
Eine Desinformationskampagne muss eine Partei nicht loben, um ihr relativ zu nutzen. Es kann reichen, ihre Konkurrenten mit erfundenen Skandalen zu überziehen. Eine aktuelle MDR-Auswertung zeigt genau so ein auffälliges Muster. Sie beweist allerdings weder eine Zusammenarbeit mit AfD oder BSW noch Wissen, Billigung oder Steuerung durch diese Parteien.
Mutmaßlich russische Desinformation im deutschen Wahlkampf ist leider keine exotische Randerscheinung mehr. Interessant wird es bei der Frage, wen eine Kampagne angreift – und wen sie in einer konkreten Auswertung nicht angreift.
Zum Hintergrund: In unserem Beitrag „Russlands nützliche Netzwerke: Wo sich AfD, BSW und Kreml-Propaganda berühren“ haben wir dokumentierte Kontakte, politische Überschneidungen und bekannte russische Einflussnetzwerke getrennt voneinander aufgearbeitet. Auch diese Recherche ist kein Nachweis dafür, dass AfD oder BSW an „Matrjoschka“ beteiligt wären.
