlegenen, relativ kleinen Besuchergruppe von der Insel. Das Berliner Eventpublikum verlor das Kräftemessen noch deutlicher als es die Löw-Truppe auf dem Rasen tat.

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