Wie die Bayern dem BVB schon vor dem ersten Saisonspiel den nächsten Leberhaken verpassten

Am Stadion in München. Foto: Robin Patzwaldt

Die Bayern haben am Freitag zum Auftakt der Bundesliga-Saison 2026/27 den VfB Stuttgart mit 5:1 aus der Münchner Arena geschossen. Dass der Rekordmeister damit gleich wieder ein kräftiges Signal an die Konkurrenz sendet? Geschenkt. Dass Frank Buschmann und Florian Schmidt-Sommerfeld bei Sky anschließend bemüht waren, aus der ziemlich einseitigen Angelegenheit ein großes „Flutlichtfreitag“-Spektakel zu machen? Ebenfalls geschenkt.

Viel interessanter war eine Szene unmittelbar vor dem Anpfiff.

Weiterlesen

Bundesliga-Saisonstart 2026/27: Willkommen in der großen deutschen Fußball-Verkaufsabteilung

Foto: Robin Patzwaldt

Endlich geht es wieder los! Die Bundesliga startet an diesem Wochenende in die Saison 2026/27. Und damit beginnt auch wieder die alljährliche große Werbeoffensive. Die Sender werden uns das Produkt Bundesliga präsentieren, als wäre es das spannendste Fußballerlebnis des Planeten. Große Gefühle, große Tradition, große Stars – und irgendwo dazwischen vermutlich auch noch ein bisschen Fußball.

Nur über die kleinen Schönheitsfehler wird man lieber nicht reden.

Weiterlesen

Ein Fußballabend beim BVB, der plötzlich nach Corona riecht

Böse Überraschung nach dem Spiel. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Am Samstagabend ist es wieder so weit: Im Dortmunder Westfalenstadion treffen der BVB und der FC Bayern München im DFB-Supercup aufeinander. Gut 80.000 Zuschauer werden dabei sein. Ausverkauft, laut und vermutlich ziemlich emotional.

Über den sportlichen Wert dieser Veranstaltung kann man sich trefflich streiten. Ist es tatsächlich der erste Titel der neuen Saison? Oder doch eher das letzte ernsthafte Testspiel vor dem Bundesliga-Start? Vermutlich liegt die Wahrheit, wie so oft, irgendwo dazwischen.

Mich beschäftigt diesmal allerdings etwas ganz anderes. Denn Facebook erinnerte mich in dieser Woche daran, dass ich vor genau fünf Jahren schon einmal beim Supercup in Dortmund gewesen bin. Und plötzlich waren sie wieder da: Erinnerungen an einen Fußballabend, der sich heute fast surreal anfühlt.

Weiterlesen
Werbung


40 Jahre alt, dauerverletzt – und die große WM-Hoffnung? Armes Deutschland!

Manuel Neuer. Quelle: Wikipedia, Foto: Steindy (talk), Lizenz: CC BY-SA 3.0

Es ist schon beeindruckend, wie zuverlässig es der deutsche Fußball inzwischen schafft, selbst aus eigentlich lösbaren Situationen ein öffentliches Drama mit Ansage zu basteln. Kaum hatten sich die Diskussionen um die Rolle rückwärts von Bundestrainer Julian Nagelsmann halbwegs beruhigt, liefert ausgerechnet jetzt die Personalie Manuel Neuer den nächsten Beweis dafür, dass beim DFB offenbar nie einfach mal Ruhe einkehren darf.

Denn der Zeitpunkt könnte grotesker kaum sein: Zwei Tage nach seiner offiziell verkündeten Rückkehr in den Kader der Nationalmannschaft fehlt Neuer im DFB-Pokalfinale des FC Bayern München gegen den VfB Stuttgart am Samstagabend in Berlin schon wieder verletzt. Wade. Mal wieder. Belastungssteuerung. Restrisiko. Die üblichen Formulierungen aus der modernen Fußball-PR-Hölle. Und genau da beginnt das eigentliche Problem.

Weiterlesen

Der BVB zwischen Talentfabrik und Titelanspruch

Das Stadion des BVB in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Borussia Dortmund steht einmal mehr an einem strategischen Wendepunkt. Mit Ole Book übernimmt ein neuer Sportdirektor Verantwortung in einer Phase, in der der Klub seinen sportlichen Kompass über Jahre hinweg zunehmend aus den Augen verloren hat.

Einst war der BVB unter Jürgen Klopp und später auch unter Thomas Tuchel der ernsthafteste Herausforderer des FC Bayern, ein Klub mit klarer sportlicher Vision, mutigem Fußball und echter Titelambition. Heute wirkt Dortmund deutlich stärker wie ein Ausbildungsverein mit angeschlossener Champions-League-Hoffnung als wie ein echter Meisterschaftskandidat.

Die vergangenen Jahre mit den Kaderplanern Michael Zorc und Sebastian Kehl waren

Weiterlesen

Sind die Bayern gegen Paris am Ende einfach an ihrem Hochmut gescheitert?

