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Ein Mord in den Zeiten von WhatsApp: Für den Fame braucht der Killer die Presse nicht mehr

Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit ist Schnee von vorgestern. Das Zeitalter der digitalen Reproduzierbarkeit ist der Schneematsch von vorhin. Hurra, das Zeitalter der digitalen Gleichzeitigkeit ist da.

Um ein Star zu werden, braucht heutzutage niemand mehr die Presse. Man braucht nur ein Handy. Im Jahre 2017 ist jeder ist sein eigenes Medium. Jeder ist sein eigener Sender. Die alten Medien spielen dabei keine Rolle mehr. Die Verbreitung von Informationen läuft ohne sie. Weltweit und in Windeseile. In Echtzeit. Live.

Die alte Presse ist nur noch Zuschauer. Ein Zuschauer wie Millionen andere auch. Die Presse hechelt den Informationen hinterher. Sie hinkt hinterher. Sie wirkt gehetzt. Sie steht unter Druck. Es wie beim Rennen zwischen Hase und Igel: Die Presse ist langsamer als Millionen andere User. Sie ist ein Dinosaurier. Das Kaninchen vor der Schlange. Sie starrt wie alle anderen auf den Twitter-Account von Donald Trump. Mit einem Fall wie dem von Marcel Heße ist sie überfordert. Die Presse versteht die Welt nicht mehr. Alte Presse, neue Welt.

Zeitenwende im Faserland: Ein Scherbenhaufen als Sittenbild (in zehn Splittern)

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Erdogan: Die Bundesregierung kann der Eskalation nicht entgehen

Erdogan wollte die Eskalation und hat sie bekommen. Bei den Verhandlungen mit der Türkei über Wahlkampfauftritte provozierte der das Land mit der Androhung von Sanktionen. Die Niederlande liessen sich diese Unverschämtheit nicht bieten und warfen die türkische Sozial- und Gesundheitsministerin Fatma Betül Sayan Kaya raus. Das Flugzeug von Aussenminister Cavusoglu bekam zuvor schon Landeverbot. Es kam zu Krawallen, Erdogan bekam die Bilder die er wollte. Wenige Tage vor der Wahl konnte der niederländische Ministerpräsident  Mark Rutte nicht anders handeln.  In eine Falle, wie die Zeit schrieb, ist er trotzdem nicht getappt. Bis zum Referendum über die Einführung einer Präsidialdiktatur in der Türkei sind es nicht fünf Wochen. Das Regime Erdogan will die Eskalation und es wird sie bekommen. Keine Regierung kann sich dem entziehen. Keine Regierung kann zulassen, wenn sie als faschistisch beschimpft wird, mit Unruhen im eigenen Land bedroht  und die territoriale Integrität bestritten wird. Die Bundesregierung kann sich weiterhin raus halten und die Städte die Wahlkampfsuppe auslöffeln lassen, die Erdogan ihnen serviert. Gelohnt hat sich das Appeasement Berlins bislang jedoch nicht: Das Verbot der Flaggen der YPG, des wichtigsten Verbündeten der USA im Krieg gegen den Islamischen Staat, hat der Türkei nicht ausgereicht, Deniz Yücel ist immer noch nicht frei und türkische Politiker machen nach wie vor Wahlkampf in Deutschland. Bis es zu Szenen wie heute Nacht in Rotterdam kommt, ist nur eine Frage der Zeit. Doch wer bestimmt diesen Zeitpunkt? Im Augenblick hat Erdogan das Heft in der Hand. Die Bundesregierung reagiert. Klüger wäre es, die Initiative zu ergreifen. Eine klare Linie zu ziehen, Forderungen zu stellen,  Sanktionen anzukündigen und dann entsprechend zu handeln. Ruhig, aber konsequent.

