Saisonstart des BVB bestätigt schlimmste Befürchtungen

Dunkelheit am Stadion des BVB in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Am Samstag musste ich unfreiwillig an den alten Roland-Kaiser-Song „Ich glaub es geht schon wieder los“ aus dem Jahre 1988 denken, als der BVB beim VfL Bochum am Ende nicht über ein enttäuschendes 1:1-Unentschieden hinauskam.

Die neue Saison ist kaum am zweiten Spieltag angekommen, und schon stolperten die Schwarzgelben im ‚kleinen Revierderby‘ an der Castroper Straße, ließen in der Endabrechnung womöglich noch wichtige Punkte liegen. Klar, in Bochum hat die Borussia in der Liga auch in der Vorsaison nur 1:1 gespielt, insofern war schon vor dem Spiel klar, dass ein Sieg kein Selbstläufer werden würde.

Das Remis an sich hat mich also nicht überrascht. Und doch zeigten die ersten beiden Begegnungen der Spielzeit 2022/23 schon, dass der BVB über den Sommer keinesfalls besser geworden ist. Das konnte man ja auch schon beim nervenzehrenden 1:0-Heimsieg  gegen den 1. FC Köln in der Vorwoche erahnen.

Was einen als Dortmunder in diesen Tagen aber sogar noch mehr nervt als der spielerisch maue Saisonstart, das sind die immer gleichen Phrasen, die die Spieler nach den Rückschlägen von sich geben. Wenn Torhüter Gregor Kobel zum Beispiel sagt, dass sein Team in Bochum vom Gegner zu Beginn regelrecht ‚überrannt‘ worden sei und die ‚Gegenwehr gefehlt‘ hätte, dann muss man sich schon sehr wundern.

Nicht nur Trainer Edin Terzic hatte im Sky-Interview vor dem Spiel doch noch explizit erwähnt, dass er ein kompliziertes Kampfspiel erwarte. Einem halbwegs erfahrenen Bundesligaspieler hätte allerdings auch von alleine klar sein müssen, dass genau das in Bochum auf den BVB zukommen würde. Dazu braucht es eigentlich nicht einmal einen Coach.

Und die ambitionierten BVB-Spieler müssen scheinbar nicht nur extra darauf hingewiesen werden, sie reagieren dann auch noch nicht einmal entsprechend auf dem Platz? Schwer zu glauben bzw., zu verstehen.

Auch wenn man der Tabellensituation  nach Spieltag zwei natürlich traditionell noch keine allzu große Bedeutung zumessen braucht, zeigt der Start in die Runde doch auch jetzt schon, dass es die Dortmunder in 2023/24 schwer haben dürften, sich in eine Ausgangsposition zu bringen, die es ihnen am letzten Spieltag noch einmal, wie im Vorjahr, ermöglicht Deutscher Meister zu werden.

Während sich die Bayern schon seit vielen Jahren in für einen BVB-Fan ‚unschöner‘ Regelmäßigkeit in ihren Spielen gegen vermeintlich ‚Kleine‘ durchsetzen, ihre ersten Spiele in Bremen (4:0) und daheim gegen Augsburg (3:1), trotz eher durchschnittlicher Leistungen ohne großes Zittern gewinnen, gibt es bei den Borussen diese ‚Selbstläufer‘, diese Pflichtsiege noch immer seltener zu feiern.

War der BVB gegen Köln in der Schlussphase noch mit dem Glück im Bunde, gelang ähnliches gegen den VfL eine Woche später schon nicht mehr und die erste kleine Lücke zu den Bayern, (aber auch zu anderen Kontrahenten um die Champions-League-Plätze, wie Bayer 04 Leverkusen) ist bereits gerissen.

Deutlich wurde zudem, dass der Kader der Schwarzgelben durch die (im Vergleich zu den Abgängen) bisher eher unspektakulär daherkommenden Neuzugänge, über den Sommer wohl keinesfalls besser geworden ist, während die Münchener nicht nur durch die Neuverpflichtung von Harry Kane ihre Ansprüche deutlich untermauert haben.

Es war ja zu befürchten, dass den Dortmundern nach dem brutalen Niederschlag im Finale der Vorsaison, eine komplizierte Saison ins Haus stehen dürfte. Dass jedoch schon die ersten beiden Saisonspiele das so deutlich machen würden, das ist dann doch erschreckend…

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