Schalke hat Glück gehabt – und zwar öfter als man zugibt

Die Fans auf Schalke sind jetzt schon erstklassig. Foto: Michael Kamps

Beim FC Schalke 04 gehört Understatement traditionell eher nicht zum Repertoire. Malocher-Pathos, große Worte, große Emotionen – alles da. Nur: In dieser Zweitligasaison 2025/26 war „groß“ auf dem Platz erstaunlich selten zu sehen. Stattdessen hangelte man sich sehr häufig durch Spiele, die oft mehr Stückwerk als Fußball waren. Und trotzdem: Punkte fielen auf Schalke-Seite wie Kleingeld aus einer kaputten Parkuhr.

Der Sieg beim SC Paderborn vom vergangenen Wochenende ist dafür das perfekte Symbol. 0:2 hinten, defensiv wacklig wie ein Jenga-Turm kurz vor dem Kollaps – und am Ende steht ein 3:2. Comeback-Qualitäten? Sicher. Aber auch eine gehörige Portion Spielglück, das man sich zwar irgendwie erarbeitet, aber eben nicht jedes Wochenende gepachtet hat.

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Die Meisterschaft, die niemanden mehr juckt

DFB-Pokal und Meisterschale 2012 in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Es ist schon fast eine Kunst, ein sportliches Großereignis so geräuschlos über die Bühne zu bringen, dass man sich am Montagmorgen fragt: „War da was?“ Doch genau das ist an diesem Wochenende passiert. Der FC Bayern München ist mal wieder deutscher Meister geworden – nach einem 4:2 gegen den VfB Stuttgart, geschniegelt, geschniegelt souverän, geschniegelt erwartbar. Und die Reaktion? Ein kollektives Schulterzucken. Selbst in München. Ja, richtig gelesen: in München.

Früher hätte die Stadt gebrannt (im positiven Sinne, versteht sich). Heute? Eher lauwarmes Konfetti im Windkanal der Gleichgültigkeit.

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Pfiffe gegen Schlotterbeck beim BVB als Symptom – nicht als Skandal

BVB-Sportgeschäftsführer Lars Ricken steht vor großen Herausforderungen. Foto: Robin Patzwaldt

Die Aufregung beim BVB rund um Nico Schlotterbeck nach dem 0:1 gegen Leverkusen am Samstag ist groß. Doch wer die vereinzelten Pfiffe reflexartig als „unwürdig“ oder „respektlos“ abstempelt, greift zu kurz. Im Gegenteil: Sie sind ein Symptom. Ein Symptom für das, was bei Borussia Dortmund schon länger schiefläuft. Und sie sind – so unbequem das für manche klingen mag – völlig normal.

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Dann soll er halt gehen, der Herr Schlotterbeck!

Es gibt wahrlich schlimmeres, als in diesem Stadion spielen zu müssen.. Foto: Robin Patzwaldt

Es gibt Dinge im Fußball, die sind so vorhersehbar wie ein Gegentor nach eigener Ecke. Und dann gibt es den Vertragspoker von Nico Schlotterbeck bei Borussia Dortmund. Ein Ritual, das sich inzwischen so lange zieht, dass man sich fragt, ob hier überhaupt noch jemand ein Ende im Blick hat – oder ob das Ganze längst zum Selbstzweck geworden ist.

Seit Monaten wird gezockt, taktiert, gewartet. Der Verein streckt sich finanziell bis zur Schmerzgrenze, sendet Signale, gibt Interviews, bleibt demonstrativ gelassen – und wirkt dabei doch wie jemand, der beim Pokerspiel mit schlechten Karten blufft. Und Schlotterbeck? Der sitzt am Tisch, lächelt höflich und sagt sinngemäß: „Mal sehen.“

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Deadline Day: Ein überdrehtes Medienritual ohne Mehrwert

Die Sky-Zentrale in München. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Am morgigen Montag ist es wieder so weit: Sky Sport News zelebriert den sogenannten „Deadline Day“, den letzten Tag der laufenden Wechselperiode im deutschen Profifußball. Was einst als spannendes Zusatzangebot für Fans gedacht war, ist längst zu einem nervigen Medienritual verkommen.

