WM 2026: Wenn selbst Uli Hoeneß mal recht hat

Fußball verkauft sich derzeit gut. Foto: Robin Patzwaldt

Es gibt nur wenige Persönlichkeiten im deutschen Fußball, die derart polarisieren wie Uli Hoeneß. Für die einen ist er der Architekt des modernen FC Bayern München, für die anderen das Sinnbild von Arroganz, Doppelmoral und einer Selbstgefälligkeit, die den Rekordmeister seit Jahrzehnten begleitet.

Wer nicht mit den Bayern sympathisiert, findet in den Aussagen des Ehrenpräsidenten meist genügend Angriffsfläche. Doch manchmal gibt es diese seltenen Momente, in denen selbst eingefleischte Bayern-Kritiker anerkennen müssen: Diesmal hat Uli Hoeneß schlicht recht.

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Die aufgeblähte WM 2026 liefert genau die Langeweile, vor der viele gewarnt haben

Vom WM-Pokal dürfen bei der WM 2026 längst nicht alle 48 Teilnehmer träumen. Foto: Robin Patzwaldt

Schon als die FIFA die Aufstockung der Fußball-Weltmeisterschaft von 32 auf 48 Teilnehmer beschloss, war die Kritik groß. Viele Experten, Fans und Beobachter warnten damals davor, dass die Qualität des Turniers leiden würde. Die FIFA ignorierte diese Bedenken weitgehend und verkaufte die Reform als Chance für mehr Nationen, mehr Vielfalt und mehr globale Aufmerksamkeit. Nach den ersten Tagen der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko zeigt sich jedoch immer deutlicher: Die Kritiker hatten recht.

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Häme, Hochmut und harte Realität: Rot-Weiss Essen erlebt die ganze Brutalität des Fußballs

Vor dem Spiel in Fürth zeigte sich der Essener Fanblock noch selbstbewusst und gut gelaunt. Foto: Ruhrbarone

Die Bilder vom Dienstagabend in Fürth werden die Fans von Rot-Weiss Essen noch lange verfolgen. Spieler, die völlig entkräftet auf dem Rasen zusammensacken. Mitgereiste Anhänger, die fassungslos ins Leere starren. Und ein Klub, der den Aufstieg in die 2. Bundesliga nach 19 Jahren Sehnsucht auf dramatische Art und Weise verspielt hat.

Ausgerechnet jetzt fällt vielen Beobachtern wieder jene Szene vom Relegations-Hinspiel ein, als Essener Fans demonstrativ einen mutmaßlich aus Duisburg gestohlenen Torpfosten im Stadion präsentierten. Eine Aktion, die damals als kreativer Spott gefeiert wurde. Heute wirkt sie wie ein Sinnbild für die gefährliche Grenzüberschreitung zwischen Rivalität und Überheblichkeit.

Denn der Fußball hat seine ganz eigene Art, Rechnungen zu begleichen.

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Abseits von BVB und S04: Die stillen Revierhelden aus Duisburg und Essen träumen groß

Im Stadion des MSV Duisburg könnte bald wieder deutlich mehr los sein als hier. Archiv-Foto: Daniel Jentsch

Borussia Dortmund kämpft aktuell mit der eigenen Identität, Schalke 04 liefert mal wieder das ganz große Drama – und während die grellen Scheinwerfer des Fußballs im Ruhrgebiet einmal mehr auf die beiden schillerndsten Vertreter ihrer Art gerichtet sind, droht ein bemerkenswertes Stück Fußballkultur auf überregionaler Bühne einmal mehr fast unbeachtet zu bleiben: die mögliche Renaissance von Rot-Weiss Essen und dem MSV Duisburg.

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Warum sich die Fußball-Bundesliga auf Rückkehrer Schalke 04 freuen darf

Eindrücke vom Spiel der Schalker am Samstagabend in Nürnberg. Foto(s): Kilian Marx

Der FC Schalke 04 ist endlich zurück in der 1. Fußball-Bundesliga – und auch wenn sportlich noch viele Fragen offenbleiben, ist eines bereits jetzt sicher: Die Rückkehr der Königsblauen ist ein echter Gewinn für den deutschen Fußball.