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Wanda

Wanda, Montag, 13. März, 20.00 Uhr, Stahlwerk, Düsseldorf

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Der Ruhrpilot

Essen: IS-Kämpfer plante Anschlag offenbar mit „Hit-Team“…Welt
Essen: Drahtzieher soll aus Oberhausener Salafisten-Szene stammen…RP Online
NRW: „Willkommen im Club – Wie ist der Stand?“…RP Online
Debatte: Die Türkei in die Schranken weisen…FAZ
Debatte: Niederlande weisen türkische Ministerin aus – Streit eskaliert…Merkur
Debatte: „Ein nie da gewesener diplomatischer Zwischenfall“…Welt
Debatte: In Erdoğans Falle getappt…Zeit
Dortmund: Wie geht es den Envio-Betroffenen?…Ruhr Nachrichten
Duisburg: Der OB-Wahlkampf hat begonnen…WAZ

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„Wir und Heute“ – Ruhrpottmafiosi

Irgendwie ist der Name „Laschet“ auch nur eine Mischung aus „Lusche“ und „Lasset“, findet Martin Kaysh diesmal in unserem kleinen „Wir und Heute“-Podcast von CORRECTIV RUHR. Er redet über den Spitzenkandidaten der CDU für den NRW Wahlkampf. Viel kann David Schraven nicht dagegen halten. Während die Landesregierung derzeit ein Wahlkampfversprechen nach dem anderen raushaut – vom kostenfreien Meisterlehrgang im Handwerk, bis zum Azubi-Ticket für alle – ist vom CDU-Mann Armin Laschet wenig zu hören. Dafür aber vom organisierten Verbrechen. David hat gerade mit Maik Meuser, Wigbert Löer, Margherita Bettoni, Cecilia Anesi und Guilio Rubino ein Buch zur Mafia rausgebracht. Die Clane sind überall. David spricht über das Geheimnis der Mafia: Die Banden leben in einer Art Zauberland. Alles ist magisch.

Zu den anderen Folgen des „Wir und Heute“-Podcastes – und zum Abo des YouTube-Kanals geht es hier.

Die Hörversionen des Podcasts, sowie die Abos für iTunes und Spotify sind hier zu finden.

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Die Türkische Regierung als Ülkücü (Graue Wölfe) in gelebter Symbiose mit der Muslimbruderschaft in Hamburg.


Seit geraumer Zeit warnen Verfassungsschutz, auch mancher Politiker und Experten, vor einer radikalisierten von Deutschland entfremdeten türkischen Jugend. Auch wird die derzeitige Bewegung um AKP-Anhänger bis hin zu stramm rechten Grauen Wölfen, als „Türkische PEGIDA“ bezeichnet. Und dies zu Recht. Von unserem Gastautor Richard Schüll.

Aggressiv gewalttätig, völkisch, und islamistisch.

Der Verfassungsschutz in Hessen schreibt in Bezug auf die Grauen Wölfe dazu:

Wiedervereinigung“ aller Turkvölker

Ein weiteres Element der Ülkücü-Ideologie* bildet die Idee einer „Großtürkei“ in den Grenzen des ehemaligen Osmanischen Reichs. Die damit einhergehende Forderung nach der „Wiedervereinigung“ aller Turkvölker (Panturkismus) zeigt zum einen, welches Verständnis von Völkerverständigung Ülkücü-Anhänger* propagieren, und zum anderen, dass sie völkerrechtlich gültige Staatsgrenzen in Frage stellen. Die Verherrlichung der kriegerischen Vergangenheit des Osmanischen Reichs impliziert eine latente Neigung zur gewalttätigen Durchsetzung ideologischer Ziele. Diese Haltung kommt im „Ülkücü-Eid“ zum Ausdruck:

„Ich schwöre bei Allah, dem Koran, dem Vaterland, bei meiner Flagge. Meine Märtyrer, meine Frontkämpfer sollen sicher sein, wir die idealistische türkische Jugend, werden unseren Kampf gegen Kommunismus, Kapitalismus, Faschismus und jegliche Art von Imperialismus fortführen. Unser Kampf geht bis zum letzten Mann, bis zum letzten Atemzug, bis zum letzten Tropfen Blut. Unser Kampf geht weiter, bis die nationalistische Türkei, bis das Reich Turan erreicht ist. Wir, die idealistische Jugend, werden niemals aufgeben, nicht wanken, wir werden siegen, siegen, siegen. Möge Allah die Türken schützen und sie erhöhen.“

