Rezension: „Zugzwänge: Flucht und Verlangen“

Zugzwänge: Flucht und Verlangen

„Zugzwänge: Flucht und Verlangen“ Nach dem erfolgreichen Sammelband „Freiheit ist keine Metapher“ beschäftigt sich der neue Sammelband von Herausgeber Vojin Saša Vukadinović im Querverlag mit den Themen Flucht und Homosexualität.

Der Historiker und Geschlechterforscher Vojin Saša Vukadinović versammelt in „Zugzwänge: Flucht und Verlangen“ wie auch schon bei „Freiheit ist keine Metapher“, Beiträge von Wissenschaftlern und Betroffenen, im Versuch ein möglichst facettenreiches Bild zu vermitteln, was auch meistens gelingt.

Gründliche theoretische Analysen wie die Essays von Panagiotis Koulaxidis über ethische Verstrickungen im Spannungsfeld zwischen Universalismus und Partikularismus oder Yasemin Makinecis Horror auslösende Abhandlung über erzwungene geschlechtsumwandelnde Operationen an Homosexuellen Männern im Iran stehen neben Überlegungen und Berichten von Betroffenen. Insbesondere Worood Zuhairs Schilderung ihres verzweifelten Kampfes um Autonomie in der Familie und Gesellschaft des Irak und der Gewalt, die sie dafür erfuhr, hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

„Zugzwänge“ liefert einen umfassenden Überblick über die Gründe für die Flucht, theoretische Ansätze zum Verständnis der vielen Probleme der Gesellschaften aus denen die Geflüchteten geflohen sind, der Gesellschaft, in die sie geflohen sind, Beispiele aus der politischen Praxis, wie sie zu lösen oder zu lindern sind und Perspektiven von Geflüchteten darauf selbst. Der Band löst den Gordischen Knoten nicht mit einem Schlag auf, aber er beschreibt ihn präzise aus jedem Blickwinkel. Der Sammelband „Zugzwänge: Flucht und Verlangen“ ist wie auch sein Vorgänger-Band die Lektüre auf jeden Fall wert.

Das Buch erscheint im Querverlag und kann HIER gekauft werden.

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[…] die Homosexuelle an Baukränen aufhängen oder zu einer operativen Geschlechtsveränderung zwingen (ja, das ist wahr), Frauen in Gefängnissen vergewaltigen und hinrichten lassen oder Menschen Finger oder die Hand […]

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