Protest gegen Nazis in Dortmund: „…und bring die Crew mit“

Am 3. September wollen die Nazis  wieder in Dortmund demonstrieren. Und wie in den vergangenen Jahren stellt sich ihnen die Antifa entgegen. Motto des Protests gegen den „Antikriegstag“ der Nazis in diesem Jahr: „Naziaufmarsch in Dortmund verhindern! …und bring die Crew mit“

In den vergangenen Jahren hat die Polizei jeweils versucht, den Naziaufmarsch zu verbieten – und ist damit immer in der letzten Instanz vor dem Bundesverwaltungsgericht gescheitert. Zwar wurde auf diesem Weg dafür gesorgt, dass die Nazis nicht durch die Stadt ziehen, sondern nur auf einem Parkplatz in der Nordstadt eine Kundgebung abhalten konnten, aber auch Protest wurde vom Team Green unterbunden: Vor allem im letzten Jahr glich die Nordstadt einer besetzten Zone. Das gegen sie protestiert wurde, haben die Nazis nicht mitbekommen, so  weiträumig war alles gesperrt worden.

Dieses Jahr will das Dortmunder Antifa Bündnis (DAB) nach neuen Wegen des Protestes suchen, um den Nazi-Aufmarsch zu verhindern:

Benötigt werden alternative Konzepte, die es auch ortsfremden und nicht-organisierten Personen ermöglichen, sich effektiv einzubringen. Über diese Konzepte wird zurzeit noch sowohl innerhalb des Dortmunder Antifa-Bündnisses als auch mit Antifa-Gruppen aus anderen Städten diskutiert. Wir werden bei unserer Debatte natürlich auch die Überlegungen anderer lokaler Akteur_innen berücksichtigen und soweit es politisch für uns vertretbar ist, diese mit einbeziehen.

Klar ist: Am 2. September wird es eine Vorabend Demo geben. Mehr Infos beim DAB.

 

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6 Kommentare

  1. #1 | Freidenker sagt am 4. Juli 2011 um 17:11 Uhr

    Ohne Wertung, Herr Laurin? Trauen Sie sich nicht? Dann übernehme ich das gern. Auch die NPD hat das verdammte Recht, ihre Demos abzuhalten (zumindest so lange die Partei nicht verboten wird). In einer offenen Gesellschaft ist Meinungsfreiheit – auch wenn sie noch so schwachsinnig ist – ein hohes Gut. Das muss man aushalten. Frei nach Voltaire: Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen! Diese Antifa hält sich für moralisch überlegen, ist aber im Grunde nicht besser als diese Dumpfbirnen von rechts. Beides Feinde der Freiheit!

  2. #2 | Stefan Laurin sagt am 4. Juli 2011 um 17:21 Uhr

    @Freidenker: Natürlich werte ich. Der ganze Text ist eine Wertung. Und nein, die Antifa gehört nicht zu den Feinden der Freiheit. Wir wissen sehr gut auf wen wie verlinken – und auch auf wen nicht.

  3. #3 | Freidenker sagt am 5. Juli 2011 um 16:15 Uhr

    Prima, dann habe ich Sie doch richtig interpretiert. Dann gefällt Ihnen dieses frische Urteil (soeben via https://arslibertatis.com/ gelesen) aus Spanien sicher ganz und gar nicht. Meinungsfreiheit ist dort nämlich wichtiger als die richtige Gesinnung: Spaniens Oberster Gerichtshof hat ein Urteil gegen vier Neonazis aufgehoben. Sie waren zuvor wegen Verbreitung rechtsextremistischen Gedankenguts zu mehrjährige Haftstrafen verurteilt worden. Ideologien könnten nicht bestraft werden, selbst wenn sie noch so verabscheuenswert seien, begründeten die Richter am Freitag ihre Entscheidung. Die spanische Verfassung verbiete extremistische Ideen nicht und betrachte sie stattdessen als Bestandteil des Rechts auf freie Meinungsäußerung. Das nenne ICH Freiheit!

    Ich bin gespannt, wie die „neuen Wege des Protests des DAB“ aussehen werden. Vielleicht so ähnlich, wie wir sie auch schon bei diversen „Pro Köln“ Kundgebungungen erfahren durften…

  4. #4 | Stefan Laurin sagt am 5. Juli 2011 um 17:41 Uhr

    @Freidenker: Ich streite nicht für die Freiheit von Neonazis. Da liegen wir nicht auf einer Linie. Aber das ist mir auch egal.

  5. #5 | Freidenker sagt am 6. Juli 2011 um 08:48 Uhr

    Gestatten Sie mir ein letztes Zitat in diesem Zusammenhang: „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“ (Voltaire)

  6. #6 | Oje sagt am 7. Juli 2011 um 12:03 Uhr

    Auch nach 20 Voltaire-Zitaten muss es in Deutschland dabei bleiben, den Nazis auch das Maul verbieten zu dürfen. Mir gefällt da eine Geschichte aus den USA im Übrigen viel besser. Dort wurden einem Familienvater die Kinder entzogen, nachdem bekannt wurde, dass er eines seiner Kinder auf den Namen Adolf Hitler eingetragen hatte.

    Vgl: https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-64949404.html

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