Begriffe wie „Märtyrer“, „Frontkämpfer“, „Kampf“ oder die Formulierung „bis zum letzten Tropfen Blut“ zeigen eine kämpferische Komponente, die allzu oft an Männlichkeits- und Selbstbehauptungsvorstellungen unter türkischen Migranten bzw. (jugendlichen) Personen mit türkischem Migrationshintergrund anknüpft und latent gewaltbefürwortend ist.

Islam ist unsere Seele, Türkentum ist unser Leib“

Neben dem Türkentum räumt die Ülkücü-Ideologie* dem Islam eine besondere Bedeutung ein. Weiterlesen

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Der Ruhrpilot


Essen:
Einkaufszentrum nach Terrordrohung geschlossen…Welt
NRW: „Das Ehegattensplitting ist überholt“…Kölnische Rundschau
NRW: Die Linksjugend kuschelt mit Christdemokraten…Jungle World
NRW: Behrens streitet Vereinbarung mit Wendt ab…RP Online
Debatte: Türkischer Vizeministerpräsident legt mit Nazi-Vergleichen nach…Welt
Debatte: Im türkischen Glashaus…FAZ
Debatte: Liberale Entschlossenheit statt populistischer Panik…Novo Argumente
Debatte: Das Dilemma um Rakka…NZZ
Ruhrgebiet: „Noch kein Fall, der mich so betroffen gemacht hat“…Süddeutsche
Bochum: Der puren Elvis Costello…Ruhr Nachrichten
Dortmund: Schenker zieht Arbeitsplätze ab…WAZ
Duisburg: Darum kann der OB die Wahl erzwingen…RP Online
Duisburg: Parteien suchen Herausforderer gegen OB Sören Link…WAZ
Essen: Sikh-Tempel Prozess – mehrere Jahre Haftstrafe gefordert…WAZ

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Der Schaden von Animal-Peace – Ein Wut-Monolog.


Was ich davon halte, dass Animal-Peace die feigen Taten von Marcel Heße in Herne als Hamstermorde degradiert.

Ich verstehe wirklich viel, so menschlich gesehen. Ich kann unterschiedliche Positionen einnehmen und mich in den Verstand meiner Mitdiskutierenden reindenken, um angemessener auf diese zu reagieren oder wahlweise manipulieren zu können. Ich kann dir deine Argumentationsstruktur analytisch auseinander nehmen oder meinetwegen auch ganzheitlich gesehen über den Naturgeist philosophieren. Alles kein Problem, denn ich bin ja Menschenfreundin, Pazifistin (ja!!) und ich befinde mich oft in einem kontinuierlichen Streben nach Harmonie, bin ruhig und entspannt, meistens. Das alles brauche ich auch, denn früh übt sich, wer bald Psychotherapeutin ist. Das alles erzähl ich euch jetzt nicht einfach so, aber ich möchte betonen, dass ich nicht dazu neige andere Positionen zu untergraben, mich wilder Polemik zu bedienen oder wie jetzt, einfach nur öffentlich Stellung zu beziehen, echt nicht. Aber das, was Animal-Peace sich heute heute geleistet hat (ich lag noch im Bett als ich das las, das war echt früh und ich hätte eigentlich noch 3 Stunden weitergeschlafen können) hat mich weder in Ruhe schlafen noch weiter chillen lassen (denn ich wurde von einer unfassbaren Wut und Übelkeit heimgesucht), so dass ich mich so dann an den Schreibtisch setzte. Die Überschriften der Facebook-Posts von Animal Peace der letzten Tage lasen sich so: Weiterlesen

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