Am Stadion in München. Foto: Robin Patzwaldt

Der FC Bayern München ist raus aus der UEFA Champions League 2026. Nicht im Finale. Nicht Europas Krone. Kein Triple. Stattdessen: Ernüchterung nach dem Halbfinalrückspiel am Mittwochabend in der Allianz Arena, lange Gesichter auf den Rängen und hektische Schuldzuweisungen in alle Richtungen. Der Schiedsrichter? Natürlich. Das Pech? Selbstverständlich. Paris? Vielleicht einfach stark.

Doch womöglich liegt die unbequeme Wahrheit ganz woanders – nämlich tief verwurzelt im bayrischen Selbstverständnis.

Weiterlesen

Eine historische Hinrunde in der Bundesliga – und ein häufig ignoriertes Problem

Foto: Robin Patzwaldt

Die Hinrunde der Bundesliga-Saison 2025/26 ist für die meisten Teams beendet, und was auf den ersten Blick wie sportliche Exzellenz aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als strukturelles Armutszeugnis. Bayern München steht nach 17 Spieltagen ungeschlagen an der Spitze, 47 Punkte, ein weiterer Eintrag ins eigene Geschichtsbuch. Borussia Dortmund folgt auf Platz zwei – allerdings mit bereits elf Punkten Rückstand. Elf Punkte zur Halbzeit. In einer Liga, die sich selbst gern als „Topliga Europas“ bezeichnet.

Was vielerorts als Machtdemonstration gefeiert wird, ist in Wahrheit ein Warnsignal. Und zwar ein lautes.

Weiterlesen
Werbung


BVB zwischen Anspruch und Wirklichkeit – Spitzenspiele als schmerzhafter Realitätscheck

Ernüchterung bei BVB-Trainer Niko Kovac. Foto: Robin Patzwaldt

Borussia Dortmund wollte in dieser Saison in der Fußball-Bundesliga wieder ein echtes Wörtchen im Titelrennen mitreden. Nach dem vielversprechenden Saisonstart war Euphorie spürbar – endlich schien die Mannschaft stabil, reifer, konstanter.

Doch die beiden jüngsten Spiele gegen RB Leipzig (1:1) und Bayern München (1:2) haben ernüchternd deutlich gezeigt: Der BVB ist noch nicht da, wo er sein möchte. Und vor allem – wo einige in Schwarzgelb glaubten, schon zu sein.

Weiterlesen

Mario Götze und das Tor, das zu groß wurde

Mario Götze, hier noch im BVB-Trikot. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Am 16. Juli 2014, also heute vor genau elf Jahren, schrieb Mario Götze Fußballgeschichte. In der 113. Minute des WM-Finales gegen Argentinien nahm er eine Flanke von André Schürrle mit der Brust an und versenkte den Ball mit dem linken Fuß im Netz – ein Moment für die Ewigkeit, der Deutschland zum vierten Weltmeistertitel führte.

Joachim Löw hatte ihn zuvor mit den Worten aufs Feld geschickt, er solle zeigen, dass er besser sei als Lionel Messi. Götze tat genau das – und dennoch war dieses Tor nicht der Beginn eines glanzvollen Aufstiegs, sondern eher der Höhepunkt einer Karriere, die danach mehr Fragen aufwarf als Antworten lieferte.

Weiterlesen

Ex-BVB-Torhüter Mitchell Langerak: Ein leiser Held sagt Servus

Ex-BVB-Torwart Mitch Langerak. Archiv-Foto: BVB

Es war eine Nachricht, die mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt hätte. Mitchell Langerak hat seine aktive Laufbahn beendet. Der australische Torhüter, der seine Karriere in Japan bei Nagoya Grampus ausklingen ließ, verabschiedet sich damit von einem Beruf, den er mit Hingabe, Bodenständigkeit und einer selten gewordenen Loyalität ausgeübt hat.

In einer Fußballwelt, die sich zunehmend um Selbstdarstellung, Marktwert und Schlagzeilen dreht, war Langerak ein wohltuender Gegenentwurf – ein Profi alter Schule. Besonders bei Borussia Dortmund bleibt er in bester Erinnerung.

Langerak kam 2010 aus seiner Heimat nach Dortmund – als junger, weitgehend unbekannter Keeper, der hinter dem damals gesetzten Roman Weidenfeller zunächst keine allzu großen Einsatzchancen hatte. Doch er nahm die Herausforderung an, arbeitete still, aber verbissen, und war zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Legendär bleibt vor allem sein Einsatz im DFB-Pokalfinale 2012 gegen den FC Bayern München. Damals musste Weidenfeller verletzt passen, Langerak sprang ein – und spielte groß auf. Dortmund siegte mit 5:2, und Langerak hatte seinen Platz in der Vereinsgeschichte sicher.

Weiterlesen