Nach dem Wiederaufstieg als Zweitliga-Meister 2025/26 kehrt einer der emotionalsten, traditionsreichsten und fanstärksten Vereine des Landes zurück auf die große Bühne. Dass Schalke in der abgelaufenen Zweitligasaison nicht durchgehend glanzvollen Fußball spielte, rückte angesichts des Saisonausgangs letztlich in den Hintergrund. Entscheidend war der von Millionen herbeigesehnte Wiederaufstieg – und vor allem die Art und Weise, wie Verein und Anhängerschaft diesen begleiteten.

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Balsam auf die angeschlagene BVB-Fan-Seele

Flutlichtspiel in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Borussia Dortmund hat seinen Fans in den vergangenen Monaten einiges zugemutet. Wer es mit dem BVB hält, der musste in dieser Saison oft starke Nerven beweisen. Zu häufig blieb die Mannschaft in der Bundesliga hinter den eigenen Ansprüchen zurück, zu ernüchternd verliefen die Auftritte im DFB-Pokal und in der UEFA Champions League, zu laut wurden die Diskussionen um die sportliche Führungsetage rund um Sebastian Kehl und Lars Ricken.

Vieles wirkte festgefahren, einiges unerquicklich, manches sogar besorgniserregend. Die Leichtigkeit, die diesen Klub so oft ausgezeichnet hat, schien zwischen Ergebnisdruck, Personalfragen und sportlicher Stagnation ein Stück weit verloren gegangen zu sein.

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Warum der ungeliebte Niklas Süle einen großen BVB-Abschied verdient hat

Niklas Süle macht Schluss. Archiv-Foto: BVB

Niklas Süles letzter großer Abend im Westfalenstadion ist bei näherer Betrachtung weit mehr als nur der Abschied eines lange Zeit von den Fans eher wenig geschätzten Innenverteidigers von Borussia Dortmund.

Wenn der BVB heute im letzten Heimspiel der Saison 2025/26 zum Duell gegen Eintracht Frankfurt aufläuft, endet an diesem Standort damit zugleich die insgesamt durchaus bemerkenswerte Karriere eines Spielers, der in vielerlei Hinsicht nie so recht den Weg in die Herzen der meisten Fans der Dortmunder fand und am Karriereende dennoch einen würdigen Abschied vor der Südtribüne verdient hat.

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Schalke hat Glück gehabt – und zwar öfter als man zugibt

Die Fans auf Schalke sind jetzt schon erstklassig. Foto: Michael Kamps

Beim FC Schalke 04 gehört Understatement traditionell eher nicht zum Repertoire. Malocher-Pathos, große Worte, große Emotionen – alles da. Nur: In dieser Zweitligasaison 2025/26 war „groß“ auf dem Platz erstaunlich selten zu sehen. Stattdessen hangelte man sich sehr häufig durch Spiele, die oft mehr Stückwerk als Fußball waren. Und trotzdem: Punkte fielen auf Schalke-Seite wie Kleingeld aus einer kaputten Parkuhr.

Der Sieg beim SC Paderborn vom vergangenen Wochenende ist dafür das perfekte Symbol. 0:2 hinten, defensiv wacklig wie ein Jenga-Turm kurz vor dem Kollaps – und am Ende steht ein 3:2. Comeback-Qualitäten? Sicher. Aber auch eine gehörige Portion Spielglück, das man sich zwar irgendwie erarbeitet, aber eben nicht jedes Wochenende gepachtet hat.

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Die Meisterschaft, die niemanden mehr juckt

DFB-Pokal und Meisterschale 2012 in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Es ist schon fast eine Kunst, ein sportliches Großereignis so geräuschlos über die Bühne zu bringen, dass man sich am Montagmorgen fragt: „War da was?“ Doch genau das ist an diesem Wochenende passiert. Der FC Bayern München ist mal wieder deutscher Meister geworden – nach einem 4:2 gegen den VfB Stuttgart, geschniegelt, geschniegelt souverän, geschniegelt erwartbar. Und die Reaktion? Ein kollektives Schulterzucken. Selbst in München. Ja, richtig gelesen: in München.

Früher hätte die Stadt gebrannt (im positiven Sinne, versteht sich). Heute? Eher lauwarmes Konfetti im Windkanal der Gleichgültigkeit.

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