Putin muss das Kaninchen werden, das auf die Schlange starrt     

B-52H beim Start Foto: Arpingstone Lizenz: Gemeinfrei

Niemand weiß, wie lang der Krieg, Putins gegen die Ukraine gegen begonnen hat, dauern wird. Auch wenn sich die Kampfhandlungen in der Ukraine festlaufen und die Fronten erstarren bedeutet dass noch lange nicht die endgültige Niederlage Russlands. Putin kämpft in diesem Krieg um die Wiederherstellung des russischen Imperiums. Verliert er, stehen seine Chancen schlecht, zu überleben. Und auch der heute schon eher imaginäre Status Russlands als Weltmacht wäre endgültig dahin.

Putin begann mit dem Kaukasuskrieg 2008 eine Kette von Auseinandersetzungen die über die Besetzung der Krim 2014 bis heute anhält. Auch wenn es zu einem Waffenstillstand in der Ukraine kommen sollte, bedeutet das nicht zwangsläufig das Ende des Krieges. Es kann auch nur eine Pause sein, in der Russland seine Armee neu aufstellt und seine Wirtschaft auf Kriegsproduktion umstellt. Putin spielt „All In“, für ihn geht es nur noch um Sieg oder Niederlage.

Putin hat sich für diesen Krieg entschieden. Er setzte seine Hyperschallraketen ein und droht mit Atomwaffen. Der Westen reagiert: Er liefert Waffen, erklärt aber in keinem Fall in der Ukraine einzugreifen. Nur wenn Putin einen NATO-Staat angreift, soll es eine militärische Antwort geben.

Damit begeben sich die NATO und er Westen vollkommen in die Hand Russlands. Russland bestimmt den weiteren Verlauf des Krieges und kann das Handeln der NATO bislang gut einschätzen. Es gilt, Putin, seinem Militär und den Russen diese Sicherheit zu nehmen. Wir müssen die Unsicherheit auf der Seite des Feindes, und nichts anderes ist Russland zurzeit, erhöhen. Der Westen darf nicht kalkulierbar sein. Wann und wie wir eingreifen, muss für Putin unklar sein. Es ist gut, dass immer mehr Truppen an der Grenze des Bündnisses zu Russland stationiert werden. Aber der Westen muss klar machen, dass er auch bereit ist, sie einzusetzen. Und zwar dann, wann er es für richtig hält. Zum Beispiel wenn die Zerstörung ganze Städte und der Massenmord an Zivilisten weitergeht. Oder wenn Putins Angriffe zu nah an unsere Grenzen kommen. Oder er chemische- oder Atomwaffen einsetzt. Er darf nicht wissen, wann der Westen zuschlägt und wenn, wie er es tun wird. Putin muss das Kaninchen werden, das auf die Schlange starrt. Wir müssen die Schlange sein, jederzeit bereit zuzuschlagen.

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4 Kommentare

  1. #1 | Berthold Grabe sagt am 21. März 2022 um 10:44 Uhr

    Wir könnne in den kreig nicht eingreifen, weil die Voraussetzunge ndafür schon vor Jahren hätten geschaffe nwerden müssen.
    dafür ist es zu spät.
    Aber wir können die Ukraine aufrüsten, massiv besonders dann, wenn Russland einen Waffenstillstand zustimmt .
    Deshalb glaube ich nicht daran, das Russland einen Waffenstillstand zustimmt.
    Es gilt entweder Sieg, Niederlage oder gesichtswahrende Territorialgewinne.
    Andere Möglichkeiten sind zur Zeit genau wegen der Zwangslage Putins nicht vorstellbar.

  2. #2 | Eija Tirkkonen sagt am 21. März 2022 um 11:33 Uhr

    Stefan Laurin hat Recht. Putin droht ja auch mit dem Einsatz von Atomwaffen. Das ist eine Drohkulisse, vor dem er uns zur Rolle des Kaninchens zwingt. Um diesen Rollenumkehr geht es. Drohung funktioniert nur, wenn man dem Feind nicht zulässt, in die eigenen Karten zu schauen. Das tun unsere Politiker gerade sehr eindrucksvoll; zuletzt Lambsdorff gestern bei Anne Will. Unsere Politikkaste scheint sofort die Nerven zu verlieren. Das ist verheerend für den Kriegsverlauf. Es ist womöglich Putins Krieg, aber die Toten unter der Zivilbevölkerung sind auch unsere Toten.

  3. #3 | Bochumer sagt am 21. März 2022 um 14:36 Uhr

    "Der Westen" muss Russland an anderer Stelle angreifen, und zwar unter falscher Flagge. Ich bin mir sicher, dass Optionen in Syrien zum Beispiel schon ausgelotet werden. Armenien und Aserbaidschan ist auch ein Konflikt an Russlands Flanke, in dem die Türken schon eingegriffen haben. Schöne neue, alte Welt.
    In die Ukraine wird sich kein offizieller Nato-Soldat verirren.

  4. #4 | Wolfram Obermanns sagt am 22. März 2022 um 16:57 Uhr

    Es mehren sich die Anzeichen, daß Putin schon im Kaninchenmodus ist und gar nicht mehr weiß auf welche Schlangen er alles starren soll.
    Es wird von Verhaftungen im engsten Umfeld von ihm berichtet.
    Alles was nicht nur Staatsfernsehen schaut, ist verdächtig.
    Staatsnahe Medien veröffentlichen "aus Versehen" realistische Verlustzahlen.
    Die "verwestlichten" Oligarchen kann er auch nicht mehr aus den Augen lassen.
    Selenskyj ist sowieso schon sein Albtraum.
    Die EU würde er am liebsten genauso verwüsten wie die Ukraine, kann er aber nicht.
    Die USA pumpen Massen an Defensivwaffen in die Ukraine und erhalten als Gegenleistung neueste russische Militärtechnik, die von den Ukrainer erbeutet wurde.

    Putin ist ein Karnickel, das im Kreis hoppst und zusehends die Übersicht verliert.

    Freiheit für Russland.

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