Drei Jahre 10/7: Wenn der Judenhass regierungsfähig wird

Kibbuz Be’eri nach 10/7 by Micah Brickman CC BY 3.0 DE

Am 7. Oktober 2023 überfielen Tausende Terroristen der Hamas und weiterer palästinensischer Terrorgruppen Israel, ermordeten mehr als 1.200 Menschen und verschleppten Hunderte als Geiseln in den Gazastreifen. Es war das größte Pogrom an Juden seit der Shoah – und eine Zäsur, die weit über Israel hinausreichte. Drei Jahre später ist der Judenhass auch in Deutschland sichtbarer und lauter geworden: Antisemitische Parolen gehören zum Straßenbild, Verschwörungserzählungen verbreiten sich in sozialen Netzwerken und Teile der politischen Linken haben die „palästinensische Sache“ zu einem zentralen politischen Anliegen gemacht. In Berlin könnte diese Entwicklung nun ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen: Eine Partei, in deren Umfeld offen israelfeindliche und antisemitische Positionen vertreten werden, könnte den Regierenden Bürgermeister stellen.

Der schwarze Tag im Oktober

Der siebte Oktober 2023, der heute als 10/7 bezeichnet wird, ist heute auf den Tag genau drei Jahre her. Die Juden in Israel begingen den Feiertag Simchat Tora, mit dem das Laubhüttenfest endet.

Um 6:30 Uhr rief die radikal-islamistische Terrororganisation Hamas den von ihr als Operation al-Aqsa-Flut bezeichneten Angriff auf Israel aus. Dieser begann mit einem massiven und stundenlangen Raketenbeschuss auf den Süden und auf das Zentrum des Landes. Etwa vier Stunden nach Beginn sprach ein Sprecher der IDF (Israel Defense Forces) von rund 2.200 abgefeuerten Raketen und anhaltendem Beschuss. Zur gleichen Zeit gab der oberste Befehlshaber des militärischen Flügels der Hamas die Zahl mit 5.000 an. Die hohe Anzahl überforderte das israelische Abwehrsystem Iron Dome, sodass viele Raketen ihre Ziele erreichten. Es kam zu Toten und Verletzten.

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„Fauda“: Als die Realität den schlimmsten Albtraum übertraf

Mitglieder der israelischen Spezialeinheit Yamas treffen im Februar 2018 auf Darsteller und Mitarbeiter der israelischen Fernsehserie „Fauda“. Foto: Mark Neyman / Government Press Office of Israel, CC BY-SA 3.0
Mitglieder der israelischen Spezialeinheit Yamas treffen im Februar 2018 auf Darsteller und Mitarbeiter der israelischen Fernsehserie „Fauda“. Foto: Mark Neyman / Government Press Office of Israel, CC BY-SA 3.0

Am 8. September feierte die fünfte Staffel der israelischen Serie „Fauda“ ihre Premiere auf Netflix. Die Handlung spielt zwei Jahre nach dem 7. Oktober 2023 und greift die Ereignisse des Hamas-Massakers auf. Damit verarbeitet die Serie nicht nur ein Ereignis, das die israelische Gesellschaft nachhaltig geprägt hat, sondern auch Erfahrungen, die ihre Macher und Schauspieler selbst gemacht haben.

Die erste Staffel der israelischen TV-Serie „Fauda“ feierte 2015 ihre Premiere. Sie handelt von einer Mista’arevim-Spezialeinheit des israelischen Inlandsgeheimdienstes „Schin Bet“. Mista’arevim-Einheiten operieren getarnt als Araber oder „Palästinenser“ und werden vor allem in der Terrorismusbekämpfung und bei Sabotageeinsätzen eingesetzt. Die Hauptfigur der Serie ist der Undercover-Agent Doron Kabilio, der bei seinen Einsätzen immer tiefer in einen Kreislauf aus Gewalt, Vergeltung und persönlichen Konflikten gerät.

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