Der Deadline Day steht heute weniger für sportliche Entscheidungen als für die Überinszenierung eines Transfermarktes, der längst außer Kontrolle geraten ist.

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Das Märchen blieb aus, aber mit Edin Džeko kehrte auf Schalke der Spaß zurück

Edin Džeko auf Schalke. Foto: Ruhrbarone

Wer sich schon länger mit Profifußball beschäftigt, entwickelt zwangsläufig ein Gespür für typische Abläufe. Dramaturgien wiederholen sich, Geschichten scheinen vorgezeichnet, Wendungen wirken vertraut. Auf Schalke hätte man an diesem Wochenende beinahe wieder so einen „klassischen“ Verlauf erleben können – inklusive Hollywood-Moment. Doch es kam, wie so oft im Fußball, ein wenig anders.

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90 Minuten fußballerische Zweitliga-Tristesse auf Schalke – und trotzdem Gänsehaut

Die Fans auf Schalke haben Klasse. Foto(s): Michael Kamps

Es gab Zeiten, da stand dieses Duell für große Abende, für volle Stadien, für Bundesliga-Geschichte. FC Schalke 04 gegen den 1. FC Nürnberg – das klang nach Malochern und Meistern, nach Europapokal und Mythos. Heute klingt es vor allem nach Vergangenheit. Beide Klubs, einst feste Größen im deutschen Fußball, kämpfen inzwischen im grauen Alltag der zweiten Bundesliga um Relevanz, Stabilität und ein kleines bisschen Hoffnung.

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Mehr Abos als Tore? Die neue Fußball–Abzockrunde

Foto: Robin Patzwaldt

Ab 2027 wird die Champions League für Fußballfans wieder zum finanziellen Hindernislauf. Kaum hat man sich an die aktuelle, ohnehin schon nervige Abo-Landschaft gewöhnt, platzt die nächste Rechtebombe: Die UC3, das gemeinsame Vermarktungsunternehmen von UEFA und EFC, verkauft die Königsklasse an Paramount+ und Amazon.

Vier Spielzeiten lang dürfen sich zwei US-Konzerne das europäische Premiumprodukt aufteilen – während wir Fans überlegen dürfen, welche Abos diesmal fällig werden. Wer die Champions League komplett sehen will, wird künftig mehrere Dienste stapeln müssen. Und günstig wird das garantiert nicht.

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BVB-Boss Watzke weiß alles besser – außer, wenn’s wichtig wird

Hans-Joachim ‚Aki‘ Watzke. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Hans-Joachim Watzke präsentiert sich in seinem jüngsten Interview bei einem BVB-Fanmagazin, über das in gestraffter Form auch die Kollegen der WAZ berichteten, als erfahrener Krisenmanager, der nach zwei turbulenten Jahrzehnten beim BVB noch einmal „Ordnung schaffen“ will.

Doch gerade diese Selbstinszenierung offenbart die Grundprobleme seines Führungsstils: ein Festhalten an alten Machtstrukturen, ein Hang zur Personalisierung von Konflikten und ein Verständnis von Verantwortung, das allzu oft hinter politischen Formulierungen verschwimmt.

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Der alte Verdacht lebt wieder auf – Gibt es in der Bundesliga einen Bayern-Bonus?

Foto: Michael Kamps

Es war am Ende ein klarer Sieg auf dem Papier: 3:0 gewann der FC Bayern München am Samstagnachmittag bei Borussia Mönchengladbach, spielte abgeklärt, effektiv, fast schon routiniert. Doch so souverän das Ergebnis aussieht – auf den Rängen, in den sozialen Medien und in den Talkrunden danach ging es nicht um die Tore, sondern um das alte, leidige Thema: Wird der Rekordmeister in der Bundesliga bevorzugt? Gibt es bei den Schiedsrichtern einen Bayern-Bonus?

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